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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.06.2025

Abenteuer und Angst im Einklang

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
1

Das Hörbuch zu dem neuen Thriller von Rebecca Russ hat mich echt überrascht. Die Sprecherin macht das richtig gut – ihre Stimme ist angenehm, und sie schafft es, die Spannung ganz natürlich aufzubauen, ...

Das Hörbuch zu dem neuen Thriller von Rebecca Russ hat mich echt überrascht. Die Sprecherin macht das richtig gut – ihre Stimme ist angenehm, und sie schafft es, die Spannung ganz natürlich aufzubauen, ohne ins Übertriebene abzurutschen. Man fühlt sich sofort mitten drin in der Geschichte, als würde man mit Julia und Nicki über den abgelegenen Kungsleden-Wanderweg stapfen.

Was mir besonders gefallen hat, ist die detailreiche und lebendige Beschreibung der Landschaft. Der Wanderweg wird nicht einfach nur als Hintergrund genutzt, sondern als Teil der Handlung, der die Atmosphäre richtig dicht und beklemmend macht. Die Natur zeigt sich hier von ihrer rauen, unbarmherzigen Seite, was die Unsicherheit und Angst von Julia spürbar macht.

Die Mischung aus Abenteuer, Isolation und diesem leichten Grusel durch die geheimnisvolle Gestalt, die Julia immer wieder sieht, sorgt für eine konstante Spannung. Man ist als Zuhörer so gefesselt, dass man am liebsten wissen will, was als Nächstes passiert – und das bei einem Hörbuch, das eigentlich „nur“ eine Wanderung erzählt.

Alles in allem eine runde Sache: authentisch, spannend und mit einer Atmosphäre, die einen nicht mehr loslässt. Für alle, die gern in Geschichten eintauchen, die unter die Haut gehen, absolut zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Heimat, Herz und Apfelgarten

Der alte Apfelgarten
1

Dieser Roman entführt einen mit einem wundervollen, bildhaften Schreibstil direkt an die raue, schottische Steilküste von Crowdie Farm. Sharon Gosling schafft es, die Landschaft so lebendig und atmosphärisch ...

Dieser Roman entführt einen mit einem wundervollen, bildhaften Schreibstil direkt an die raue, schottische Steilküste von Crowdie Farm. Sharon Gosling schafft es, die Landschaft so lebendig und atmosphärisch zu beschreiben, dass man förmlich die salzige Meeresluft riechen und den Wind in den Haaren spüren kann. Die Natur – mit ihren wilden Kühen, dem urigen Apfelgarten und der unbändigen See – wird hier zur dritten Hauptfigur und gibt der Geschichte eine wunderschöne, fast schon magische Kulisse.

Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Bette und Nina, deren Beziehung so zerbrechlich und komplex ist wie das Gelände, auf dem sie aufgewachsen sind. Die zehn Jahre Altersunterschied und ihre unterschiedlichen Lebenswege – Bette in London, Nina fest verwurzelt auf der Farm – sorgen für eine emotionale Spannung, die das Buch tiefgründig und authentisch macht. Man spürt förmlich die Distanz, die sich über die Jahre zwischen ihnen aufgebaut hat, aber auch die Sehnsucht nach Nähe und Verstehen. Besonders berührend fand ich, wie die Autorin langsam Stück für Stück enthüllt, was sie trennt und wie sie sich durch gemeinsame Herausforderungen wieder annähern.

Die Geschichte um den vergessenen Apfelgarten mit den alten Cidersorten ist nicht nur eine charmante Idee, sondern auch ein tolles Symbol für Hoffnung und Erneuerung – für die Farm und für die Schwestern. Das Buch ist locker und doch tiefgründig geschrieben, mit einem Gefühl von Heimat, Versöhnung und dem Zauber, den alte Geschichten in sich tragen. Für alle, die auf der Suche nach einer warmherzigen, atmosphärischen Geschichte über Familie und Neuanfang sind, ist „Der alte Apfelgarten“ genau das Richtige!

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Schön schräg: Warum Vielfalt zählt

Menschenhausen
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„Menschenhausen – viel zu irgendwie“ ist ein charmantes Kinderbuch, das auf humorvolle Weise die Bedeutung von Selbstakzeptanz und den Umgang mit eigenen Unvollkommenheiten thematisiert. In der fiktiven ...

„Menschenhausen – viel zu irgendwie“ ist ein charmantes Kinderbuch, das auf humorvolle Weise die Bedeutung von Selbstakzeptanz und den Umgang mit eigenen Unvollkommenheiten thematisiert. In der fiktiven Stadt Menschenhausen ist jeder Bewohner „viel zu irgendwie“ – mit Ecken und Kanten, die ihn einzigartig machen. Doch als die makellose Lady Betty auftaucht, geraten die Bewohner in Panik und beginnen, ihre Eigenheiten zu verstecken. Die Geschichte entfaltet sich zu einer lehrreichen Erzählung über die Bedeutung von Authentizität und den Wert von Fehlern.

Die Botschaft des Buches ist klar: Wahre Schönheit liegt in der Akzeptanz der eigenen Unvollkommenheiten. Es ermutigt Kinder, sich selbst zu schätzen und sich nicht von äußeren Idealen beeinflussen zu lassen. Diese wertvolle Lektion wird auf eine Weise vermittelt, die sowohl unterhaltsam als auch lehrreich ist.

