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Sioux

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Spannender Kink

Willing Prey
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Schreibstil:
Habe ihn geliebt! Ich bin durch die Seiten geflogen und war erstaunt, wie flüssig es sich lesen ließ. Denn obwohl ich keinerlei Erfahrungen mit dem Kink hatte und ihn erst vielleicht etwas ...

Schreibstil:
Habe ihn geliebt! Ich bin durch die Seiten geflogen und war erstaunt, wie flüssig es sich lesen ließ. Denn obwohl ich keinerlei Erfahrungen mit dem Kink hatte und ihn erst vielleicht etwas befremdlich fand, war es zu keiner Zeit komisch oder abwegig. Die Autorin hat es durch die Beschreibung der Gefühle und der Atmosphäre perfekt geschafft, mich mit ihren Figuren mitzunehmen und mitfühlen zu lassen, sodass es zu keiner Zeit weird war. Ich konnte mich total fallen lassen und einfach gebannt lesen.

Die Geschichte – 30 Tage, ein Wald hinter dem Haus und ein Gehalt, das die Schulden tilgt

Erzählt wird aus den Perspektiven von Shane und Claire. Das war besonders deshalb interessant, weil die beiden lange Zeit absolut unabhängig voneinander agieren und denken und fühlen. Durch die Zeitbeschränkung und die stete Bereitschaft, die von Claire verlangt wird, spielt die Geschichte hauptsächlich auf Shanes Grundstück und hauptsächlich zwischen Claire und Shane sowie seinem Hauspersonal. Das hat die Erzählung natürlich sehr auf den Spice verdichtet. Und dieser lässt auch nicht lange auf sich warten. So nahm die Handlung gleich Fahrt auf und baute sich nicht erst langsam auf. Suchtfaktor also sofort aktiviert.

Claire – Betrogene Lehrerin mit Kink, der alle Sorgen zu nehmen scheint

Claire muss man gar nicht lange kennen lernen, um sie zu mögen. Sie ist unkompliziert, naturverliebt, weiß, was sie will und was sie mag. Sie gibt sich keinen Gedankenstrudeln hin oder verkompliziert Dinge, sondern kennt ihre Schwächen und Vorlieben und agiert sehr strukturiert. Das mochte ich an ihr total, weil sie den Handlungsverlauf so nicht verlangsamt und nichts unnötig verkompliziert hat.

Dafür blieb Platz, um mit ihr zu fühlen, was ihr am Primal Play so gefällt, wie sie Shane immer besser kennen lernt und dabei langsam Gefühle entwickelt und wie sie teils überlegt, teils aber auch gefühlsgesteuert mit ihrem Ex-Freund umgeht. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, dass sie überdramatisiert oder irgendetwas total unlogisch angeht. Stattdessen ist sie authentisch und gibt ihre Gefühle an uns Leser:innen weiter.

Was mir außerdem an ihre gefallen hat, war, dass sie keinen Zustand als gegeben ansieht. So entwickelt der Kink sich zwischen ihr und Shane noch weiter. Irgendwie hat mir das auch dabei geholfen, diese sexuelle Vorliebe besser hinsichtlich meiner feministischen Einstellung verstehen zu können. Wäre es nämlich so gewesen, dass es nur darum gegangen wäre, dass der Mann das Sagen hat, wäre das zwar im sexuellen Bereich auch irgendwie in Ordnung gewesen (gemäß dem Falle, er benimmt sich sonst gut), allerdings fand ich es so einfach viel besser. Die beiden sind die ganze Zeit über sehr an Consent interessiert. Es geht nicht nur um ein Safeword, sondern auch darum, dass beide garantiert Spaß an allem haben. Durch die Entwicklungen hin zur Gegenseitigkeit wurde dies noch bestärkt. Ich glaube, genau diesen Content sollte man viel öfters in Dark Romance Büchern betonen, denn genau so wird ein Kink zum Kink und nicht zu einer Machtdemonstration oder einer sexuellen Vorliebe eines Einzelnen. Die beiden machen das hier zusammen. Haben zusammen Spaß. Sind zusammen?

Nur eine Mini-Anmerkung zu Claire: Sie beschreibt sich als totale People-Pleaserin, tatsächlich aber konnte ich das bei ihr nicht wahrnehmen. Ich denke, das bezieht sich auf ihre Zeit VOR Shane. Es gab aber keine Rückblicke oder Erinnerungen oder ähnliches, die das an der Stelle nochmal gezeigt bzw. erlebbar gemacht hätten. Schade eigentlich, denn für ihre Entwicklungskurve wäre es glaube ich ganz cool gewesen, wenn man diesen Wandel mehr mitbekommen hätte.

Shane – scheuer Anwalt, dominanter Jäger oder weirder Stalker?

Das krasseste an Shane: er wird als großer, eher stämmiger, muskulöser Mann beschrieben, der aber schüchtern, zurückhaltend und unsicher ist. Ich habe noch nie einen Love Interest kennengelernt, der so gegensätzlich war und gleichzeitig so authentischen. Denn ja, nicht jeder mit einem Kink muss gleich das oberkrasseste Machomonster sein. Man kann auch so sein wie Shane: jemand, der erst entdeckt, dass dieser Kink zu einem passt und der eigentlich sehr unsicher ist, wenn es darum geht, mit Frauen zu reden. Wenn er nicht gerade in seinem Element draußen im Wald war, dann merkte man diese Schüchternheit total und das fand ich zuckersüß. Er ist der Typ Nerd, den man mit ins Bett nehmen will. Jemand, der sich um alles Gedanken macht, recherchiert, um gut in dem zu sein, was er sich vornimmt und unbeholfen und schweigsam wird, wenn er unvorbereitet angetroffen wird. Es war cool zu sehen, wie sehr er sich um Claire bemüht, obwohl er augenscheinlich ein oberkrasser S**partner ist.

