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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2026

Eine Geschichte über eine Freundschaft in Zeiten sozialer und gesellschaftlicher Ungleichheit

Villa Rivolta
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Nachdem »Bella Germania« von Daniel Speck für mich vor einigen Jahren ein Lesehighlight war, das bis heute nachhallt, habe ich mich umso mehr auf »Villa Rivolita« gefreut.



Inhalt:

Mailand, 1979: Die ...

Nachdem »Bella Germania« von Daniel Speck für mich vor einigen Jahren ein Lesehighlight war, das bis heute nachhallt, habe ich mich umso mehr auf »Villa Rivolita« gefreut.



Inhalt:

Mailand, 1979: Die ehrgeizige Journalistin Valeria flieht mit ihrem Sohn Tonio vor der Polizei, nachdem der Junge einem Familiengeheimnis auf die Spur gekommen ist, dessen Hintergründe nur Valeria kennt. Während ihrer gemeinsamen Reise zu ihrem Kindheitsfreund Piero, teilt Valeria ihre Geschichte. Eine Geschichte von tiefer Freundschaft, aber auch Intrigen und einer Liebe, die eigentlich nicht sein darf. Oder?



Schreibstil:

Daniel Speck verbindet gekonnt spannende Elemente mit historischen Fakten und webt daraus ein spannendes Netz aus historischen Ereignissen – die allesamt grandios recherchiert sind – und einer tiefgründigen Liebesgeschichte. Trotz der unterschiedlichen Zeitsprünge ist die Geschichte flüssig zu lesen und wirkt lebendig.



Charaktere:

Dank Speck's lebendiger Beschreibungen erwachen die Charaktere zum Leben.

Piero, Sohn eines Automobilunternehmers, entstammt der oberen Gesellschaftsschicht, während Valeria, Tochter der Hausangestellten, zur Unterschicht gehört. Trotz oder gerade aufgrund unterschiedlicher Zeitsprünge lässt die Geschichte sich flüssig lesen und wirkt überaus lebendig.

Valerias Vater wurde im Zweiten Weltkrieg erschossen, wodurch auch Valerias Mutter nachhaltig geprägt wurde. In ihrem Handeln war sie durch alte gesellschaftliche Normen bestimmt und stand ihrem Arbeitgeber treu ergeben und unerbittlich zu Diensten. Infolgedessen erfuhr Valeria bereits in jungen Jahren hautnah den Unterschied verschiedener gesellschaftlicher Schichten – und die Kluft zwischen den beiden Welten.

Pieros Leben verläuft hingegen »anders«; dennoch bleibt ihre Freundschaft wie eine Verbindung, die sich durch die gesamte Handlung zieht und ihre Welten immer wieder verbindet.



Fazit:

»Villa Rivolta« beschreibt eine Liebesgeschichte vor dem sozialkritischen Hintergrund sich widersprechender gesellschaftlicher Klassenstrukturen.

Zugleich verdeutlicht der Roman, welche Grenzen trotz allen Aufbegehrens bestehen und die Handlungsmöglichkeiten der Charaktere beeinträchtigen.

Eine große Leseempfehlung!

Die Rezension beruht auf einem Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch in keiner Weise beeinflusst.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Eine Geschichte voller Tiefgang mit fundamentalen Mental-Health-Themen

Bound by Dreams
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Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet!

Die Geschichte hat mich überrascht – auf die beste Art und Weise. Obwohl das Cover auf eine locker-leichte Lektüre schließen lässt, durfte ich in eine Geschichte ...

Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet!

Die Geschichte hat mich überrascht – auf die beste Art und Weise. Obwohl das Cover auf eine locker-leichte Lektüre schließen lässt, durfte ich in eine Geschichte voller Tiefe mit fundamentalen Mental-Health-Themen eintauchen.

Was macht die Geschichte aus?

Ich konnte mich ausgesprochen gut in die Zerrissenheit der Charaktere hineinfühlen.
Wie fühlt es sich an, wenn die eigene Mutter psychisch krank ist, aber weder über ausreichende Introspektionsfähigkeit verfügt noch bereit ist, professionelle Hilfe anzunehmen?
Genau diese Emotionen hat die Autorin meisterhaft rübergebracht. Einfühlsam und zu keinem Zeitpunkt romantisierend schildert sie das Leben einer jungen Frau, die ihr eigenes Leben, ihre Träume und Ziele für ihre Familie aufgegeben hat.

