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Veröffentlicht am 11.03.2026

Starke Idee, schwache Emotionen

The Ordeals
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Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe. Ihr solltet euch also an die Reihenfolge halten und damit rechnen, dass ihr weiterlesen wollt.

Schreibstil:
Ich muss gestehen, dass ich bis zum Ende nicht ...

Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe. Ihr solltet euch also an die Reihenfolge halten und damit rechnen, dass ihr weiterlesen wollt.

Schreibstil:
Ich muss gestehen, dass ich bis zum Ende nicht mit dem Schreibstil warm geworden bin. Zwar ließ es sich flüssig lesen und ich konnte mir die Welt recht gut vorstellen, allerdings fehlten mir die Emotionen. Es wirkte die ganze Zeit auf mich sehr gewollt und unemotional. Statt dass Gefühle spürbar wurden, wurden sie nur erzählt, sodass ich sie einfach hinnehmen musste. Das machte es für mich zusätzlich noch schwierig, mich so richtig in die Figuren einzufühlen und mit ihnen mitzufiebern. Gerade in Bezug auf die Liebesgeschichte in diesem Buch war es sehr schwierig für mich, alles nachzuempfinden.

Die Geschichte – Magiebegabte flieht aus ihrem Alltag auf eine Academy und muss dort Prüfungen bestreiten

Erzählt wird aus Perspektive von Sophia, die anfangs bei ihrem Onkel lebt, für den sie Aufträge erfüllen muss. Diese bestehen daraus, dass sie Blut für ihn sammeln muss. Der Hintergrund? Magisch. Und damit nimmt die Geschichte ihren Lauf, denn Sophias Ziel ist es, ihrem Onkel zu entkommen und stattdessen auf die berühmte Killmarth-Academy zu gehen. Um dort studieren zu dürfen, muss man jedoch die Ordeals überleben – und das wortwörtlich, denn es wird ziemlich hart.

Der Einstieg in das Buch gelang mir erstmal ganz gut. Wie gesagt, hat mir der Schreibstil ein paar Schwierigkeiten bereitet, die Geschichte jedoch kam gleich zum Punkt. Sophias Ziel ist schnell klar, ebenso werden erste Hinweise auf Geheimnisse gegeben und es wird auch gleich blutrünstig. Quasi das volle Programm.

Sophia – Mädchen ohne Herkunft mit magischen Fähigkeiten

Sophia ist keine typische Fantasyheldin. Ihre Fähigkeiten sind eher schwach, ihr Wissen sehr begrenzt, sie ist nicht besonders beliebt und ist überaus argwöhnisch. Dazu hat sie sich eine sehr raue Schale antrainiert, um das Leben bei ihrem Onkel auszuhalten.

Ich mochte sie, weil sie immer sehr bei sich geblieben ist und genau wusste, was sie wollte. Allerdings hat mich etwas an ihr gestört, dass sie in allem Challenges sieht, die extra für sie konzipiert wurden. Es ging oft darum, was sie bewerkstelligen muss und was sie tief in ihrem Inneren doch so gut kann. Die Idee dahinter, dass es nicht nur um bloße magische Fähigkeiten an der Academy geht, war ja ganz nett und definitiv ein Aspekt, den ich ergänzend gut gefunden hätte, aber sie redet sich doch oft etwas ein, was dann etwas unbegründet von anderen Instanzen im Sande verlief.

Was ich an ihr außerdem schwierig fand war, dass sie nicht wirklich Nähe zu ihren Freunden herstellen konnte. Sie hat alle immer auf Abstand gehalten, ohne dass dies aber begründet wurde. Und dadurch, dass die Gefühle in der ganzen Geschichte etwas zu kurz kamen, konnte man das auch nicht auf anderer Ebene nachvollziehen. Das war sehr schade, denn im Prinzip konnte ich schon verstehen, dass man nach so einer Jugend nicht jedem gleich vertraut. Allerdings vertraut sie dann doch an einigen Stellen wieder, obwohl es keinen Sinn macht. Da war sie einfach inkonsistent.

Alden – Botaniker, gutaussehender Charmeur & Love Interest

Alden war mir sehr sympathisch. Im Vergleich zu Sophia blieb er für mich sehr konstant, auch wenn sie ihm gerne etwas anderes angedichtet hat. Er hat sein Ziel vor Augen, baut Vertrauen vernünftig auf und belohnt Vertrauen ebenso. Was ich bei ihm komplett nachvollziehbar fand war, dass er Sophie lange Zeit eben nicht vertrauen konnte, auch wenn sie das gefordert hat, weil er gespürt hat, dass sie Geheimnisse vor ihm hat. Ich konnte es ihm nicht verdenken und fand es super, dass er einfach feinfühliger war als sie.

Zudem mochte ich es, dass er als Love Interest noch eigene Geheimnisse hat und trotz seiner Verbindung zu Sophia noch sehr eigenständig blieb. So konnte ich ihn gut als eigenständige Figur wahrnehmen und habe total mit ihm mitgefiebert. Ich hoffe, im nächsten Band bekommt man dann noch etwas tiefgreifenderes Wissen über ihn.

Die Killmarth Academy – ein Ort voller Grauen

Ich hatte anfangs natürlich keine Vorstellung davon, was Killmarth ist. So bin ich völlig unvorbereitet mit Sophia an diesen Ort gereist, an dem Magiebegabte aus den vier Kategorien (Botanik, Alchemie, Illusion, Maskiererei) geprüft und danach geschult werden. Wild ist nur, wie rabiat die Academy auswählt, wer dort studieren darf. Schon beim Zugang zur Akademie gibt es die ersten Toten und auch danach wird es nicht weniger. Es ist quasi, als wären die Begabten gar nichts wert. Das hat mich die ganze Zeit über von der Logik her sehr gestört, denn gleichzeitig spricht man davon, dass die Zahl der Magiebegabten kleiner wird und die Bedrohung größer. Warum also nicht an einer Akademie die Fähigkeiten, die sogar trainierbar sind), trainieren, statt die Schüler:innen wortwörtlich ins offene Messer laufen lassen?
Das war nur eine der Fragen, über die ich im Laufe der Geschichte gestolpert bin. Immer wieder gab es meiner Meinung nach Logiklücken, die die Academy und die Geschehnisse dort betrafen. Warum beispielsweise die stärksten Schüler:innen finden wollen aber gleichzeitig nichts dagegen tun, dass jemand innerhalb der Schüler:innenschaft die stärksten ermordet?

