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Madamebiscuit15

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.10.2025

Tolle Frauen, die mehr Sichtbarkeit verdient haben

We are Austria
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Wie viele außergewöhnliche Frauen können wir aus dem Stehgreif beim Namen nennen? Und bei wie vielen davon wissen wir auch noch, dass sie Österreicherinnen waren oder sind?
Kennt Ihr zum Beispiel Carmen ...

Wie viele außergewöhnliche Frauen können wir aus dem Stehgreif beim Namen nennen? Und bei wie vielen davon wissen wir auch noch, dass sie Österreicherinnen waren oder sind?
Kennt Ihr zum Beispiel Carmen Possnig, Amani Abuzahra oder Reneé Schroeder?
Die Kaiserin Elisabeth würde wohl den meisten einfallen und vielleicht auch noch Vicki Baum, dann wird es aber wahrscheinlich schon schwierig, dabei gibt es natürlich weit mehr, wie dieses Buch zeigt.
Ganz konkret hat die Autorin 77 außergewöhnliche Frauen unter anderem aus den Bereichen Wissenschaft, Kunst, Sport oder Politik ausgewählt. Dabei gibt es für jede Frau eine Doppelseite. Auf der linken wird jeweils aus der Ich-Perspektive über das eigene Leben, Schaffen und Wirken erzählt und rechts ist eine passende Portraitillustration zu sehen.
Allein die Illustrationen sind so unterschiedlich, bunt und verschieden, wie die jeweiligen Frauen es sind und ergänzen sie, in meinen Augen, perfekt. Die kurzen und informativen Biografien machen unheimlich Lust weiter zu recherchieren und tiefer in die unterschiedlichen Leben der 77 Auserwählten einzutauchen.
Eine ganz tolle Idee finde ich, dass bereits im Inhaltsverzeichnis hinter den Namen jeweils der Grund vermerkt ist, warum wir sie kennen sollten. Insofern können wir Lesenden uns auch anhand dieser Information durch das Buch schmökern und „neue“ wichtige Österreicherinnen entdecken.
Es ist ein Buch, das bereits wunderbar im Grundschulalter funktioniert und nach einem gemeinsamen Lesen oder Vorlesen schreit, um anschließend darüber zu sprechen.
Von mir gibt es eine große Leseempfehlung, eignet sich auch sehr gut als Geschenk.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Witzig geschrieben, inhaltlich krass

Gym
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Die namenlose Ich-Erzählerin braucht dringend einen Job und nimmt dazu auch eine klitzekleine Notlüge in Kauf, um ihren neuen Chef von sich zu überzeugen. So wird sie neue Tresenkraft im Fitnessstudio ...

Die namenlose Ich-Erzählerin braucht dringend einen Job und nimmt dazu auch eine klitzekleine Notlüge in Kauf, um ihren neuen Chef von sich zu überzeugen. So wird sie neue Tresenkraft im Fitnessstudio und kurzerhand Mutter eines Säuglings.
Was sich im ersten Moment skurril und witzig anhört, ist es auch, bis zu dem Moment, in dem die Bodybuilderin Vick im Studio auftaucht.
Denn nun erfahren wir in Rückblenden auch mehr über die Protagonistin, ihre Vergangenheit und den Grund ihrer Jobsuche.

Verena Keßler hat hier einen Roman geschrieben, der ab der ersten Seite packt und weit tiefer geht als zu Beginn gedacht. Sie hält uns den Spiegel vor, wie und was es heißt, heute Frau zu sein. Dabei spielen Vereinbarkeit von Kariere und Mutterschaft ebenso eine Rolle, wie der gesamte Bereich Köperwahrnehmung, „Idealkörper“ bis hin zum Körperkult.

Ihr Schreibstil ist amüsant, pointiert, soghaft. Innerhalb eines Tages hatte ich das Buch ausgelesen und gerade das Ende hatte es nochmal richtig in sich. Es ist in seiner Deutlichkeit krass und erschreckend, für mich aber bis zum Ende nachvollziehbar und gelungen.

Klare Leseempfehlung von meiner Seite.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Pizza-Himmel

Pizza Mania
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„Eine Welt ohne Pizza? Undenkbar!“ S. 6
Wenn Ihr, ebenso wie ich, Alba Pezone hier nur zustimmen könnt, dann kommt jetzt genau das richtige Buch für Euch. 110 leckere Rezepte rund um diese Erfindung. Dabei ...

„Eine Welt ohne Pizza? Undenkbar!“ S. 6
Wenn Ihr, ebenso wie ich, Alba Pezone hier nur zustimmen könnt, dann kommt jetzt genau das richtige Buch für Euch. 110 leckere Rezepte rund um diese Erfindung. Dabei hat die neapolitanische Autorin nicht nur ausgiebig die Pizzen in ihrer Heimatstadt getestet, sondern sich auch durch Marseille und Paris geschlemmt.
Dieses Kochbuch ist ein wahrer Rezepteschatz und eine wundervolle Inspiration sich an Neues zu wagen. Insofern bin ich auch immer wieder über verschiedene Rezeptideen gestolpert, die ich so bisher nicht kannte, die mich aber sehr neugierig gemacht haben. Ausprobiert habe ich davon zum Beispiel „Zucchine alla scapece“ eine Marinade mit Essig.
Doch Pizza Mania punktet nicht nur mit tollen Rezeptideen, sondern auch ästhetischen Fotografien, Geschichten und Informationen zu den jeweiligen Pizzaioli (Pizzabäckern), ihren Rezepten oder den verarbeiteten Produkten. Insofern ist es bereits eine große Freude es einfach nur durchzublättern und sich Appetit zu holen.
Aber Vorsicht, bis zur fertigen Pizza dauert es dann leider noch einige Stunden. Denn gut Ding, will Weile haben und die Teige brauchen ausreichend Zeit zu gehen. Doch das lohnt sich, ganz fest versprochen.
Ich kann Euch dieses Buch nur wärmstens empfehlen, es hat riesig Spaß gemacht die ersten Rezepte auszuprobieren und noch besser war die anschließende Verkostung.
Was darf bei Euch bei der perfekten Pizza nicht fehlen?

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Atmosphärisch und berührend schön

Das Geschenk des Meeres
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Es gibt Bücher, die schleichen sich ins Herz und lassen einen selbst unmittelbar teilhaben an der Geschichte. Dieses hier ist so eins. Bereits das wunderschöne Cover zog mich magisch an und passt wirklich ...

Es gibt Bücher, die schleichen sich ins Herz und lassen einen selbst unmittelbar teilhaben an der Geschichte. Dieses hier ist so eins. Bereits das wunderschöne Cover zog mich magisch an und passt wirklich perfekt zur Handlung. Denn Dorothy lebt im Jahr 1900 allein in einem Haus auf den Klippen an der Küste Schottlands. Sie hat auch nach Jahren den Verlust ihres Sohnes nicht verkraftet, als Joseph, ein Fischer des Dorfs einen kleinen Jungen aus den Wellen rettet. Durch das Kind wird das gesamte Dorf mit der Vergangenheit konfrontiert und wir Lesenden erfahren von so einigen Gerüchten, Dorfklatsch und berührenden Schicksalen.
Die abwechselnden Erzählperspektiven der Kapitel schaffen eine Nähe zu Dorothy und den anderen Figuren. Zusätzlich erklären sie häufig das Verhalten der Charaktere.
Gelungen veranschaulicht die Autorin hier wie die gesellschaftliche Ordnung des kleinen Fischerdorfs funktioniert, wo jede Person ihren Platz hat und wie prägend Sozialisation ist. Gerade an der Protagonistin Dorothy veranschaulicht sie, wie tiefgreifend psychische Demütigungen aus der Kindheit sich auf Betroffene auswirken und was für ein großer Schaden dabei entsteht.
Insofern geht es in dieser atmosphärischen Geschichte nicht nur um die Rettung des Jungens, sondern besonders um die Selbstfindung und den Selbstwert von Dorothy und der Nebenfigur Agnes.
Es ist ein Roman der es schafft zart und rau gleichzeitig zu sein. Das winterliche Küsten-Setting, die Dorfgemeinschaft, menschliche Nähe und Kälte, er ist einfach ein gelungenes Gesamtpaket.

Insofern eine große Empfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Sprachlich gelungen, inhaltlich verwirrend

Die Probe
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Die Idee des Romans hat mich sofort gereizt. Eine Frau mittleren Alters verabredet sich mit einem jungen Mann in einem Restaurant, er behauptet plötzlich ihr Sohn zu sein. Doch das ist nicht möglich, denn ...

Die Idee des Romans hat mich sofort gereizt. Eine Frau mittleren Alters verabredet sich mit einem jungen Mann in einem Restaurant, er behauptet plötzlich ihr Sohn zu sein. Doch das ist nicht möglich, denn sie hat nie ein Kind bekommen. Als dann auch noch ihr Mann, der von dem Treffen nichts weiß, zufällig im Restaurant auftaucht, scheint die Situation am Kipppunkt zu sein.

Der Schreibstil der Autorin ist intelligent, niveauvoll und gut zu lesen, insofern waren die ersten Seiten für mich ein wirklicher Genuss und ich sehr gespannt auf die Entwicklung des Plots. Diesen hat Katie Kitamura in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten geht es um den genannten Inhalt und das Leben der Ich-Erzählerin. Dabei nimmt auch ihr Beruf als Theaterdarstellerin eine große Rolle ein.
Der zweite Teil setzt zeitlich ein Stück nach dem Treffen ein und plötzlich ist der junge Mann dann der gemeinsame Sohn und zieht auch wieder in die elterliche Wohnung. Ab hier konnte ich der Autorin leider nicht mehr vollumfänglich folgen. Zu verwirrend war dieser inhaltliche Wechsel.
Bis zum Ende wird dies auch nicht wirklich aufgeklärt. Als wahrscheinliche Erklärung bot sich mir hier der Realitätsverlust der Ich-Erzählerin, der in einzelnen Sequenzen durchscheint, an. Ob ich hier zu viel hineininterpretiere oder ich den Roman einfach nicht vollumfänglich verstanden habe, kann ich nicht beurteilen.

Es ist definitiv eine Geschichte, die ich Lesenden an die Hand geben würde, die gerne experimentell lesen oder jemanden an der Hand haben, mit dem sie sich darüber austauschen können.

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