Im Netz von Macht und alter Glut
Made of SteelMit "Made of Steel" liefert Stefanie Hasse ein packendes Werk ab, das vor allem durch seine atmosphärische Dichte besticht. Die Geschichte um die unnachgiebige Anwältin Liza und ihren einstigen Kontrahenten ...
Mit "Made of Steel" liefert Stefanie Hasse ein packendes Werk ab, das vor allem durch seine atmosphärische Dichte besticht. Die Geschichte um die unnachgiebige Anwältin Liza und ihren einstigen Kontrahenten Blake entfaltet sich als fesselndes Duell im Hier und Jetzt, dessen Wurzeln tief in einer elitären Vergangenheit verankert sind. Besonders die Gegenüberstellung von Lizas mühsam erkämpfter Unabhängigkeit und Blakes Verstrickung in ein mächtiges Privilegiensystem sorgt für eine konstante, fast greifbare Elektrizität zwischen den Figuren. Das Prickeln ist intensiv, auch wenn der Fokus stellenweise noch mutiger auf der Aufdeckung der Machenschaften hätte liegen können.
Hasses Federführung erweist sich als unheimlich flüssig und einnehmend. Der geschickte Wechsel zwischen den Zeitebenen verlangt anfangs zwar etwas Orientierung, erzeugt jedoch eine Sogwirkung, der man sich schwer entziehen kann. Die Puzzleteile fügen sich langsam zusammen, was den Spannungsbogen kontinuierlich anhebt. Ein gelungener, emotional aufgeladener Roman über veraschte Hoffnungen und zweite Chancen.