Die Prüfungen dagegen fand ich recht cool. Sie waren spannend, die Figuren wuchsen zusammen, es wurden neue Hinweise gegeben und Erzählfäden gesponnen. Endlich mal Prüfungen, die eine wirkliche Herausforderung sind und bei denen nicht alles nach Schema A abläuft.

Das Magiesystem dahinter fand ich ebenfalls cool. Durch die Verschachtelungen zwischen den Familien und Begabungen boten allein diese schon viele Überraschungen. Alle Begabungen waren zudem noch recht individuell, sodass man mit den Figuren zusammen lernen konnte, was alles möglich ist. Ich fand es nur etwas schade, dass Sophia sich da eher ausruht, weil sie sich von Anfang an nicht für fähig genug hält und die anderen dies bestärken. Dadurch konzentriert sie sich sehr auf andere Dinge.

Die Struktur – zwischen Zeitsprüngen & geheimnisvollen Wesen

Neben dem Schreibstil fand ich auch die Zeitstruktur etwas interessant. So hat sie mich nicht gestört, aber öfters mal irritiert. Denn tatsächlich erzählt dieses Buch hauptsächlich die Ordeals, was ja auch im Rahmen der Handlung durchaus Sinn macht. Teilweise vergeht aber sehr viel unerzählte Zeit zwischen den einzelnen Prüfungen, was dann manchmal einfach verwirrend wirkte, weil es keinen ersichtlichen Grund dafür gab. Zum Beispiel trainieren Alden und Sophia dann eine Woche lang jeden Tag zusammen (unerzählt) und dann sagt Sophia auf einmal, sie hätte dann jetzt schon wieder zwei Wochen lang nicht mit ihm trainiert aufgrund eines Gesprächs. Das ist ja durchaus okay so, hat bei mir aber Fragezeichen nach dem Grund aufgeworfen. Zumal es für die Gefühlen zwischen den beiden in diesem Fall sehr gut gewesen wäre, wenn sie noch etwas Zeit miteinander gehabt hätten. Zum Ende hin geht es mir mit der Tiefe ihrer Gefühle nämlich etwas fix.

Genauso interessant verteilt ist das eigentliche Geheimnis dieses Buches. Ich möchte jetzt nicht spoilern, deshalb versuche ich, nicht zu viel zu sagen, aber die Academy und die Figuren dort arbeiten gegen etwas Größeres an, das aber im Verborgenen liegt. Sophia kommt dem nach und nach auf die Spur, am Ende bleibt man aber immer noch total im Dunklen. So werden oft Fragen unbeantwortet gelassen, einfach in dem eine beteiligte Figur aus dem Gespräch rennt. Das zieht natürlich die Spannung noch weiter in die Länge, es fühlte sich aber auch etwas gekünstelt an. Als hätte das eigentliche Geheimnis nicht genug Inhalt, um schon jetzt Brocken preiszugeben.

Auch am Ende hat man gemerkt, dass die Geschichte dahin lenken wollte, es aber nicht ganz geschafft hat, weil es alles eben schon so früh klar war bzw. sehr auffällig vertuscht wurde. Auch da fehlte mir wieder die Logik hinter all dem. Zwar gab es irgendwo Sinn, aber ganz logisch betrachtet hätten die Verantwortlichen das Ganze eigentlich anders angehen müssen. So jedenfalls würde ich nicht auf ihrer Seite stehen wollen, weil ich Angst hätte, mich im Kampf für das zu schwache Team entschieden zu haben.

An allen Ecken und Enden läuft es hier also auf einen nächsten Band hin, der hoffentlich nochmal mehr Emotionen und gepflegte Komplexität bringt.

Fazit:
Ein Buch, das viel will und eigentlich mit den Figuren, der Idee und dem Setting auch genug Stoff bietet. Schwierig fand ich nur die Umsetzung. Der Schreibstil ist eher unemotional und kann keine Gefühle rüberbringen, die Figuren zeigen nicht, sie erzählen und die Logik bleibt an einigen Stellen der Handlung etwas zurück, sodass ich oft mit einem verwirrten Stirnrunzeln dasaß. Ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen, habe aber sehr lange gebraucht, um es zu lesen.

Von mir gibt es 3 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Romantasy zum einfach Weglesen!

Loki − Her Twisted Heart
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Schreibstil:
Franka Neubauer schreibt wirklich wirklich schön. Ich war sofort von der Handlung gefangen, konnte mir die Welt und die Wesen super vorstellen und fand auch, dass die das Zwielichte von Loki ...

Schreibstil:
Franka Neubauer schreibt wirklich wirklich schön. Ich war sofort von der Handlung gefangen, konnte mir die Welt und die Wesen super vorstellen und fand auch, dass die das Zwielichte von Loki und den anderen Göttern und Wesen sehr gut rübergebracht hat. Ich habe mich gefühlt wie in einer alten Welt und gleichzeitig war es aber auch so modern gehalten, dass ich gut mitkam und mich einfach fallen lassen konnte.
Ein ganz bisschen ist mir vielleicht aufgefallen, dass die Figuren viel in den Augen der anderen lesen können. Manchmal vielleicht etwas zu viel. Keine Ahnung, wie es euch so geht, aber bei Leuten, die ich nicht so gut kenne, kann ich nicht sofort alles direkt an den Augen ablesen.