Was seine Figur dann noch spannender machte, war, dass es bei ihm quasi Liebe auf den ersten Blick war und er vielleicht leichte Stalker-Tendenzen zeigte. Zuerst dachte ich in diesem Moment so: oh ha, dass ist jetzt vielleicht doch etwas viel, im nächsten passte es irgendwie total zu ihm und nahm dann zum Glück auch nicht solche Ausmaße an, dass ich es hätte irgendwie mit mir ausmachen müssen. Er war einfach verliebt.

Wenn ein Vertrag endet – was passiert dann?

Die 30 Tage waren wirklich super geschrieben. Es wirkte dadurch authentisch, dass die Bedingungen zwar eingehalten wurden, dass Shanes Leben aber auch nicht einfach pausierte. Er musste dennoch arbeiten und hatte somit nicht jeden Tag Zeit, sie zu jagen. Dadurch konnten viele der Jagden erzählt werden und jedes Mal war ich wieder erstaunt, dass die Autorin es schaffte, die gleiche Prozedur wieder anders spannend zu erzählen. Manchmal ist es Claire, die erzählt, manchmal Shane, manchmal versteckt sie sich, manchmal versucht sie den Spieß umzudrehen, mal dauert sie lang, manchmal kurz und zwischendurch passieren dann noch andere Dinge. Es war echt faszinieren, wie ich jedes Mal mitgefiebert habe.

Schön war aber auch, dass sich schon innerhalb dieser 30 Tage mehr zwischen den beiden entwickelte. Sie redeten, machten sich Gedanken, verbrachten Zeit außerhalb der Jagd miteinander. Alles so, dass es nicht zu viel wirkte, nicht zu vanilla, sondern eben einfach so, dass man merkte, dass die beiden vielleicht noch mehr als ihren Kink teilten.

Dabei ist dann nicht nur Claires Ex-Freund Thema, der sehr nachvollziehbar immer mal wieder zum Thema wird und Gefühle heraufbeschwört, sondern auch Shanes Vergangenheit. Ich fand es gut, dass es irgendwie einen Grund gab, weshalb er so ist wie er ist, trotzdem hätte ich mir irgendwie noch ein paar mehr Details aus dieser Vergangenheit gewünscht. Kann sein, dass sich das für Caine aufgehoben wird, aber für Shane war es dann schade.

So, irgendwann waren die 30 Tage dann aber vorbei und ab dann fand ich es etwas schleppend. Es war süß, keine Frage und es war auch authentisch erzählt, aber es klang ein bisschen wie ein Epilog, nicht wie ein entscheidender Teil der Geschichte. Das Darke ging auf jeden Fall verloren. Ich fand es so zum Abschluss ganz schön, es hat der Geschichte aber definitiv ein wenig der Würze genommen.

Fazit:
Ein Kink, der die Geliebte zur Beute macht, sympathische Figuren, ein flüssiger Schreibstil und jede Menge Spannung. Dieses Buch hat wirklich Spaß gemacht und war super spicy. Zum letzten Viertel hin wurde es etwas süßer, nicht mehr so dark. Wen das nicht stört, wird hier eine wirklich schöne Dark Romance lesen. Mein einziger richtiger Kritikpunkt: ein bisschen mehr Tiefe hätte das Buch noch besser gemacht.

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

3 Gründe, weshalb du dieses Buch lesen solltest:

- Ein ungewöhnlicher Kink, der überraschend authentisch dargestellt wird
- Spannende Dynamik zwischen schüchternem Nerd & dominantem Jäger
- Spice mit Fokus auf Consent & Gegenseitigkeit


Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Liebe Grüße
Tomke

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Veröffentlicht am 23.04.2026

Packende Escape-Room-Mystery

Darkly
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Schreibstil:
Die Geschichte ließ sich sehr schön flüssig lesen und wurde die ganze Zeit über von einer düsteren Atmosphäre begleitet. Immer wieder kommen Zweifel auf, Geräusche und Beobachtungen wechseln ...

Schreibstil:
Die Geschichte ließ sich sehr schön flüssig lesen und wurde die ganze Zeit über von einer düsteren Atmosphäre begleitet. Immer wieder kommen Zweifel auf, Geräusche und Beobachtungen wechseln sich ab mit kryptischen Aussagen der Figuren. Für mich eine sehr gelungene Spannung zwischen Setting, Dialogen und Handlung, die mich schnell gefesselt hat.
Zusätzlich interessant ist, dass es zwischendurch Seiten gibt, auf die Rätsel, Zeichnungen, Fotos oder Zeitungsausschnitte gedruckt wurden. Einige davon konnte ich zwar im direkten Handlungsverlauf nicht direkt durchschauen, weil vieles erst viel später relevant wurde, aber sie sorgten auf jeden Fall dafür, die Rätselstimmung hoch zu halten.

