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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2021

Gebührender Abschluss für die Sinners of Saint

Broken Love
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Inhalt:
Seit drei Jahren verlässt Jesse kaum noch ihr Haus. Ausnahmen bilden nur die wöchentlichen Besuche bei ihrer Therapeutin und die nächtlichen Joggingrunden, wenn sie nicht schlafen kann. Denn diese ...

Inhalt:
Seit drei Jahren verlässt Jesse kaum noch ihr Haus. Ausnahmen bilden nur die wöchentlichen Besuche bei ihrer Therapeutin und die nächtlichen Joggingrunden, wenn sie nicht schlafen kann. Denn diese eine Nacht vor drei Jahren sucht sie in ihren Träumen immer noch heim. In jener Nacht, in der sie sich selbst verloren hat. Deshalb verlässt sie ihr Zuhause kaum. Bis plötzlich Bane auftaucht und ihr aus heiterem Himmel einen Job in seinem Café anbietet. Allerdings weiß Jesse um seinen miserablen Ruf und hat daher kein Interesse an seinem Angebot und noch weniger an seiner Person. Doch davon lässt Bane sich nicht abschütteln und macht es sich zur Aufgabe, ihre schützenden Mauern zu durchbrechen. Wenn Jesse allerdings erfährt, woher sein Angebot rührt, könnte sie ihre Schutzwände erneut hochfahren – und dieses Mal unwiderruflich.

Meinung:
Bereits in einem vorherigen Band wurde Bane als Charakter vorgestellt und zu dem Zeitpunkt bin ich wirklich nicht mit ihm warm geworden. Deshalb war ich enorm skeptisch, ehe ich „Broken Love“ begonnen habe. Doch das Buch konnte mich nicht nur von Bane als Protagonist überzeugen, sondern auch in seiner Gesamtheit.
Bane ist deutlich tiefgründiger als man zunächst annehmen würde und bei weitem nicht so grobgehobelt, wie er andere gerne glauben lässt. Das wird besonders gut in seinem Umgang mit Jesse deutlich. Bevor er anspricht, kennt er bereits ihre Geschichte und weiß daher um gewisse Grenzen ihrerseits. Er achtet diese zu jedem Zeitpunkt und verhält sich entsprechend, allerdings schafft er in dieser Hinsicht einen Spagat, denn er bleibt trotzdem nicht durchweg passiv. Er behandelt Jesse nicht wie ein rohes Ei, das jeden Moment kaputt gehen könnte, sondern wie einen Menschen, mit Respekt. Und das zieht sich durch das gesamte Buch, was mir enorm positiv aufgefallen ist.
Genauso schön wie die wachsende Beziehung der beiden war auch Jesse dabei zu beobachten, wie sie sich ihr Leben Stück für Stück zurückholt. Man verfolgt jeden ihrer Schritte und kann als Leser:in gut nachvollziehen, weshalb sie ihre Grenzen setzt, wie sie es tut. Außerdem erscheint sie auch in ihren schwächeren Momenten enorm stark.
Tatsächlich verstecken sich in dieser Geschichte mehr Geheimnisse, als man zu Beginn erwarten würde und mit einigen davon habe nicht gerechnet. Mit der Auflösung dieser noch weniger. Ich wurde also definitiv überrascht! Die Spannung kam in dieser Hinsicht auch niemals zu kurz und teilweise fiel es mir dahingehend enorm schwer, das Buch aus der Hand zu legen.
Allerdings habe ich hier ein wenig die HotHoles vermisst, denn die ursprünglichen Vier haben in diesem Band nur winzige bis gar keine Rollen gespielt. Für den Abschluss der „Sinners of Saint“-Reihe hatte man beim Lesen viel zu wenig Kontakt mit den bereits bekannten Charakteren, da hätte ich mir etwas mehr Präsenz gewünscht.
Ansonsten empfand ich „Broken Love“ jedoch als würdiges Ende für die Reihe, würde aber noch darauf hinweisen, die Triggerwarnung im Buch nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Wer mit dieser Thematik jedoch klarkommt, findet hier einen tollen Reihenabschluss.