Die Geschichte: Junge Kriegerin, vom Blut einer Verräterin trifft auf den Gott der Lügen und des Chaos

Die Welt, in der die Handlung spielt, hat relativ wenig mit den tatsächlichen Mythen der griechischen, römischen und nordischen Götter gemein. Einfach, weil hier alles vermengt ist. So steht Odin neben Mars und Artemis und sie alle haben sich in ihre Welt eingefügt. Haben geklärt, wer was übernimmt. Die Autor:in hat aber auch nie beabsichtigt, die Mythen korrekt darzustellen. Stattdessen geht es um eine eigene Welt und das ist ihr gelungen. Ich mochte die Mischung, fand die erstellte Welt interessant, hatte Spaß daran zu entdecken, welche Wesen übernommen wurden und auf welche Art. So gab es einfach mehr zu entdecken und auch die Geschichte konnte sich natürlich sehr viel freier entwickeln.

Auch cool fand ich, dass die Hauptfigur Harlow, eine Agrai ist. Eine Kriegerin, die im Namen der Göttin Artemis handelt, aber doch irgendwie völlig ahnungslos ihren Auftrag ausführt. Schon durch ihre Geschichte, ihre Vergangenheit und Gegenwart, kamen viele Fragen auf und die Handlung konnte schnell ihren Lauf nehmen.

Harlow – im Kampf für die Götter, im Geiste der Hass auf die Götter

Harlow möchte auf jeden Fall eine sehr starke Protagonistin sein. Sie ist die stärkste Kriegerin unter den Agrai und ganz tief drin in ihr steckt göttliches Blut, denn ihre Mutter hat sie mit einem Gott gezeugt. Etwas, das in ihrer Welt unter Höchststrafe steht. Dementsprechend wird Harlow trotz ihres Platzes und ihrer Fähigkeiten als Aussätzige behandelt. Etwas, was sehr in ihr schwelt und sie innerlich beherrscht. Noch mehr beherrscht sie aber ihre Loyalität zu ihrer Freundin, mit der dann schließlich alles seinen Lauf nimmt.

Ich schreibe ein bisschen bewusst, sie möchte die stärkste Kriegerin sein, weil sie in diesem Buch tatsächlich nur begrenzt ihre Künste präsentiert. Stattdessen ist sie eher auf der Suche nach sich selbst. Nach ihrem Platz in der Welt und dem Wissen um ihre Herkunft, was dazu führt, dass sie eher ahnungslos durch die Welt tappt. In Begleitung Lokis natürlich.

Ich persönlich fand es so ganz gut, weil wir Leser:innen die Welt so auch einfach mit viel Neugierde kennenlernen können und es auf mich sehr authentisch wirkte, dass sie oft einfach überfordert mit dem war, was um sie passierte. Denn: Nicht nur Loki scheint zu lügen.

Loki – ein Gott mit einem klaren Charakter. Vordefiniert und durchschaubar – oder etwa nicht?

Loki kennt man natürlich schon und so hatte ich auch direkt ein Bild von ihm im Kopf. Ich war total gespannt, wie die Autorin ihn darstellen würde, denn ich finde immer, dass er ziemlich komplex als Figur ist. Schließlich lügt er, sehnt sich aber auch nach Anerkennung. Will das Richtige tun, aber ist doch der Gott der Lügen. Eine Zwickmühle, die immer wieder in seiner Figur zu erkennen ist. Und auch hier wird dies eingebaut.

Harlow lernt ihn aber natürlich erstmal so kennen, wie er sich konkret präsentiert und das ergibt dann ziemlich lustige Situationen, in denen Loki so richtig zeigen kann, was seinen Charakter so besonders macht. Ich persönlich fand, dass die Autorin es wirklich gut hingekriegt hat, ihn lügen zu lassen, ohne ihn unsympathisch zu machen. Und auch die Beziehung der beiden bekam immer genau so viel Wahrheit ab, dass man es glauben konnte.

Was aber besonders ausgeklügelt an ihm war, waren seine Geheimnisse. Hauptsächlich wird die Geschichte aus der Perspektive Harlows erzählt. Ab und zu gibt es aber auch mal ein Kapitel aus Lokis Sicht. Statt dass man ihn in diesen kurzen Passagen aber komplett durchschauen kann, zieht sich seine Geheimnistuerei weiter hindurch. Wird vielleicht sogar noch mehr angestachelt, durch lose Fäden, die er aufzeigt, oder Andeutungen, die er macht. Ich fand es sehr gelungen, wie der Zwiespalt in ihm dargestellt wurde und wie er seine Beziehung zu Harlow konkret betrachtet. Es passte einfach, dass man ihn bis zuletzt nicht durchschauen konnte. Etwas, was ich beim Gott der Lügen niemals erwarten würde.

Eine verbotene Beziehung – kann man den Gott der Lügen wirklich lieben?

Die Annäherung zwischen Harlow und Loki funktioniert irgendwie ganz einfach. Wie Amor es sagen würde: man erkennt früh, wenn da etwas ist. Dadurch, dass die beiden ab ihrem ersten Treffen ständig zusammen sind, beschleunigt sich alles nur noch. Sie müssen sich aktiv miteinander auseinandersetzen. Und lernen den anderen dabei immer besser kennen.

Ich mochte es, wie sie sich ein bisschen angiften, Loki aber gleichzeitig immer die Oberhand hat und sich überhaupt nicht beeindrucken ließ. Es war ein bisschen, als wäre es Vorsehung gewesen. Was vielleicht anfangs etwas dramatisch dargestellt wurde, war Harlows Hass auf Loki. Ich würde es eher als gesunde Skepsis beschreiben und das wiederum passte dann ganz gut, während der Hass etwas übertrieben wirkte.
Tatsächlich lässt sich Harlow aber einfach nicht lange beeindrucken, sondern macht sich ihr eigenes Bild, was ich super gut fand. Ich glaube, wer Loki kennenlernen will, muss ihm echt einen Vertrauensvorschuss geben, sonst wird das nichts.

Was mir dann aber echt etwas zu schnell ging, war der Übergang von Anziehung zu Liebe. Ich dachte erst, da wird noch zurückgerudert, aber plötzlich ist es echt ernst. Das war mir dann etwas zu viel, zumal die ganze Handlung über echt noch einiges nicht richtig geklärt ist.