Die Geschichte – Verlorene Kinder auf der Suche nach einem verlorenen Jungen im Konstrukt eines verlorenen Spiels

Erzählt wird aus der Perspektive von Dia, einer der sieben Jugendlichen, die auf der Insel der mysteriösen Spieledesignern ausgesetzt werden. Sie ist siebzehn, verhält sich aber nicht so bzw. hat ein gänzlich anderes Leben, sodass sie sich nicht mit den typischen Befindlichkeiten von Jugendlichen in ihrem Alter auseinandersetzt, sondern schnell in andere Gedankenstränge eintaucht. Ihre Beobachtungsgabe ist grandios und schnell beginnt sie, mehr und mehr zu kombinieren, Spuren zu verfolgen und Dinge zu hinterfragen.

Die Handlung ist zunächst etwas wirr, denn man weiß erstmal gar nichts. Es gibt diese besonderen Spiele, die Darklys, und die Designerin dahinter, Louisana Veda. Was mit ihr passiert ist, ist kein Geheimnis, wirft aber Fragen auf. Alles ist höchst mysteriös. Die Jugendlichen bekommen nur einen Happen serviert, der reichlich schwammig und weit hergeholt wirkt. Die Frage nach den Motiven jeder einzelnen Figur im Buch ist stets präsent, dadurch ist man die ganze Zeit im Rätselmodus, denn natürlich möchte man niemandem wirklich glauben.
Ich fand es sehr cool, wie es wirklich von einem Hinweis zum anderen ging und das große Ganze somit ziemlich lange brauchte, um sich zusammenzusetzen. Es fühlte sich ein wenig an, als wäre man in einem Escape Room und müsste den Ausweg finden. Nur in live, denn es treten nicht nur die Mitspielenden auf, sondern auch Statisten, die nicht unbedingt daran interessiert sind, zu helfen.

Die Idee hinter den eigentlichen Darklys blieb im meinem Kopf lange Zeit eher schwammig. Ich konnte mir nicht so richtig vorstellen, wie Spiele, so wie sie dort beschrieben wurden, überall auf der Welt gespielt werden konnten. Und auch am Ende des Buches blieb bei mir die Frage offen, was nun so anders an den Spielen war. Wie sie möglich waren. Denn die Handlung bezieht sich eher auf eine spezielle Art des Spiels, das genauso lebendig geworden ist, wie ich mir die anderen auch vorstellen würde. Vielleicht ist diese wirre Schilderung ein kleiner Hinweis darauf, dass einiges in diesem Buch ziemlich konstruiert wirkte. Es war alles mysteriös und rätselhaft, aber eben auch sehr gewollt. Ich persönlich konnte mich gut fallen lassen, weil die Stimmung und die Figuren das einfach unterstützt haben, aber wer hier ganz genau mitdenkt und hinterfragt, wird über ein paar Ungereimtheiten oder vielmehr Lücken stolpern.

Die anderen Figuren haben mich auch sehr an das Setting eines Escape Rooms erinnert, denn sie alle erfüllen ihre Rolle und bringen auch einen kleinen Teil Charakter mit in die Geschichte, hauptsächlich sind sie aber dafür da, um zu agieren. Um Dia Beobachtungen möglich zu machen und Ergebnisse erschließen zu können. Die kleine Lovestory, die ebenfalls Teil der Geschichte ist, ist genauso sehr Mittel zum Zweck. In anderen Geschichten würde ich das vielleicht bemängeln, aber hier fand ich es super, weil es Dia durcheinanderbrachte und nur so konnte die Spannung noch weiter gezogen werden.

Neben all den unmittelbaren Handlungselementen, die mit dem Rätsel zu tun hatten, bewies die Geschichte auch Tiefe, indem sie Themen wie Machtgewinn und Fankultur aufgriff. Es ging oft und gerne um die Abgründe der Menschen, um die Motive einzelner, um das Böse, dass daraus entsteht, wenn jemand ein Ziel vor Augen hat. Das fand ich zwar gut eingebunden, letztlich blieb aber auch hier irgendwo eine Lücke, sodass ich letzten Endes sagen würde, dass die Geschichte sich zwar um Tiefe bemüht, diese aber zugunsten des Mysteriums nicht gänzlich umsetzen kann.

Das Ende des Buches war ein wenig so, als hätte man die Schatzkiste geöffnet, dann aber bemerkt, dass die Goldmünzen einem das Leben kosten. Der Triumph war kurz, plötzlich war alles anders als gedacht. Ich mochte es, dass es letztlich alles realistisch blieb, musste aber auch feststellen, dass bei mir der Funke nicht ganz übergesprungen war. Die Spannung war auf den ganzen Handlungsverlauf gesehen etwas schwankend und Dia zwar intelligent, aber auch nur begrenzt zugänglich. Ich würde sagen, ein gelungenes Darkly – und das ist hier völlig okay.

Fazit:
Eine Geschichte, die durchweg rätselhaft und mysteriös ist. Die Atmosphäre ist genial, der Handlungsverlauf fast durchweg sehr spannend, manchmal aber auch etwas lückenhaft. Die Idee fand ich super originell und ich habe bis zuletzt nicht durchschauen können, was am Ende auf einmal real war. Ein Buch für Fans von mysteriösen Geschichten, die einem Escape Game nahekommen, in denen die Figuren nicht unbedingt die Handlungsträger, sondern eher Mittel zum Zweck sind.

4 von 5 Sterne von mir.



3 Gründe, weshalb du dieses Buch lesen solltest:

1. Geniale Escape-Game-Atmosphäre

2. Starke, durchgehend mysteriöse Spannung

3. Originelle Idee mit Dark-Academia-Vibes



Liebe Grüße

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Zwischendurch hatte ich Gänsehaut – und zwar nicht die gute

The Night We Met
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Schreibstil:
Wie immer ist der Schreibstil der Autorin super lesbar gewesen. Locker und flüssig und unheimlich amüsant. Ich musste immer wieder schmunzeln, aber auch andere Gefühle kamen fast schon zu ...