Lieblingszitat:
„Die Liebe ist wie die Kunst. Manche Menschen verschließen vor ihr die Augen, sie wollen sie nicht sehen. Andere hingegen besuchen jedes Museum auf der Welt.“

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2021

Friends-to-Lovers auf ganz wundervolle Weise

Der letzte erste Kuss
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Inhalt:
Seit etwa zwei Jahren sind Elle und Luke ziemlich unzertrennliche beste Freunde. Beiden ist das ganz recht, da die Vergangenheit ihnen bereits gezeigt hat, dass es wenig Sinn ergibt, an die Liebe ...

Inhalt:
Seit etwa zwei Jahren sind Elle und Luke ziemlich unzertrennliche beste Freunde. Beiden ist das ganz recht, da die Vergangenheit ihnen bereits gezeigt hat, dass es wenig Sinn ergibt, an die Liebe zu glauben. Allerdings funkt es dann doch zwischen ihnen und ein Kuss zwingt sie dazu, ihre Beziehung zueinander zu überdenken. Denn die Funken zwischen ihnen lassen sich nicht mehr ignorieren. Doch obwohl sie alles gewinnen, könnten sie auch das verlieren, was ihnen am wichtigsten ist: ihre Freundschaft. Und dies ist ein Risiko, das keiner von beiden gewillt ist einzugehen.

Meinung:
„Der letzte erste Kuss“ hat mir unglaublich gut gefallen, obwohl es sich hier um friends-to-lovers handelt und mich das in den meisten Fällen nicht allzu sehr begeistern kann. Hier konnte es mich jedoch von der ersten Seite an abholen, was vor allem an der Basis liegt, auf der sich die Beziehung der beiden aufbaut. Denn Elle und Luke verbindet eine unglaublich enge Freundschaft, die auf einem festen Fundament von gegenseitigem Respekt und Vertrauen aufbaut. Und entsprechend gehen sie miteinander um, wobei auch der Humor an keiner Stelle zu kurz kommt.
Entsprechend gut hat mir auch die Entwicklung dieser Beziehung gefallen, denn sie wirkte absolut authentisch und war trotz zwischenzeitiger Rückschritte, die jedoch an jeder Stelle nachvollziehbar und realistisch erschienen, toll zu verfolgen.
Doch nicht nur die Beziehung der beiden zueinander hat mir gut gefallen, auch die Rollen ihrer jeweiligen Familien fand ich interessant. So hatten sie beide in dieser Hinsicht ihre eigenen Konflikte zu lösen und Hürden zu überwinden, die hier zudem eine recht tragende Rolle gespielt haben und überraschend im Fokus standen. Dies geschah jedoch so natürlich, dass Elle und Luke dabei zu keiner Zeit in den Hintergrund gerückt wurden.
Neben dem Auftauchen der gesamten Clique, u.a. auch der beiden Protas aus Band 1, bestand ein besonderes Highlight für mich allerdings darin, einige Figuren aus einer anderen Reihe der Autorin hier als Nebencharaktere anzutreffen. Solche Überschneidungen mag ich generell unfassbar gerne, zumal dies hier gleichermaßen überraschend wie passend eingeflochten war.
Abgesehen von der abwechslungsreichen Handlung mit diversen überraschenden Momenten, gab es auch genügend Szenen, in denen man in die Tiefe der Charaktere hineingreifen und sie dadurch zunehmend besser in ihrem Handeln verstehen konnte. Und so erschienen auch manche Augenblicke zwar zunächst nicht ganz passend zur Figur, bei genauerem Überlegen dann allerdings doch wieder. Besonders bei Elle hatte ich dieses Gefühl ein ums andere Mal. Generell kam ich jedoch an Lukes Gefühls- und Gedankenwelt noch ein wenig besser heran.
Positiv ist mir hier erneut der Schreibstil von Bianca aufgefallen, denn sie findet einen sehr angenehmen Mix aus lockerem, natürlichem Umgangston und emotionaler Tiefe. Zumal sie es schafft, wirklich jeder Figur eine ganz eigene Stimme zu verleihen, ganz unabhängig davon, ob es sich um einen Haupt- oder Nebencharakter handelt.
Insgesamt konnte mich „Der letzte erste Kuss“ jedenfalls noch ein bisschen mehr begeistern als „Der letzte erste Blick“. Und auch der dritte Band („Die letzte erste Nacht“) wurde hier bereits sehr gut angeteasert, sodass dieser nicht mehr allzu lange ungelesen bleiben wird.

Lieblingszitat:
Elle war wie ein wärmendes Feuer, und ich würde nie begreifen, warum ihre Familie diese Flamme löschen wollte. Sie war etwas Besonderes, und wer das nicht erkannte, war ein Idiot.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2021

I love everything about this!

