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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2025

Vielversprechender Klappentext, aber enttäuschende Umsetzung

Zeitbrand: Genesis
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Der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht. Die Vorstellung einer düsteren Fantasywelt mit Drachen und komplexen Machtstrukturen klang spannend und ich wollte unbedingt erfahren, wie der Autor diese ...

Der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht. Die Vorstellung einer düsteren Fantasywelt mit Drachen und komplexen Machtstrukturen klang spannend und ich wollte unbedingt erfahren, wie der Autor diese Ideen umsetzt. Leider hat mich die Umsetzung nicht überzeugen können.
Die Geschichte beginnt mit einem interessanten Prolog und führt ein Magiesystem sowie religiöse Strukturen ein, die zusammen mit der Idee, Lebensjahre als Währung einzusetzen, durchaus Potenzial bergen. Doch im weiteren Verlauf verliert sich die Handlung in einer Vielzahl von Perspektiven und Figuren, die mir überwiegend unsympathisch und schwer nachvollziehbar erschienen. Besonders problematisch empfand ich den hohen Grad an Brutalität. Folter, Missbrauch und Erniedrigung nehmen in vielen Szenen großen Raum ein und haben mich als Leserin nicht abgeholt. Gleichzeitig wirken manche Passagen überladen, während andere wichtige Aspekte kaum ausgearbeitet werden, was das Lesen mitunter mühsam machte.
Positiv hervorzuheben sind der insgesamt flüssige Schreibstil sowie das ansprechende Coverdesign. Doch die konsequent düstere Tonlage und die fehlende emotionale Bindung ließen mich letztlich enttäuscht zurück. Für Leser:innen, die kompromisslos düstere Fantasy mit verstörenden Elementen suchen, könnte es interessant sein für mich war es jedoch nichts.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Eine liebevolle Hommage an das Leben mit Büchern

Einfach Literatur
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Dieses Buch war für mich eine ganz besondere Lektüre und ich habe mich sehr über das Rezensionsexemplar gefreut. Nicht nur, weil es das erste und leider auch das letzte Buch von Klaus Willbrand ist, sondern ...

Dieses Buch war für mich eine ganz besondere Lektüre und ich habe mich sehr über das Rezensionsexemplar gefreut. Nicht nur, weil es das erste und leider auch das letzte Buch von Klaus Willbrand ist, sondern weil es so persönlich, liebevoll und authentisch geschrieben wurde. Man spürt auf jeder Seite, wie sehr Bücher sein Leben geprägt und begleitet haben.
Ich kannte Klaus Willbrand bereits durch seine Videos auf TikTok und war überrascht, wie viel Neues ich in seinem Buch noch entdecken konnte nicht nur inhaltlich, was seine Buchtipps angeht, sondern auch über sein bewegtes Leben. Die Verbindung aus biografischen Einblicken und literarischen Empfehlungen ist auf eine ganz besondere Weise gelungen. Manche Passagen haben mich tief berührt, weil sie so lebendig erzählt sind, dass man beim Lesen beinahe vergisst, dass der Mensch hinter diesen Zeilen schon nicht mehr lebt...
Besonders beeindruckt hat mich, wie er über seine Liebe zu Büchern spricht nie belehrend, nie abgehoben, sondern immer aus der Perspektive eines leidenschaftlichen Lesers, für den Literatur Teil des Alltags und des Lebens ist. Seine Empfehlungen wirken dadurch umso nahbarer und laden dazu ein, selbst neugierig zu werden vielleicht sogar alte Klassiker oder längst vergessene Werke wiederzuentdecken.
Für alle, die Bücher nicht nur lesen, sondern mit ihnen leben, ist dieses Buch eine klare Empfehlung. Es ist nicht nur ein liebevolles Porträt eines außergewöhnlichen Menschen, sondern auch eine stille, tief empfundene Hommage an die Literatur selbst.

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Viel gewollt, wenig verbunden

Reset
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"Reset" hat mich leider nicht überzeugt. Die Grundidee fand ich eigentlich spannend und der Einstieg lässt erahnen, dass hier ein komplexes, dystopisches Szenario aufgebaut werden soll. ABER genau da fängt ...

