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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2026

Sehr interessanter und vielschichtiger Familien- und Gesellschaftsroman

Real Americans
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Das Buch „Real Americans“ von Rachel Khong wird aus drei verschiedenen Perspektiven und auf drei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Teil 1 aus Sicht von Lily, Tochter chinesischer Einwanderer von China ...

Das Buch „Real Americans“ von Rachel Khong wird aus drei verschiedenen Perspektiven und auf drei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Teil 1 aus Sicht von Lily, Tochter chinesischer Einwanderer von China über Hongkong in die USA ab 1999 bis 2003. Der zweite Teil wird aus Sicht von Lilys Sohn Nick ab 2021 erzählt. Im dritten Teil lernen wir die Perspektive von May, Lilys Mutter und Nicks Großmutter, ab 2030 kennen. Der überwiegende Handlungsort sind die USA, mit Abstechern nach China und Europa.

Das Buch ist sowohl eine Familiengeschichte als auch ein Gesellschaftsroman. Der Schreibstil der Autorin ist ruhig und eindringlich mit einer perfekten Beobachtung des Geschehens. Das Buch hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. In den drei Teilen werden so unglaublich viele Themen behandelt, was ich sehr spannend finde. Es geht um Identität und Zugehörigkeit, Vorurteile und die Klassengesellschaft in den USA, die Menschen unterschiedliche Startvoraussetzungen und Privilegien bietet. Es werden viele Themen angesprochen von Gentechnik über 9/11, die Entwicklung Chinas, das Machtgefüge der Weißen in den USA, Native Americans, Kulturunterschiede und so vieles mehr. In dieser Familiengeschichte über drei Generationen geht es um Geheimnisse und die Auswirkungen der Entscheidungen, die die jeweils vorangegangene Generation für die jeweils Nächste mit der besten Intention getroffen hat. Die gesellschaftlichen Themen werden hierbei hervorragend in die ganze Familiengeschichte eingewoben.

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Die Charaktere sind vielschichtig und fein ausgearbeitet und man kann sich in sie und ihre Sichtweise hervorragend hineinversetzen. Es sind alles authentische Menschen, die versuchen, ihren Platz in einer teilweise für sie fremden Welt zu finden und die bestmöglichen Entscheidungen für die nächste Generation zu treffen, wobei sie hier regelmäßig scheitern, da die nächste Generation oftmals eine ganz andere Sichtweise hat. Diese verschiedenen Perspektiven sind so unglaublich spannend und machen die Faszination dieses Buchs aus. Ganz großartig fand ich die verschiedenen Zeitebenen mit ihren zeitgenössischen- und gesellschaftlichen Themen. Man taucht wirklich in diese unterschiedlichen Zeiten ein und erlebt sie intensiv mit. Ich fand die Geschichte von Anfang bis Ende sehr spannend und ungemein vielschichtig. Mich hat das Buch auch sehr zum Nachdenken über meine eigene Familiengeschichte angeregt, da meine Familie väterlicherseits auch aus Einwanderern besteht.

Fazit: Ein ganz großartiges Buch, das mich sehr begeistert hat. Perfekt zum Abtauchen, Nachdenken aber auch zum Schmunzeln. Tiefgehend, berührend und eindringlich erzählt. Ein außergewöhnlich gutes und sehr bereicherndes Buch, das ich wärmstens empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Eine fraulich köstliche und ungeschönte Hommage an das Alter

Alt genug
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In ihrem Buch „Alt genug“ erzählt die Autorin und Journalistin Ildikó von Kürthy schonungslos und ehrlich über das Älterwerden. Sie beschreibt anhand vieler Erlebnisse auf fraulich humorvolle Art und Weise ...