Aber nun gut, die beiden haben mich gut unterhalten. Ich hatte grundsätzlich nichts gegen die schnelle Entwicklung ihrer Beziehung und fand es auch gut, wie Harlow ihre Gefühle ihm gegenüber beschrieb. Lassen wir es dann auch mal durchgehen, dass sie danach eine ziemlich rosarote Brille aufhat und ihr deshalb vielleicht ein wenig was entgeht^^. Das konnte man natürlich vorausahnen.

Ein Abenteuer – auf der Suche nach den drei Relikten und der Rettung aller

Der Aufbau des Handlungsverlaufs ist relativ einfach gehalten: Harlow kommt in eine fremde Welt und geht auf eine Mission, die die Beschaffung dreier Dinge umfasst. Sowas kennt man schon von typischen Fantasiebüchern, sodass ich mich einfach zurückgelehnt habe und gespannt darauf war, wie schwer, wie abenteuerlich und wie gefährlich es werden würde. Mein Fazit: es ist alles relativ seicht, aber einfach schön erzählt. Loki und Harlow haben genug Zeit, sich währenddessen kennenzulernen und überall finden sich Hinweise auf noch mehr Geheimnisse und vor allem auf das große Ganze. Denn: drei plus zwei ergibt eins und die Rettung ist da, funktioniert hier natürlich nicht. Das war mir schnell klar. Schließlich ist Loki im Spiel.

Das Ende wurde dann nochmal richtig spannend, weil alle Vorausahnungen plötzlich nichts mehr wert sind UND Harlow wieder klar denken kann. So würde ich es mal nennen^^. Mir hat es auf jeden Fall gefallen, dass die Welt da nochmal eine ganz andere Seite von sich zeigte. Ich kann mir vorstellen, dass da im nächsten Band noch so einiges kommt und kann es gar nicht erwarten, weiter zu lesen.

Fazit:
Ein wirklich sehr schnelllesiges Buch, dass sich relativ einfach hält, aber viele Verstrickungen für den Folgeband schafft. Die Figuren sind sympathisch und gut zugänglich. Ich mochte es, wie sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelte, auch, wenn es an einigen Stellen einen Tick zu schnell passierte. Die Welt an sich war außerdem super spannend und mal was anderes, dadurch, dass sie sich relativ frei von den tatsächlichen Mythen bewegt. Einfach ein Buch, in das man sich gerne hineinfallen lässt und erst mit dem letzten Wort wieder losgelassen wird.

5 von 5 Sterne von mir.

Liebe Grüße

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Wenn Age Gap vom Märchen zur Realität wird

Half His Age
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Schreibstil:

Dieses Buch hat knapp über 300 Seiten und ihr könnt euch sicher sein, dass ihr es schnell durchlesen werdet, denn auch der Schreibstil macht es einem einfach. Er ist einfach gehalten und ...

Schreibstil:

Dieses Buch hat knapp über 300 Seiten und ihr könnt euch sicher sein, dass ihr es schnell durchlesen werdet, denn auch der Schreibstil macht es einem einfach. Er ist einfach gehalten und sehr mitreißend, durch diese simple Erzählung ohne Schnörkel. Besonders ist dabei, dass er aber auch sehr roh und schonungslos ist. Hier wird nicht mit Beschreibungen von Handlungen oder Gedanken gespart, die man eigentlich nicht näher erläutert haben will. Die aber, und das muss man anerkennen, real und authentisch sind. Wir lesen hier eine Story, die nicht ganz unproblematisch ist und viele Probleme aufzeigt. Dazu fand ich es dann sehr passend, dass die Autorin den Schreibstil ebenso wenig der Gesellschaft gefügig macht. Man muss sich aber drauf einlassen, denn es ist zwischendurch schon echt etwas drüber und man kann dann nicht mehr so richtig von Lesegenuss reden.

Die Geschichte: 17-jährige fühlt sich verloren und ist scharf auf ihren Lehrer

Erzählt wird aus der Perspektive der 17-jährigen Waldo. Sie lebt in einfachen Verhältnissen und ist im Prinzip selbst für sich verantwortlich, weil ihre Mutter in einer Abwärtsspirale mit verschiedenen Kerlen gefangen ist. Waldo ist dadurch für ihr Alter relativ reif, allerdings nicht in Bezug auf ihr Sozialleben und ihre Sexualität, sondern eher in Bezug auf ihre Lebensumstände (Geld verdienen, Kosten tragen, selbst versorgen). Was Waldo nie will: uns gefallen. Sie isst den ganzen Tag Chips, macht komplett was sie will, interessiert sich nicht für Bildung oder Freundschaften. Eigentlich interessiert sie sich für gar nichts außer für ihren Lehrer Mr. Korgy und das auch eher sehr abrupt.

Man kann also nicht unbedingt darüber sprechen, ob man sie sympathisch oder nicht findet. Eher hatte ich irgendwann Mitleid mit ihr, weil sie in so vielen Süchten gefangen ist und sich selbst dabei noch nicht entdeckt hat. So ist das Buch auf eine Art und Weise ein Coming of Age-Roman, weil Waldo versucht, sich zu finden. Auf der anderen Seite aber auch nicht, weil das Ende dafür nicht passend genug ist. So meine Meinung. Aber dazu später mehr.

Waldo: Typischer Teenie unserer Zeit mit einem wirren Verständnis für ihren Körper und ihr Selbst.

Waldo ist eine Figur, die unheimlich viel destruktives Verhalten an den Tag legt. Und das, obwohl sie in ihren Gedanken immer wieder zeigt, dass sie eigentlich reifer, erwachsener handeln und agieren könnte. Stattdessen gibt sie sich dem hin, was von ihr erwartet wird und was sie von ihrer Mutter als Verhalten gelernt hat. Die Weisheiten ihrer Mutter werden für den Goldstandard genommen, so unsinnig sie auch klingen und so viele Argumente Waldo auch gegen sie hat.
Einerseits fand ich dieses destruktive Verhalten nachvollziehbar. Wie soll sie schließlich hinausfinden, wenn ihr Vorbild zweifelhaft ist und ihr Lehrer sie in allem bestärkt? Andererseits war es irgendwann sehr schwer und anstrengend zu lesen, wie sie sich selbst blockiert, runtermacht und ihr Leben gegen die Wand fährt. Noch dazu wurde es repetitiv. Viele Situationen wiederholen sich auf eine gewisse Art und Weise immer wieder. Es ist keine wirkliche Weiterentwicklung in Waldo zu spüren, obwohl sie sich auf eine ganz andere Art und Weise sehr wohl weiterentwickelt.