Aber auch Jay, der selbst in der heutigen Zeit immer noch Diskriminierung ausgesetzt ist, hat seine Kämpfe auszufechten. Dabei hat er einen Traum: Basketball-Profi werden.

Charaktere:

Ava habe ich für ihre Schlagfertigkeit und ihren Mut bewundert.
Aber auch Jay hat sich nach und nach zu einem Charakter entwickelt, der mein Herz erobern konnte. Seine empathische Art, die erst im Verlauf deutlich wurde, seine Authentizität und sein Kampfgeist zeichnen ihn aus.

Schreibstil:

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, mit Witz an den passenden Stellen und Tiefgang, wenn es erforderlich ist. Es gibt Themen, die keinesfalls romantisiert werden sollten, und das hat Emma Wagner hier eindrucksvoll geschafft.

Fazit:

Es ist eine Geschichte, die eindrucksvoll die unterschiedlichen Kämpfe der Individuen aufzeigt und vermittelt, dass wir eines niemals aufgeben dürfen: die Hoffnung!

Eine absolute Leseempfehlung! Am 3. März erscheint der zweite Teil, den ich auf jeden Fall lesen werde.

Die Rezension beruht auf einem Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch in keiner Weise beeinflusst.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Cozy Herbsgeschichte - dennoch hat mir irgendetwas gefehlt.

Falling Like Leaves
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Eine süße Herbstgeschichte, bei der mir dennoch irgendetwas gefehlt hat.

Um Journalistin zu werden, plant Ellis, an der Columbia University zu studieren. Als ihre Eltern sich trennen, muss auch sie sich ...

Eine süße Herbstgeschichte, bei der mir dennoch irgendetwas gefehlt hat.

Um Journalistin zu werden, plant Ellis, an der Columbia University zu studieren. Als ihre Eltern sich trennen, muss auch sie sich von ihrem Traum verabschieden. Gemeinsam mit ihrer Mutter zieht sie in die Kleinstadt Bramble Falls. Dort muss sie, statt ihre Ziele zu verfolgen, die Stadt bei der Planung des alljährlichen Herbstfests unterstützen. Doch dann trifft sie erneut auf Cooper, mit dem sie ihren ersten Kuss geteilt hat. Doch hat ihre Liebe eine zweite Chance?

Besonders hervorheben möchte ich die Atmosphäre der Geschichte. Neben der erwarteten Herbststimmung versprüht sie auch angenehme Wintervibes, sodass die Geschichte nicht nur im goldenen Herbst für wunderbare Lesestunden sorgt. Der atmosphärische Schreibstil ist das Herz der Geschichte und der Punkt, der mich besonders begeistern konnte.

Obwohl die Second-Chance-Lovestory süß war und mir die Charaktere durchaus gefielen, hat mir innerhalb der Handlung das gewisse Etwas gefehlt. Trotzdem hatte ich – auch im Januar – wunderschöne Lesestunden und bin froh, Bramble Falls einen Besuch abgestattet zu haben.

Die Rezension beruht auf einem Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch in keiner Weise beeinflusst.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Tolle Idee, leider konnte das Potenzial nicht ganz ausgeschöpft werden.

Royal Houses – Haus der Drachen
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Eigentlich bin ich kein besonders großer Fan von Drachengeschichten, habe mich aber aus Neugier für die Leserunde beworben – und bin jetzt richtig froh darüber. Die Geschichte hat mir gut gefallen.

Vorab ...

Eigentlich bin ich kein besonders großer Fan von Drachengeschichten, habe mich aber aus Neugier für die Leserunde beworben – und bin jetzt richtig froh darüber. Die Geschichte hat mir gut gefallen.

Vorab der Hinweis: Die Drachen spielen gar keine so große Rolle, was teilweise für Verwirrung gesorgt hat.