Allerdings gab es für mich einige kleinere Kritikpunkte. Die Illustrationen sind zweifellos kreativ, aber nicht immer ganz mein Geschmack. Manche Darstellungen wirken etwas überladen, was die Klarheit der Botschaft etwas trüben kann. Zudem hätte ich mir gewünscht, dass ein Kind als zentrale Figur eingeführt wird, um die Geschichte aus einer Perspektive zu erzählen, die für junge Leser noch greifbarer ist. Obwohl zu Beginn erklärt wird, dass die Bewohner von Menschenhausen keine Kinder sind, hätte ein Charakter auf Augenhöhe der jungen Leser die Identifikation erleichtert.

Positiv hervorzuheben ist die angenehme Kapitellänge. Die Abschnitte sind kurz genug, um sie in einem Rutsch zu lesen, aber auch lang genug, um eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Dies ermöglicht es, das Buch in kleinen Etappen zu genießen, ohne den Faden zu verlieren.

Insgesamt ist es ein empfehlenswertes Buch für Kinder, das auf spielerische Weise wichtige Werte vermittelt. Trotz kleinerer persönlicher Vorbehalte gegenüber den Illustrationen und der Charakterwahl bleibt die zentrale Botschaft stark und relevant. Es regt zum Nachdenken an und lädt dazu ein, die eigenen Besonderheiten zu schätzen.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Gefühlvolle Atmosphäre, aber zu viel Vorhersehbarkeit

Noch fünfzig Sommer mehr
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Dies ist ein leiser, gefühlvoller Roman, der sich mit Verlust, Neubeginn und der Kraft kleiner Gesten beschäftigt. Im Mittelpunkt steht Eleni, die nach dem Tod ihres Partners völlig aus dem Gleichgewicht ...

Dies ist ein leiser, gefühlvoller Roman, der sich mit Verlust, Neubeginn und der Kraft kleiner Gesten beschäftigt. Im Mittelpunkt steht Eleni, die nach dem Tod ihres Partners völlig aus dem Gleichgewicht geraten ist und sich in ihr Häuschen in der Bretagne zurückzieht. Als plötzlich rätselhafte Briefe und Blumen vor ihrer Tür auftauchen, beginnt langsam eine zarte Annäherung an das Leben – und an sich selbst.

Was mir gut gefallen hat, sind vor allem die sehr feinfühligen Beschreibungen von Elenis innerer Zerrissenheit und ihrer Trauer. Das war glaubwürdig und berührend, ohne je kitschig zu wirken. Auch die Landschaft der Bretagne wird wunderschön eingefangen – beim Lesen hatte ich regelrecht den Geruch von Meer, Lavendel und Regen in der Nase. Die Figuren sind sympathisch, vielleicht etwas idealisiert, aber sie passen in diese stille Geschichte wie Puzzleteile.

Trotzdem hatte ich mit dem Buch auch meine Schwierigkeiten. Einige Wendungen waren mir zu offensichtlich – spätestens auf Seite 77 war für mich klar, wohin die Reise geht und wie sich alles auflösen wird. Klar, das Buch ist kein Thriller, aber ein bisschen mehr Spannung oder Überraschung hätte der Geschichte gutgetan. Auch der Schreibstil hat mich nicht immer abgeholt: Er ist bildhaft und sensibel, wirkte aber streckenweise etwas sperrig und schwerfällig, was meinen Lesefluss gestört hat.

Alles in allem ist „Noch fünfzig Sommer mehr“ ein gefühlvoller Roman mit einer starken Atmosphäre, aber eben auch mit kleinen Schwächen in Stil und Dramaturgie. Ich vergebe deshalb gute 3,5 Sterne – ideal für Leserinnen und Leser, die ruhige, melancholische Geschichten mögen und keine allzu große Spannung erwarten.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Ein Wirrwarr aus Wahrheit und Lügen – Spannung auf jeder Seite!

Die Insel - einer kennt die ganze Wahrheit
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Dieser Thriller ist ein echtes Meisterstück, wenn es um das Spiel mit der Wahrheit geht – und das auf jede erdenkliche Weise. Der Schreibstil ist einfach unfassbar gut. Der Autor nimmt die Leser mit auf ...

Dieser Thriller ist ein echtes Meisterstück, wenn es um das Spiel mit der Wahrheit geht – und das auf jede erdenkliche Weise. Der Schreibstil ist einfach unfassbar gut. Der Autor nimmt die Leser mit auf eine Reise, die nicht nur die Nerven, sondern auch die Vorstellungskraft auf die Probe stellt. Jeder Satz ist bildhaft, detailliert und ausgesprochen aussagestark. Man fühlt sich förmlich in die Szenen hineingezogen, als wäre man selbst auf der Insel, zwischen den vielen Geheimnissen und Lügen.

Die Charaktere sind vielfältig und facettenreich, dass man kaum weiß, wem man wirklich vertrauen kann. Jeder hat seine eigenen Beweggründe, und niemand ist, was er zu sein scheint. Diese Unsicherheit zieht sich durch das ganze Buch und sorgt dafür, dass die Spannung niemals abflaut. Es wird ständig etwas Neues enthüllt, was das Bild, das man sich von den Charakteren und der Situation gemacht hat, auf den Kopf stellt. Dieses ständige Gefühl der Ungewissheit ist das, was so packend und einzigartig macht.

Der Autor versteht es meisterhaft, ein Verwirrspiel zu inszenieren, das den Leser immer wieder auf eine neue Fährte lockt. Die vielen Wendungen und überraschenden Enthüllungen sorgen dafür, dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen kann.

Wer ein Faible für spannende Thriller hat, bei denen nichts so ist, wie es scheint, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Der Schreibstil ist brillant, die Charaktere sind lebendig und mehrdimensional, und das Verwirrspiel sorgt für jede Menge Nervenkitzel. Ein absoluter Page-Turner, der einem noch lange im Kopf bleibt.

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