kann ich uneingeschränkt empfehlen
Die TotenklägerinMatilda ist kein leicht verträglicher Typ. Sie hat dunkle Geheimnisse, lässt ungern jemanden hinter ihre Fassade blicken und doch schafft es die 12jährige Jackie ihr näher zu kommen. Sie ist es, die ihr ...
Matilda ist kein leicht verträglicher Typ. Sie hat dunkle Geheimnisse, lässt ungern jemanden hinter ihre Fassade blicken und doch schafft es die 12jährige Jackie ihr näher zu kommen. Sie ist es, die ihr schwere schwer ersparten 50 Euro einsetzt, damit Matilda sich den Tod von Oma Resi näher ansieht. Sie glaubt nicht, dass Oma Resi einfach so gestorben ist. Natürlich nimmt Matilda das Geld von Jackie nicht, aber trotzdem versucht sie näheres über die alte Dame und ihr Ableben herauszubekommen.
Unter der Lüge, Oma Resi hätte mit ihr vereinbart, dass sie die Trauerrede bei ihrer Beerdigung hält, beginnt sie mehr und oft weniger erfolgreich Antworten zu finden.
Anfangs habe ich mich mit Matilda als Hauptfigur schwergetan. Sie war mir zu abweisend, wenig strukturiert, von Sozialkompetenz ganz zu schweigen. Aber das hat sich mit Lesefortschritt immer mehr verbessert. Denn ihrem Abweisen von Nähe und ihrer schroffen Art verbirgt sie nicht nur die Erfahrungen einer schwierigen Kindheit, ist in ihrem Kern trotzdem allem ein herzlicher Kern. Vor allem ist sie aber eines: nicht auf den Mund gefallen und auch wenn der Graf von Reuth, der reichste Unternehmer des Ortes, sie offen anfeindet, bietet sie gekonnt Paroli. Überzeugt hat mich das Buch schlussendlich mit Matildas Trauerrede am Grab von Oma Resi. Gekonnt wirft Matilda hier Fragen auf, sät Zweifel und kommt der Wahrheit sehr nahe ohne direkt anzuklagen. Wirklich super gemacht. Insgesamt gibt’s von mir 4 Lese-Sterne.