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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

kann ich uneingeschränkt empfehlen

Die Totenklägerin
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Matilda ist kein leicht verträglicher Typ. Sie hat dunkle Geheimnisse, lässt ungern jemanden hinter ihre Fassade blicken und doch schafft es die 12jährige Jackie ihr näher zu kommen. Sie ist es, die ihr ...

Matilda ist kein leicht verträglicher Typ. Sie hat dunkle Geheimnisse, lässt ungern jemanden hinter ihre Fassade blicken und doch schafft es die 12jährige Jackie ihr näher zu kommen. Sie ist es, die ihr schwere schwer ersparten 50 Euro einsetzt, damit Matilda sich den Tod von Oma Resi näher ansieht. Sie glaubt nicht, dass Oma Resi einfach so gestorben ist. Natürlich nimmt Matilda das Geld von Jackie nicht, aber trotzdem versucht sie näheres über die alte Dame und ihr Ableben herauszubekommen.
Unter der Lüge, Oma Resi hätte mit ihr vereinbart, dass sie die Trauerrede bei ihrer Beerdigung hält, beginnt sie mehr und oft weniger erfolgreich Antworten zu finden.
Anfangs habe ich mich mit Matilda als Hauptfigur schwergetan. Sie war mir zu abweisend, wenig strukturiert, von Sozialkompetenz ganz zu schweigen. Aber das hat sich mit Lesefortschritt immer mehr verbessert. Denn ihrem Abweisen von Nähe und ihrer schroffen Art verbirgt sie nicht nur die Erfahrungen einer schwierigen Kindheit, ist in ihrem Kern trotzdem allem ein herzlicher Kern. Vor allem ist sie aber eines: nicht auf den Mund gefallen und auch wenn der Graf von Reuth, der reichste Unternehmer des Ortes, sie offen anfeindet, bietet sie gekonnt Paroli. Überzeugt hat mich das Buch schlussendlich mit Matildas Trauerrede am Grab von Oma Resi. Gekonnt wirft Matilda hier Fragen auf, sät Zweifel und kommt der Wahrheit sehr nahe ohne direkt anzuklagen. Wirklich super gemacht. Insgesamt gibt’s von mir 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

spannungsgeladenes Lesevergrügen

Giftiger Grund
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Nach fast sieben Jahren kommt Joran aus dem Jugendknast. Am Entlassungstag holt sein Vater ihn ab, bringt ihn in die elterliche Wohnung. Doch hier kommt es gleich zum ersten Eklat. Auch Jorans Job- und ...

Nach fast sieben Jahren kommt Joran aus dem Jugendknast. Am Entlassungstag holt sein Vater ihn ab, bringt ihn in die elterliche Wohnung. Doch hier kommt es gleich zum ersten Eklat. Auch Jorans Job- und Wohnungssuche laufen alles andere als glatt. In seiner Verzweiflung kehrt Joran zur Tankstelle, die er damals mit seinen beiden Freunden überfallen hat, zurück, um das damals dort versteckte Geld zu holen. Heute ist die Tankstelle ein Lost Place. Ein Ort, der auch andere, wenn auch aus gänzlich anderen Gründen, angezogen hat….
Der Autor macht diesen Lost Place am Priusring zum zentralen Punkt der Handlung. Hier lernen sich Charu, Edda und Joran kennen. Und jeder der drei hat seine eigene Geschichte. Besonders hatte es mir Edda angetan. Immer wieder habe ich mich gefragt, warum dieses 10jährige Mädchen nachts diesen dunklen, kalten verlassenen Ort aufsucht. Wie schlimm muss ihr Zuhause sein, wenn sie nachts immer wieder an diesen unwirtlichen Ort flieht.
Mich hat es sehr spannend unterhalten zu erfahren, die Geschichte der drei zu erfahren. Kapitelweise und durch die Überschrift leicht einzuordnen erzählt jeder der drei in Ich-Form seine Gründe diesen Ort aufzusuchen. Dabei lässt der Autor aber immer genug Geheimnisse offen, um die Spannung aufrecht zu halten. Schlussendlich kommt es zum Finale, dem letzten Treffen am Priusring das völlig aus dem Ruder läuft. Da nimmt der Krimi nochmal richtig an Fahrt auf. Ja, es bleibt spannend bis zum Schluss und ich kann dieses Buch allen Krimi-Fans uneingeschränkt empfehlen. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

hatte mit mehr Spannung gerechnet

Todesflut
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Emma Klars Hilfe ist wieder einmal gefragt. Sie ist Privatdetektivin und arbeitet auch mal im Auftrag des BKA Berlin als Sonderermittlerin. Ihre wichtigste Stütze dabei ist Jörg Padorn, der ein Genie in ...

