Wenn Kinder oft versuchen, das Einschlafen hinauszuzögern, ist dieses Buch genau das richtige.
Die Geschichte ist sehr nah am Alltag von Familien geschrieben und die Bilder sind bunt und liebevoll gestaltet. ...
Wenn Kinder oft versuchen, das Einschlafen hinauszuzögern, ist dieses Buch genau das richtige.
Die Geschichte ist sehr nah am Alltag von Familien geschrieben und die Bilder sind bunt und liebevoll gestaltet. Kinder können viel entdecken und erkennen sich oft selbst wieder. Der Text ist kurz und leicht verständlich, sodass das Buch gut zum Vorlesen geeignet ist.
Mir gefällt besonders, dass das Buch zeigt, wie Kinder sich fühlen, wenn sie abends noch nicht schlafen möchten. Gleichzeitig hilft es Eltern, die Situation mit Humor zu sehen.
Wenn ein Kind allerdings gut ins Bett geht und problemlos einschlafen kann, würde ich dieses Buch eher nicht vorlesen, weil das Kind sonst auf andere Gedanken kommen könnte, zum Beispiel noch einmal aufzustehen oder weitere Ausreden zu finden.
Insgesamt ist „Ich bin noch gar nicht müde!“ ein schönes Kinderbuch für die Abendzeit. Es eignet sich besonders für Kinder, denen das Einschlafen manchmal schwerfällt.
"Hilf den Fahrzeugen" von Nico Sternbaum ist ein liebevoll gestaltetes Mitmachbuch. Aber nicht nur für ganz kleine Kinder. Denn auch meine Große mit 4 1/2 Jahren hat immernoch Spaß beim Lesen der verschiedenen ...
"Hilf den Fahrzeugen" von Nico Sternbaum ist ein liebevoll gestaltetes Mitmachbuch. Aber nicht nur für ganz kleine Kinder. Denn auch meine Große mit 4 1/2 Jahren hat immernoch Spaß beim Lesen der verschiedenen Mitmachbücher. Auf jeder einzelnen Seite gibt es etwas zu entdecken und die Kinder werden aktiv animiert, den Fahrzeugen zu helfen. Zum Beispiel durch Pusten, Tippen oder Schütteln.
Die Bilder sind bunt, klar und einfach für Kinder zu verstehen, ohne überladen zu sein. Die Texte sind kurz und leicht zu verstehen und die Mitmachideen sind auch für die Allerkleinsten gut umzusetzen. Besonders schön finde ich es, dass das Buch die Phantasie anregt und die Kinder mit einbezieht, anstatt dass sie nur zuhören. Kinder lernen am besten durchs Selbermachen.
Mit dem Buch haben wir schöne gemeinsame Vorlesemomente bekommen.
„Nannerl brauchte das Musizieren ebenso sehr wie die Sonne oder die Luft zum Atmen.“
1766: Nach dreieinhalb Jahren voller Konzerte in ganz Europa kommen die 15-jährige Maria Anna "Nannerl" und ihr kleiner ...
„Nannerl brauchte das Musizieren ebenso sehr wie die Sonne oder die Luft zum Atmen.“
1766: Nach dreieinhalb Jahren voller Konzerte in ganz Europa kommen die 15-jährige Maria Anna "Nannerl" und ihr kleiner Bruder Wolfgang "Wolferl" mit ihren Eltern wieder Zuhause in Salzburg an. Sie haben in London, Versailles und anderen europäischen Städten vor Ludwig XV., der österreichischen Kaiserin und anderen großen wichtigen Persönlichkeiten Klavier gespielt. Während Wolfgang Zuhause eigene Klavierstücke komponiert, muss sie selber sich im Sticken und anderer Handarbeit üben, was so gar nicht ihre Lieblingsbeschäftigung ist. Sie liebt die Musik. Doch auf der nächsten Reise nach Wien verbietet ihr Vater neben Wolfgang aufzutreten und zu spielen um auf seinem Weg zum Musiker nicht mehr im Weg zu stehen.
Während Wolfgang durch Europa tourt und vom Vater gefördert und gefordert wird, muss Nannerl als junge Frau trotz ihres ebenfalls großen Talents zuhause bleiben, unterrichtet im Klavierspielen, besucht mit ihrer Freundin Katharina Tanzbälle und malt sich aus, wie anders ihr Leben verlaufen wäre, wenn sie als Junge geboren wäre.
