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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2025

Zwischen Mode und Kampfsport

Kampfgeist
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In ihrer Autobiografie gewährt Marie Lang einen offenen Einblick in ihren Lebensweg, der sie von der Modewelt bis in den professionellen Kampfsport geführt hat. Sie schildert nicht nur ihre Erfolge, sondern ...

In ihrer Autobiografie gewährt Marie Lang einen offenen Einblick in ihren Lebensweg, der sie von der Modewelt bis in den professionellen Kampfsport geführt hat. Sie schildert nicht nur ihre Erfolge, sondern auch die schwierigen Momente, in denen Selbstzweifel, Ängste und Leistungsdruck eine Rolle spielten. Diese ehrliche und persönliche Perspektive macht das Buch authentisch und nahbar. Der Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich, sodass sich das Buch angenehm lesen lässt.

Besonders interessant ist, wie Marie Lang ihre Erfahrungen mit Themen wie Motivation, Rückschlägen und mentaler Stärke verbindet. Dabei wird deutlich, wie viel Disziplin und Durchhaltevermögen nötig waren, um ihren Weg konsequent zu gehen, aber auch wie wichtig Menschen sind, die einen unterstützen und voranbringen. An einigen Stellen hätte ich mir jedoch etwas mehr Tiefe gewünscht, vor allem hinsichtlich des sportlichen Alltags und der Trainingsroutinen.

Das Cover greift den Inhalt grundsätzlich auf, wirkt jedoch etwas schlicht und dunkel. Etwas mehr Farbe oder Kreativität hätte die Energie und Stärke der Autorin besser eingefangen, insbesondere angesichts ihres beruflichen Hintergrunds im Modedesign. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es liest sich leicht und bietet einen authentischen und spannenden Einblick in das Leben einer beeindruckenden Frau.

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Auf Spuren der Vergangenheit

Wir dachten, das Leben kommt noch
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Der Roman "Das Leben kommt noch" hat mich besonders angesprochen, weil mich Geschichten über Frauen im Widerstand besonders interessieren und ich es wichtig finde, dass ihre Schicksale erzählt werden. ...

Der Roman "Das Leben kommt noch" hat mich besonders angesprochen, weil mich Geschichten über Frauen im Widerstand besonders interessieren und ich es wichtig finde, dass ihre Schicksale erzählt werden. Das Buch berichtet von Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs als Agentinnen für Churchills Spezialeinheit (SOE) in Frankreich tätig waren. Diese historische Ebene wird mit einer Gegenwartshandlung verknüpft, in der die BBC-Reporterin Gwen den Auftrag erhält, über die mutigen Frauen zu recherchieren. Dabei stößt sie auf Spuren, die auch mit der Geschichte ihrer eigenen Großmutter verbunden sind.

Die Idee, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verknüpfen, fand ich grundsätzlich sehr spannend. Besonders die Rückblenden in die 1940er Jahre haben mir gut gefallen. Pats Erlebnisse als Agentin und ihre Erinnerungen an diese Zeit wirken authentisch und berührend. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie gefährlich und belastend diese Arbeit gewesen sein muss und wie schwer es den Frauen nach dem Krieg fiel, darüber zu sprechen. Etwas schwierig fand ich allerdings den Aufbau des Romans. Die Wechsel zwischen den Zeitebenen sind teilweise nicht klar erkennbar, wodurch ich gelegentlich den Überblick verloren habe. Auch die Verbindung zwischen den historischen und den journalistischen Teilen wirkt manchmal etwas holprig. Der Roman ist sehr gut recherchiert, aber durch die vielen sachlichen Passagen kommt die eigentliche Spannung und Nähe zu den Figuren ein wenig zu kurz.

Trotzdem hat mir gefallen, dass die Autorin auf das Thema aufmerksam macht und die Frauen würdigt, die im Widerstand gekämpft haben. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und vermittelt die Emotionen meist auf eine ruhige, unaufdringliche Weise. Insgesamt ist es für mich ein solides Buch, das interessante Einblicke gibt, aber erzählerisch nicht ganz überzeugt.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Zwischen Fakten und Anekdoten

Organisch
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Nachdem mir Giulia Enders "Darm mit Charme" ausgesprochen gut gefallen hatte, war meine Vorfreude auf ihr neues Buch entsprechend groß. Umso überraschter war ich, dass mich "Organisch" nicht in gleichem ...

Nachdem mir Giulia Enders "Darm mit Charme" ausgesprochen gut gefallen hatte, war meine Vorfreude auf ihr neues Buch entsprechend groß. Umso überraschter war ich, dass mich "Organisch" nicht in gleichem Maße überzeugen konnte. Vieles, was sie beschreibt, war mir bereits bekannt und die Leichtigkeit sowie der Humor, die ich im ersten Buch so geschätzt habe, fehlten mir hier deutlich.

