Profilbild von Recensio

Recensio

Lesejury Star
offline

Recensio ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Recensio über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2022

Ich bin verknallt!

Heartstopper Volume 1 (deutsche Hardcover-Ausgabe)
0

Ich! bin! verknallt!
Und zwar in Nick und Charlie. Charlie und Nick. Chick. Narlie. Zwei Typen, die einfach zusammengehören wie Sahnetorte und Kirschen. Ich war vom ersten Augenblick fasziniert von ihnen. ...

Ich! bin! verknallt!
Und zwar in Nick und Charlie. Charlie und Nick. Chick. Narlie. Zwei Typen, die einfach zusammengehören wie Sahnetorte und Kirschen. Ich war vom ersten Augenblick fasziniert von ihnen. Sie haben mein Gefühlsleben einfach komplett auf den Kopf gestellt. Und ihres übrigens auch!

Charlie ist ein schüchterner 14-jähriger Junge, der eine Jungenschule besucht und sich dort als homosexuell geoutet hat. Dass das auch für Mobbing sorgte, muss ich euch nicht erzählen. Allerdings hat Charlie es geschafft, diese schwere Zeit zu überstehen. Trotzdem merkt man deutlich, wie vorsichtig und skeptisch er u.a. dadurch geworden ist.
Nick ist bekannt, weil er Teil der Schul-Rugby-Mannschaft ist und mit den "richtig coolen" Jungs abhängt. Er ist sportlich, größer und stärker gebaut (als Charlie) und hat eine lässige Art an sich.
Nun dreht das Schicksal ganz fleißig seine Rädchen und schwupps sitzen beide im Unterricht nebeneinander. Hachzzz! Am liebsten wäre ich gerne genau an dieser Stelle. Dort, wo noch nicht alles passiert ist, von dem ich weiß, dass es passiert. Einfach noch einmal alles von vorne lesen.

Mitzuerleben, wie Nick und Charlie sich kennenlernen, was sie unternehmen, was sie erleben, was sie durchstehen, wie sie über sich hinauswachsen, wie mutig sie werden, mit welchen Themen sie sich befassen und vor allem inwiefern sie sich selbst reflektieren, war so, so, so wunderschön. Und hat mich an manchen Stellen nachdenklich gestimmt, denn hier werden sozial- und gesellschaftskritische Aspekte angesprochen.

Hinzu kommen die für einen Schwarz-Weiß-Comic typischen (oft süß verschnörkelten) Illustrationen, die so viel an Ausdruck und Tiefe besitzen, dass man jede noch so kleine Mimik und Gestik wahrnimmt und einfach mittendrin steckt. Man fiebert mit, man hibbelt, man hat Angst, man zweifelt, man schämt sich, man wird dabei Rot... man er- und durchlebt alles von den beiden Hauptfiguren. W-a-h-n-s-i-n-n!

Ich muss nicht erwähnen, dass ich die anderen Teile ebenfalls durchsuchten werde? Nein, gell? Weil das klar wie Kloßbrühe ist. Und ich wünsche mir, dass ihr auch mal einen Blick reinwerft. Vielleicht können euch Nick und Charlie ebenso begeistern wie mich. I am hooked!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.05.2022

Unkonventionell, sexy, Highlight

Real Easy
0

Hat von euch schon mal jemand einen Pole-Dance-Kurs mitgemacht? Oder habt ihr schon mal einen sexy Lap Dance für eure Liebsten vollführt? Wenn ja, dann habt ihr eine ungefähre Vorstellung davon, dass das ...

Hat von euch schon mal jemand einen Pole-Dance-Kurs mitgemacht? Oder habt ihr schon mal einen sexy Lap Dance für eure Liebsten vollführt? Wenn ja, dann habt ihr eine ungefähre Vorstellung davon, dass das bei weitem nicht so einfach ist, wie es aussieht. Wer sich, so wie ich, nicht öffentlich der Blöße der absoluten Bewegungslegasthenie hingeben möchte, könnte sich auch unendlich viele Tutorials im Internet anschauen: Wie strippe ich richtig?