"Reset" hat mich leider nicht überzeugt. Die Grundidee fand ich eigentlich spannend und der Einstieg lässt erahnen, dass hier ein komplexes, dystopisches Szenario aufgebaut werden soll. ABER genau da fängt für mich das Problem auch schon an... es ist einfach zu viel auf einmal.
Die Kapitel sind kurz gehalten, was grundsätzlich Tempo bringen könnte, jedoch führt es hier aber eher dazu, dass ständig zwischen Schauplätzen und Figuren hin- und hergesprungen wird. Gerade am Anfang war das ziemlich verwirrend. Es werden viele Charaktere eingeführt, aber keiner bleibt wirklich greifbar. Ihre Geschichten werden nur angerissen und nicht zu Ende erzählt. Das war für mich als Leserin frustrierend, weil ich ständig das Gefühl hatte, auf etwas hingeführt zu werden, das dann nicht aufgelöst wurde. Auch wenn einige Figuren gut beschrieben sind, blieb mir keiner wirklich nahe. Sie wirkten auf mich eher wie Mittel zum Zweck und nicht wie echte Menschen. Teilweise fand ich auch die Entwicklungen oder Beschreibungen eher unrealistisch als hätte man die Handlung zu stark zugunsten der Dramatik oder Symbolik konstruiert. Im weiteren Verlauf wird die Struktur zwar etwas klarer, aber viele lose Enden bleiben offen. Das hinterlässt bei mir den Eindruck eines überladenen, nicht ganz zu Ende gedachten Romans.
Letztlich ist "Reset" sicher kein durch und durch schlechtes Buch. Man merkt, dass viel Konzept und eine klare Vision dahinterstehen. Aber die Umsetzung hat für mich einfach nicht funktioniert. Zu viele Figuren, zu viele Handlungsfäden, zu wenig Klarheit. Deshalb gibt’s von mir nur 2 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Viel Potenzial, wenig Substanz

Wilde Berge des Balkan
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Ich habe mir von diesem Buch eine spannende, lebendige und informative Reiseerzählung erhofft, jedoch habe ich etwas völlig anderes bekommen. Bereits nach den ersten zwei Kapiteln war mir nicht klar, worauf ...

Ich habe mir von diesem Buch eine spannende, lebendige und informative Reiseerzählung erhofft, jedoch habe ich etwas völlig anderes bekommen. Bereits nach den ersten zwei Kapiteln war mir nicht klar, worauf das Ganze eigentlich hinauslaufen soll. Mal wirkt es wie ein Abenteuerbericht, dann wieder klingt es nach Werbung für den eigenen Podcast oder ein begleitendes Filmprojekt. Es fehlt definitiv ein roter Faden. Die Beschreibungen von Landschaft, Menschen oder dem eigentlichen Weg bleiben vage und oberflächlich. Stattdessen dominieren körperliche Beschwerden wie Blasen, Knieschmerzen, aufgescheuerte Haut etc., die sich von Kapitel zu Kapitel wiederholen. Dass eine solche Tour auch anstrengend ist, versteht sich von selbst, doch diese ständige Wiederholung nimmt meiner Meinung nach viel zu viel Raum ein und lässt wenig Platz für echte Erlebnisse. Widersprüchlich wirkt auch die Darstellung von Einsamkeit in der Wildnis, wenn zugleich ein Kamerateam dabei war. Das nimmt der Geschichte einiges von ihrer Authentizität. Positiv ist zu erwähnen, dass die Autorinnen jeweils eigene Abschnitte schreiben, das bringt zumindest etwas Abwechslung. Auch die Interviews mit Frauen aus der Region, die im Bergtourismus tätig sind, fand ich lesenswert. Diese Interviews waren interessant, hätten aber meiner Meinung nach besser in den Gesamtkontext eingebunden werden können. Insgesamt hat mich das Buch enttäuscht.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Liebevoll erzählt, doch nicht durchgehend packend

Play of Hearts
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Was mir als erstes aufgefallen ist, war die schöne Gestaltung. Das Cover, der Farbschnitt und das kleine Blumensamen-Lesezeichen sind richtig liebevoll gemacht und passen super zur Stimmung der Geschichte. ...

Was mir als erstes aufgefallen ist, war die schöne Gestaltung. Das Cover, der Farbschnitt und das kleine Blumensamen-Lesezeichen sind richtig liebevoll gemacht und passen super zur Stimmung der Geschichte. Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen, sehr bildhaft und flüssig, sodass man schnell in die Geschichte reinkommt.
Besonders gut fand ich wie greifbar und menschlich die Figuren dargestellt sind. Vor allem Genevieve kommt durch die Ich-Perspektive sehr nah, man versteht schnell, was in ihr vorgeht. Aber auch die Nebenfiguren wirken lebendig und bringen eigene Geschichten und Gefühle mit ohne bloß im Hintergrund zu bleiben. Es geht viel um Verletzlichkeit, um die Suche nach dem eigenen Glück – und das wird mit viel Feingefühl erzählt. Trotzdem hatte ich stellenweise meine Schwierigkeiten. Im Mittelteil hat die Geschichte für mich an Fahrt verloren und ich habe ein wenig die Verbindung zu den Figuren verloren. Der große Twist am Ende war leider schon recht früh absehbar, was die Spannung etwas gedämpft hat.
Insgesamt ist es ein gefühlvoll geschriebenes Buch mit schönen Ideen und einer stimmigen Atmosphäre, das mich aber nicht vollständig fesseln konnte. Deshalb vergebe ich drei Sterne.

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