Ein bisschen schwierig ist Waldo vielleicht auch, weil sie immer wieder regelrecht alt wirkte. Auf jeden Fall älter als ihre 17 Jahre. Wenn man so las und die Biografie der Autorin ein bisschen im Kopf hatte, wirkte es gerade so, als hätte die Autorin sehr sehr viel von sich selbst in Waldo einfließen lassen, sodass es fast ein wenig autobiographisch wirkte. Das distanzierte Waldo aber irgendwie von mir. Ich konnte sie nicht mehr nur als Waldo sehen.

Mr. Korgy: Lehrer, Anfang 40 mit Frau und Kind lässt sich auf eine 17-jährige ein.

„Mit dir fühle ich mich jung“, so oder so ähnlich erklärt Mr. Korgy einmal seine Anziehung zu Waldo. Und ich finde, es ist eine schlechte Erklärung. Jedenfalls für das, was Waldo in ihre Beziehung hineininterpretiert. Ich habe lange hin und her überlegt, wie genau die Beziehung zwischen den beiden missbräuchlich ist und festgestellt: es geschieht gleich am Anfang. Mit den ersten Sätzen und Mr. Korgy ist derjenige, den man hier verachten muss. Aber das habt ihr euch bei dem Klappentext bestimmt schon gedacht.

Das Besondere an Mr. Korgys Figur ist glaube ich, dass Waldo ihn wie ein Experiment nutzt. Sie hat eine genaue Vorstellung davon, wie das mit Mr. Korgy (den sie übrigens immer nur so nennt, vermutlich, weil sie ihn also genau das betrachten will: ihren Lehrer) laufen soll. Und so ist sie die Initiatorin, die ihn „verführt“ und sich dann sehr in diese Beziehung hineinsteigert.

Während man Waldo Gedanken mitbekommt, bleibt Mr. Korgy einzig erzählt aus ihrer Perspektive und damit fast ein pures Klischee. Er agiert so, wie man sich das vorstellt: nimmt alles mit, was für ihn angenehm ist, und sagt zu Waldo genau das, was sie hören will. Sein Ziel: Waldo UND seine Frau und Kind haben. Erst mit der Zeit wird er immer mehr und mehr zu einem armseligen Häufchen Elend.

Was ich ganz komisch an ihm fand: er zeigte fast gar keine Angst vor dem Auffliegen der Affäre. Keine Bedenken, kein Blick in die Zukunft. Es schien fast, als würde er einfach an allem vorbeimarschieren, was schwierig werden könnte, damit die Handlung nicht von sowas aufgehalten werden könnte. Damit Waldo genug Zeit hat, um ihre „Entwicklung“ zu zeigen.
Das fand ich an vielen Stellen problematisch: es läuft zu glatt. Sie werden nicht gesehen, nicht von Mitwissenden verpetzt, die Ehefrau hegt keinen Verdacht. Es ist fast, als wäre alles okay so und das ist gerade im Hinblick auf Waldo problematisch gewesen, denn so fehlte jedwede Instanz, die ihr hätte ins Gewissen reden können. Oder meinetwegen auch Mr. Korgy.








Zwischen Feminismus und Anti-Age-Gap-Romance?

Hinterher habe ich intensiv darüber nachgedacht, inwieweit dieses Buch feministisch ist. Und bitte entschuldigt jetzt schonmal vorab, wenn ich irgendwas übersehen oder falsch interpretiert habe. Ich kenne mich nur laienhaft in dem Feld aus. Fakt ist aber, dass dieses Buch für mich nur begrenzt feministisch war. Ich fand es (auch wenn es nicht angenehm zu lesen war) gut, dass alles so roh dargestellt wurde. Gerade das „Ekelige“, wie Waldo es nennt. Es wird nichts beschönigt, der Körper der Frau wird komplett beschrieben. Mit allem, was an ihm anstrengend ist, was an ihm ekelig ist und was geschniegelt und gestriegelt werden muss, bevor man einem Mann unter die Augen treten „kann“. Das zielte definitiv darauf ab uns zu zeigen, wie verquer unsere Welt in diesen Bereichen mit Weiblichkeit umgeht.

Waldo hingegen handelte für mich gar nicht feministisch. Ich glaube, sie sollte ein wenig aufzeigen, dass man auch ohne Mann kann bzw. sich den Mann holen kann, den man will und dann auch die volle Kontrolle über ihn haben kann. Allerdings ist Waldo so kaputt, dass sie das etwas ungewöhnlich angeht und am Ende auch nichts beweist. Das ist jedenfalls meine Meinung. Am Ende hakt sie zwar ganz klassisch ab, was das Buch als offene Erzählstränge aufgegeben hat, sie hat aber nicht erkannt, worauf es wirklich ankommt. Hat sich mal wieder an etwas geklammert, was man ihr beigebracht hat. Auch das wäre sicherlich anders gelaufen, wenn da irgendwer gewesen wäre, der/die ihr auch andere Meinungen mitgegeben hätte.

Was das Buch aber definitiv macht, ist, aufzuzeigen, wie wenig romantisch eine Age-Gap-Romance sein kann. Authentisch wird hier gezeigt, wie wenig zwei so unterschiedlich alte Menschen zusammenpassen. Was sie allerdings etwas romantisiert ist, wie es ist, diese Beziehung aus der Bubble hinein in die Wirklichkeit zu tragen. Denn die beiden zeigen sich niemals vor Bekannten.