In ihrem Buch „Alt genug“ erzählt die Autorin und Journalistin Ildikó von Kürthy schonungslos und ehrlich über das Älterwerden. Sie beschreibt anhand vieler Erlebnisse auf fraulich humorvolle Art und Weise ihre Erfahrung mit Partys, bequemer Unterwäsche, den Wechseljahren, Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung und vielem mehr. Ich habe mich dabei in so vielen Situationen wiedergefunden und bin sehr dankbar, dass sie vieles, über das Frau aus Scham, Angst oder warum auch immer nicht spricht, hier auf der großen Bühne für uns aufgebaut hat und damit präsentiert und auf kluge Art und Weise seziert. Viele Begebenheiten wie hochbejubelte Women-Empowerment Seminare mit dauerlächelnden, gebotoxten Schönheiten, die selbstverständlich natürlich altern und sich alle selbst lieben, nimmt sie ebenso aufs Korn wie Altersdiskriminierung und den ganzen Social Media Fake Wahnsinn. Ich habe mich wirklich köstlich amüsiert. Dabei spricht die Autorin aber auch ungeschminkt über ihre Ängste, Schwächen und Süchte und resümiert schonungslos und sehr reflektiert ihr bisheriges Leben. Ich finde das Buch wirklich ganz großartig, da die Autorin kein Blatt vor den Mund nimmt. Vieles hat mich, da ich gerade 50 geworden bin, zum Nachdenken angeregt und auch aufgeweckt. Wir Frauen werden soviel mit Altersdiskriminierung konfrontiert, die in Komplimenten verpackt wird, uns werden geschönte und bearbeitete Filme vorgesetzt, damit wir uns unzulänglich und hässlich fühlen und unsere Stimmungsschwankungen und Probleme mit den Wechseljahren werden abgetan, als wären die Wechseljahre der reinste Spaziergang. Schluss damit. Mit diesem Buch ermutigt uns die Autorin auf kluge und förderliche Art und Weise uns zu nehmen wie wir sind, keinen Normen mehr zu entsprechen und auch ein wenig glücklich darüber zu sein, dass wir nun wissen, wo wir nicht mehr hingehören. Wir dürfen sein wie wir wollen, unsere Meinung frei äußern, oder auch nicht, weise sein oder nicht, oder was auch immer wir wollen. Wir müssen nicht mehr Dauerlächeln und wir dürfen den urzeitgemäßen weiblichen Instinkt ablegen, es allen Recht machen zu wollen. Denn Älterwerden hat auch viele Vorteile. Neben dem Erfahrungsschatz und der Weisheit, bringt sie auch eine gewisse Freiheit mit sich und die sollten wir uns einfach nehmen und das Leben mit allem was noch kommt genießen.

Fazit: Ich kann dieses wunderbare Buch wirklich jeder Frau sehr ans Herz legen. Ein großartiges Plädoyer für einzig aber nicht artige Frauen und eine Hommage an das Alter. Nein wir wollen nicht mehr jung sein! Ganz viel Dankbarkeit und Liebe geht an die Autorin raus!

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Großartiger, einfühlsamer Coming of Age Roman – absolutes Herzensbuch

Open Hearts
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Im Buch „Open Hearts“ wird die Geschichte der 32-jährigen Misty erzählt, die von ihrem Verlobten Barney, der meinte Misty müsse langsam mal erwachsen werden, nach acht Jahren Beziehung verlassen wird. ...

Im Buch „Open Hearts“ wird die Geschichte der 32-jährigen Misty erzählt, die von ihrem Verlobten Barney, der meinte Misty müsse langsam mal erwachsen werden, nach acht Jahren Beziehung verlassen wird. Um Abstand zwischen sich und ihr altes Leben zu bringen, zieht Misty von London nach Brighton zu ihrer Mutter. Über eine Dating App beginnt sie, sich mit Männern zu verabreden und lernt Christopher kennen, der sich in einer offenen Beziehung befindet. Wir dürfen gespannt sein, wie sich Misty im Dating schlägt und wie sich ihr Leben und das ihrer Mitmenschen entwickelt.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist sehr offen und authentisch, wobei man das Gefühl hat, ganz nah an den Geschehnissen dran zu sein. Misty macht sich in diesem Buch viele schonungslos ehrliche Gedanken über das Leben und die vielen Varianten von freundschaftlichen und Liebesbeziehungen, die man mit Menschen haben kann. Obwohl Misty 32 ist und Christopher, mit dem sie den sechs Wochen Deal eingeht, schon älter, ist das Buch für mich ein klassischer Coming Of Age Roman, bei dem die Themen Identität und Selbstfindung im Mittelpunkt stehen. Neben Misty, deren Entwicklung und Gedanken im Mittelpunkt der Handlung stehen, lernen wir ihre Mutter, ihren Großvater, ihre Freundinnen und Freunde und auch die Männer, die sie datet, kennen, allen voran Christopher. Durch die vielen Gespräche die sie mit allen führt und die Dynamik zwischen diesen Menschen, lernen wir auch diese Personen, ihre Ansichten und ihre Lebensentwürfe tiefgehend kennen, was ich ungeheuer spannend finde. Diese Lebensentwürfe werden durch Mistys Gedanken und die Gespräche mit diesen Menschen klug, einfühlsam und mit sehr viel Tiefe dargestellt. Mistys Entwicklung wird sehr interessant und spannend dargestellt. Ausgehend von einer bedürftigen Abhängigkeit und vielen Selbstzweifeln, die Misty plagen, weil sie noch nicht verheiratet und beruflich erfolgreich ist sowie Haus und Kinder hat, hin zu der Erkenntnis, dass Liebe keine Sicherheit und Garantie gibt und man letztlich wie ihr Großvater sagt, auf sich alleine gestellt ist und am Ende des Tages nur sich selbst hat. Dabei ist das Buch gleichzeitig auch sehr humorvoll und regt zum Nachdenken über den eigenen Lebensentwurf und die gesellschaftlichen Normen an. In der Geschichte werden auch mutig viele Themen angesprochen, die gerne tabuisiert werden, sodass man ein ganzheitliches Bild verschiedener Lebens- und Liebesentwürfe bekommt. Das Buch ist vielschichtig, wirft viele Fragen auf, bspw. wie man liebt ohne sich selbst zu verlieren und enthält viele tolle Botschaften wie bspw. sich selbst treu zu bleiben. Es zeigt, dass Erwachsenwerden kein Ziel sondern ein ständiger Prozess ist, der niemals aufhört.

