geht unter die Haut
Da, wo ich dich sehen kannMaja ist neun, als Frank, ihr Vater, im Zorn Mutter Emma umbringt. Für Maja beginnt ein neuer Alptraum. Als ihre Mutter noch lebte, musste sie immer wieder den Streit ihrer Eltern miterleben. Doch jetzt, ...
Maja ist neun, als Frank, ihr Vater, im Zorn Mutter Emma umbringt. Für Maja beginnt ein neuer Alptraum. Als ihre Mutter noch lebte, musste sie immer wieder den Streit ihrer Eltern miterleben. Doch jetzt, nach dem Tod der Mutter, macht sie sich Vorwürfe. Schließlich hat sie immer ihrem Vater beigestanden. Hätte sie ihre Mutter retten können, wenn sie sich nicht so verhalten hätte?
Ich habe das Buch sehr langsam gelesen, immer wieder beiseitegelegt. Es waren für mich einfach zu viele Emotionen, die da hochgekommen sind. Nicht weil ich ähnliches erlebt habe. Es sind die eindringlichen Ausführungen der Autorin, die mich ergriffen gemacht haben. Dabei fand ich es von Jasmin Schreiber sehr gut vermittelt, wie die kleine Maja mit ihren Alpträumen zu kämpfen hat. Maja spricht von Ranken, die sie zu ihrer Mutter in die Erde ziehen wollen und ihr dabei die Luft zum Atmen nehmen. Doch die Autorin fasst die Auswirkungen dieser Gewalttat noch viel weiter. Die Eltern von Emma, ihre beste Freundin Liv, alle wissen nicht, wie sie mit dem Verlust und vor allem mit der traumatisierten Maja umgehen sollen. Beide Großelternteile, väter- wie mütterlicherseits, wollen für Maja da sein und bringen das junge Mädchen damit in noch größere Bedrängnis. Mit den Zeichnungen von Maja, den Amtsschreiben um den Sorgerechtsstreit der Großeltern wird ein rundes Bild geschaffen. Was mir aber besonders gefallen hat, sind die schwarz grundierten Kapitel. Ich habe sie für mich „was wäre, wenn“ bezeichnet. Ein Gedankenspiel, das im Nachhinein das Verbrechen nicht verhindern kann. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.