Schreibstil:
Wie immer ist der Schreibstil der Autorin super lesbar gewesen. Locker und flüssig und unheimlich amüsant. Ich musste immer wieder schmunzeln, aber auch andere Gefühle kamen fast schon zu gut bei mir an. So wurde mir zum Beispiel eng in der Brust, wenn die Situation komisch wurde. Das erste Mal gab es für mich aber auch ein paar längere Passagen, in denen die Autorin sich ein wenig in ihren Ausführungen verlor.

Die Geschichte – eine ausweglose Situation, die gar nicht gut ausgehen KANN

Ich bin richtig gut in die Geschichte reingekommen, denn man lernt gleich zwei unheimlich sympathische Figuren kennen: Larissa, die irgendwie mit dem klarkommen muss, was ihr das Leben gegeben hat und Chris, der seinen besten Freund in den Schutz nimmt und gleich versteht, was in Larissa vorgeht. Ich war einfach gleich verzaubert: von Larissas Kämpferwillen und Chris‘ aufmerksamen Verhalten. Zudem gibt es gleich eine super süße Szene und ich war nicht nur sofort neugierig, wie die beiden jemals zusammen kommen sollten, sondern auch darauf, wie Larissas Leben weitergehen würde. Der Grundstein für eine gute Geschichte war also gelegt.

Larissa – Wenn sich das Leben nur noch aufs Überleben beschränkt

Sie fand ich im ganzen Buch durchweg sehr cool. Als Selfmade-Frau ist sie es gewohnt, dass nichts sich von alleine einrenkt und dass am Ende sie es ist, die etwas tun muss, damit sich etwas ändert. So ist sie aber auch leider daran gewöhnt, dass sich keiner um sie kümmert. Dadurch kommt es, dass sie sich vor allem anfangs ziemlich schlecht behandeln lässt. Es fällt ihr gar nicht auf, wenn jemand nicht ehrlich, nicht aufopferungsvoll ist, stattdessen wälzt sie alles immer gleich auf sich selbst um. Trotzdem war sie für mich keineswegs eine schwache Figur. Neben all ihren Jobs, behielt sie stets gute Laune, war bereit, hart zu arbeiten, wollte sich nichts schenken lassen und hat das Beste aus dem gemacht, was sie sich leisten konnte. Ganz ohne zu überschwänglich oder zu unrealistisch zu werden.

Ich gebe zu, manchmal habe ich mich gefragt, wie sie all diese Dinge schafft, ohne dabei den Kopf zu verlieren. Wie viele Stunden ihr Tag überhaupt hat und wie sie es dann noch schafft, sich um einen Hund zu kümmern. Gefühlt hat sie auf jeden Fall nie geschlafen.
Zu ihrer Entwicklung kann ich sagen, dass sie sich eigentlich, was ihr Privatleben angeht, eher mittreiben lässt. Mit Mike ist alles geregelt, also läuft es weiter. Mit Chris ist alles einfach, also kann es doch auch so weiterlaufen. Die Jobs dagegen müssen wechseln, mehr Geld einbringen. Manchmal hatte ich während des Lesens das Gefühl, dass Larissa eigentlich gar nicht in dieser Phase ist, in der sie einen Freund haben will. Vielmehr jemanden, der sie unterstützt und sie ansonsten nicht so viel Zeit kostet. So wunderte es mich auch überhaupt nicht, dass bei ihr nicht unbedingt erotische Gedanken aufkommen. Dafür hat sie einfach keine Zeit.

Chris – Liebe bis zur Selbstaufgabe?

Bei Chris war ich die ganze Zeit zwiegespalten, denn einerseits ist er aufmerksam und unheimlich nett und versucht alle zu unterstützen (vor allem Larissa), andererseits aber hatte ich bei ihm auch so leichte cringe-Vibes wie in einem Film, in dem man den Stalker dabei beobachtet, wie er sich in sein Opfer „verliebt“. Er hat Larissa komplett studiert, ihr jeden Wunsch von den Augen abgelesen, konnte nicht mehr schlafen und hatte ständig Angst um sie. Und das, ganz ohne wirklichen Grund, denn eigentlich hatte es ihn nichts anzugehen.

Ich finde, bei ihm muss man „Verliebtsein“ wirklich hinterfragen, denn bedeutet das wirklich, dass ich so sehr in das Leben meines Love Interests eingreifen will? Ab wann mische ich mich zu viel ein? Bei Chris habe ich mir diese Frage die ganze Zeit gestellt, denn er lässt Larissa quasi keine Wahl, selbst zu entscheiden. Er nimmt ihr Dinge ab, bevor sie weiß, dass sie sie erbeten möchte, aber gleichzeitig auch, bevor sie ihre Einwilligung dazu geben kann. Ich empfand es so stellenweise als sehr übergriffig und konnte ihn deshalb leider nicht als das sehen, was er eigentlich sein sollte und was auch Larissa irgendwann in ihm sieht: einen aufmerksamen, liebevollen Mann, der für seine Partnerin alles geben würde.