Nun, die Ladys in Maria Rutkoskis Thriller „Real Easy“ haben es voll drauf. Sie haben sich das Strippen nicht nur selbst beigebracht, sie verdienen auch noch Geld damit. Wie erstrebenswert das ist, lasse ich an dieser Stelle wertungsfrei. Darüber könnt ihr euch selbst ein Bild machen, wenn ihr zu diesem Leckerbissen greift.

Dumm ist nur, dass einige der Mädels hier vielleicht genau durch ihr Können zum Opfer grauenhafter Morde werden. Die Story spielt im Jahr 1999. Rutkoski gelingt es, die wilden und bunten 90er Jahr wieder aufleben zu lassen und ihre Leserinnen und Leser zurück in diese Zeit zu holen. Dabei erzählt sie die Handlung aus unterschiedlichen Perspektiven, was immer wieder für die nötige Abwechslung sorgt und diesen Thriller nie langweilig werden lässt. Und genau hier liegt die Besonderheit: unterschiedlicher könnten die einzelnen Sichtweisen nicht sein.

Zum Einen wird uns natürlich die typische Ermittlerseite präsentiert. Gut, kennen wir, dennoch wird die leitende Ermittlerin Detective Meylin immer wieder vor neue Herausforderungen und Rätsel gestellt. Und so habe ich doch mit ihr mitgefiebert. Zum Anderen aber, und hier wird es wirklich special, erzählt Rutkoski aus der Sicht der Stripperinnen. Da geht es auch mal zur Sache. Unkonventionell und bissig gewährt Rutkoski Einblicke in die verschiedenen Sichtweisen und die Leben der sexy Ladys. Überhaupt gelingt es ihr, sämtlich Charaktere authentisch und auf ihre Art sympathisch darzustellen.

Auch sprachlich konnte mich Rutkoski vollends überzeugen. Schon mit dem ersten Satz hatte sie mich. Der Twist am Ende hat mich vollkommen umgehauen. I was so hooked!

Fazit: „Real Easy“ ist ein vielschichtiger Roman, der trotz einem ordentlichen Maß an Brutalität sehr feinfühlig bleibt. Maria Rutkoski liefert einen Thriller, der sich sehen lassen kann und durch seine unkonventionelle Art besticht. Für mich war dieses Buch endlich mal wieder ein (ziemlich sexy) Highlight.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.05.2022

Gelungener Krimi mit tollem Setting

Todesglut
0

Hui, was für ein Buch!
Ich bin ja nicht so sehr der Fan von Krimis und Thrillern, aber wenn der Inhalt so gut wie dieser hier klingt, dann muss ich das lesen. Und ich war positiv überrascht, denn der Krimi ...

Hui, was für ein Buch!
Ich bin ja nicht so sehr der Fan von Krimis und Thrillern, aber wenn der Inhalt so gut wie dieser hier klingt, dann muss ich das lesen. Und ich war positiv überrascht, denn der Krimi konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln.

In dem Buch geht es um die Akademie des Verbrechens. Eine Privatschule, ein hartes Aufnahmeverfahren; die Leidenschaft rund um das Thema Kriminologie wird aufs Härteste unter Beweis gestellt. Mittendrin Henry Zornik, Ex-Kommissar vs. Studenten. Ich hätte so gerne selbst diese Akademie besucht und es Herrn Zornik gezeigt.

Tatsächlich habe ich seinen Charakter gemocht. Er ist zwar sehr eigen, aber dennoch kam er authentisch rüber, war sympathisch und hat immer noch richtig was auf dem Kasten. Von ihm kann man bestimmt eine Menge lernen. Henry gibt niemals auf, bis der Täter gefunden ist. Er kann sich richtig in einen Fall verbeißen. Das hat mir sehr imponiert. Dafür nimmt er es mit seinem Privatleben nicht sehr ernst. Naja, des einen Leid ist des anderen Freud. Er ist eben mit seiner Arbeit verheiratet.