Kerrigan ist eine Halb-Fae und wird aufgrund dessen strukturell diskriminiert. Damit sie gesellschaftlich toleriert wird, arbeitet sie am Berg im Dienste des Hauses der Drachen. Als dort eines der legendären Drachenturniere stattfindet, taucht unerwartet Fordham auf. Wen bekommt er als Partnerin zugeteilt? Ausgerechnet Kerrigan!

Ich hatte eigentlich eine Drachengeschichte erwartet, in der das Turnier eine zentrale Rolle spielt. Daher war ich anfangs etwas verwirrt. Es kommen viele Namen in kurzer Zeit vor – wer soll sich das alles merken? Im Verlauf der Zeit konnte ich mich aber besser einfinden.

Protagonistin:

Kerrigan ist eine bewundernswerte und starke Protagonistin, die mit der Zeit an Reife gewinnt. Ihr Charakter wird so authentisch beschrieben, dass ihr Verhalten jederzeit nachvollziehbar ist. Ebenso ihr innerer Konflikt.

Aber auch die anderen Charaktere waren teilweise sehr gut ausgearbeitet und sind mir ans Herz gewachsen.

Nach dem Klappentext hatte ich erwartet, dass sie selbst Teilnehmerin des Turniers sein und sich einen Drachen erspielen würde, doch das ist nicht der Fall. Am Ende fand ich es nicht sonderlich störend, aber irreführend. Der Klappentext lässt einfach auf etwas anderes schließen.

Dynamik:

Die Dynamik zwischen den Charakteren konnte ich leider nicht so ganz spüren. Das kann daran liegen, dass einfach zu viel durcheinander passiert ist.

Schreibstil:

Der Schreibstil ist zwar flüssig zu lesen, aber ich hätte mir teilweise detailliertere Beschreibungen gewünscht. Gerade im Fantasybereich liebe ich es, mir ein konkretes Bild von der Welt machen zu können und alles zu verstehen. Die Geschichte wird aus der dritten Person erzählt. Interessant fand ich, dass es auch Kapitel gab, die aus der Sicht anderer Charaktere geschrieben waren. Das empfand ich als Stärke der Geschichte.

Mitunter wirkte die Geschichte sehr hektisch, was es mir schwer machte, wirklich mitzufühlen. Im Verlauf kamen immer mehr Fragen auf, was an sich nicht schlimm ist, wenn ich zwischendurch immer wieder Antworten bekomme. Aber irgendwie kamen zu jeder neuen Erkenntnis mindestens zwei neue Fragezeichen auf.

Fazit:
Insgesamt war es ein solides Buch, das mir einige tolle Lesestunden beschert hat. Allerdings fallen auch einige Schwächen auf. Das Ende macht natürlich neugierig auf die Fortsetzung. Trotz ihrer Stärken konnte mich die Geschichte nicht vollends überzeugen.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Berührende moderne Interpretation von Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte

Good Spirits
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Die Geschichte bietet ein Wechselbad der Gefühle: Zunächst ist sie lustig, dann tiefgründig und zum Ende hin bewegend.

Ich habe Harriets Quirligkeit von Anfang an geliebt und konnte nicht aufhören, beim ...

Die Geschichte bietet ein Wechselbad der Gefühle: Zunächst ist sie lustig, dann tiefgründig und zum Ende hin bewegend.

Ich habe Harriets Quirligkeit von Anfang an geliebt und konnte nicht aufhören, beim Lesen zu lachen. Dank ihrer vielen Marotten ist Harriet mir gleich ans Herz gewachsen. Auch, dass sie einen Antiquitätenladen führt, fand ich als Setting mega. Doch dann erscheint der Geist der Weihnacht (Nolan) und Harriet reist in ihre vergangene Familiengeschichte. Doch auch Nolan hat selbstverständlich eine wichtige Mission zu erfüllen. Ich konnte mich sehr gut in ihn hineinversetzen.

Die emotionale Geschichte beinhaltet wertvolle Botschaften: „Du bist richtig, genau so, wie du bist!” Eine gelungene moderne Interpretation von Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte, die ich übrigens im November noch als Musical sehen durfte.

Eine absolute Leseempfehlung.
Die Rezension beruht auf einem Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch in keiner Weise beeinflusst.

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