Man kann Nannerls Verbitterung und Enttäuschung regelrecht spüren und leidet mit ihr mit. Niemand wird gerne abgelehnt und weggeschickt, besonders wenn es keinen nachvollziehbaren Grund dafür gibt. Nannerl übt jeden Tag und perfektioniert ihr Klavier- und Geigenspielen. Sie konnte sich ein Leben ohne Musik nicht vorstellen. Doch gegen den Vater als ihr Vormund konnte man zu der damaligen Zeit nicht das Wort erheben, war sie doch auch abhängig von ihrer Familie. Man selbst wird traurig und wütend über Wolfgangs Umgang mit Geld und dass Nannerl unter seinen Schulden leiden, gar für sie aufkommen muss und Wolfgang das nicht kümmert und wertschätzen kann.
Man kann sich kaum vorstellen, wie das Leben damals war. Was damals modern und normal war: Männer trugen weiße oder graue Perücken und niemand wusch sich richtig mit Wasser, sondern legte einfach nur mehr und mehr Parfum auf um den eigenen Geruch zu überdecken.
Beate Maly hat diese Zeit mit ihrer halb schmutzigen, halb imposanten Atmosphäre des Salzburgs im 18. Jahrhundert sehr gut eingefangen. Man taucht schnell in die Geschichte ein und kommt im Leben von Nannerl an. Man kann sich alles bildlich vor Augen vorstellen. Zwischendurch liest es sich sogar so spannend wie ein Krimi und an anderer Stelle spürt man die Gefühle und die Leidenschaft junger Liebe.
Ich liebe die Buchreihe „Ikonen ihrer Zeit“ und finde auch diese Geschichte sehr schön. Man kennt nur grob das Leben des berühmten Wolfgang Mozarts, aber von dem seiner großen Schwester hat man noch nie gehört, obwohl so viel dahinter steckt. Toll, dass Beate Maly dieses so spannend, schön und mit Suchtpotenzial hier aufgeschrieben hat!
"Hier gab es etwas, dass sie erschreckte und zugleich begeisterte. Sie waren sich im Grunde alle einig darüber, dass die Welt verrückt geworden war. Sie ließen sich keine Vorschriften machen, sondern entschieden ...
"Hier gab es etwas, dass sie erschreckte und zugleich begeisterte. Sie waren sich im Grunde alle einig darüber, dass die Welt verrückt geworden war. Sie ließen sich keine Vorschriften machen, sondern entschieden für sich selbst, was sie richtig oder falsch fanden."
Dieses Zitat aus dem Buch trifft es genau, was ich an den Ostfriesenkrimis so toll finde: Egal wer oder was da kommt, Ann Kathrin und Co lassen sich nicht umbiegen und gehen ihren eigenen Weg weiter wie bisher.
Ein düsteres, aber die schöne ostfriesische Landschaft zeigendes Cover lädt wieder mal ein, den neuesten Ostfriesenkrimi von Klaus-Peter Wolf zu lesen.
Schon alleine mit den ersten Sätzen lässt er buchstäblich eine Bombe platzen, spannender geht es fast gar nicht. Als Leser:in ist man sofort mitten in der Geschichte.
Ann Kathrin Klaasen ist zwar die Hauptcharakterin, aber es ist sehr sympathisch, dass jetzt eine Frau den Posten der Polizeidirektor:in bekommt. Bei ihrer Amtseinführung wird sie direkt auf die erste Probe gestellt und scheint eine gewisse Ehrfurcht vor der legendären, aber bodenständigen Ann Kathrin Klaasen zu haben. Wo das wohl noch hinführt? Selbst für mich als große Fanin, die alle Bücher kennt und an den Stil des Autors gewöhnt ist, war besonders eine Situation sehr überraschend oder gar schockierend. Damit habe ich wirklich nicht gerechnet.
Klaus-Peter Wolf schafft es mit tollen Formulierungen und wenigen Worten und kurzen Sätzen, komplizierte Vorgehen ausführlich zu beschreiben. Der Spagat zwischen Humor und düsteren, traurigen Szenen ist mal wieder gewagt, aber auf verblüffende Weise gelingt er jedesmal aufs Neue. Großartig finde ich auch, dass er so wichtige aktuelle Themen wie das Gendern mit einbezieht und dass all seine Schauplätze und genannten Orte auch in der Realität existieren und man sie sich somit noch besser vorstellen kann. Dass einige real existierende Personen vorkommen, finde ich manchmal etwas ungewohnt und gewöhnungsbedürftig. Alle erfundenen Charakter:innen wirken dafür auch wie aus dem echten Leben gegriffen, nichts scheint aufgesetzt oder übertrieben. Gefühlt kennt man alle schon lange persönlich.
Als Fanin aller Ostfriesenkrimis bin ich wieder begeistert über diesen neuen Fall und freue mich aufs nächste Buch!
Die Familie Kuhlmann hat große Pläne mit ihrem Hotel Palais Heiligendamm dem berühmten Grand Hotel Konkurrenz zu machen. In dieser schwierigen Zeit zeigt ausgerechnet die junge Tochter Elisabeth kaufmännisches ...
Die Familie Kuhlmann hat große Pläne mit ihrem Hotel Palais Heiligendamm dem berühmten Grand Hotel Konkurrenz zu machen. In dieser schwierigen Zeit zeigt ausgerechnet die junge Tochter Elisabeth kaufmännisches Geschick und muss sich in der hart umkämpften Männerwelt beweisen. Dagegen kann der sensiblere Sohn Paul sich für das Hotelgeschäft nicht begeistert, sondern findet durch das Klavier spielen sein wahres Ich. Vater Kuhlmann sieht sich gezwungen, den Emporkömmling Julius Falkenhayn um Hilfe zu bitten, der neuen Schwung, aber auch modernere Ansichten mitbringt. Und dann gilt es plötzlich nur noch, den Krieg zu überstehen…
Das Cover ist mir sofort ins Auge gesprungen, es passt zum Genre und ist vielversprechend. Ein Personenverzeichnis ist immer hilfreich, obwohl die Personenanzahl recht überschaubau scheint.
Das Buch ist recht groß, was an sich kein Problem ist, aber dadurch, dass es kein Hardcover, sondern ein Taschenbuch ist, ist es sehr unhandlich, klobig und schwer zu halten.
Ich fühle mich den Charakteren und ihrer Geschichte gleich viel verbundener, wenn Bücher in der Nähe der Heimat spielen. Man kann sich die Kulisse durch die sehr gute Beschreibung von Autorin Michaela Grünig wunderbar vorstellen und auch der angenehme Schreibstil ohne Stolpersteine hat mich regelrecht gefesselt. Ich finde es gut, dass die Geschichte im Wechsel aus der Sicht von verschiedenen Figuren erzählt wird. Man begleitet das junge Fräulein Elisabeth sowie ihren Bruder Paul, aber auch das Zimmermädchen Minna. So bekommt man als Leser einen besseren Gesamtüberblick und kennt auch die Sehnsüchte und Träume der anderen Charaktere und kann sie und ihre Handlungen besser verstehen. Dazu wird eine Spannung erzeugt, wenn es plötzlich einen Charakter- und Szenenwechsel gibt.
Obwohl zwischen der Zeit im Buch und heute mehr als 100 Jahre liegen, werden viele hochaktuelle Themen behandelt. Ich finde es zum Beispiel schlimm an der damaligen Zeit, dass es für junge Mädchen bzw. ihre Mütter nichts wichtigeres gab, als verheiratet zu werden und bloß nichts mit den Geschäften der Männern zu tun zu haben, denn das schickte sich für das "schwache Geschlecht" ja nicht... Elisabeth und ihre Schwestern taten mir beim Lesen so leid. Ich habe richtig mit ihnen mitgefiebert und bin beim Lesen genau so wütend wie sie und hätte der Mutter am liebsten den Hals umgedreht. Umso bemerkenswerter, wie sich so manche oder so mancher in der damaligen Zeit zusammenreißen konnten um ihren Schein zu wahren. Somit gefällt mir die Entwicklung von Elisabeth sehr gut. Daran liegt auch der schöne, bildliche Schreibstil von Michaela Grünig, der mich regelrecht in den Bann und inmitten des Geschehens zieht.
Das Buch hat einen geschickten Aufbau. Ein ruhiger Einstieg lässt den Leser erstmal mit den Charakteren und Umgebungen warm werden. In der zweiten Hälfte (und ich denke, das ist kein spoilern, denn es war zu erwarten) spielt der Krieg eine große Rolle und ab da war es unglaublich spannend. In der Kürze liegt bekanntlich die Würze und so war es auch: Kurze fesselnde Kapitel kamen nur so Schlag auf Schlag. Es passierte sehr viel auf einem Mal. Man lernt die Charaktere noch besser kennen und kann so manche Entscheidung und Entwicklung ihrer Persönlichkeit gut verstehen. Doch gegen Ende des Buches gab es glaube ich einen Zeitsprung von fast einem Jahr und es kam mir so vor als müsste in diesem Buch noch schnell das Ende des Krieges erreicht werden. So kam mir das Ende des Buches dann eine Nummer zu hektisch und zu schnell.