Auch die Nebencharaktere bzw. die Studenten fand ich super konzipiert. Hier unter anderem Charlotte, von der wir sogar ein wenig mehr erfahren. Sie ist eine der ehrgeizigsten Studenten und will in allem perfekt sein. Sie ist bei weitem nicht die Beste, doch sie hat die Leidenschaft und das Feuer, welches man zum Ermitteln braucht. Größtenteils sind die Kapitel aus Henrys Sicht verfasst, hin und wieder aus Charlottes, und auch der geheimnisvolle Mörder kommt zu Wort.

Der Schreibstil ist locker und lässig und konnte mich total in seinen Bann ziehen. Genauso wie die Story selbst. Ich ärgere mich immer noch, dass ich erst beinahe zum Ende hin eine Ahnung hatte, wer denn nun der Mörder sein könnte. Die Autorin hatte es so geschickt eingefädelt, dass ich echt lang auf dem Holzweg wandelte. Und das fuchst mich natürlich sehr, mein großes Ego wird dadurch stark angekratzt. Aber genau das macht für mich einen guten Krimi aus. Spannung, unerwartete Wendungen und ein überraschendes Ende.

Fazit: Ein überaus gelungener Krimi mit gut ausgearbeiteten Charakteren und einer tollen Story. Ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall für Krimi-Fans weiter und freue mich auf Band 2.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.05.2022

Wahnsinnig (interessant)!

Wie Psychopathen denken
0

„Die ist eine Eintrittskarte in die hochgradig verstörenden, dunklen Abgründe des Geistes von Psychopathen und Bestien. Ich darf dabei Ihr »Reiseführer« sein und nun, da Sie dieses Buch lesen, müssen Sie ...

„Die ist eine Eintrittskarte in die hochgradig verstörenden, dunklen Abgründe des Geistes von Psychopathen und Bestien. Ich darf dabei Ihr »Reiseführer« sein und nun, da Sie dieses Buch lesen, müssen Sie mir folgen, ob Sie wollen oder nicht! [...] So viel vorweg: Einen schönen Tag werden Sie beim Lesen der folgenden Seiten sicher nicht haben. Punkt!“ (Zitat, Seite 23/24)

Nun, wenn man diese Zeilen liest, sollte man wohl vorgewarnt sein. Noch besteht die Chance, dieses Buch sofort und unwiderruflich aus der Hand zu legen. Es lässt sich erahnen, was da auf den folgenden Seiten auf uns zukommen könnte. Und doch war ich schon hier so fasziniert davon, dass ich all das, was da kommen sollte, verschlungen habe. Wie im Rausch habe ich die Fakten und Fallstudien inhaliert, hin- und hergerissen zwischen gefesselt und schockiert sein. Denn eines sage ich euch vorweg: Das, was ihr euch nach dem kurzen Zitat vielleicht ausmalt, ist nichts im Vergleich zu dem, was Berry-Dee im Folgenden aufdeckt.

Christopher Berry-Dee versteht es, seine Recherchen, Erfahrungen und Erlebnisse mit dem nötigen Schuss Sarkasmus zu erzählen, ohne dabei despektierlich zu sein. Doch ohne seine wortgewandte, teils lockere Art zu erzählen, wäre so manche Fallstudie kaum zu ertragen. Wirklich alle Fälle sind auf ihre eigene Arte und Weise brutal und widerwärtig. Ohne auch nur einem dieser Fälle die Dramatik abzusprechen, hat mich der Blick in die Köpfe der Psychopathen allerdings am meisten beängstigt. Denn wie diese Serienmörder, Betrüger und Vergewaltiger mit ihren Mitmenschen spielen, selbst Fachleute und Wissenschaftler hinters Licht führen, einzig und allein um sich zu profilieren, ist unfassbar gruselig.