Flesh and Fire – Liebe kennt keine Grenzen
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Inhalt:
Alles, was Poppy glaubte zu wissen, hat sich als Lüge herausgestellt. Ihre eigene Rolle als Auserwählte, Casteels Absichten, das Volk des Königreichs, das sie zuvor verehrt hat, will sie tot sehen ...

Inhalt:
Alles, was Poppy glaubte zu wissen, hat sich als Lüge herausgestellt. Ihre eigene Rolle als Auserwählte, Casteels Absichten, das Volk des Königreichs, das sie zuvor verehrt hat, will sie tot sehen – nichts ist mehr so, wie es war. Das Einzige, was noch feststeht, ist ihr Ziel und um dies zu erreichen, braucht sie Casteel. Ungeachtet dessen, dass er sie für seine ganz eigenen Pläne benötigt und auch der König von Atlantia ihr alles andere als wohlgesonnen ist. Außerdem wäre es deutlich einfacher, ihre Beziehung zu dem dunklen Prinzen auf politisches Interesse zu beschränken, wenn sie nicht diese gegenseitige Anziehung verspüren würden.

Meinung:
Kurze Info vorweg: I fucking love this book! Schon Band 1 der Reihe hat mir unglaublich gut gefallen, doch der zweite Band überbietet diesen noch einmal. „A Kingdom of Flesh and Fire“ setzt ziemlich genau dort an, wo „From Blood and Ash“ geendet hat, was nicht nur dafür gesorgt hat, dass ich sofort wieder in der Geschichte drin war, sondern dass direkt zu Beginn wieder Spannung gegeben war.
Zwar hatte ich das Gefühl, dass die ersten 150 Seiten etwas ruhiger und langsamer daher kamen, doch das hat mir persönlich gut gefallen, weil es den Fortgang der Geschichte gut unterstrichen hat. Danach wurde es aber umso spannender und eine Überraschung jagte die nächste. Deshalb war das Buch für mich auch ein absoluter Pageturner und wenn ich bei englischen Büchern nicht länger zum Lesen brauchen würde als bei deutschen, wäre dieses innerhalb weniger Tage gänzlich inhaliert worden.
Denn auch in diesem Band überzeugen die Figuren wieder von der ersten Seite. Poppy wird zunehmend stärker und findet ihre eigene Stimme, Casteel bleibt seinem Charakter absolut treu, doch auch bei ihm kann man eine tolle Wandlung beobachten und Kieran ist nach wie vor mein Liebling. Sein Humor ist einfach großartig! Doch nicht nur einzeln und für sich fand ich sie alle toll, auch die Entwicklungen der Beziehungen zueinander haben mir wirklich gut gefallen. Sei es nun zwischen Poppy und Casteel oder Poppy und Kieran oder zu Nebencharakteren – ich mochte es.
Außerdem hat Band 2 doch ein wenig mehr an Spicyness zu bieten als der erste und auch das wurde wunderbar in die eigentliche Handlung eingeflochten. Generell hatte ich das Gefühl, dass die Verflechtungen großartig waren und dabei zwar einige drängende Fragen aus FBAA geklärt wurden, gleichzeitig aber mindestens genauso viele neu aufgetaucht sind.
Diese gesamte Welt, in die man hier noch intensiver einsteigen und besser kennenlernen konnte, hat mich einfach komplett für sich eingenommen und in jeder Hinsicht fasziniert. Genauso wie die Handlung, von der ich zwischenzeitlich befürchtet hatte, es könnte langweilig werden, doch letzten Endes gab es für mich einfach keine Längen oder einen Mangel an Spannung. Es hat mir einfach unglaublich gut gefallen! Zumal auch die Plottwists großartig waren.
Vor allem aber auch das Ende mit diesem Cliffhanger hat mich in positivster Weise fassungslos zurückgelassen. Ich meine… what the hell happened?! Es war einfach krass gut und ich kann immer noch kaum in Worte fassen, wie sehr mich dieses Buch begeistert hat. Das einzige, was mir nun noch übrig bleibt, ist, schnellstmöglich Band 3 zu lesen, um zu erfahren, wie das alles weiter geht.

