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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2019

Absolut einfallsreich und spannend.

Die Farben des Blutes 1: Die rote Königin
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MEINE MEINUNG:
Wer mir schon länger folgt, der weiß, dass ich das Buch schon einmal gelesen habe; und zwar damals kurz nach dem Erscheinungsdatum. Ich fand es 2015 schon echt gut, hab dann aber nie weitergelesen ...

MEINE MEINUNG:
Wer mir schon länger folgt, der weiß, dass ich das Buch schon einmal gelesen habe; und zwar damals kurz nach dem Erscheinungsdatum. Ich fand es 2015 schon echt gut, hab dann aber nie weitergelesen und nun, da der vierte und somit letzte Band der Reihe dieses Jahr erschienen ist, hat mich die Neugier dann doch wieder gepackt und weil ich keine Ahnung mehr hatte, was in Band 1 passiert ist, hab ich mich für ein ReRead entschieden – nur eben in Hörbuch-Form. Letztes Mal gabs 3.5 Sterne, weil ich mich habe total beeinflussen lassen – wie viele Sterne es dieses Mal von mir gab und meine restliche Meinung gibt’s jetzt. Viel Spaß bei der Rezension. ♥

Schon zu Beginn wird hier klar: das wird actionreich und spannend. Die erste turbulente Szene lässt nicht lange auf sich warten und riss mich total mit. Wir lernen Mare direkt kennen und erfahren ein paar Eckpunkte zu ihrem Umfeld und ihrem Leben als rote Bürgerin. Auch ihre Familie treffen wir kurz und erleben mit, wie schwer es die „niederen“ Bürger in dieser Welt tatsächlich haben. Sobald die erste, rasante Szene vorrüber ist, wendet sich die Geschichte und geht dann erst richtig los – und ab diesem Moment sinkt der Spannungsbogen an keiner einzigen Stelle auch nur um einen Millimeter ab. Alles passiert Knall auf Fall; und wenn es mal nicht die Action war, die mich fesselte, dann war es das Mitfiebern mit Mare, die in ihrem neuen Leben so einiges innerhalb kürzester Zeit erlernen muss und das natürlich manchmal eher schlecht als recht klappte und sie deshalb in die ein oder anderen brenzlige Situation gerät. Ansonsten steckte diese Geschichte voller Action, Tempo, Spannung und vor allen Dingen Wendungen und Überraschungen. Mehr als einmal war ich völlig schockiert und konnte nicht glauben, was Mare überstehen sollte, um zu überleben. Mir gefiel auch die gesamte Grundidee hinter dem Buch enorm gut. Der Klappentext sprüht ja nur so vor Potential und meiner Meinung nach hat Victoria Aveyard hier alle Register gezogen und mich vollkommen begeistern können. Die Welt, die sie hier schuf war einzigartig, stellenweise absolut schockierend, aber in erster Linie einfach genial. Die Aufteilung der Bevölkerung in Form der verschiedenen Farben des Blutes und die Unterschiede zwischen den beiden Schichten waren meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet. Dadurch war auch der Spannungsbogen stets auf einem sehr hohen Level und jedes Mal, wenn ich meinte, ich hätte mal Zeit um durchzuatmen, geschah die nächste Katastrophe und ich ertappte mich so oft dabei, wie ich einem Charakter nach dem anderen misstraute. Mare hat mehr Feinde als Freunde, was ihre Lage im Palast oftmals unerträglich macht, das erschien mir nur logisch; aber was die Autorin sich da hat alles drum herum einfallen lassen, war mehr als großartig und konnte mich restlos überzeugen. Und dann kam dieses Finale – dieses unfassbare Feuerwerk, das nochmal alles, woran man je glaubte in diesem Buch, über den Haufen warf und einen eines besseren belehrte. Wahnsinn1 Obwohl ich die Story bereits kannte, hat mich das Ende wirklich überrascht und begeistert und restlos überzeugt.

Mare zu begleiten macht dabei auch riesigen Spaß. Sie bringt diese Mischung aus Schlagfertigkeit und Verletzlichkeit mit und bleibt so interessant. Ich fand sie in jeder Lebenslage sehr authentisch und glaubhaft, sehr realistisch und vor allen Dingen sympathisch und nachvollziehbar. Ich konnte wunderbar mit ihr mitfiebern, mitfühlen und mitleiden und gerade wenn es mal wieder eng wurde für sie, merkte ich mehr als einmal, dass ich den Atem unbewusst angehalten hatte. Das zeugt doch schon davon, dass ich sie extrem gern hatte und tief in mein Herz ließ. Mare’s Entwicklung möchte ich dabei auf keinen Fall unter den Tisch fallen lassen – zwar war sie auch zu Beginn schon sehr taff, wirkte aber auch oft verunsichert und planlos. Das änderte sich immer mehr und sie wurde zu einer richtigen Anführerin, die auch mal das Kommando übernahm und sich von nichts und niemanden reinreden ließ. Ich fand die Figur einfach sehr schön dargestellt und ausgearbeitet; sehr authentisch, es bereitete mir größte Freude, mich an ihrer Seite durch dieses waghalsige Abenteuer zu bewegen und kann mir jetzt im Nachhinein wirklich keine bessere und vor allem passendere Protagonistin vorstellen.
Einen zweiten Protagonisten gab es eigentlich nicht. Natürlich spielten einige Randfiguren auch mal wichtigere Rollen, mal der eine, mal der andere; doch das variierte immer recht stark, deswegen nenne ich hier niemanden mehr namentlich. Ich möchte aber anmerken, dass alle Nebenfiguren wirklich auffallend detailliert dargestellt wurden und ich zu jedem entweder Sympathie oder Antipathie enwickeln konnte; doch gerade weil es doch eben auch viele gab, die sehr undurchsichtig waren, war die Überraschung umso größer, wenn man sich wieder mal in jemandem getäuscht hat. Auch optisch waren alle soweit beschrieben und dargestellt, dass ich sie mir problemlos bildlich vorstellen konnte, besonders Maven fand ich großartig in Szene gesetzt; genau so aber auch Evangelina, die ich mitunter zu den interessantesten Figuren der Geschichte zähle.