Fazit: Eine großartige und kluge Geschichte, die zum Nachdenken über den eigenen Lebensentwurf anregt. Einfühlsam, hochinteressant und warmherzig erzählt. Für mich ein absolutes Herzensbuch, in dem ich noch öfter blättern werde, wenn ich mal wieder über die großen Lebensthemen nachdenken werde.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Intensives, berührendes und anspruchsvolles Buch

Die Namen
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Im Buch „Die Namen“ geht es laut Klappentext darum, dass eine Mutter 1987 in England entscheiden muss, welchen Namen sie ihrem Sohn gibt. Je nachdem für welchen Namen sie sich entscheidet, wird ihr Sohn ...

Im Buch „Die Namen“ geht es laut Klappentext darum, dass eine Mutter 1987 in England entscheiden muss, welchen Namen sie ihrem Sohn gibt. Je nachdem für welchen Namen sie sich entscheidet, wird ihr Sohn ein komplett anderes Leben führen. Soll sie ihm den Namen Gordon geben, wie ihr tyrannischer Ehemann es verlangt, nur um die Familientradition fortzuführen? Oder lieber Julian, der Name, der ihr gefällt? Oder vielleicht Bear, wie Coras Tochter es sich wünscht?

Der Schreibstil der Autorin ist von Beginn an mitreißend und sehr einnehmend. Die Gedanken, die sich Cora über die Namenswahl macht, sind so unglaublich fürsorglich und wir können durch den Schreibstil tief in ihre Gedanken eintauchen. Ich konnte ihre Gedanken so gut nachvollziehen, weil ich über die Namen meiner Kinder ebenfalls sehr viel nachgedacht habe, um eine weise Entscheidung zu treffen. Neben der Erzählung in 1987 folgen noch fünf weiter Erzählabschnitte in jeweiligen Sieben-Jahres Schritten. In jedem dieser fünf Abschnitte wird die Erzählung mit den drei Namen Gordon, Julian und Bear fortgeführt, d. h. wir erhalten fünfmal einen Einblick, wie das Leben von Coras Sohn verlaufen wäre, hätte er den jeweiligen Namen erhalten. Und diese Namenswahl betrifft nicht nur ihn, sondern die ganze Familie und das Umfeld. Ich finde die Idee hinter dem Buch sehr interessant, die einzelnen Abschnitte aber manchmal etwas verwirrend und anspruchsvoll zu Lesen, was das Buch für mich zeitweise sehr herausfordernd hat werden lassen. Desweiteren werden Themen wie häusliche Gewalt und Femizid behandelt, für die ich mir eine Triggerwarnung gewünscht hätte, da ich aus dem Klappentext nicht ersehen konnte, auf welche schwierigen und herausfordernden Themen ich mich hier einlasse.

Was mir an diesem Buch neben dem mitreißenden Schreibstil sehr gefallen hat, ist die eindringliche, teilweise bildhafte Erzählweise der Autorin, die ich ganz großartig fand. Des Weiteren ist die Geschichte wirklich sehr gut ausgestaltet. Es ist unglaublich spannend zu beobachten, wie sich Coras Sohn mit den drei unterschiedlichen Namen entwickelt, da er ja eigentlich ein und derselbe Mensch mit derselben Genetik ist. Jede Version seines Lebens ist wirklich sehr interessant, vor allem, wenn man sie miteinander vergleicht. Mich hat das Buch sehr nachdenklich gemacht, aber aufgrund der ernsten Themen auch sehr schockiert. Ich habe da viele Emotionen durchleben dürfen und wurde teilweise sehr gefordert, denn das Buch ist keine einfache Kost, so wie der Klappentext es vermittelt. Sehr berührend fand ich Coras eigene Art mit den Erlebnissen umzugehen und die Liebe zu ihren Kindern, für die sie sich ein besseres Leben wünscht. Gerade die Dialoge mit ihrer Tochter am Anfang fand ich ganz toll.

Fazit: Anspruchsvolles Buch mit ernsten Themen, auf die es einen Hinweis im Klappentext oder Buchanfang hätte geben sollen. Wundervoller Schreibstil und eine interessante Geschichte die fordert und noch lange nachhallt. Kein leichter aber für mich bereichernder Read.

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Aufregendes, mitreißendes Fantasy Abenteuer

Animox Origins 2. Der Stich der Wespe
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In der neuen Animox Origins Reihe erzählt die Bestsellerautorin Aimée Carter die faszinierenden Vorgeschichten der Hauptfiguren aus der erfolgreichen Animox-Reihe. Im zweiten Band „Der Stich der Wespe“ ...

In der neuen Animox Origins Reihe erzählt die Bestsellerautorin Aimée Carter die faszinierenden Vorgeschichten der Hauptfiguren aus der erfolgreichen Animox-Reihe. Im zweiten Band „Der Stich der Wespe“ wird die Geschichte der 12- jährigen Ariana Webster erzählt, die, seit sie ein kleines Kind ist, an der Eliteschule für zukünftige Spione des Insekten- und Arachnidenreichs ausgebildet wird und zusammen mit anderen Schülern auch dort in „Der Höhle“ lebt. Ariana wird von ihren Mitschülern als gewöhnlich wahrgenommen und freut sich daher besonders darauf, es während des bevorstehenden Schulwettkampf allen zeigen zu können. Als der Wettkampf anders als erwartet verläuft und der Schulmeister schon nach der ersten Prüfung verschwindet, ist Arianas ganzes Können gefordert.

Meine Kinder und ich lieben die Animox Reihe sehr und auch dieses Buch hat uns unglaublich gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist schön locker und modern, so dass man gar nicht mehr aufhören möchte zu Lesen. Die Geschichte ist sehr mitreißend geschrieben und hat mich von Beginn bis zum Ende wirklich gefesselt. Den Leser erwarten in dieser Geschichte tolle Abenteuer, unvorhergesehene Wendungen, Geheimnisse, die es zu lüften gilt und Intrigen, die aufgedeckt werden. Ariana ist eine starke, ehrgeizige Protagonistin, die es endlich allen zeigen und wahrgenommen werden möchte. Unterstützt wird sie dabei von ihrem besten Freund Dev, der immer hinter ihr steht und zusammen sind die Beiden ein absolutes Dreamteam. Sehr interessant ist, dass Ariana den Schulwettkampf, der generell über die zukünftige Ausrichtung der Schüler entscheiden wird, nicht nur zusammen mit Dev, sondern auch noch zwei anderen Schülern, die ihr nicht unbedingt wohlgesonnen sind, bestreiten muss. Im Laufe des Wettkampfs kommen sehr viele Herausforderungen auf Ariana zu. Als auch noch der Schulleiter verschwindet, muss Ariana nicht nur Mut und Intelligenz sondern auch noch Teamgeist an den Tag legen, um sein Verschwinden aufzuklären und den Wettkampf unbeschadet zu überstehen. Ariana wächst in dieser Geschichte über sich hinaus, wobei neben der Hingabe an ihre zukünftige Bestimmung auch solche Themen wie Vertrauen, Freundschaft und Zusammenhalt ganz toll in die Geschichte eingeflochten worden sind.

Fazit: Dieses mitreißend geschriebene Fantasy Abenteuer ist ein ganz tolles Leseerlebnis mit interessanten Charakteren und starken Botschaften. Es ermutigt junge Leser, an sich zu glauben und ihren Weg zu gehen, auch wenn Hindernisse überwunden werden müssen. Ein wunderschönes Buch über Stärke, Mut, Freundschaft und Vertrauen, das ich wirklich sehr empfehlen kann.

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