Er selbst geht so völlig verloren. Was sind seine Ziele? Was belastet ihn? Warum kann er nicht schlafen? Es wird zwar angeschnitten, aber nicht richtig aufgearbeitet. Schon gar nicht mit Larissa, mit der er so viel teilt, aber nicht wirklich seine Gedanken. Dadurch kommt es stellenweise immer wieder zu Passagen, in denen er einfach gar nichts sagt und die anderen aus seinem Leben aussperrt. Es ist, als wäre sein Leben einzig auf Larissa ausgerichtet (davor auf Mike), sodass er selbst gar keinen Inhalt mehr hat.

Eine Liebesgeschichte, die zum Thriller werden will?

Zusammen sind Chris und Larissa wirklich süß. Chris macht alles für sie und lässt sich auch echt süße Sachen einfallen, außerdem sorgen die Szenen mit ihrem gemeinsamen Hund immer wieder für Lacher. Gleichzeitig weiß man aber natürlich von vorne herein, dass ihre Situation eigentlich auswegslos ist und die beiden nicht so eng miteinander sein sollten. Chris versucht, Grenzen einzuhalten, Larissa dagegen versteht lange Zeit gar nichts. Auch das bestärkte meine Theorie, dass sie noch gar nicht bereit ist. Denn sie springt nicht so richtig auf Chris und ihre gemeinsame Zeit an, genauso wenig wie auf die Probleme, die unter der Oberfläche brodeln. So übersieht sie auch Mike und seine Probleme. Erst, als es richtig deutlich wird, reagiert sie. Beinahe schon zu spät.

Letztlich weiß ich so gar nicht, ob ich hier von einer Lovestory oder eher einer Friendstory reden möchte. Mit Hinblick auf Chris‘ Übergriffigkeit hat beides aber einen komischen Beigeschmack. Was wäre passiert, wenn Larissa irgendwann „nein“ gesagt hätte? Wenn es doch Mike gewesen wäre? Was hätte Chris dann gemacht? Ich habe das Gefühl, es hätte auf einen Thriller hinauslaufen können und sollte das bei solch einem Liebesroman wirklich so sein?

Dazu passte dann leider auch, dass Larissa sich in Bezug auf Chris eher naiv gibt und ihm wahnsinnig schnell verzeiht. Auch da zeigt sie nicht unbedingt, dass das, was sie bisher über Männer gelernt hat, sie irgendwie skeptischer gemacht hat. Vielmehr verstößt sie gegen ihre eigenen Prinzipien und gibt sich ihm einfach hin. Da hätte ich mir doch sehr gewünscht, dass das noch tiefgreifender bearbeitet worden wäre. Gerade auch im Hinblick auf das Ende des Buches

Was die eigentliche Situation angeht: Ich fand es super interessant, mit welcher Idee sich dieses Buch beschäftigt. Denn ich denke, jede/r von uns oder ein Freund/eine Freundin von uns war bereits in einer Situation, in der es schien, als hätte man den falschen gewählt. Oder (wenn man es nicht unbedingt auf zwei Typen polen möchte), als hätte man zu früh den nächsten Freund, den Freund aus dem falschen Umfeld (Mitbewohner:in) oder irgendetwas anderes, was dazu geführt hat, dass die Beziehung gesellschaftlich nicht (sofort) anerkannt wurde).
Ich glaube, Kommunikation hätte dieser Geschichte definitiv nicht geschadet. So wäre die Situation am Ende vielleicht auch etwas befriedigender ausgefallen, denn so wie es ausgegangen ist, fand ich es etwas utopisch.

Letzten Endes muss ich sagen, dass ich das Buch zwar gelesen habe, ab und zu schmunzeln musste (Schreibstil top, die Situationen, in denen Tiere zu Schaden kamen, waren aber schlicht drüber) und stellenweise zumindest Larissa auch echt toll fand, ich das Buch aber einfach seeeehr problematisch finde. Hier wird eine Beziehung gezeigt, die nicht gesund ist. Die am Ende nicht für beide positive Aspekte bringt. Die eigentlich nur darauf wartet, dass etwas schief geht. Wenn man selbst wie Larissa ist und sich einfach nur verzweifelt nach jemandem sehnt, der sich endlich mal kümmert, dann kann man das glaube ich schlecht differenzieren und lässt sich von Chris einlullen. Auch die anderen Figuren sind zweifelhaft: die besten Freunde denken einfach nur gesellschaftskonform, die Mutter zeigt keinerlei Gefühle und Mikes Probleme werden ziemlich schnell nur zu einem Problem für die Beziehung von Chris und Larissa, nicht zu einem Problem, das vielleicht Unterstützung seines besten Freundes bedarf.

Fazit:
Ich liebe die Bücher der Autorin normalerweise und wollte auch dieses Buch lieben. Der Anfang war echt stark, die Story klang interessant, weil sie etwas ungemütlicher als gewohnt ist. Nach und nach wurde es aber immer komischer. Die Figuren waren unsympathisch, das Verhalten der Hauptfigur war übergriffig und damit schwer einordbar. Diese Geschichte muss man wirklich mit Vorsicht genießen und selbst dann gibt es einige Längen, in denen sich die Autorin verliert. Ich kann es leider nicht empfehlen.

2 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Dystopie mit spannenden Perspektiven!

Echoes of Ashes and Rain - Die Perfekten
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Schreibstil:

Die Autorin hatte mich direkt ab den ersten Seiten, denn mit Rain präsentiert sie eine Protagonistin, die super schön erfrischend ist und einfach immer in Handlungen denkt. So war der Schreibstil ...