Emma Klars Hilfe ist wieder einmal gefragt. Sie ist Privatdetektivin und arbeitet auch mal im Auftrag des BKA Berlin als Sonderermittlerin. Ihre wichtigste Stütze dabei ist Jörg Padorn, der ein Genie in der Recherche ist. Mitunter nicht ganz legal, aber schnell und zielführend. Beim aktuellen Auftrag gilt es die aus der JVA Lübeck entflohene Mörderin Karina Pohl zu finden. Ein Auftrag, der nach Beginn der Recherchen immer mehr in den Hintergrund gerät.
Bei Emmas Ermittlungen musste ich an einen Stein denken, der auf eine Glasscheibe trifft und dabei viele kleine Haarrisse nach sich zieht, die in alle Richtungen gesprungen sind. Auch Emmas Ermittlungen nach Karina gehen in sehr viele verschieden Richtungen. Kleine Zweifel, Lücken in den alten Ermittlungen oder gar eingestellte Ermittlungen führen sie immer wieder zu neuen Ansätzen. Und dann ist da immer noch ihr Bauchgefühl. Für mich als Leser war das sehr anschaulich, hat mich von Emma Kompetenz als Ermittlerin überzeugt.
Was ich nicht in der Tiefe, auch wenn es sicher dem Alltag bei polizeilichen Ermittlungen entspricht, waren die vielen Hinweise auf die Einschränkungen und langen Entscheidungswege für die Zusammenarbeit der einzelnen polizeilichen Zuständigkeitsbereiche. Dieser Fall weitet sich von Lübeck, über Wismar, Rostock bis nach Berlin aus. Gut, dass Emma Rückendeckung vom BKA Berlin wie auch von der Staatsanwältin Ulrike Steiner hat.
Insgesamt gibt’s von mir leider nur 3 Lese-Sterne, da ich mir mehr Spannung versprochen hatte.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

total gelungener Auftakt

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Luisa Menkhoff hat gerade ihr zweites medizinisches Staatsexamen mit Bestnoten abgelegt und will nun ihr praktisches Jahr absolvieren. Eines unterscheidet diese junge Frau von ihren Mitstreitern: sie hat ...

Luisa Menkhoff hat gerade ihr zweites medizinisches Staatsexamen mit Bestnoten abgelegt und will nun ihr praktisches Jahr absolvieren. Eines unterscheidet diese junge Frau von ihren Mitstreitern: sie hat ein eidetisches Gedächtnis, in der Umgangssprache auch fotografisches Gedächtnis genannt. Vor der Uni findet Luisa einen Vermisstenaushang. Vermisst wird Nicole Klement, die Luisa vor fast 2 Jahrzehnten kennengelernt hat. Traumatische Erinnerungen kommen in Luisa wieder hoch. Damals war sie fünf und wurde von Nicoles Lebensgefährten, dem Psychiater Dr. Joachim Lichner, entführt. Hängt Nicoles Verschwinden mit ihrer damaligen Entführung zusammen? Luisa wendet sich an die Münchner Polizei und berichtet Ramin Brunner, der gerade eine neu Cold Case-Abteilung aufbauen soll, von ihren Erlebnissen vor 17 Jahren. Da aktuell wieder ein kleines Mädchen vermisst wird, das auch noch große Ähnlichkeit mir der damals 5jährigen Luisa hat, vermutet Ramin einen Zusammenhang mit dem aktuellen Fall. Ramin ist beeindruckt, wie haargenau Luisa die damaligen Ereignisse abrufen kann und bindet sie als externe Beraterin in die Ermittlungen mit ein.
Der Autor beschreibt Ramins neuen Kollegen, Sebastian Grohmann, als schwierig, da er die Vorschriften gern großzügig auslegt und auch gern überschreitet. Auf mich machte Grohmann einen sehr kompetenten Eindruck, da er gerade in schwierigen Situationen die richtigen Worte findet. Ich mag ihn und er passt gut ins neue Team.
Nachdem noch ein weiteres Mädchen verschwindet, steigt nicht nur der Druck auf die Ermittler. Der Fall nimmt auch ungeahnte Wendungen auf, der die Ermittler fast zur Verzweiflung bringt. Das zu Lesen hat mir unwahrscheinlich große Spannung gebracht, so dass ich 5 Lese-Sterne vergebe.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

absolut lesenswert

Spiegelland
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In meinen Augen ist das Buch ein wunderbarer Familienroman, der, anders als viele anderen, nicht mit nur einem alten Familiengeheimnis versucht den Leser zu fesseln. Nein, hier sind es drei verschiedene ...

In meinen Augen ist das Buch ein wunderbarer Familienroman, der, anders als viele anderen, nicht mit nur einem alten Familiengeheimnis versucht den Leser zu fesseln. Nein, hier sind es drei verschiedene Jahrhunderte in denen Frauen sich gegenüber dominanten Männern und gesellschaftlichen Gepflogenheiten zu behaupten versuchen. Die Autorin wechselt dabei immer zwischen den verschiedenen Frauenschicksalen, was mir auf der einen Seite sehr gut gefallen hat, mich auf der anderen aber anfangs stark gefordert hat, da so viele Personen, die miteinander direkt und indirekt verwandt sind, auf mich zukamen. Das hat sich aber mit Lesefortschritt gegeben. Da hieß es dann für mich einfach nur noch im Moorland abzutauchen.
Rebekka Frank gelingt es die Rollenbilder für Mann und Frau vom 18. bis ins 21. Jahrhundert in diesen Roman einzubetten. Dabei stellt sie heraus, dass auch heute noch manche alte Sichtweise in unseren Köpfen verankert ist und unser Handeln bestimmt. Insofern passt der Titel, denn sowohl dem Leser als auch den Hauptfiguren wird ein Spiegel vorgehalten. Besonders gefallen haben mir die Kapitel über Aletta, also aus dem 18. Jahrhundert, gefallen. Dieses entbehrungsreiche Leben der Moorbauern beschreibt die Autorin sehr anschaulich. Darum lag mir Alettas Schicksal auch besonders am Herzen.
Das Buch hat mich unwahrscheinlich kurzweilig unterhalten und auch. 3gestimmt. Ein Roman, den ich gerne weiterempfehle und der 5 Lese-Sterne verdient hat.

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