In „Wie Psychopathen denken“ schafft Berry-Dee zunächst die nötigen Grundlagen, die es braucht, um sämtliche Begrifflichkeiten einordnen und den Fallstudien folgen zu können. Dabei findet er die nötige Leichtigkeit, um nicht zu sehr ins Wissenschaftliche abzurutschen. Anschließend führt Berry-Dee seine Leser durch neun Fallstudien. Eine grauenhafter als die andere. Angefangen bei Oscar Pistorius und Harold Shipman, den meisten von euch bestimmt ein Begriff, bis hin zu Kenneth Alessio Bianchi, dessen Fall mich persönlich am meisten schockiert hat, und Arthur »Art« John Shawcross, blickt Berry-Dee tief in die Abgründe der menschlichen Psyche. Wollt ihr wissen, wer hinter diesen Namen steckt? Dann greift zu diesem Buch! Aber Vorsicht: Der eine oder andere Fall ist nichts für schwache Nerven!

Fazit: Es ist ziemlich beängstigend wie manipulativ und gestört manche Menschen sind. Trotzdem hat mich Christopher Berry-Dees Buch „Wie Psychopathen denken“ extrem fasziniert. Wer also von euch zu den True Crime-Fans gehört und gerne auch mal hinter die „Kulissen“ schauen will, dem lege ich diese Psychostudie wärmstens ans Herz!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2022

Großartiges Kopfkino!

Der letzte Schrei
0

Willkommen in der Welt der Schönen und Reichen, der Hetero- und Homosexuellen, der Gönner und der Neider. Der Autor entführt den Leser in eine ganz besondere Szene und hat darum eine Story kreiert, die ...

Willkommen in der Welt der Schönen und Reichen, der Hetero- und Homosexuellen, der Gönner und der Neider. Der Autor entführt den Leser in eine ganz besondere Szene und hat darum eine Story kreiert, die dem Buchtitel alle Ehre macht.

Schon allein der Hauptprotagonist Oded Hefer ist ein ausgefallener Typ. Er ist ein sympathischer Detektiv und Ermittler, der den Spitznamen Wühlmaus verpasst bekam, und wird mit einem Fall vertraut, der bizarrer nicht sein könnte. Zunächst fühlt er sich wohl in der glamourösen Welt der Stars. Doch schon bald stellt er fest, dass der Fall so in Lügen verstrickt ist, dass er selbst nicht mehr weiß, wem er noch trauen kann…

Der Schreibstil war flüssig, fesselnd und dabei überaus lebhaft. Die Sprache ist hin und wieder etwas vulgär, jedoch keinesfalls obszön. Sie passt hervorragend in die Handlung und zu der jeweiligen Szenerie und hat diese für mich dadurch aufgewertet und interessanter gemacht. Oded selbst ist eine echte Diva, und ich musste das eine oder andere Mal schmunzeln. Seine Art, mit den Ermittlungen umzugehen, mag zwar eigenartig sein, aber sie ist auf jeden Fall ziemlich unterhaltsam.

Der Titel des Buches passt wie die Faust aufs Auge. Nicht nur Oded selbst ist „der letzte Schrei“, sondern auch das Milieu, in das er sich begibt. Der Einblick in die LGQBT-Community und die damit aufgezeigten Missstände haben mich zum Nachdenken gebracht. Das Ende wurde super umgesetzt, war nicht vorhersehbar und bildete den perfekten Abschluss. Ganz großes Kopfkino!

Fazit: Ein moderner, frecher Krimi, der mich bestens unterhalten hat. Er zeigt uns die Schattenseiten der glamourösen Welt der Schönen und Reichen auf und macht uns vertraut mit der neuen Sexualität des 21. Jahrhunderts. Kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere