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Veröffentlicht am 22.04.2026

Zwischendurch hatte ich Gänsehaut – und zwar nicht die gute

The Night We Met
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Schreibstil:
Wie immer ist der Schreibstil der Autorin super lesbar gewesen. Locker und flüssig und unheimlich amüsant. Ich musste immer wieder schmunzeln, aber auch andere Gefühle kamen fast schon zu ...

Schreibstil:
Wie immer ist der Schreibstil der Autorin super lesbar gewesen. Locker und flüssig und unheimlich amüsant. Ich musste immer wieder schmunzeln, aber auch andere Gefühle kamen fast schon zu gut bei mir an. So wurde mir zum Beispiel eng in der Brust, wenn die Situation komisch wurde. Das erste Mal gab es für mich aber auch ein paar längere Passagen, in denen die Autorin sich ein wenig in ihren Ausführungen verlor.

Die Geschichte – eine ausweglose Situation, die gar nicht gut ausgehen KANN

Ich bin richtig gut in die Geschichte reingekommen, denn man lernt gleich zwei unheimlich sympathische Figuren kennen: Larissa, die irgendwie mit dem klarkommen muss, was ihr das Leben gegeben hat und Chris, der seinen besten Freund in den Schutz nimmt und gleich versteht, was in Larissa vorgeht. Ich war einfach gleich verzaubert: von Larissas Kämpferwillen und Chris‘ aufmerksamen Verhalten. Zudem gibt es gleich eine super süße Szene und ich war nicht nur sofort neugierig, wie die beiden jemals zusammen kommen sollten, sondern auch darauf, wie Larissas Leben weitergehen würde. Der Grundstein für eine gute Geschichte war also gelegt.

Larissa – Wenn sich das Leben nur noch aufs Überleben beschränkt

Sie fand ich im ganzen Buch durchweg sehr cool. Als Selfmade-Frau ist sie es gewohnt, dass nichts sich von alleine einrenkt und dass am Ende sie es ist, die etwas tun muss, damit sich etwas ändert. So ist sie aber auch leider daran gewöhnt, dass sich keiner um sie kümmert. Dadurch kommt es, dass sie sich vor allem anfangs ziemlich schlecht behandeln lässt. Es fällt ihr gar nicht auf, wenn jemand nicht ehrlich, nicht aufopferungsvoll ist, stattdessen wälzt sie alles immer gleich auf sich selbst um. Trotzdem war sie für mich keineswegs eine schwache Figur. Neben all ihren Jobs, behielt sie stets gute Laune, war bereit, hart zu arbeiten, wollte sich nichts schenken lassen und hat das Beste aus dem gemacht, was sie sich leisten konnte. Ganz ohne zu überschwänglich oder zu unrealistisch zu werden.

Ich gebe zu, manchmal habe ich mich gefragt, wie sie all diese Dinge schafft, ohne dabei den Kopf zu verlieren. Wie viele Stunden ihr Tag überhaupt hat und wie sie es dann noch schafft, sich um einen Hund zu kümmern. Gefühlt hat sie auf jeden Fall nie geschlafen.
Zu ihrer Entwicklung kann ich sagen, dass sie sich eigentlich, was ihr Privatleben angeht, eher mittreiben lässt. Mit Mike ist alles geregelt, also läuft es weiter. Mit Chris ist alles einfach, also kann es doch auch so weiterlaufen. Die Jobs dagegen müssen wechseln, mehr Geld einbringen. Manchmal hatte ich während des Lesens das Gefühl, dass Larissa eigentlich gar nicht in dieser Phase ist, in der sie einen Freund haben will. Vielmehr jemanden, der sie unterstützt und sie ansonsten nicht so viel Zeit kostet. So wunderte es mich auch überhaupt nicht, dass bei ihr nicht unbedingt erotische Gedanken aufkommen. Dafür hat sie einfach keine Zeit.

Chris – Liebe bis zur Selbstaufgabe?

Bei Chris war ich die ganze Zeit zwiegespalten, denn einerseits ist er aufmerksam und unheimlich nett und versucht alle zu unterstützen (vor allem Larissa), andererseits aber hatte ich bei ihm auch so leichte cringe-Vibes wie in einem Film, in dem man den Stalker dabei beobachtet, wie er sich in sein Opfer „verliebt“. Er hat Larissa komplett studiert, ihr jeden Wunsch von den Augen abgelesen, konnte nicht mehr schlafen und hatte ständig Angst um sie. Und das, ganz ohne wirklichen Grund, denn eigentlich hatte es ihn nichts anzugehen.

Ich finde, bei ihm muss man „Verliebtsein“ wirklich hinterfragen, denn bedeutet das wirklich, dass ich so sehr in das Leben meines Love Interests eingreifen will? Ab wann mische ich mich zu viel ein? Bei Chris habe ich mir diese Frage die ganze Zeit gestellt, denn er lässt Larissa quasi keine Wahl, selbst zu entscheiden. Er nimmt ihr Dinge ab, bevor sie weiß, dass sie sie erbeten möchte, aber gleichzeitig auch, bevor sie ihre Einwilligung dazu geben kann. Ich empfand es so stellenweise als sehr übergriffig und konnte ihn deshalb leider nicht als das sehen, was er eigentlich sein sollte und was auch Larissa irgendwann in ihm sieht: einen aufmerksamen, liebevollen Mann, der für seine Partnerin alles geben würde.

Er selbst geht so völlig verloren. Was sind seine Ziele? Was belastet ihn? Warum kann er nicht schlafen? Es wird zwar angeschnitten, aber nicht richtig aufgearbeitet. Schon gar nicht mit Larissa, mit der er so viel teilt, aber nicht wirklich seine Gedanken. Dadurch kommt es stellenweise immer wieder zu Passagen, in denen er einfach gar nichts sagt und die anderen aus seinem Leben aussperrt. Es ist, als wäre sein Leben einzig auf Larissa ausgerichtet (davor auf Mike), sodass er selbst gar keinen Inhalt mehr hat.

Eine Liebesgeschichte, die zum Thriller werden will?

Zusammen sind Chris und Larissa wirklich süß. Chris macht alles für sie und lässt sich auch echt süße Sachen einfallen, außerdem sorgen die Szenen mit ihrem gemeinsamen Hund immer wieder für Lacher. Gleichzeitig weiß man aber natürlich von vorne herein, dass ihre Situation eigentlich auswegslos ist und die beiden nicht so eng miteinander sein sollten. Chris versucht, Grenzen einzuhalten, Larissa dagegen versteht lange Zeit gar nichts. Auch das bestärkte meine Theorie, dass sie noch gar nicht bereit ist. Denn sie springt nicht so richtig auf Chris und ihre gemeinsame Zeit an, genauso wenig wie auf die Probleme, die unter der Oberfläche brodeln. So übersieht sie auch Mike und seine Probleme. Erst, als es richtig deutlich wird, reagiert sie. Beinahe schon zu spät.

Letztlich weiß ich so gar nicht, ob ich hier von einer Lovestory oder eher einer Friendstory reden möchte. Mit Hinblick auf Chris‘ Übergriffigkeit hat beides aber einen komischen Beigeschmack. Was wäre passiert, wenn Larissa irgendwann „nein“ gesagt hätte? Wenn es doch Mike gewesen wäre? Was hätte Chris dann gemacht? Ich habe das Gefühl, es hätte auf einen Thriller hinauslaufen können und sollte das bei solch einem Liebesroman wirklich so sein?

Dazu passte dann leider auch, dass Larissa sich in Bezug auf Chris eher naiv gibt und ihm wahnsinnig schnell verzeiht. Auch da zeigt sie nicht unbedingt, dass das, was sie bisher über Männer gelernt hat, sie irgendwie skeptischer gemacht hat. Vielmehr verstößt sie gegen ihre eigenen Prinzipien und gibt sich ihm einfach hin. Da hätte ich mir doch sehr gewünscht, dass das noch tiefgreifender bearbeitet worden wäre. Gerade auch im Hinblick auf das Ende des Buches

Was die eigentliche Situation angeht: Ich fand es super interessant, mit welcher Idee sich dieses Buch beschäftigt. Denn ich denke, jede/r von uns oder ein Freund/eine Freundin von uns war bereits in einer Situation, in der es schien, als hätte man den falschen gewählt. Oder (wenn man es nicht unbedingt auf zwei Typen polen möchte), als hätte man zu früh den nächsten Freund, den Freund aus dem falschen Umfeld (Mitbewohner:in) oder irgendetwas anderes, was dazu geführt hat, dass die Beziehung gesellschaftlich nicht (sofort) anerkannt wurde).
Ich glaube, Kommunikation hätte dieser Geschichte definitiv nicht geschadet. So wäre die Situation am Ende vielleicht auch etwas befriedigender ausgefallen, denn so wie es ausgegangen ist, fand ich es etwas utopisch.

Letzten Endes muss ich sagen, dass ich das Buch zwar gelesen habe, ab und zu schmunzeln musste (Schreibstil top, die Situationen, in denen Tiere zu Schaden kamen, waren aber schlicht drüber) und stellenweise zumindest Larissa auch echt toll fand, ich das Buch aber einfach seeeehr problematisch finde. Hier wird eine Beziehung gezeigt, die nicht gesund ist. Die am Ende nicht für beide positive Aspekte bringt. Die eigentlich nur darauf wartet, dass etwas schief geht. Wenn man selbst wie Larissa ist und sich einfach nur verzweifelt nach jemandem sehnt, der sich endlich mal kümmert, dann kann man das glaube ich schlecht differenzieren und lässt sich von Chris einlullen. Auch die anderen Figuren sind zweifelhaft: die besten Freunde denken einfach nur gesellschaftskonform, die Mutter zeigt keinerlei Gefühle und Mikes Probleme werden ziemlich schnell nur zu einem Problem für die Beziehung von Chris und Larissa, nicht zu einem Problem, das vielleicht Unterstützung seines besten Freundes bedarf.

Fazit:
Ich liebe die Bücher der Autorin normalerweise und wollte auch dieses Buch lieben. Der Anfang war echt stark, die Story klang interessant, weil sie etwas ungemütlicher als gewohnt ist. Nach und nach wurde es aber immer komischer. Die Figuren waren unsympathisch, das Verhalten der Hauptfigur war übergriffig und damit schwer einordbar. Diese Geschichte muss man wirklich mit Vorsicht genießen und selbst dann gibt es einige Längen, in denen sich die Autorin verliert. Ich kann es leider nicht empfehlen.

2 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Dystopie mit spannenden Perspektiven!

Echoes of Ashes and Rain - Die Perfekten
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Schreibstil:

Die Autorin hatte mich direkt ab den ersten Seiten, denn mit Rain präsentiert sie eine Protagonistin, die super schön erfrischend ist und einfach immer in Handlungen denkt. So war der Schreibstil ...

Schreibstil:

Die Autorin hatte mich direkt ab den ersten Seiten, denn mit Rain präsentiert sie eine Protagonistin, die super schön erfrischend ist und einfach immer in Handlungen denkt. So war der Schreibstil wach und überlegt, gleichzeitig aber auch gut voranschreitend und dadurch mitziehend. Was ich manchmal etwas schade fand, war, dass es auch leicht ins Technische schwappte. Vielleicht ist technisch auch das falsche Wort, aber die Gefühle kamen einfach nicht ganz so vielschichtig und tiefgreifend rüber. Dafür nutzte die Autorin eher immer Beschreibungen und Formulierungen, die die Beziehung oder die Emotionen als feststehend darstellten.



Die Geschichte – Von der Gesetzlosen zur Kämpferin für die Unterdrückten

Ja, das klingt jetzt irgendwie ein bisschen nach Jeanne d’Arc und tatsächlich hat mich Rain ein wenig an sie erinnert, denn Rain ist ein unheimlich altruistischer Mensch. Gleichzeitig ist sie aber auch noch eine Jugendliche. Lark und sie, aus deren Perspektiven die Geschichte erzählt wird, sind gerade mal siebzehn und haben dafür schon ziemlich viel Verantwortung zu tragen. Es geht darum, an die Zukunft zu denken, die Familie zu versorgen und täglich das eigene Leben zu verteidigen.



Das alles spielt in einer erzählten Welt, die ich sehr gut aufgebaut fand, auch wenn ich etwas brauchte, um hinter so manche Geheimnisse bzw. Mechanismen zu kommen. Einiges wurde einfach etwas spät aufgelöst, anderes ein wenig als zu selbstverständlich dargestellt. Größere Dinge allerdings wurden bewusst so konzipiert, denn auch Rain und Lark stellen sich Fragen und beginnen, Nachforschungen anzustellen.

Alles in allem müsst ihr sie euch ein wenig wie eine Mischung aus „Die Bestimmung“ und „Panem“ vorstellen, mit unterdrückten und arbeitenden Bürgern, mit der Creme de la Creme, die gar nicht so richtig wissen, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen und mit den Rebellen dazwischen. Und natürlich mit den Ghosts. Eine spannende Konstellation die auch politisch für viel Tiefe in der Story sorgt und gute Überlegungen zulässt. Ich mochte es sehr, in diese Welt abzutauchen und durch Rains Augen immer mehr zu entdecken, während Lark dafür tiefer und tiefer in die Hintergründe all dessen eindringt.



Rain und Lark – zwischen Verrat und Vertrauen, Asche und Gold

Rain mochte ich unheimlich gerne. Sie ist eine Protagonistin, die perfekt für ein solches Jugendbuch ist: wach, intelligent, aufopferungsvoll und mutig. Dazu erkennt man aber auch schnell ihre Schwäche: ihre Familie. Und ist das nicht vollkommen natürlich, wenn man noch so jung ist? Vor allem aber ist es menschlich und ich mochte es sehr, wie Rain in all dem Trubel nie vergaß, wer immer für sie da war und trotz Verrat aber auch bereit ist, neuen Bekannten Vertrauen zu schenken, ohne naiv zu sein. Ich habe gerne aus ihrer Perspektive gelesen, vor allem dann, wenn sie mit beinahe kindlichem Eifer an eine Sache herangetreten ist, Pläne geschmiedet hat und die Probleme ihrer Welt mit wenigen Sätzen zu fassen bekam.

Was ich an ihr manchmal etwas schwierig fand, war, dass sie sehr unerschütterlich in ihrem Vertrauen zu ihrer Mum ist. Das ist natürlich toll für ihre Motivation, aber ich hätte es irgendwie etwas verständlicher gefunden, wenn sie auch mal ins Zweifeln geraten wäre. Ebenso im Hinblick auf ihren Vater. Bei Rain war irgendwie immer gleich klar, wen sie mag und wen nicht und dann auch wem sie vertraut und wem nicht. Da konnte sie auch nichts mehr von abbringen. Und das im Hinblick darauf, dass sie eigentlich gelernt hat, überhaupt niemandem zu vertrauen und dementsprechend ja sehr skeptisch hätte sein müssen. Denn eine Frage wäre mir an einer bestimmten Stelle sofort gekommen: Was hat er davon? Die Motive der Menschen zu hinterfragen, ist ja so ungefähr die oberste Regel. So habe ich es zumindest gelernt:)

Der Wechsel zu Larks Perspektive geschieht nahtlos. Im nächsten Absatz geht es einfach aus seiner Sicht weiter. Einerseits konnte ich mich so gut in die Geschichte fallen lassen, weil es quasi keine Unterbrechungen gab und viel mehr Wechsel zwischen den Perspektiven möglich waren (so viele kenntlich gemachte Wechsel hätten doch für ein sehr ungeordnetes Schriftsatzbild gesorgt), andererseits hat es mich auch oft verwirrt. Ich musste oft nochmal den ersten Satz des neuen Absatzes lesen, weil ich gerade so in Rain drin war und dann gar nicht so ganz begriffen habe, wie sie nun an den anderen Ort gekommen ist. Danach hat es natürlich Klick gemacht, aber diesen Moment hatte ich 1 zu 1 so die ganze Zeit und das war dann irgendwann doch etwas nervig. (Bin ich da empfindlich oder hätte euch das auch gestört?)

Larks Antrieb ist ebenfalls seine Familie, er muss es allerdings anders angehen. Sozusagen auf dem normalen Weg. Auf diesem bekommt er aber auch die Zustände, gegen die Rain ankämpft, viel besser und vor allem hautnah mit. Seine Freundin Hail ist da das beste Beispiel, deren Rollen in dieser Geschichte auch auf keinen Fall zu unterschätzen ist, auch wenn auch sie etwas unnahbar geblieben ist.

Bei ihm geht es um den reinen Kampf für seine Zukunft und die seiner Familie, denn seine kleine Schwester Rose, die unheimlich charismatisch und ein absoluter Main Charakter der Story ist, wird von der Gesellschaft quasi als nicht lebenswert abgestempelt.

Anfangs fiel es mir etwas schwer zu verstehen, wie weit seine Motivation dafür geht. Die Autorin hat es mir etwas schwer gemacht zu verstehen, dass Lark wirklich an gar nichts anderes denkt. Und ja, das klingt einschränkend und war es auch irgendwie, denn ich hätte mir schon manchmal gewünscht, dass Lark auch mal für andere kämpft. Für die allgemeinen Umstände.

Zum Glück hat er ein ausgeprägtes Gefühl für Gerechtigkeit und kommt auf seinem Weg immer wieder ins Schlingern. Das wiederum fand ich genial. Denn er schlüpft in unterschiedliche Rollen, bewegt sich in unterschiedlichen Kreisen und zerstört so ganz gezielt das schwarz-weiße Bild, das man erst von der Welt hat. Und das völlig unbeabsichtigt, denn Lark muss sich selbst erstmal darin zurechtfinden.

Alles in allem fand ich ihn als Figur spannend und habe auch gerne mit ihm zusammen Dinge erlebt. Was mich aber etwas irritierend fand, war die Liebesgeschichte zwischen ihm und Rain, die da irgendwie immer wieder angedeutet wurde. Dafür fehlten mir ehrlich gesagt nicht nur die Emotionen, sondern auch die Momente. Es gibt nur ganz wenige Szenen, in denen die beiden überhaupt aufeinandertreffen. Und in diesen konnte ich wenig spüren. Und dann gibt es da noch Hail von der Lark eigentlich freundschaftlich spricht, dann aber auch wieder als Liebe betitelt. Wer kommt da noch mit? Ich glaube, es wäre echt vollkommen okay gewesen, wenn Rain und er in diesem Band einfach als zufällige Freunde aufgetreten wären.

Zwischen Längen & Action – das Ende hat es nochmal rausgeholt

Der Handlungsverlauf der Geschichte lässt sich Zeit würde ich sagen. Es gibt überaus spannende Passagen und ich kann auch nicht sagen, dass es Längen gab, in denen ich nun gar nicht daran interessiert war, weiter und weiter zu lesen. Aber die Handlung hat sich schon oft ziemlich viel Zeit gelassen. Hier noch eine Szene, dort noch eine Szene. Hier noch etwas Rose, hier noch etwas Hail. Ja, das war alles wichtig und gut für die Gesamthandlung, aber manchmal hatte ich auch das Gefühl, es wird sich Zeit genommen in einer Welt, bei der Zeit nicht unbedingt das ist, was alle Figuren haben.

Dafür überschlugen sich die Geschehnisse dann am Ende und bemühten sich sehr darum, alles möglichst offen und verdreht darzustellen. Das fand ich dann aber schon wieder cool, weil es irgendwie viel passender für die Story war. Schließlich passiert im Hintergrund jeder Handlung immer etwas. Die ganze Welt, die Perspektiven der beiden Hauptfiguren, das alles ist super komplex und auch deshalb so mitreißend.

Den zweiten Band will ich also unbedingt lesen. Ich erwarte mir aber auch, dass die Emotionen da noch etwas mehr überkochen und die Geschichte etwas gezielter wird in ihrer Erzählung. (Denn ganz ehrlich: Das mit den Kindern und den Gesegneten, ist das nicht egal?)

Fazit:

Eine spannende Dystopie, die eine wirklich interessante und gut auserzählte Welt präsentiert. Die weibliche Hauptfigur ist total sympathisch und wach, die männliche Hauptfigur bringt eine zweite Perspektive rein, die für Tiefe sorgt. Emotional war mir die Geschichte noch etwas flach und einige Dinge wurden auch gerne mal nicht ganz so hinterfragt, aber ich fand es sehr spannend zu lesen und freue mich auf den nächsten Band!

4 von 5 Sterne von mir.

Vielen Dank an den Verlag und die Bloggerjury.de für das Rezensionsexemplar!



Drei Gründe, warum du dieses Buch lesen solltest:

1. Weil dich die Welt sofort reinzieht und sie auch ohne Romance auskommt

2. Weil du zwei Perspektiven bekommst, die sich perfekt ergänzen

3. Weil Gut & Böse hier nicht schwarz weiß sind und einige überraschende Wendungen auf dich zukommen.



Liebe Grüße

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Bereit für Gänsehaut & Cowgirlboots?

Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me
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Schreibstil:

Ich fand den Schreibstil der Autorin total angenehm und emotional. Laura Willud trifft den richtigen Ton in den Szenen, in denen es wirklich drauf ankommt. Magie entsteht zwischen den Worten ...

Schreibstil:

Ich fand den Schreibstil der Autorin total angenehm und emotional. Laura Willud trifft den richtigen Ton in den Szenen, in denen es wirklich drauf ankommt. Magie entsteht zwischen den Worten und damit auch zwischen den Figuren. Ich konnte das Buch super flüssig durchlesen und war durchweg berührt und habe mich sehr wohlgefühlt in der Geschichte.



Die Geschichte – trauernde Songwriterin trifft den Feind ohne Vorwissen

Erzählt wird aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren Olive und Drew, die beide in Nashville leben. Dazu kommen jeweils zwei Mitbewohner:innen der beiden. Und neben verliebt sind die beiden auch noch Nachbarn und dank der WG-Regeln der Mädels Feinde.

Ich fand diese Regel natürlich erstmal etwas albern, auch wenn sie gut begründet ist. Denn am Ende fällt die Liebe ja eh, wohin sie fällt, ohne, dass man das beeinflussen kann. So passiert es natürlich auch hier und obwohl das alles ziemlich klischeemäßig ist, hat es mich hier gar nicht zu sehr gestört. Dafür war die Story dazwischen einfach zu besondern und emotional.



Olive – Eine junge Frau auf der Suche nach einem neuen Zuhause & einer neuen Bestimmung

Pinke Haarspitzen, Häkeltasche und Chucks, dazu viele Emotionen – Olive war mir sofort sympathisch. Obwohl sie eigentlich tieftraurig ist und dies auch gut kommunizieren kann und ihre Gedanken dazu uns Leser:inenn sehr gut mitgeteilt werden, ist da trotzdem ein Kämpferwillen, der es leicht macht, sich von ihr mitreißen zu lassen. Besonders gut an ihr fand ich, dass die einen unheimlich schönen Blick auf viele Dinge hat und sie zu wertschätzen weiß. So entstehen wohlig warme Gefühle zu ihren Mitbewohner:innen, zu dem Leben in Nashville und natürlich auch zu Drew. Bestätigend dafür, dass ich sie richtig verstanden habe war, dass Drew sich auch genau aus diesen Gründen in die verliebt. Das war dann nochmal extra schön, dass man das Liebenswerte an ihr direkt mitbekommen hat.



Ansonsten war es einfach krass, wie viele Gefühle in dieser Frau stecken. Immer, wenn ich dachte, sie würde jetzt zusammenbrechen, hat sie bewiesen, was Heilung bedeutet. Wie man kämpft und gleichzeitig loslässt, erinnert und weiterlebt – und das, indem sie ihre Emotionen auf Papier gebracht hat. Und das so, dass es für mich nicht nur dramatisch schön klingende Worte waren, sondern so, dass auch ich ihren Schmerz direkt wahrnehmen konnte. Einfach gut gemacht von der Autorin und definitiv Dreh-und Angelpunkt dieser Story.



Drew – Produzent auf der Suche nach seiner Muse

Drew war mir gleich genauso sympathisch wie Olive. Es ist wirklich ein großer Vorteil und Harmoniefaktor dieser Geschichte, dass beide Figuren weitestgehend auf Drama verzichten und stattdessen Emotionen und Gespräche zulassen. Man merkt an allen, dass sie eigentlich immer nur das Beste für die anderen wollen. Und auch, wenn Drew irgendwo auch seine eigenen Motive verfolgt, so ist er doch sehr daran interessiert, Olive bestmöglich zu bestärken und ihr zu helfen. Zusammen ergeben die beiden einfach ein Duo, dass sich nicht davor fürchtet, sich voreinander Ängste und Sorgen einzugestehen. Das fand ich super erwachsen.



Um die beiden drumherum sind aber noch die Regeln der WGs und damit auch die Geheimnistuerei. Ich fands sehr spannend, dieses Versteckspiel zu beobachten, weil die beiden ihre Beziehung trotzdem sehr zukunftsorientiert angehen. Da ist nicht nur Spice oder nur die Arbeit, oder im schlimmsten Falle sogar nur oberflächliche Gespräche, sondern ganz im Gegenteil: viel Tiefe, viel Offenheit und eigentlich Aktivitäten und Gedanken, die definitiv nur zu was Langfristigeres passen. Es war also kein „Wir wissen, dass es eh nicht passen wird“, sondern ein „irgendwann wird es herauskommen“. Und das hat mir die Geschichte ziemlich versüßt. Es war aufregend und verboten, aber dann durch die auch stellenweise sehr lustigen Interaktionen mit den anderen Mitbewohner:innen eine liebevolle Dynamik, die den Herzschmerz und die Zweifel noch viel größer gemacht und die Situation nachvollziehbarer gemacht haben.



Die Musik – Zwischen Heilung & Erfolg

Für den einen der Weg in die Zukunft, für den anderen der Schritt in die Heilung. Die Musik wird hier, ganz wie man es von dem Setting in Nashville erwartet, zu einem entscheidenden Moment. Sie wird zum Ausdruck von Trauer und Freude und ganz besonders der Liebe zwischen Olive und Drew. Sie ist das verbindende Moment und gleichzeitig der Punkt, an dem Ehrlichkeit sehr sehr wichtig ist. Ich fand es einfach nur toll, wie sie eingebunden wurde und habe sie fast auf meiner Haut prickeln gespürt.



Fazit:

Eine wirklich wundervolle Geschichte mit einem tollen Setting, lustigen Nebenprotagonist:innen und ganz viel wohliger Atmosphäre. Die Liebesgeschichte ist emotional und ehrlich und verbindet Verlust und Trauer mit Glück und dem Blick in die Zukunft. Ich mochte es sehr, dass sich hier alle auf Augenhöhe begegnen, war gefesselt vom Handlungsverlauf und habe einfach nur mitgefühlt. Eine wohlig warme Liebesgeschichte mit liebenswerten Figuren, die ihr euch nicht entgehen lassen soltlet.



5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Schwieriges Thema, humorvoll verpackt

fundamentalös
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Schreibstil:
Ich glaube, ich war noch nie so verwirrt von einem Schreibstil. Nicht, weil er nicht fließend lesbar war, sondern weil er so gar nicht zu dem Thema des Buches passen wollte. Aber vielleicht ...

Schreibstil:
Ich glaube, ich war noch nie so verwirrt von einem Schreibstil. Nicht, weil er nicht fließend lesbar war, sondern weil er so gar nicht zu dem Thema des Buches passen wollte. Aber vielleicht machte auch gerade er das Buch überhaupt lesbar…
Jedenfalls ist der Schreibstil der Autorin sehr interessant gewesen. Er war roh, geradezu plakativ. In einem Ton, der locker und rau Witze riss, die mich jedes Mal haben sehr überrascht, die Augenbrauen hochziehen und gleichzeitig haben schmunzeln lassen, fühlte ich mich wie zwischen Teenagern.
Ich fand das Buch durch den Schreibstil sehr gut lesbar und fand, er bot eine Art Safespace in der Handlung, der von dem eigentlich sehr schwierigen Thema ablenkte. Gleichzeitig war er manchmal aber auch einfach etwas drüber. Das musste man wegstecken können.