Lieblingszitat:
“Am I seeing things, or is that your dagger strapped to your thigh?”
I grinned. “You’re not seeing things.”
“You’re an absolutely stunning, murderous little creature,” he murmured.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.09.2021

Cozy Romance mit schwachen Charakteren

Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick
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Inhalt:
Nach ihrer Scheidung möchte Avery mit ihrer autistischen Tochter Hailey einen Neuanfang starten, fernab der hektischen Stadt. Daher zieht sie in den kleinen Ort Redwood, Oregon. Sie ist fest entschlossen, ...

Inhalt:
Nach ihrer Scheidung möchte Avery mit ihrer autistischen Tochter Hailey einen Neuanfang starten, fernab der hektischen Stadt. Daher zieht sie in den kleinen Ort Redwood, Oregon. Sie ist fest entschlossen, sich auf ihre kleine Familie zu konzentrieren, allerdings machen ihr nicht nur die Bewohner:innen der Kleinstadt einen Strich durch diese Rechnung, sondern vor allem auch der Tierarzt Cade. Und es fällt ihr äußerst schwer, diesen attraktiven Mann und seinem Charme zu widerstehen.

Meinung:
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich mit meiner Meinung unbeliebt mache, doch „Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick“ hat mich leider enttäuscht. Vielleicht hatte ich wegen der vielen positiven Meinungen zu hohe Erwartungen an das Buch, vielleicht waren es auch die falschen. Jedenfalls konnte mich die Geschichte leider nicht begeistern.
Das lag jedoch nicht an der Atmosphäre, denn die war wirklich sehr gemütlich und hat absolut zu Cozy Romance gepasst. Genauso wie das Setting der Kleinstadt, was mir enorm gut gefallen hat. Ich hatte beim Lesen einen wirklich niedlichen Ort vor Augen und in dieser Hinsicht habe ich es sehr gemocht.
Es waren eher die Charaktere, die es mir schwer gemacht haben. Angefangen damit, dass ich die Emotionen zwischen Avery und Cade nicht wirklich spüren und daher auch nicht nachempfinden konnte. Stattdessen erschien es mir, als hätte sie mit seinen beiden Brüdern Flynn und Drake mehr Chemie. Und wenn schon die Gefühle der beiden Protagonisten zueinander nicht nachvollziehbar erscheinen, fällt es mir sehr schwer, trotzdem einen Zugang zur Geschichte zu finden.
Zudem hatte ich arge Probleme mit Cades Inkompetenz bezüglich des Respekts von Averys Grenzen. Häufiger hatte ich das Gefühl, dass er sich ihr in verschiedenen Formen aufgedrängt und ihr so den Entscheidungsfreiraum genommen hat, den sie nach ihrer Ehe so dringend gebraucht hätte. Zwar schien sie auf sein Alphamännchen-Getue anzuspringen, wirklich reflektiert wurde das allerdings von keinem der beiden.
Auch mit Brent bin ich nicht warm geworden, denn er erschien mir wie das wandelnde Klischee eines homosexuellen Mannes. Natürlich gibt es Personen, die diesem Klischee entsprechen, allerdings empfand ich es hier doch als übertrieben und recht plakativ. Außerdem schien auch er es nicht so mit persönlichen Grenzen zu haben. Das allerdings ist ein Problem dieser gesamten Kleinstadt, denn was die Einmischung in die Privatsphäre ihrer Einwohner anging, schien niemand wirklich an Zurückhaltung zu denken. Selbst für einen kleinen Ort war mir das dann doch zu extrem.
Positiv zu benennen ist allerdings der Umgang mit Flynns Taubheit und Haileys Autismus, denn beide wurden respektvoll und angenehm in der Geschichte untergebracht. Besonders schön fand ich aber, dass die beiden mit ihren Einschränkungen vorgestellt, jedoch nicht darauf beschränkt wurden. Beide haben einen eigenen Charakter erhalten und genau das hätte ich mir beispielsweise auch für Brent gewünscht.
Der Schreibstil war angenehm zu lesen und man kommt flüssig durch die Seiten, doch mir sind einfach zu viele Punkte negativ aufgefallen, als dass mich das Buch wirklich hätte begeistern können. Daher setze ich nun meine Hoffnung in die Folgebände.