Und eine ganz kleine Anmerkung noch: vlt. übt dieses Buch auf jeden Fall Kritik an der heutigen Gesellschaft auf, in der Teenies sozialisiert werden. Das fängt beim Konsum von Fast Food an (wohl eher ein amerikanisches Thema) und geht bis zum Fast Fashion-Shopping, Handysucht, ständiger Verfügbarkeit und weniger Beziehung zum eigenen Körper. Ein vlt. etwas Klischeeschaftes Bild, in das sich Waldo nahtlos einfügt.

Fazit:
Ich finde es echt schwierig, dieses Buch zu beurteilen, weil es eben nicht gefallen will, sondern aufzeigt, wie ekelig, wie unschön, wie unromantisch etwas sein kann. Was ich aber sagen kann ist, dass mir nicht so gut gefallen hat, dass die Storyline recht eindimensional blieb, sich vieles wiederholte und Waldo für mich am Ende auch keine richtige Entwicklung durchgemacht hat. Sie hat nicht zu sich gefunden, sondern mit etwas Glück nur den Anfang gemacht. Zukunft ungewiss.

Von mir gibt es 3 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Zu viel Spice, zu wenig Handlung

Chicago Ruthless (Band 3) - Hopeful
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Hallo ihr Lieben ❤

Die Spice-Diskussion in Romance-Büchern ist immer noch hoch im Kurs. Ich persönlich lese gerne Spice und ich habe auch nichts dagegen, wenn es nicht nur eine Szene in dem Buch gibt. ...

Hallo ihr Lieben ❤

Die Spice-Diskussion in Romance-Büchern ist immer noch hoch im Kurs. Ich persönlich lese gerne Spice und ich habe auch nichts dagegen, wenn es nicht nur eine Szene in dem Buch gibt. Mir ist allerdings immer sehr wichtig, dass die Story trotzdem noch Inhalt hat und Sinn ergibt. Ich möchte schließlich mitfiebern können und dann durch den Spice nur die Verbindung des Paares spüren.

Was ich nicht mag ist ergo, wenn die Story nur aus Spice besteht und man sich echt fragt, was man da gerade liest.

Schreibstil:


Die Autorin schreibt relativ unaufgeregt, aber liebevoll. Ich konnte mich gut einfühlen und kam auch gut mit der Handlung mit. Der Spice war okay geschrieben. Einfach alles in allem flüssig und gut lesbar.

Die Geschichte: Misshandlungs-Opfer trifft auf Mafia-Familie inkl. gebrochenem Mann

Erzählt wird nahezu abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren Mia und Lorenzo. Die Story ist klar dem Mafia-Trope zuzuordnen, allerdings geht es auch viel um Misshandlung, denn Mia befreit sich gleich in der ersten Szene aus einer toxischen und missbräuchlichen Beziehung. So im Prinzip also schonmal eine gute Grundlage für eine spannende Geschichte, die emotional, aber gleichzeitig brutal werden konnte.

Mia: Sonnenschein ohne eigenes Leben

Mia habe ich ab der ersten Seite an einfach nur geliebt. Sie ist so verletzt und erniedrigt worden in ihrem Leben, hat quasi keinen Rückhalt und keine eigenen Entscheidungsmöglichkeiten und dennoch ist sie absolut lebensfroh. Ein Sonnenschein, wie Lorenzo sie immer wieder nennt. Ganz badass entzieht sie sich ihrem Ex-Mann und bietet danach Lorenzo die Stirn.

Ganz im ernst: ich fand es unglaublich toll, wie positiv sie war, wie sie Klischees einfach überging und sich nicht über Dinge aufgeregt oder hineingesteigert hat, die anders alles hätten zerstören können. Nur so war sie überhaupt die Richtige für Lorenzo, denn der brauchte echt jemanden, der offen ist und sich nicht eifersüchtig und egoistisch zeigt.

Manchmal hatte ich aber auch ein wenig das Gefühl, als wäre Mia zu gut, um wahr zu sein. Klar, man kann jetzt von innerer Stärke sprechen und das sie diese eben hat, um mit einigen Situationen so umzugehen. Aber sie ist einfach super schnell fein mit der Situation. Legt schnell ab, was sie vorher erlebt hat und ist völlig offen für einen neuen Mann. Da sind keine Zweifel, da wird ein bisschen außerhalb der Leser:innenperspektive recherchiert und schon sind auch andere Aspekte ihrer Beziehung zu Lorenzo einfach für sie geklärt.

Es gibt zwar einen kleinen Trigger, den sie hat, aber ich hätte mir irgendwie einfach gewünscht, dass sie sich mit allem noch etwas Zeit lässt. So wäre es glaube ich etwas authentischer geworden. Ich meine, das erste Mal richtig zusammen mit Lorenzo und danach Vollgas geschieht schon bei 25%. Für eine Frau, die über zehn Jahre in einer missbräuchlichen Beziehung gelebt hat, fand ich das schon reichlich fix. Allerdings kann ich das natürlich auch nicht richtig beurteilen, weil ich es zum Glück nicht nachempfinden kann.

Lorenzo: Ehemals verstoßen, jetzt trauernd. Ein Mann, der sein Licht verloren hat.

Wenn man mich fragen würde, wie genau ich mir Lorenzo vorstelle, dann kann ich auf jeden Fall nur von seinem Inneren sprechen. Von außen habe ich keinerlei Vorstellung. Das fehlte irgendwie, allerdings sind zum Glück ja die inneren Werte die, die zählen. Und die passten bei ihm.

In seiner Familie ist er der Einzelgänger, der aber voll im Mafia-Leben integriert ist und gerne auf andere Leute losgeht, um seine Wut loszuwerden. Sein Hintergrund: Seine Ehefrau Anya ist jung verstorben und er hat sich geschworen, nie wieder zu lieben. Und anscheinend auch, nie wieder richtig zu leben. Jedenfalls machte das so den Anschein auf uns und auch auf die restliche Moretti-Familie.

Ich fand an ihm gut, dass er sich trotzdem innerhalb der Familie sehr weich zeigt. Er passt auf die Kinder auf, geht unheimlich liebevoll mit ihnen um und ist generell ein aufmerksamer Zuhörer und ein guter Beschützer. Kein Wunder, das er gleich auf Mia und ihre Situation anspringt. Zudem ist er ein Dom, oder war zumindest einer. Was das für den Spice bedeutet, könnt ihr euch vielleicht denken.

Alles in allem fand ich ihn ganz interessant und ich mochte es, dass er so emotional war und da in dieser Geschichte tatsächlich den traumatisierteren Part übernahm. Seine Zweifel und innerlichen Sperren konnte man gut nachvollziehen, auch wenn sie den Handlungsverlauf oft ziemlich unnötig in die Länge zogen.

Mia und Lorenzo: Ein Paar zwischen einem anderen Mann und einer anderen Frau

Sooo, kommen wir zu der Storyline, die sich hier zwischen Lorenzos sehr guter Entwicklung vom gebrochenen Mann zum wieder liebenden Mann und von Mia abspielt. Letztere hat sich nicht ganz so sehr entwickelt meiner Meinung nach, weil sie nichts zum Entwickeln hatte bis auf ihr Verhältnis zu ihrem Körper, was durchaus auch sehr wichtig war, aber nicht unbedingt handlungstragend war.

Lorenzo gehört zur Mafia, genauso wie der Rest seiner Familie. Bis auf ein paar Prügelszenen und ewig langen Computersessions hat man davon allerdings nicht viel mitbekommen. Achse und ein bisschen dadurch, dass er und seine Brüder alles möglich machen konnten. Aber: Ganz ehrlich, bei Mafia und so viel Macht hätte ich da mehr erwartet. Ein wenig komplexere Hintergründe, vielleicht nochmal etwas, was von Seiten der Morettis Mias und Lorenzos Weg durchzieht und nicht nur das, was Mia quasi anschleppt.

Ich möchte jetzt nicht spoilern, deshalb nur ganz kurz, aber die aufregenden Elemente in dieser Story liefert definitiv Mias Vergangenheit, die auch zu einigen Problemen führt. Allerdings kann so eine Mafia-Familie damit natürlich easy umgehen.

Was ich im Handlungsverlauf da einfach noch schwierig fand, war, dass die beiden sich dreimal wegen quasi der gleichen Sache trennen und Mia Lorenzo immer sehr schnell wieder verzeiht, bzw. auch seine Gründe und Entschuldigungen, um sie zurückzuholen, immer die gleichen sind. Das hat mich zwischendurch leider ein wenig gelangweilt, weil ich immer nur auf die Prozentanzahl des Buches gestarrt habe und nur gewartet habe, dass die beiden wieder einmal der Misscommunication verfallen. Jedenfalls von Lorenzos Seite aus. Das war schade, weil es durch die wenige Abwechslung und das wenige Kämpfen von Lorenzo, weil Mia eben auch immer schnell bereit war, ihm zu verzeihen, nicht so richtig zu diesen krassen emotionalen Handlungen kam, die man von anderswo kennt. Zumindest eine hätte die Geschichte glaube ich gut unterstützen können.

Der Spice: Abwechslungsreich, no vanilla und vieeeeel

Ich habe nichts gegen viel Spice, besonders nicht, wenn er gut geschrieben ist. Aber hier war es zu viel. Es passiert schon ziemlich früh zum ersten Mal und ab dann geht es fast nur noch darum. Die ganze Familie Moretti scheint da sehr aktiv zu sein, aber Mia und Lorenzo setzen dem Ganzen nochmal die Krone auf. Und mir war es dann zu viel. Ich hätte es besser gefunden, wenn die Handlung noch etwas mehr Platz bekommen hätte, um sich auch noch etwas komplexer zu entfalten. Oder wenn Mia und Lorenzo auf mal außerhalb des Bettes ein paar tolle Momente geteilt hätten. So passte das zwar gut zu dem Dom/Sub-Thema, das die Autorin anscheinend gerne einflechten wollte und gegen das ich auch gar nichts hatte, es passte aber für mich nicht ganz für die Romance-Story dieser Geschichte.

Die Grundidee dieses Buches hätte echt viel Potential für eine aufregende und spannende Geschichte mit vielen Verstrickungen gehabt, was blieb war aber irgendwas zwischen Spice und simpler Rache und das hat mich enttäuscht.

Fazit:
Mich konnte dieses Buch leider nicht wirklich überzeugen. Die Grundidee dieses Buches hätte echt viel Potential für eine aufregende und spannende Geschichte mit vielen Verstrickungen gehabt, was blieb war aber irgendwas zwischen Spice und simpler Rache und das hat mich enttäuscht. So war es dann auch gar nicht mehr so einfach, fließend der Handlung zu folgen. Schade, ich hätte mich gefreut, wenn es noch besser gewesen wäre, denn die Figuren sind echt super.

Von mir gibt es 2 von 5 Sternen.

3 Gründe, weshalb du dieses Buch trotzdem mögen könntest:

1. Spannende Grundidee: Mafia trifft Trauma-Healing

2. Starke Figurenansätze & emotionale Hintergründe

3. Für Leser:innen, die sehr viel Spice mögen

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.02.2026

Vampire und so viel mehr!

Magic Drowned in Blood
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Schreibstil:
Das Buch war unheimlich fesselnd und wohldosiert geheimnisvoll. Ich war ab der ersten Seite total gebannt von der Handlung, konnte mich mitreißen lassen und hatte einfach Spaß beim Lesen. ...

Schreibstil:
Das Buch war unheimlich fesselnd und wohldosiert geheimnisvoll. Ich war ab der ersten Seite total gebannt von der Handlung, konnte mich mitreißen lassen und hatte einfach Spaß beim Lesen. Der Schreibstil erweckt das Abenteuer einfach perfekt zum Leben und hat mich auch super mitfühlen lassen.
Besonders gut haben wir außerdem die vielen Einschübe von Rückblicken und Gedanken gefallen, die ganz roh und geheimnisvoll erzählt wurden und die Geschichte immer wieder noch komplexer und verschachtelter hat werden lassen.

Die Geschichte: Eine Halbvampirin und drei Kerle, die sie alle haben wollen?

