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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2023

Wenn das Leben vorbei ist

Mein Leben als Tatortreiniger
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Deutschlands erster Tatortreiniger berichtet. Wie kam er auf die Idee zu dieser Arbeit, wie wurde sie vorbereitet, was hat er erlebt. Ein ernstes Thema, hier in lockerem Plauderton unterbreitet. Obwohl ...

Deutschlands erster Tatortreiniger berichtet. Wie kam er auf die Idee zu dieser Arbeit, wie wurde sie vorbereitet, was hat er erlebt. Ein ernstes Thema, hier in lockerem Plauderton unterbreitet. Obwohl manchmal flapsig, spürt man den Respekt, den Dirk Plähn den Toten gegenüber wahrt. Den Ekel, den man angesichts der Tatortfunde empfinden könnte, lässt er für sich ganz professionell nicht zu. Egal, ob es sich um Leichenwohnungen oder durch Ratten versiffte Räume handelt, sie werden gründlichst - bis hin zum Boden abtragen - gereinigt, entrümpelt ( ja, auch Sofa zerlegen gehört dazu), und keimfrei sauber gemacht. Bizarre Auffindesituationen, vernachlässigte Behausungen, Einsamkeit verratende Einsatzorte erfordern ein hohes Maß an Selbstbeherrschung. Das alles wird anschaulich vom Autorenduo dargelegt. Sogar mitunter sehr unterhaltsam, trotz des wahrlich unlustigen Sujets.
Kein Job für mich, im Sommer gleich gar nicht! Aber gut, dass es ekelresistente und gründliche Tatortreiniger wie Dirk Plähn gibt.
Sehr interessant, nachdenklich machender Bericht, eindeutige Leseempfehlung. .

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Veröffentlicht am 12.09.2023

Erinnerungen an ein besonderes Leben

Zwischen den Zeiten leuchtet der Schnee
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Am Tag nach ihrem achten Geburtstag stirbt der Großvater. Die Enkelin erinnert sein Leben.
Wiete Lenk erzählt anschaulich. Es ist, als ob man einer Bekannten zuhört. Gut lesbar, gut mitzuempfinden. Die ...

Am Tag nach ihrem achten Geburtstag stirbt der Großvater. Die Enkelin erinnert sein Leben.
Wiete Lenk erzählt anschaulich. Es ist, als ob man einer Bekannten zuhört. Gut lesbar, gut mitzuempfinden. Die Geschichte der Großeltern wird respektvoll zur Kenntnis gegeben, die eigene, das Aufwachsen in Chemnitz, wird leider nur sehr kurz angedeutet.
Die Erlebnisse des Großvaters sind vielfältig und typisch für die Generation der in den 90ern des 19. Jahrhunderts Geborenen. Interessant zu lesen, winzige Begebenheiten sind beeindruckend geschildert, Zeitgeschichte wird lebendig. Die Familie der Großmutter nimmt ebenfalls Raum ein, vielschichtig, individuell werden die Mitglieder gezeichnet.
Eine liebevolle Hommage an den Großvater, der seine erzählende Enkeltochter tief beeindruckt hat.

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Veröffentlicht am 12.09.2023

Spannende Zeitreise

Time Shifters
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Was für eine tolle Idee! Was wäre, wenn durch Zeitreisende zukünftige Katastrophen verhindert werden könnten? Ungeahnte Möglichkeiten gäbe es. Nun, hier gibt es sie wirklich. Nach einer Bombenexplosion ...

Was für eine tolle Idee! Was wäre, wenn durch Zeitreisende zukünftige Katastrophen verhindert werden könnten? Ungeahnte Möglichkeiten gäbe es. Nun, hier gibt es sie wirklich. Nach einer Bombenexplosion in einer Schule wird eine Agentin eingesetzt, die genau das blockieren soll.
Ob das gelingt, was dafür getan werden muss, ob Gegner dieser Aktion auch eine Rolle spielen - all das kann man in Davide Morosinottos Jugendroman „Time Shifters“ lesen. Er schafft es, die Gedanken zweier Jugendlicher glaubhaft zu verdeutlichen, geht auf ihre Sorgen und Probleme ein, weckt Verständnis. Das alles bettet er in einen rasanten Science Fiction Krimi und gestaltet verwirrende und mitunter auch verworrene Szenarien. Trotz einiger waghalsiger Konstruktionen gut zu lesen, ein Young Adult Roman mit viel Potenzial für eine spannende Lesezeit.

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Veröffentlicht am 11.09.2023

Berlin in den Goldenen Zwanzigern

Fräulein Gold: Die Lichter der Stadt
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Berlin, 1929: Die Inflationsjahre sind vorbei, die Wirtschaft erholt sich kaum, die Menschen hungern fast alle. Hulda Gold, eine gute Bekannte aus den Vorgängerbanden, arbeitet in einer Mütterberatungsstelle ...

Berlin, 1929: Die Inflationsjahre sind vorbei, die Wirtschaft erholt sich kaum, die Menschen hungern fast alle. Hulda Gold, eine gute Bekannte aus den Vorgängerbanden, arbeitet in einer Mütterberatungsstelle in Schöneberg. Ihre Tochter Meta ist ihr größter Schatz, obwohl sie als alleinerziehende Mutter kein leichtes Leben hat. Kommissarin Irma versucht, Verbrechen, Diebstähle und Misshandlungen aufzuklären und Frauen in Not zu helfen. Die „Gespensterbande“ spukt durch Berlin. Starke Frauen, die in einer Männergesellschaft hart um Anerkennung kämpfen.
Anne Stern gibt einen ausführlichen und gut vorstellbaren Blick auf die Goldenen Zwanziger. Huldas, Irmas, Maxˋs und die Gedanken der anderen Personen sind anschaulich geschildert. Alltag in Berlin wird lebendig beschrieben, interessante Schicksale werden aufgezeigt. Lokalkolorit und Zeitgeschichte und Begegnungen mit Berühmtheiten der entsprechenden Zeit sind unaufdringlich einbezogen.
Liest sich gut, empfehle ich gern weiter.

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Veröffentlicht am 06.09.2023

Herz-Roman

Die Wintergarten-Frauen. Die Sehnsucht brennt
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Bunt wie im Programm eines echten Varietés geht es im zweiten Teil des Buches über die Wintergartenfrauen zu.
Berlin 1927. Im berühmten Varietétheater tobt das Leben. Ninas Ensemble „Die Wunderweiber“ ...

Bunt wie im Programm eines echten Varietés geht es im zweiten Teil des Buches über die Wintergartenfrauen zu.
Berlin 1927. Im berühmten Varietétheater tobt das Leben. Ninas Ensemble „Die Wunderweiber“ ist ein Publikumsmagnet, ihr Star ist die »Schlangenfrau« Jenny Alomis, die ihren Körper unglaublich verbiegen kann. Dazu der strahlende Sternenhimmel! Doch es gibt immer stärker werdende Anzeichen einer drohenden Gefahr.
Charlotte Roth hat erneut einen interessanten Roman über die Goldenen Zwanziger verfasst. Gut vorstellbare Charaktere leben in einer besonderen Zeit. Ihre Absichten und Ideen sind nicht immer nachvollziehbar, Trauer, Liebe und Hass spielen eine große Rolle, ihre Gefühle werden ausufernd beschrieben, manches Drama wird geschildert.
Der historische Hintergrund wird ausführlich, manchmal sogar ermüdend belehrend, einbezogen. Dennoch ein unterhaltsames Buch mit vielschichtigen Charakteren.

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