Der Stil von Victoria Aveyard ist wirklich perfekt für diese Thematik. Einerseits schreibt sie sehr einfach und lockerleicht, kann aber mit ihren Worten auch eine enorme Menge Spannung und verschiedene Tempi-Wechsel erzeugen, die mich persönlich noch mehr an die Seiten fesselten. Die Autorin legt dabei eher weniger wert auf ausschweifende Beschreibungen, sondern konzentriert sich auf das Nötigste; was mich überhaupt nicht störte sondern vielmehr positiv begeisterte. Man kommt nicht nur sehr leicht, sondern auch sehr schnell durch diese 512 Seiten bzw. durch die knappen 14 Stunden und ich hatte weder Probleme, mich in die Kulisse, noch in die Welt an sich, hinein zu versetzen. Dabei mach Britta Steffenhagen aber auch einen extrem guten Job. Ich habe es sehr genossen, die Geschichte von ihr vorgelesen zu bekommen und ihrer Stimme zu lauschen. Sie passt auch sehr gut zu Mare, da sie eine etwas jüngere Stimme hat und alles noch glaubhafter und authentischer wirken ließ. Sie liest sehr betont, sehr klar und es gab keinerlei Verständnis-Probleme. Auch ihre verschiedenen Stimmfarben und Tonlagen tun dem Buch gut und sorgen ebenso für Spannung.

FAZIT:
„Die rote Königin“ von Victoria Aveyard hat mich dieses Mal wirklich abgeholt. Obwohl meine Rezension ein wenig chaotisch ausfällt, sind mir die tollen Charaktere, der angenehme Stil, die talentierte Sprecherin und vor allem aber die einfallsreiche Grundidee sehr positiv in Erinnerung geblieben. Für das absolute Highlight fehlte mir noch eine kleine Prise Wow-Effekt.. wahrscheinlich weil ich die Story halt irgendwo doch noch im Kopf hatte. Aber dennoch hat sich das Buch um einen ganzen Stern verbessert und bekommt deshalb von mir: 4.5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Schöne Fortsetzung mit geringen Mängeln.

Obsidian 2: Onyx. Schattenschimmer
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MEINE MEINUNG:
Die Reihe reizte mich ja schon immer und nachdem ich den ersten Band gehört hatte, wollte ich zügig weitermachen, um nicht, wie letztes Mal, den Anschluss zu verlieren. Und da mir die Sprecherin ...

MEINE MEINUNG:
Die Reihe reizte mich ja schon immer und nachdem ich den ersten Band gehört hatte, wollte ich zügig weitermachen, um nicht, wie letztes Mal, den Anschluss zu verlieren. Und da mir die Sprecherin so zugesagt hat, habe ich nun auch Band 2 der Serie wieder als Hörbuch gehört. Bitte bedenkt, dass ich zwar nicht zu diesem Band hier spoilere, aber durchaus Spoiler zu Band 1 fallen könnten (allein der Klappentext verrät ja schon einiges aus „Obsidian“) Nun aber viel Spaß bei meiner Meinung:

Onyx schließt mehr der weniger nahtlos an seinen Vorgänger an und ich bin sehr froh, dass ich so schnell dazu gegriffen und nicht so viel Zeit zwischen den beiden Büchern verstreichen lassen habe. So waren die Erinnerungen noch ganz frisch und ich hatte keinerlei Probleme, mich in diesem Teil hier zurecht zu finden. Ich war sehr überrascht darüber, wie sehr ich die Figuren und vor allem die Story an sich vermisst hatte – das war mir bis zum Beginn von „Onyx“ überhaupt nicht klar gewesen. Da mir also der Cliffhanger von „Obsidian“ noch so deutlich vor Augen stand, war ich von der ersten Sekunde an wieder total gefesselt und wollte natürlich erfahren, was sich die Autorin hat noch so einfallen lassen, um den Leser bei Laune zu halten. Wieder einmal war es keine Aneinanderreihung von Actionszenen, sondern eher ein Auf und Ab der Spannung. Es dreht sich viel um Caty und Daemon selbst; um ihre Verbindung, ihre Freundschaft und es geht auch wieder viel um widersprüchliche Gefühle, die stellenweise wieder meine Nerven strapazierten und meine Geduld auf die Probe stellten. Schon in Band 1 hatte ich das ewige Gezicke zwischen Daemon und Caty kritisiert – hier war es besser, aber eben noch nicht gänzlich vom Tisch. Dafür gefielen mir besonders die Plots, die Jennifer L. Armentrout hier eingebaut hat; die überraschenden Wendungen und die kreativen Einfälle, die der Langeweile keinerlei Raum boten. Obwohl es in „Onyx“ auch mal ruhiger wird, und eher das Teeanger-Dasein beleuchtet und abgearbeitet wird, blieb es doch durchgehend spannend und ich persönlich an die Seiten bzw an das Hörbuch gefesselt. Mir gefielen auch die Aspekte aus Caty’s Alltag, der Schule, ihrem großen Hobby, dem Lesen – das alles war auf seine Art und Weise interessant, wenn eben eher auf unterhalsame Weise, anstatt auf spannender Ebene. Dafür gab es aber eben auch, wie erwähnt, einige Plots und die Abhandlung an sich kam gut voran und trat, trotz ruhigen Phasen, nicht auf der Stelle. Ebenso fand ich es sehr positiv, dass es eben doch mehrere Höhepunkte gab, die allesamt ein würdiges Finale für den Band gewesen wären. Die Action kommt also definitiv nicht zu kurz, sondern tritt an genau den richtigen Stellen auf um die Ruhe und den Alltag bestmöglich zu vertreiben. Das entgültige Ende des Buches wurde dann meiner Meinung nach ein wenig zu flott und zu wirr abgehandelt – es passierte vieles Knall auf Fall und ich ertappte mich immer wieder, wie Fragezeichen vor meinem inneren Auge erschienen, während das Tempo jegliche Grenze sprengte und ich mich ein wenig verloren fühlte. Trotzdem ist auch hier wieder ein enormer Cliffhanger platziert; zwar nicht so schockierend wie bei „Obisidian“, aber ich hätte dennoch gut Lust, sofort weiterzuhören.

Caty und Daemon sind nach wie vor absolut sympathisch und liebenswert, aber wie erwähnt, streckenweise echt anstrengend. Beide haben gewisse Züge von Naivität, besonders Caty und auch in Sachen Reife müssen unsere Protagonisten noch einiges lernen. Das Gezicke und das Hin und Her zwischen den Beiden fand ich in Band 1 der Reihe wirklich nervig und veranlasste mich sogar dazu, einen ganzen Stern abzuziehen – hier besserte sich das Verhalten der Beiden, aber es gab eben immer noch Momente, wo ich die Augen verdrehte und bei mir dachte „jetzt reißt euch doch mal zusammen“. Caty wirkt aber angekommener, wenn man das so nennen möchte. In Band 1 war sie noch die Neue, hier wirkte sie „zu Hause“ und konnte den anderen auch mal Kontra gebn. Sie hatte ihre festen Freunde, die wir ja alle schon zuvor kennen gelernt haben, doch es traten auch neue Figuren auf, die Caty manchmal in völlig neuem Licht erstrahlen ließen – ob nun positiv oder negativ lasse ich mal dahin gestellt. Gerade in Bezug auf Blake gab es in Sachen Gutgläubigkeit ja keine Grenze für Caty. Jede Warnung wurde getrost in den Wind geschossen und ärgerte mich doch schon sehr. Daemon hingegen blieb seinem Schema weitestgehend treu. Er hielt sich weiterhin für den Größten, was manchmal echt amüsant war, manchmal auch nervte. Doch auch seine andere Seite kam hier ans Licht und zeigte deutlich, dass er eben doch auch nur ein Mensch war .. ein Mensch mit dem Herz am rechten Fleck. Mir gefiel vor allem die Loyalität, die zwischen nahezu allen Figuren herrschte – es gab wenig Streitpunkte und wenn, dann würde das sehr schnell abgehandelt. Nachtragend ist also definitiv niemand.
Die Nebenfiguren hätten dabei dann aber doch noch das ein oder andere Detail vertragen. Gerade diejenigen, die immer wieder ihre Auftritte hatten, hätten ein wenig mehr ausgeleuchtet werden können. Sie hatte ich zum Beispiel von Lisa und dem anderen Mädchen überhaupt kein Bild vor Augen, obwohl ich beide auf ihre Art mochte. Was mir aber wiederum enorm gut gefiel war die Undurchsichtigkeit der Figuren – denn irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich die wildesten Vermutungen über alles und jeden anstellte, die jetzt rückblickend echt übertrieben und total daneben waren. Aber so soll es ja schließlich auch sein, oder? Wenn wir von vorn herein gewusst hätten, wer gut und wer böse ist, wäre des Lese,- bzw. Hörvergnügen ja nur halb so groß gewesen.

Stil-technisch hatte ich jetzt nicht das Gefühl, als habe sich Jennifer L. Armentrout weiter entwickelt – was aber auch nicht nötig war, schließlich habe ich ja schon bei Obsidian in höchsten Tönen von ihrem Stil geschwärmt. Das übernehme ich hier auch wieder: das Hörbuch ließ sich nicht nur sehr gut hören, sondern war auch total verständlich und atmosphärisch. Natürlich tut Merete Brettschneider hier auch einiges für die Stimmung, doch alles in allem gibt es wieder nichts, was ich großartig bemängeln könnte. Mir gefiel es auch total, wie hier ein gewisser Effekt eingebaut wurde – das machte alles nochmal realer und ließ mich noch ein Stückchen tiefer in die Welt der Lux eintauchen. Erzählt wird übrigens auch wieder nur aus Caty’s Sicht, was mich auch vollends zufriedenstellte. Daemon brauch ja auch keine eigene Sicht – er bekommt innerhalb der Reihe ja sogar eigene Bände, die ich persönlich jetzt ein wenig unnötig finde – aber wer weiß, vielleicht packt es mich dann doch irgendwann und ich muss die Oblivion Reihe auch noch inhalieren.

FAZIT:
„Onyx“ von Jennifer L. Armentrout war definitiv besser als sein Vorgänger; was durchaus der Tatsache geschuldet sein kann, dass wir die Welt der Lux durch „Obsidian“ einfach schon kennen und mögen gelernt haben. Aber ich war wieder total an die Geschichte gefesselt, fieberte und rätselte mit und fühlte mich wohl an Caty’s und Daemon’s Seite. Sowohl die ruhigen als auch die actionreichen Szenen waren interessant zu verfolgen und es wurde in keiner Sekunde langweilig. Dazu kamen die undurchsichtigen neuen Figuren, die ebenfalls ordentlich Spannung mit sich brachten. Lediglich das gewohnte Hin und Her und Gezicke zwischen den Protagonisten schmälerte den Lesespaß um ein bisschen. Außerdem glaube ich, dass Band 3 noch eine gute Portion mehr parat halten könnte. Deshalb vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Nicht 100% perfekt - aber nah dran!

Die Krone der Dunkelheit
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MEINE MEINUNG:
Ich kann euch gar nicht sagen, wie versessen ich darauf war, dieses Buch zu lesen! Es war in aller Munde, alle haben es gehypt ohne Ende, es ist Laura Kneidl und dann klang auch noch der ...

MEINE MEINUNG:
Ich kann euch gar nicht sagen, wie versessen ich darauf war, dieses Buch zu lesen! Es war in aller Munde, alle haben es gehypt ohne Ende, es ist Laura Kneidl und dann klang auch noch der Klappentext einfach phänomenal. – und das alles, obwohl sich die Geschichte um Feen dreht und ich noch nie ein gutes Elfenbuch gelesen habe. Also prompt angefragt und noch prompter die Zusage bekommen und nach kurzer Verzögerung auch direkt gelesen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an den Piper-Verlag; ich habe mich unglaublich gefreut! Nun kann ich euch heute schon meine ausführliche Meinung liefern und hoffe, ihr habt Spaß beim Lesen ♥

In „Die Krone der Dunkelheit“ begegnen wir einer regelrechten Flut an Charakteren. Doch nicht nur dass etliche Charaktere eine tragende Rolle spielen und essentiell für die Geschichte sind; nein! Einige davon haben sogar das Privileg, dass wir aus der jeweiligen Sicht lesen. Was ich hier sehr positiv fand, war die Tatsache, dass sich die Autorin vorerst nur auf die Perspektiven bzw. die Kapitel von Ceylan und Freya konzentriert. So bekam ich genügend Zeit, um mich mit der Welt, den Begebenheiten und die beiden Hauptakteuren vertraut zu machen und wurde dann erst von der Flut an weiteren Figuren begrüßt. Und obwohl es zu Beginn noch recht „einfach“ gehalten wurde, habe ich doch meine Zeit gebraucht, um mich richtig zurecht zu finden und mir die Kulissen wie auch die Umstände vor Augen führen zu können. Nach kurzen anfänglichen Schwierigkeiten war ich dann aber mit der Geschichte im reinen und tat mir auch nicht schwer damit, immer mehr Figuren kennen zu lernen und ihre jeweiligen Kapitel zu verstehen und zu fühlen.

Die Figuren an sich waren alle sehr verschieden – wir begleiten nicht nur die Menschen-Prinzessin und die Wächterin, sondern auch einen Fae und ein Mischwesen. Selbst Larkin bekam seinen Einsatz und ich finde es total gut gewählt von Laura Kneidl, welchen Charakteren sie eigene Perspektiven gab und wen sie so noch genauer und eingehender ausgeleuchtet hat. Mir gefielen alle auf ihre eigenen Arten und Weisen; keiner von ihnen stach mir negativ ins Auge. Freya verkörperte dabei noch die normalste Rolle, während Ceylan mehr als Kick-Ass-Protagonistin bezeichet werden muss. Beide waren großartig dargestellt, unheimlich glaubhaft und vor allen Dingen symathisch. Auch wenn sie in völlig unterschiedlichen Welten zu Hause sind, ergänzten sie sich prima und beide brachten Abwechslung in die Geschichte. Die jeweiligen Entwicklungen möchte ich dabei auch nicht unter den Tisch fallen lassen, genau so wie die nachvollziehbaren Gefühle und Gedankengänge. Laura Kneidl hat hier zwei starke Persönlichkeiten geschaffen, die dem Buch alleine schon eine riesige Portion Leben eingehaucht haben und mit denen man gerne und gut mitfiebern kann. Sowohl optisch wie auch charakterlich waren beide greifbar für mich und besonders Freya ist zu einer richtigen Freundin für mich geworden, der ich stets nur das Beste wünschte und am liebsten selbst vor allem Bösen der Welt beschützt hätte. Ceylan blieb mir dabei ein wenig distanzierter, das lag aber einzig und allein daran, dass sie immer wieder bewies, dass sie selbst auf sich aufpassen konnte und mit jeder noch so brenzligen Siuation klar kam und umgehen konnte.
Larkin zähle ich, genau so wie die anderen Wächter und einige Faes zu den Nebenfiguren, obwohl man auf keinen einzigen hätte verzichten können. Jede noch so kleine Figur war wichtig für das Buch und trug ihren Teil zum Ablauf bei. Ich fasse sie nun trotzdem zusammen, denn im Groben und Ganzen kann ich zu jedem das selbe sagen: mir gefielen auch hier wieder alle enorm gut. Ich konnte mir jeden bildhaft vorstellen und es war mir problemlos möglich, meine Favoriten rauszupicken. Antipathie entwickelte ich da nur schwerlich, denn selbst die Bösewichte waren nachvollziehbar und wirklich glaubhaft und realistisch. Kurz um: Ich fand die Charaktere einfach nur rundherum gelungen und sehr gut getroffen! Es sind letztlich nicht nur Freya und Ceylan, die mir während der Wartezeit auf Band 2 fehlen werden.

Der Schreibstil von Laura Kneidl – ja auf den war ich enorm gespannt. Man hört ja doch viele Lobeshymnen, aber da es mein erstes Buch der Autorin war, war ich zuvor sehr neugierig, ob ich mich dem Hype um diese Frau anschließe. Ich bin da aber, ehrlich gesagt, ein wenig am Zweifeln. Einerseits schreibt so total verständlich und einfach, dabei trotzdem nicht plump oder abgehakt oder kindlich. Nur hatte ich immer wieder das Gefühl, als würde sie sich in den Beschreibungen verlieren. Der Stil bremste mich irgendwie; ich kam nicht so schnell durch die Geschichte, wie ich es gewohnt bin und spürte immer wieder eine sehr einnehmende Ruhe, die das Tempo, das die Story an sich hätte mitbringen können, herausnahm. Aber diese vielen, oder eher zu vielen Beschreibungen schafften natürlich auch eine gewisse Genauigkeit was die Details betrifft und ich komme nicht umhin zu sagen, dass ich mir alles wirklich seeeeeehr gut vorstellen konnte – nur ob das wirklich nötig war stelle ich in Frage. Ansonsten fand ich die Gliederung aber, wie oben schon erwähnt, gut gewählt und bringt uns einige der Figuren näher und sorgt für eine gewisse Portion an Spannung; da jedes Kapitel mit einem Cliffhanger endet. Die Kapitel sind dabei nicht sehr lang und umfassen meist 10-20 Seiten.

Die Idee der Geschichte beeindruckte mich zutiefst, denn Laura Kneidl hat hier eine einzigartig tolle High Fantasy Welt geschaffen, die sehr bildhaft ausgearbeitet wurde und alles zu bieten hatte, was das Leserherz begehrt. Vom Königshof, über die Einöde an der Mauer bishin zur sagenumwobenen Fae-Welt, die nicht nur Freya faszinierte, sondern auch mich. Die Autorin hat die unterschiedlichsten Settings gesetzt und damit den Jackpot geknackt. Ich fand die Reise, die die Prinzessin mit Larkin unternimmt total abwechslungsreich und interessant; doch genau so gefielen mir die Szenen von Ceylan, die als Wächterin ausgebildet werden sollte. Kampf, Blut und Streitereien stehen also genau so an der Tagesordnung wie die Magie in Melidrian, was sich zwar absolut von der Mauer unterscheidet, aber gleichermaßen spannend war. Das Erzähl-Tempo ist dabei aber eher ruhig gehalten und selbst die Kampfszenen wirkten auf mich wenig actionreich, sondern einfach mitreißend weil man den tollen Figuren nur das Beste wünscht. Mir fehlte es, schneller lesen zu wollen als es zu können; mir fehlten atemlose Momente und die Rasanz, die in so einer Story einfach unabdingbar sind. Trotzdem empfand ich keine Langeweile, und das wundert mich doch sehr. Gerade im mittleren Teil passierte nicht besonders viel, und es wirkte ein wenig träge, aber eben nicht langweilig. Gen Ende wurde das Tempo dann doch nochmal ein wenig angezogen, wenn auch nicht viel. Es gab einen etwas größeren Twist, den ich aber habe kommen sehen – der entgültige Ausgang dieses ersten Bandes überraschte mich also nicht besonders. Ich tu mir immer noch schwer, hier ein finales Fazit zu ziehen, was die Abhandlung dieser tollen Idee betrifft – einerseits gefiel es mir die Verbindung, die ich zu allen Figuren hatte und deshalb mit ihnen ordentlich mitfiebern konnte – aber diese ruhige Art und Weise, wie alles erzählt wird, überzeugte mich einfach nicht auf ganzer Linie. Trotzdem bin ich gespannt auf Band 2 und kann es kaum erwarten, Freya und Co. bald schon (nämlich im Sommer 2019) wiedersehen zu dürfen.

FAZIT:
„Die Krone der Dunkelheit“ von Laura Kneidl lässt mich total zwiegespalten zurück. Die Charaktere waren große Klasse, ebenso wie das Worldbuilding und die Idee an sich. An der Umsetzung scheiterte es jedoch meiner Meinung nach ein wenig. Der Lesefluss wurde duch unzählige, sehr lange Beschreibungen und Erklärungen immer wieder aufgehalten und die anhaltende Ruhe kann schnell zu Langeweile führen. Trotzdem kann ich nicht behaupten, mir hätte das Buch nicht gefallen. Ich war neugierig, wie alles zusammen läuft, war verliebt in die Charaktere und konnte mich mit jedem identifizieren. Und genau wegen dieser Zwiespältigkeit bewerte ich rein aus dem Bauch heraus und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Der Schreibstil ruiniert viel - und das ist noch nicht alles.

Fire - Kriegerin der Asharni
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MEINE MEINUNG:
Vorweg: wer mich schon länger verfolgt, der weiß, dass ich Selfpublishing eigentlich immer eher umgehe. Da mir die Autorin aber eine so liebe Mail geschrieben hat inklusive Vorstellung ihrerseits ...

MEINE MEINUNG:
Vorweg: wer mich schon länger verfolgt, der weiß, dass ich Selfpublishing eigentlich immer eher umgehe. Da mir die Autorin aber eine so liebe Mail geschrieben hat inklusive Vorstellung ihrerseits und Hintergrund-Infos zu ihren beiden Reihen und mir auch die Klappentexte von beiden Auftaktbänden zugesagt haben, habe ich zugestimmt und bekam dann „Fire – Kriegerin der Asharni“ als ebook von der lieben Jessica Stephens zugeschickt. Bitte bedenkt aber, dass das meine Meinung in keinsterweise beeinflusst. Nun habe ich aber genug geschnackt – jetzt wünsche ich euch viel Spaß bei meiner finalen Rezension:

In „Fire – Kriegerin der Asharni“ trifft der Leser auf doch recht viele Figuren. Neben den ganzen „unwichtigen“ Rollen wie zum Beispiel die Wachen oder andere Eintagsfliegen, gibt es nur zwei Persönlichkeiten, die essentiell für die Geschichte sind:
Wie der Titel schon sagt ist Fire unsere Hauptfigur, die starke, mutige Kriegerin, die früh ihren Vater verliert und sich dazu entschließt, in die Fußstapfen dessen zu treten. So weit, so gut. Leider wirkte Fire mit ihren 18 Jahren auf mich durchgehend wie eine unglaublich pubertierende 14-Jährige, die irgendwie alles anpackt, aber nichts schafft, die alles andere als eine Kriegerin ist und öfters in Tränen ausbricht, als gut für sie ist. Sie wollte immer so taff wirken, wollte keine Schwächen zeigen, aber ich kaufte ihr das kein einziges Mal ab. Außerdem stand ich immer wieder vor dem Problem, dass ich sie, ihre Handlungen und Emotionen nicht ernst nehmen konnte. Durch eine bestimmte Tat einer anderen Figur ist sie enorm wütend und enttäuscht, was ja so noch glaubhaft gewesen wäre, doch kaum sieht sie diesen jemand wieder, wird daran gar nicht mehr gedacht. Ich mochte sie anfangs noch ganz gerne, doch sie schaufelte sich schnell ihr eigenes Grab, aus dem sie bis zuletzt dann auch nicht mehr herauskriechen konnte.
Strike hingegen gefiel mir alles in allem etwas besser. Er war zwar, rückblickend, die selbe Pfeife wie Fire, und alles andere als ein Krieger (ja es braucht mehr um ein Krieger zu sein, als jemanden umbringen zu können), aber während des Lesens fiel mir das nicht so stark auf. Einziges Manko an ihm war seine Selbstverliebtheit, als könne keine Frau auf der Welt ihm widerstehen. Dennoch: Ich fand ihn glaubhafter, irgendwie greifbarer und vor allem sympahischer als Fire und seine Handlungen und Gedankengänge warenn wesentlich nachvollziehbarer und echter.
Entwicklungen und Einsichten suchte ich bei beiden Protagonisten auch vergeblich; genau so wie unterhaltsame Dialoge. Allgemein wird so wenig gesprochen und das was dann mal gesagt wird, ist stellenweise doch sehr umgangssprachlich und irgendwie nicht passend für die Thematik der Geschichte. Die Nebenfiguren lasse ich jetzt mal beiseite, wenn ich schon die Hauptcharaktere blass fand, sollte klar sein, dass ich auch von den unwichtigen Rollen nicht viel hielt.

Mein größter Kritikpunkt ist aber definitiv der Schreibstil. Ich dachte anfangs noch, ich würde mir das einbilden, doch nachdem sich selbst auf den letzten Seiten keine Besserung einstellte, war dann auch mir klar: es lag nicht an mir sondern am Buch. Es kam während diesen 256 Seiten einfach keinerlei Lesefluss auf und auch wenn ich enorm schnell voran kam – das lag einzig und allein daran dass man Stichpunkte einfach schnell runterrattert als eine richtige Geschichte. Alles wirkte so abgehakt, unharmonisch und überhaupt wie Anneinanderreihungen von Sätzen. Ich nenne jetzt mal ein Beispiel, ohne zu spoilern:
„(..) Wenn ich nur an diese verdammte Klinge gelange, mit aller Kraft rüttle ich an meinen Fesseln und biege mich zu Stiefel hinab, während die Seile Stück für Stück nachgeben. Endlich kann ich den kühlen Griff der Klinge ertasten. Mit Fingerspitzengefühl versuche ich, diese aus der Halterung zu lösen und sie vorsichtig hinauszuziehen.(..)“ Das stottert, und das ist nur einer von unzähligen Sätzen, an denen ich mich regelrecht aufgehängt habe. Ich war während des Lesens mehr damit beschäftigt zu überlegen, wie man es besser beschreiben könnte, als wirklich die Geschichte zu erfahren. Positiv fand ich aber die Gliederung, denn wir lesen nicht nur aus Fire’s Sicht, sondern auch aus der von Strike, sodass doch ein wenig Abwechslung aufkam.

Die Grundidee, die der Klappentext verrät, ist enorm vielversprechend und zeugt von Kreativität. Ich hab mir vieles ausgemalt, vieles vorgestellt und die Vorfreude war deshalb umso größer. Schnell wurde aber klar, dass sich die Geschichte in eine ganz andere Richtung entwickelt, als ich zuvor angenommen hatte. Was ja so erstmal nichts negatives sein muss. Die Idee mit den Teams, die dann Aufträge erhalten und losziehen, um genau die zu erfüllen, fand ich toll. Also ziehen Fire, Melissa und Strike los um ihren ersten Auftrag zu erledigen und prompt kommt es zu Komplikationen. Auch rücken diese Team-Konstellationen in den Hintergrund und es passieren andere, durchaus logische Ereignisse. Erst nach diesem Plot wurde es dann leicht absurd. Für mich war dann vieles nicht mehr nachvollziehbar – es fühlte sich an, als hätte man lauter einzelne Bausteine, die schön aneinander gereiht wurden, die aber nichts miteinander zu tun hatten. Auch mein Gefühl während des Lesens war alles andere als angenehm, eher war es negativ behaftet mit Wut, Unverständnis und Ungläubigkeit. Da handelt einer dämlicher als der andere und egal wie doof die Entscheidungen auch waren, in der nächsten Szene war eh alles vergessen, als wäre es nie geschehen.
Alles, wirklich alles, wirkte monoton, zusammenhanglos und weder interessant noch spannend noch mitreißend. Eine gute Idee, die leider ziemlich in den Sand gesetzt wurde.

FAZIT:
„Fire – Kriegerin der Asharni“ hatte durchaus gute Ansätze: gerade den Einstieg fand ich gelungen und auch die Grundidee konnte mich überzeugen. Leider scheiterte es am sehr angehakten Schreibstil, der wenig sympathischen Protagonistin und an der Umsetzung allgemein. Ich habe lange überlegt, wie viele Sterne ich vergeben möchte und gehe heute mal abwechslungshalber nicht nach Bauchgefühl, sondern bewerte wiefolgt: 1 Stern gibt es für die gute Grundidee in Kombination mit dem wunderschönen Cover und 1 Stern für den Einstieg, der mir echt gefiel. Mehr kann ich leider nicht geben, weshalb ich nun auf folgende Bewertung komme: 2 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Für mich ein bisschen zu wenig Weihnachtsstimmung

Für immer und einen Weihnachtsmorgen
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MEINE MEINUNG:
Ich gestehe euch jetzt was: ich hab noch nie bewusst ein Weihnachtsbuch gelesen. Demnach wurde es also dringend Zeitt und umso gespannter war ich deshalb auf dieses wunderschöne Werk hier ...

MEINE MEINUNG:
Ich gestehe euch jetzt was: ich hab noch nie bewusst ein Weihnachtsbuch gelesen. Demnach wurde es also dringend Zeitt und umso gespannter war ich deshalb auf dieses wunderschöne Werk hier – und dann auch noch von der Queen der Romance-Geschichten: Sarah Morgan. Vielleicht, ja nur ganz vielleicht, hat mich da auch die liebe Tami ein bisschen angefixt mit diesem Buch, aber das lass ich mal unkommentiert (ist ja nicht so, als würde sie mich ständig mit irgendwas anfixen) ? Heute habe ich jetzt aber meine erste entgültige Meinung zu einem Weihnachtsbuch für euch. Viel Spaß ♥

Der Klappentext verrät nur sehr wenig über die eigentlichen Geschichte, die sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt. Es steckt so viel mehr darin als nur das Weihnachtsfest mit Alec’s Familie, es verbergen sich so viele Plots und Twists, so viele unterschiedliche Emotionen, die beim Lesen erweckt werden. Ich war doch sehr erstaunt über die Dauer der Story, denn es beginnt schon einige Wochen vor Heiligabend und wir lernen Skylar in einer sehr angespannten Lage kennen. Wir starten just in diesem Moment, als sie sich für ihre erste eigene Ausstellung in London zurecht macht und nur wenige Seiten später beginnt auch schon das Schicksal zuzuschlagen, wie es in der Inhaltsangabe erwähnt wird. Danach begleiten wir Skylar auf einer Reise, quer durch England und erleben mit ihr die unterschiedlichsten Gefühle. Ich muss sagen, dass ich gen Mitte des Buches mal so etwas wie Trägheit aufkommen spürte und sich alles doch immer wieder wiederholte und nach und nach seinen Reiz verlor. Diese Phase war dann aber zum Glück von kurzer Dauer und der Lesespaß wurde wenig getrübt wurde. Ansonsten gefielen mir die Ideen, verschiedenen Elemente und vor allem die einzelnen Kulissen enorm gut. Die Geschichte war abwechslungsreich, brachte sowohl spannende, temporeiche Szenen mit sich, wie aber auch gefühlvolle und berührende Passagen. Besonders Alec’s Familie eroberte mein Herz im Sturm und auch auf Puffin Island fühlte ich mich wunderbar wohl. Sarah Morgan hat ein großes Talent, die Geschichte rund um Sky und Alec, obwohl sie eben nicht vor Spannung und Action strotzt, trotzdem packend zu erzählen und die Wendungen so zu platzieren, dass Langeweile keine Chance hat.
Das große Finale der Geschichte, am Weihnachtsmorgen, war unheimlich packend; erstaunlich spannend und sooo berührend. Gleichzeitig komme ich aber auch nicht drum herum zu erwähnen, dass es vielleicht ein kleines bisschen überzogen und over the top war – aber darüber kann man, in Anbetracht dessen, dass es quasi ein Einzelband ist, problemlos hinwegsehen kann.

Skylar und Alec sind zwei absolut unterschiedliche Persönlichkeiten, die anfangs schlimmer sind als Feuer und Wasser. Jeder tut, was getan werden muss, aber keiner will es so richtig. Vorurteile ruinieren jede vernünftige Basis von Harmonie und so stimmt es auch mit der Sympathie zu Beginn überhaupt nicht. Es war deshalb umso schöner zu sehen, wie sie sich immer besser kennen lernen und die wahren Charaktere voneinander entdecken und feststellen müssen, dass sie so viel mehr gemeinsam haben, als sie zu träumen gewagt haben. Die Dialoge wurden weniger distanziert, es kam Humor ins Spiel und eine Vertrauensbasis, tiefgründigere Gespräche und stellenweise sogar fast poetische Aussprachen.
Skylar, die energiegeladene, junge Powerfrau mit großen Träumen, die sowohl Hochs wie auch Tiefs erleben muss. Ihre Selbstsicherheit, mit der sie ihre Ziele verfolgt, steht in so starken Kontrast zu den Unsicherheiten, die sie ihren Eltern gegenüber empfindet, dass man sie als Leser einfach interessant finden muss. Mit Skylar wird es nie langweilig; sie ist stets zu kleinen Späßchen aufgelegt und ist definitiv ein Charakter, mit dem man Pferde stehlen kann. Ich liebte ihren Sinn für Details, ihr kreatives Auge und ihre Fähigkeit, in den normalsten Dingen der Welt, wie zum Beispiel eine Schneelandschaft, etwas Besonderes zu sehen.
Alec war, in dieser Hinsicht nicht anders; er betrachtete auch vieles aus ganz anderen Blickwinkeln, wie es andere Menschen getan hätten und auch er hat einen Sinn für Einzigartiges – und wie Skylar, auch für Humor. Doch während sie offen ist und ihr Herz auf der Zunge trägt, ist er eher verschlossen und glüberisch und wirkt oftmals eher distanziert – obwohl auch er, wenn er sich denn mal zeitweise öffnet, zu einem wahren Freund geworden ist für mich.
Kurz gesagt: ich habe an keinem der beiden Protagonisten etwas wirklich tragisches auszusetzen – natürlich kommt man irgendwann an den Punkt, an dem Entscheidungsfreude definitiv nicht zu ihren Stärken zählen, aber nach etlichen Büchern dieses Genres habe ich mich an diese kleine Macke gewöhnt.
Die Nebenfiguren, wie beispielsweise Richard oder die beiden Freundinnen, gefielen mir ebenfalls richtig gut. Es wirkte einfach alles in allem stimmig und jeder hatte Ecken und Kanten, die absolut glaubhaft und echt wirkten und die Sympathie oder die Antipathie, die ich für jeden empfand, nur noch steigerte.

Sarah Morgan hat dabei auch einen sehr angenehmen, leicht verständlichen Stil, der den Lesegenuss komplett macht und der Geschichte zusätzlich Leben verpasste. Ich kam sehr zügig durch die Seiten, konnte mir alles sehr detaillreich vorstellen und fühlte mich rund herum wohl an Sky’s und Alec’s Seite. Erzählt wird übrigens, wie so oft, aus den Sichten von der weiblichen, aber auch von der männlichen Perspektive aus, sodass uns Lesern die beiden Figuren noch ein wenig näher gebracht wurden. Ich hab am Stil nichts zu bemängeln, auch wenn er sich letztlich nicht enorm von anderen Schreibstilen abhebt.

FAZIT:
„Für immer und einen Weihnachtsmorgen“ von Sarah Morgan ist eine super unterhaltsame, emotionale und humorvolle Geschichte, die sich durchaus auch außerhalb der Weihnachtszeit gut lesen lässt. Ein sehr angenehmer, gefühlvoller Schreibstil trifft hier auf zwei sehr kreative Charaktere, die in so mancher Alltagssituation völlig neue Besonderheiten sehen. Einziger kleiner Kritikpunkt wäre die gewisse Länge nach der ersten Hälfte des Buches; ansonsten gibts nicht zu meckern. Dennoch fehlte mir für das Highlight der Wow-Effekt, das „mitgerissen sein“ und das „immer weiterlesen wollen“ – das hatte ich nämlich leider nicht. Trotzdem gibts von mir lieb gemeinte 4 von 5 Sternen.