Inhaltlich nimmt Enders ihre Leser:innen mit auf eine Reise durch den menschlichen Körper. Kapitelweise widmet sie sich einzelnen Organen und Themen wie der Lunge, dem Immunsystem, der Haut, den Muskeln und dem Gehirn. Den Auftakt bilden meist Anekdoten oder persönliche Geschichten aus ihrem familiären Umfeld, bevor sie auf die Funktionsweise und Besonderheiten der jeweiligen Organe eingeht. Ergänzt werden diese Abschnitte durch kleine Alltagstipps, die den Inhalt greifbarer machen.

Die persönlichen Einblicke der Autorin haben bei mir einen gemischten Eindruck hinterlassen. Einerseits lockern sie die vielen Fakten auf, andererseits reißen sie den roten Faden immer wieder auf. So wirken die Übergänge zwischen den privaten Geschichten und den sachlichen Erklärungen stellenweise wenig bis kaum stimmig.

Insgesamt ist "Organisch" ein informatives Buch, das sicher viele Leser:innen neugierig macht. Für mich persönlich konnte es aber nicht an die Frische und den Charme des Vorgängers anschließen.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Vielversprechender Klappentext, aber enttäuschende Umsetzung

Zeitbrand: Genesis
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Der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht. Die Vorstellung einer düsteren Fantasywelt mit Drachen und komplexen Machtstrukturen klang spannend und ich wollte unbedingt erfahren, wie der Autor diese ...

Der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht. Die Vorstellung einer düsteren Fantasywelt mit Drachen und komplexen Machtstrukturen klang spannend und ich wollte unbedingt erfahren, wie der Autor diese Ideen umsetzt. Leider hat mich die Umsetzung nicht überzeugen können.
Die Geschichte beginnt mit einem interessanten Prolog und führt ein Magiesystem sowie religiöse Strukturen ein, die zusammen mit der Idee, Lebensjahre als Währung einzusetzen, durchaus Potenzial bergen. Doch im weiteren Verlauf verliert sich die Handlung in einer Vielzahl von Perspektiven und Figuren, die mir überwiegend unsympathisch und schwer nachvollziehbar erschienen. Besonders problematisch empfand ich den hohen Grad an Brutalität. Folter, Missbrauch und Erniedrigung nehmen in vielen Szenen großen Raum ein und haben mich als Leserin nicht abgeholt. Gleichzeitig wirken manche Passagen überladen, während andere wichtige Aspekte kaum ausgearbeitet werden, was das Lesen mitunter mühsam machte.
Positiv hervorzuheben sind der insgesamt flüssige Schreibstil sowie das ansprechende Coverdesign. Doch die konsequent düstere Tonlage und die fehlende emotionale Bindung ließen mich letztlich enttäuscht zurück. Für Leser:innen, die kompromisslos düstere Fantasy mit verstörenden Elementen suchen, könnte es interessant sein für mich war es jedoch nichts.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Eine liebevolle Hommage an das Leben mit Büchern

Einfach Literatur
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Dieses Buch war für mich eine ganz besondere Lektüre und ich habe mich sehr über das Rezensionsexemplar gefreut. Nicht nur, weil es das erste und leider auch das letzte Buch von Klaus Willbrand ist, sondern ...

Dieses Buch war für mich eine ganz besondere Lektüre und ich habe mich sehr über das Rezensionsexemplar gefreut. Nicht nur, weil es das erste und leider auch das letzte Buch von Klaus Willbrand ist, sondern weil es so persönlich, liebevoll und authentisch geschrieben wurde. Man spürt auf jeder Seite, wie sehr Bücher sein Leben geprägt und begleitet haben.
Ich kannte Klaus Willbrand bereits durch seine Videos auf TikTok und war überrascht, wie viel Neues ich in seinem Buch noch entdecken konnte nicht nur inhaltlich, was seine Buchtipps angeht, sondern auch über sein bewegtes Leben. Die Verbindung aus biografischen Einblicken und literarischen Empfehlungen ist auf eine ganz besondere Weise gelungen. Manche Passagen haben mich tief berührt, weil sie so lebendig erzählt sind, dass man beim Lesen beinahe vergisst, dass der Mensch hinter diesen Zeilen schon nicht mehr lebt...
Besonders beeindruckt hat mich, wie er über seine Liebe zu Büchern spricht nie belehrend, nie abgehoben, sondern immer aus der Perspektive eines leidenschaftlichen Lesers, für den Literatur Teil des Alltags und des Lebens ist. Seine Empfehlungen wirken dadurch umso nahbarer und laden dazu ein, selbst neugierig zu werden vielleicht sogar alte Klassiker oder längst vergessene Werke wiederzuentdecken.
Für alle, die Bücher nicht nur lesen, sondern mit ihnen leben, ist dieses Buch eine klare Empfehlung. Es ist nicht nur ein liebevolles Porträt eines außergewöhnlichen Menschen, sondern auch eine stille, tief empfundene Hommage an die Literatur selbst.

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