Lieblingszitat:
„Du hast Richard nie geliebt. Ich glaube, jetzt, wo die echte Liebe Einzug in dein Leben gehalten hat, ist dir das bewusst geworden.“ Mom grinste. „Er trägt blaue Arbeitskleidung und ein Stethoskop, nur für den Fall, dass du dich fragst, von wem ich rede.“

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.09.2021

Kunst auf jeder Seite

Try & Trust
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Inhalt:
Matilda hat schon vor langer Zeit festen Beziehungen abgeschworen und hält es seither lieber mit lockeren, unverbindlichen Begegnungen, was das männliche Geschlecht betrifft. Denn sie ist davon ...

Inhalt:
Matilda hat schon vor langer Zeit festen Beziehungen abgeschworen und hält es seither lieber mit lockeren, unverbindlichen Begegnungen, was das männliche Geschlecht betrifft. Denn sie ist davon überzeugt, dass man den meisten Männern ohnehin nicht trauen kann. Dies versucht sie auch ihrer langjährigen, besten Freundin Briony zu vermitteln, da die sich in Anthony verliebt hat. Seines Zeichens Künstler und laut Matilda nur der Auslöser für Herzschmerz. Um ihrer besten Freundin diesen zu ersparen, geht sie mit dem jungen Künstler einen Deal ein: er stellt Briony gegenüber klar, dass er nichts Festes möchte, dafür lässt sich Matilda von ihm malen – nackt. So sehr sie sich auch anfangs gegen alles sträubt, was mit Anthony und seiner Kunst zu tun hat, so beginnt doch irgendwann ihre abweisende Fassade zu bröckeln und sie beginnt, sich ihrer Vergangenheit zu stellen.

Meinung:
Bei „Try & Trust“ hatte ich anfangs so meine Probleme, in die Geschichte hineinzufinden, was für mich ganz klar an der Protagonistin lag. Zu Beginn der Geschichte konnte ich mich nicht wirklich mit Matilda anfreunden, denn sie erschien mir so voller Vorurteile, sie hat über Brionys Leben fremdbestimmt und teilweise war sie mir in ihren Handlungen und Denkweise einfach zu extrem. Nachdem ich sie allerdings etwas besser kennenlernen konnte und auch die Gründe für ihr Verhalten erfahren habe, kam ich mit ihrem Charakter deutlich besser zurecht, wenn ich auch nicht alles davon gutheißen würde. Allerdings hat sie mich mit ihrem enormen Selbstbewusstsein, ihrer Sex-Positivity und der Liebe für alle jene, die ihr am Herzen liegen, dann doch sehr beeindrucken können. Und nachdem ich mit Tilda besser klar kam, konnte ich mich direkt viel besser auf das Buch einlassen.
Mit wem ich aber so gar keine Probleme hatte, war Anthony. Ihn fand ich einfach toll. Auch er ist aus den klassischen Geschlechterrollen gefallen und dies macht er mit einer solchen Authentizität, dass ich mir auf jeder Seite gewünscht habe, er wäre real. Er lässt seine Emotionen zu und kommuniziert diese, er steht für sich und seine Träume ein und hält an diesen fest, selbst wenn die ganze Welt ihm sagt, er solle aufgeben. Außerdem mochte ich seine Perspektive, die er auf viele Dinge hatte.
Besonders die Kunst-Thematik hat mich hier jedoch von vorne bis hinten absolut begeistert. Ich mag es generell unfassbar gerne, wenn Kunst in Büchern eine Rolle spielt. Wenn dies dann aber auch noch so sehr im Vordergrund steht und intensiv wie wunderbar in den Rest der Geschichte geflochten wird, umso besser. Zumal auch der Schreibstil grandios zum Inhalt des Buches passte, da er nicht nur flüssig zu lesen, sondern stellenweise auch ein wenig poetisch war. Die Gefühle wurde dadurch großartig transportiert.
Für mich hat Nena mit diesem Band erneut bewiesen, dass die „Soho Love“-Trilogie etwas ganz Besonderes ist. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ich hier mit Matilda eine Protagonistin vor der Nase hatte, die mir in einigen Punkten zwar nicht sympathisch war, die ich aber dennoch verstehen konnte und die toll geschrieben war. Und obwohl ich „Fly & Forget“ ein kleines bisschen lieber mochte, habe ich diesen zweiten Band ebenfalls sehr genossen und freue mich nun noch mehr auf den dritten.

Lieblingszitat:
„Aber du… keine Ahnung, du bist so sehr du selbst, dass es unmöglich ist, in deiner Anwesenheit an jemand anderen zu denken. Außerdem… tauchst du deine ganze Umgebung in Farben. Ich schau dich an und ertrinke in Farben.“

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