Schreibstil:

Die Autorin hatte mich direkt ab den ersten Seiten, denn mit Rain präsentiert sie eine Protagonistin, die super schön erfrischend ist und einfach immer in Handlungen denkt. So war der Schreibstil wach und überlegt, gleichzeitig aber auch gut voranschreitend und dadurch mitziehend. Was ich manchmal etwas schade fand, war, dass es auch leicht ins Technische schwappte. Vielleicht ist technisch auch das falsche Wort, aber die Gefühle kamen einfach nicht ganz so vielschichtig und tiefgreifend rüber. Dafür nutzte die Autorin eher immer Beschreibungen und Formulierungen, die die Beziehung oder die Emotionen als feststehend darstellten.



Die Geschichte – Von der Gesetzlosen zur Kämpferin für die Unterdrückten

Ja, das klingt jetzt irgendwie ein bisschen nach Jeanne d’Arc und tatsächlich hat mich Rain ein wenig an sie erinnert, denn Rain ist ein unheimlich altruistischer Mensch. Gleichzeitig ist sie aber auch noch eine Jugendliche. Lark und sie, aus deren Perspektiven die Geschichte erzählt wird, sind gerade mal siebzehn und haben dafür schon ziemlich viel Verantwortung zu tragen. Es geht darum, an die Zukunft zu denken, die Familie zu versorgen und täglich das eigene Leben zu verteidigen.



Das alles spielt in einer erzählten Welt, die ich sehr gut aufgebaut fand, auch wenn ich etwas brauchte, um hinter so manche Geheimnisse bzw. Mechanismen zu kommen. Einiges wurde einfach etwas spät aufgelöst, anderes ein wenig als zu selbstverständlich dargestellt. Größere Dinge allerdings wurden bewusst so konzipiert, denn auch Rain und Lark stellen sich Fragen und beginnen, Nachforschungen anzustellen.

Alles in allem müsst ihr sie euch ein wenig wie eine Mischung aus „Die Bestimmung“ und „Panem“ vorstellen, mit unterdrückten und arbeitenden Bürgern, mit der Creme de la Creme, die gar nicht so richtig wissen, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen und mit den Rebellen dazwischen. Und natürlich mit den Ghosts. Eine spannende Konstellation die auch politisch für viel Tiefe in der Story sorgt und gute Überlegungen zulässt. Ich mochte es sehr, in diese Welt abzutauchen und durch Rains Augen immer mehr zu entdecken, während Lark dafür tiefer und tiefer in die Hintergründe all dessen eindringt.



Rain und Lark – zwischen Verrat und Vertrauen, Asche und Gold

Rain mochte ich unheimlich gerne. Sie ist eine Protagonistin, die perfekt für ein solches Jugendbuch ist: wach, intelligent, aufopferungsvoll und mutig. Dazu erkennt man aber auch schnell ihre Schwäche: ihre Familie. Und ist das nicht vollkommen natürlich, wenn man noch so jung ist? Vor allem aber ist es menschlich und ich mochte es sehr, wie Rain in all dem Trubel nie vergaß, wer immer für sie da war und trotz Verrat aber auch bereit ist, neuen Bekannten Vertrauen zu schenken, ohne naiv zu sein. Ich habe gerne aus ihrer Perspektive gelesen, vor allem dann, wenn sie mit beinahe kindlichem Eifer an eine Sache herangetreten ist, Pläne geschmiedet hat und die Probleme ihrer Welt mit wenigen Sätzen zu fassen bekam.

Was ich an ihr manchmal etwas schwierig fand, war, dass sie sehr unerschütterlich in ihrem Vertrauen zu ihrer Mum ist. Das ist natürlich toll für ihre Motivation, aber ich hätte es irgendwie etwas verständlicher gefunden, wenn sie auch mal ins Zweifeln geraten wäre. Ebenso im Hinblick auf ihren Vater. Bei Rain war irgendwie immer gleich klar, wen sie mag und wen nicht und dann auch wem sie vertraut und wem nicht. Da konnte sie auch nichts mehr von abbringen. Und das im Hinblick darauf, dass sie eigentlich gelernt hat, überhaupt niemandem zu vertrauen und dementsprechend ja sehr skeptisch hätte sein müssen. Denn eine Frage wäre mir an einer bestimmten Stelle sofort gekommen: Was hat er davon? Die Motive der Menschen zu hinterfragen, ist ja so ungefähr die oberste Regel. So habe ich es zumindest gelernt:)

Der Wechsel zu Larks Perspektive geschieht nahtlos. Im nächsten Absatz geht es einfach aus seiner Sicht weiter. Einerseits konnte ich mich so gut in die Geschichte fallen lassen, weil es quasi keine Unterbrechungen gab und viel mehr Wechsel zwischen den Perspektiven möglich waren (so viele kenntlich gemachte Wechsel hätten doch für ein sehr ungeordnetes Schriftsatzbild gesorgt), andererseits hat es mich auch oft verwirrt. Ich musste oft nochmal den ersten Satz des neuen Absatzes lesen, weil ich gerade so in Rain drin war und dann gar nicht so ganz begriffen habe, wie sie nun an den anderen Ort gekommen ist. Danach hat es natürlich Klick gemacht, aber diesen Moment hatte ich 1 zu 1 so die ganze Zeit und das war dann irgendwann doch etwas nervig. (Bin ich da empfindlich oder hätte euch das auch gestört?)

Larks Antrieb ist ebenfalls seine Familie, er muss es allerdings anders angehen. Sozusagen auf dem normalen Weg. Auf diesem bekommt er aber auch die Zustände, gegen die Rain ankämpft, viel besser und vor allem hautnah mit. Seine Freundin Hail ist da das beste Beispiel, deren Rollen in dieser Geschichte auch auf keinen Fall zu unterschätzen ist, auch wenn auch sie etwas unnahbar geblieben ist.

Bei ihm geht es um den reinen Kampf für seine Zukunft und die seiner Familie, denn seine kleine Schwester Rose, die unheimlich charismatisch und ein absoluter Main Charakter der Story ist, wird von der Gesellschaft quasi als nicht lebenswert abgestempelt.

Anfangs fiel es mir etwas schwer zu verstehen, wie weit seine Motivation dafür geht. Die Autorin hat es mir etwas schwer gemacht zu verstehen, dass Lark wirklich an gar nichts anderes denkt. Und ja, das klingt einschränkend und war es auch irgendwie, denn ich hätte mir schon manchmal gewünscht, dass Lark auch mal für andere kämpft. Für die allgemeinen Umstände.

Zum Glück hat er ein ausgeprägtes Gefühl für Gerechtigkeit und kommt auf seinem Weg immer wieder ins Schlingern. Das wiederum fand ich genial. Denn er schlüpft in unterschiedliche Rollen, bewegt sich in unterschiedlichen Kreisen und zerstört so ganz gezielt das schwarz-weiße Bild, das man erst von der Welt hat. Und das völlig unbeabsichtigt, denn Lark muss sich selbst erstmal darin zurechtfinden.

Alles in allem fand ich ihn als Figur spannend und habe auch gerne mit ihm zusammen Dinge erlebt. Was mich aber etwas irritierend fand, war die Liebesgeschichte zwischen ihm und Rain, die da irgendwie immer wieder angedeutet wurde. Dafür fehlten mir ehrlich gesagt nicht nur die Emotionen, sondern auch die Momente. Es gibt nur ganz wenige Szenen, in denen die beiden überhaupt aufeinandertreffen. Und in diesen konnte ich wenig spüren. Und dann gibt es da noch Hail von der Lark eigentlich freundschaftlich spricht, dann aber auch wieder als Liebe betitelt. Wer kommt da noch mit? Ich glaube, es wäre echt vollkommen okay gewesen, wenn Rain und er in diesem Band einfach als zufällige Freunde aufgetreten wären.

Zwischen Längen & Action – das Ende hat es nochmal rausgeholt

Der Handlungsverlauf der Geschichte lässt sich Zeit würde ich sagen. Es gibt überaus spannende Passagen und ich kann auch nicht sagen, dass es Längen gab, in denen ich nun gar nicht daran interessiert war, weiter und weiter zu lesen. Aber die Handlung hat sich schon oft ziemlich viel Zeit gelassen. Hier noch eine Szene, dort noch eine Szene. Hier noch etwas Rose, hier noch etwas Hail. Ja, das war alles wichtig und gut für die Gesamthandlung, aber manchmal hatte ich auch das Gefühl, es wird sich Zeit genommen in einer Welt, bei der Zeit nicht unbedingt das ist, was alle Figuren haben.

Dafür überschlugen sich die Geschehnisse dann am Ende und bemühten sich sehr darum, alles möglichst offen und verdreht darzustellen. Das fand ich dann aber schon wieder cool, weil es irgendwie viel passender für die Story war. Schließlich passiert im Hintergrund jeder Handlung immer etwas. Die ganze Welt, die Perspektiven der beiden Hauptfiguren, das alles ist super komplex und auch deshalb so mitreißend.

Den zweiten Band will ich also unbedingt lesen. Ich erwarte mir aber auch, dass die Emotionen da noch etwas mehr überkochen und die Geschichte etwas gezielter wird in ihrer Erzählung. (Denn ganz ehrlich: Das mit den Kindern und den Gesegneten, ist das nicht egal?)

Fazit:

Eine spannende Dystopie, die eine wirklich interessante und gut auserzählte Welt präsentiert. Die weibliche Hauptfigur ist total sympathisch und wach, die männliche Hauptfigur bringt eine zweite Perspektive rein, die für Tiefe sorgt. Emotional war mir die Geschichte noch etwas flach und einige Dinge wurden auch gerne mal nicht ganz so hinterfragt, aber ich fand es sehr spannend zu lesen und freue mich auf den nächsten Band!

4 von 5 Sterne von mir.

Vielen Dank an den Verlag und die Bloggerjury.de für das Rezensionsexemplar!



Drei Gründe, warum du dieses Buch lesen solltest:

1. Weil dich die Welt sofort reinzieht und sie auch ohne Romance auskommt

2. Weil du zwei Perspektiven bekommst, die sich perfekt ergänzen

3. Weil Gut & Böse hier nicht schwarz weiß sind und einige überraschende Wendungen auf dich zukommen.



Liebe Grüße

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2026

Bereit für Gänsehaut & Cowgirlboots?

Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me
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Schreibstil:

Ich fand den Schreibstil der Autorin total angenehm und emotional. Laura Willud trifft den richtigen Ton in den Szenen, in denen es wirklich drauf ankommt. Magie entsteht zwischen den Worten ...

Schreibstil:

Ich fand den Schreibstil der Autorin total angenehm und emotional. Laura Willud trifft den richtigen Ton in den Szenen, in denen es wirklich drauf ankommt. Magie entsteht zwischen den Worten und damit auch zwischen den Figuren. Ich konnte das Buch super flüssig durchlesen und war durchweg berührt und habe mich sehr wohlgefühlt in der Geschichte.



Die Geschichte – trauernde Songwriterin trifft den Feind ohne Vorwissen

Erzählt wird aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren Olive und Drew, die beide in Nashville leben. Dazu kommen jeweils zwei Mitbewohner:innen der beiden. Und neben verliebt sind die beiden auch noch Nachbarn und dank der WG-Regeln der Mädels Feinde.

Ich fand diese Regel natürlich erstmal etwas albern, auch wenn sie gut begründet ist. Denn am Ende fällt die Liebe ja eh, wohin sie fällt, ohne, dass man das beeinflussen kann. So passiert es natürlich auch hier und obwohl das alles ziemlich klischeemäßig ist, hat es mich hier gar nicht zu sehr gestört. Dafür war die Story dazwischen einfach zu besondern und emotional.



Olive – Eine junge Frau auf der Suche nach einem neuen Zuhause & einer neuen Bestimmung

Pinke Haarspitzen, Häkeltasche und Chucks, dazu viele Emotionen – Olive war mir sofort sympathisch. Obwohl sie eigentlich tieftraurig ist und dies auch gut kommunizieren kann und ihre Gedanken dazu uns Leser:inenn sehr gut mitgeteilt werden, ist da trotzdem ein Kämpferwillen, der es leicht macht, sich von ihr mitreißen zu lassen. Besonders gut an ihr fand ich, dass die einen unheimlich schönen Blick auf viele Dinge hat und sie zu wertschätzen weiß. So entstehen wohlig warme Gefühle zu ihren Mitbewohner:innen, zu dem Leben in Nashville und natürlich auch zu Drew. Bestätigend dafür, dass ich sie richtig verstanden habe war, dass Drew sich auch genau aus diesen Gründen in die verliebt. Das war dann nochmal extra schön, dass man das Liebenswerte an ihr direkt mitbekommen hat.



Ansonsten war es einfach krass, wie viele Gefühle in dieser Frau stecken. Immer, wenn ich dachte, sie würde jetzt zusammenbrechen, hat sie bewiesen, was Heilung bedeutet. Wie man kämpft und gleichzeitig loslässt, erinnert und weiterlebt – und das, indem sie ihre Emotionen auf Papier gebracht hat. Und das so, dass es für mich nicht nur dramatisch schön klingende Worte waren, sondern so, dass auch ich ihren Schmerz direkt wahrnehmen konnte. Einfach gut gemacht von der Autorin und definitiv Dreh-und Angelpunkt dieser Story.



Drew – Produzent auf der Suche nach seiner Muse

Drew war mir gleich genauso sympathisch wie Olive. Es ist wirklich ein großer Vorteil und Harmoniefaktor dieser Geschichte, dass beide Figuren weitestgehend auf Drama verzichten und stattdessen Emotionen und Gespräche zulassen. Man merkt an allen, dass sie eigentlich immer nur das Beste für die anderen wollen. Und auch, wenn Drew irgendwo auch seine eigenen Motive verfolgt, so ist er doch sehr daran interessiert, Olive bestmöglich zu bestärken und ihr zu helfen. Zusammen ergeben die beiden einfach ein Duo, dass sich nicht davor fürchtet, sich voreinander Ängste und Sorgen einzugestehen. Das fand ich super erwachsen.



Um die beiden drumherum sind aber noch die Regeln der WGs und damit auch die Geheimnistuerei. Ich fands sehr spannend, dieses Versteckspiel zu beobachten, weil die beiden ihre Beziehung trotzdem sehr zukunftsorientiert angehen. Da ist nicht nur Spice oder nur die Arbeit, oder im schlimmsten Falle sogar nur oberflächliche Gespräche, sondern ganz im Gegenteil: viel Tiefe, viel Offenheit und eigentlich Aktivitäten und Gedanken, die definitiv nur zu was Langfristigeres passen. Es war also kein „Wir wissen, dass es eh nicht passen wird“, sondern ein „irgendwann wird es herauskommen“. Und das hat mir die Geschichte ziemlich versüßt. Es war aufregend und verboten, aber dann durch die auch stellenweise sehr lustigen Interaktionen mit den anderen Mitbewohner:innen eine liebevolle Dynamik, die den Herzschmerz und die Zweifel noch viel größer gemacht und die Situation nachvollziehbarer gemacht haben.



Die Musik – Zwischen Heilung & Erfolg

Für den einen der Weg in die Zukunft, für den anderen der Schritt in die Heilung. Die Musik wird hier, ganz wie man es von dem Setting in Nashville erwartet, zu einem entscheidenden Moment. Sie wird zum Ausdruck von Trauer und Freude und ganz besonders der Liebe zwischen Olive und Drew. Sie ist das verbindende Moment und gleichzeitig der Punkt, an dem Ehrlichkeit sehr sehr wichtig ist. Ich fand es einfach nur toll, wie sie eingebunden wurde und habe sie fast auf meiner Haut prickeln gespürt.



Fazit:

Eine wirklich wundervolle Geschichte mit einem tollen Setting, lustigen Nebenprotagonist:innen und ganz viel wohliger Atmosphäre. Die Liebesgeschichte ist emotional und ehrlich und verbindet Verlust und Trauer mit Glück und dem Blick in die Zukunft. Ich mochte es sehr, dass sich hier alle auf Augenhöhe begegnen, war gefesselt vom Handlungsverlauf und habe einfach nur mitgefühlt. Eine wohlig warme Liebesgeschichte mit liebenswerten Figuren, die ihr euch nicht entgehen lassen soltlet.



5 von 5 Sterne von mir.

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