Ehrlich? Ich war total überwältigt von der Geschichte. Da bekommt man eine Halbvampirin als Protagonistin, die absolut besonders ist und gar nicht so recht weiß, was sie kann und was einmal aus ihr wird und dann trifft sie nicht einen, nicht zwei, sondern gleich drei Typen, die alle das Potential dazu haben, ihr den Kopf zu verdrehen. Das alles unter dem Dach einer forced marriage (jedenfalls bei ihr) und verbunden mit Vampiren UND Magiern UND einer Academy. Achja, zwei der Kerle sind übrigens Prinzen.

Es war unheimlich spannend, all das zu Anfang erst einmal kennenzulernen. Was es mit den Schattengeliebten auf sich hat, welche Figuren eine tragende Rolle spielen werden und wie man Lark einzuschätzen hat.
Erst war es tatsächlich ein bisschen Bully-Romance, aber schnell zeichnet sich ab, dass da etwas in Lark schlummert, was einfach keiner so richtig fassen kann. Und genau das zeichnet auch die komplette Handlung: Geheimnisse schlummern an jeder Ecke. Wirklich KEINE der Figuren ist direkt schwarz oder weiß zuordbar. Überall gibt es Geheimnisse und genau das bewirkt gleich ab der ersten Seite eine unfassbare Sogwirkung, die mich nur so durch die Geschichte hat fliegen lassen.

Lark: eingeschüchtert, nicht ganz Vampirin, nicht ganz Magierin, anders

Lark war mir vom ersten Moment an sympathisch. Ich konnte so gut nachvollziehen, wie es ist, wenn man nicht zur großen Gesamtheit gehört, nur weil man nicht ganz so ist wie die anderen. Was dann automatisch dazukommt, und das sieht man an ihr, ist die Mauer. Lark hat eine um sich herum errichtet, um daran alles abprallen lassen zu können. Um sich zu schützen. Aber dadurch entgeht ihr auch manchmal etwas, dass sie vielleicht mitbekommen hätte, wenn sie nicht gleich das Schlechteste von allen denken würde.

Mit den Prinzen kommt eine ganz neue Perspektive in ihr Leben. Ich fand es spannend zu sehen, wie sich ihre Einstellung zu den Prüfungen zur Schattengeliebten ändert, weil plötzlich die Träumerin in ihr erwacht. Sie sich nichts mehr verwehrt, weil sie meint, nicht gut genug dafür zu sein. Sie ist einfach stark, ohne dabei besonders badass zu sein. Eine Heldin mit Schwächen und Emotionen. Eigentlich genau das, was mich im Speziellen besonders mitzieht.

Die Prüfungen: Vampire auf dem Prüfstand?

Wer nach einer Story mit viel sucht, der wird hier auf jeden Fall fündig, denn auch der Abenteueraspekt lässt sich hier nicht lumpen. Die Schattengeliebten müssen nämlich Prüfungen bestehen, um sich zu behaupten. Und auch, wenn sie fast nicht sterben können, so ist der Einsatz dennoch hoch und die Prüfungen nicht gerade leicht. Ich fand es für eine Story, die sich nicht hauptsächlich um ein Turnier dreht, sehr gut dosiert. Die Prüfungen haben Lark gefordert, aber nicht den Großteil der Geschichte eingenommen.

Cool fand ich zusätzlich, dass die Prüfungen viele verschiedene Figuren an die Academy bringen, was dazu führt, dass noch ganz andere Erzählstränge aufgetan werden. Dieses Buch zu lesen ist wirklich, als befände man sich in einem Film, der es nicht erlaubt, auch nur eine Sekunde den Kopf abzuwenden, weil man dann etwas verpassen würde.
Und doch hat man nicht das Gefühl, dass die Geschichte überladen oder künstlich aufgebaut ist.

Die Prinzen: Licht vs. Schatten

Neben Lark, die ein einziges Geheimnis ist, weil sie selbst nicht viel über sich weiß, sind auch die Prinzen jeder für sich ein großes Geheimnis. Es fängt damit an, dass der Erstgeborene aus unbekannten Gründen nicht der Thronfolger ist. Aber da ist noch mehr: Bedeutet ein Lächeln wirklich Freundlichkeit? Was verbirgt sich hinter der Maske? Kann man ihnen trauen? Verachten sie Vampire nicht? Trügt der Schein?
Keinen der Prinzen kann man als das nehmen, als was er sich verkauft, denn immer wieder werden Hinweise darauf gegeben, dass es ganz anders sein KÖNNTE.

So wird jeder Prinz auf seine Art anziehend und gleichzeitig abstoßend. Nicht nur Lark weiß dann nicht, wen sie wählen soll, sondern auch ich als Leserin konnte es nicht vorausahnen.
Und die Beziehungen zwischen Lark und den Prinzen sind fast dark. Ich mochte es, ihr solltet aber vorgewarnt sein!

Was man allerdings anmerken muss, ist, dass man sich darauf einlassen muss, dass vieles in diesem Band noch vage bleibt. Ich bin mir sicher, dass der nächste Band ganz viele Fragen beantworten wird. Dieser Band ist definitiv noch ein Aufbauband:)

Fazit:
Eine Vampirgeschichte, die mich damit überrascht hat, dass sie so viel mehr ist als die Geschichten, die ich bisher über Vampire gelesen habe. Es gibt hier einfach unheimlich viele Facetten und viele Geheimnisse. Zwischendurch darke Elemente und jede Menge Lovedramatik durch die Dreiecksverstrickungen.
Ich fand es einzig etwas vage zwischendurch:)
Jetzt freue ich mich einfach mega auf Band 2, wo glaube ich noch ganz viel aufgeklärt wird und dadurch umso mehr Spannung entsteht.

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

3 Gründe, weshalb du dieses Buch lesen solltest:

Fesselnde Mischung aus Magie, Vampiren und Geheimnissen
Starke, vielschichtige Protagonistin mit emotionaler Tiefe
Spannende Dynamik durch Dreiecksbeziehungen und dunkle Geheimnisse

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