Die Geschichte – Kriminologin mit gebrochenem Herzen fliegt in den Irak, um Frauen zu helfen, ohne dass ihr jemand hilft

Hauptprotagonistin und einzige Erzählperspektive ist Nadia. Ich habe schnell in das Buch hineingefunden, denn es geht direkt los: der Flug in den Irak steht an. Und plötzlich ist alles fremd und ungewiss. Nicht nur für die Protagonistin, sondern auch für mich, denn vom Irak habe ich bisher nur aus den Medien gehört und keine Ahnung, was mein Bild von diesem Land ausgemalt wirklich war, aber ehrlich gesagt hatte ich es mir einfach nur grausam vorgestellt. Mit Nadia bekam ich jetzt die Chance, den Irak anders kennenzulernen. Denn: Es gibt dort noch Leben, noch unbeschädigte Areale und noch Menschen, die an der Hoffnung festhalten.
Das fand ich wirklich gut beschrieben in dem Buch. Wie es ist, dort als Ausländerin zu leben. Was Alltag dort bedeutet und wie einschränkend, aber auch privilegiert die UN-Personen dort leben. Man merkte, dass die Autorin wusste, was sie dort beschrieb, weil sie sich einerseits nicht mit rosigen Beschreibungen aufhielt, gleichzeitig aber auch keine Klischees von Kriegslandvorstellungen hervorrief. Natürlich kann ich nicht sagen, ob es da jetzt wirklich so aussieht, oder ob die Autorin letztlich doch ein Fantasiebild geschaffen hat, aber es fühlte sich real an, weil es nichts wollte, sondern lediglich still mitteilte.

So gehörte Korruption dort zum Alltag, genauso wie die Aussichtslosigkeit, die mit der Bürokratie einherging und der sich auch Nadia stellen musste. Generell vergegenwärtigte dieses Buch in vielen Szenen, wie sehr die Arbeit mit Menschen, die keiner so richtig haben will, an allen Ecken und Enden behindert wird und wie sehr sich die Menschen, die für diese kämpfen, dabei selbst aufgeben müssen bzw. sich sonst abschirmen müssen. Das ist eine wichtige Message, die man so oder so aus dieser Geschichte mitnimmt. Ganz unabhängig davon, wie einem das Buch oder die Hauptprotagonistin gefallen hat.

Nadia – verlassen, allein und jetzt im Irak, wo sie eine jüngere Version ihrer selbst trifft

Nadia ist eine dieser Figuren, zu der man eher eine gespaltene Meinung hat. Ich fand sie nie vollständig sympathisch, weil sie auf mich auf den ersten Blick sehr schwach wirkte. Sie trauerte immer noch ihrer Freundin hinterher, machte alles Darauffolgende nur, weil es sich gerade so ergab und stürzte sich dann viel zu schnell in ein Projekt, das wenig mit einem konkreten Ziel, sondern vielmehr mit ihren eigenen Gefühlen zu tun hatte. Dazwischen isst sie Schokoriegel und hat Sex. Sie ist geradezu das Gegenteil von dem, was man von jemandem in ihrer Position erwartete und das machte die Sache irgendwie spannend. Teilweise war sie wenig reflektiert, teilweise deckte sie aber auch Probleme auf, die erst durch ihre „normale“ Sicht auf die Dinge sichtbar wurden. Eine Protagonistin also, die nicht gefallen wollte und sich irgendwo in alldem selbst fand.

Die Auseinandersetzung mit dem ganzen Problem vor Ort war zwar irgendwo Hauptthema dieser Geschichte, gleichzeitig fokussierte sich Nadia aber so sehr auf Sara, in der sie sich selbst wieder erkannte, dass der eigentliche Sinn ihrer Arbeit etwas in Vergessenheit geriet. Manchmal geradezu blockiert wurde. Das war nachvollziehbar beschrieben und passte gut zu Nadias Charakter, hat mich aber auch manchmal etwas enttäuscht, weil ich so gerne mehr über die Frauen dort vor Ort erfahren hätte. So musste ich lange warten, bis die Geschichte auch im Hinblick auf diesen Aspekt endlich Fahrt aufnahm.

Die Fragen hinter der Geschichte – zwischen Setting & Figuren

Denn: Die Perspektiven fehlten mir hier einfach. Es gab Sara, die so gut wie nichts erzählte, dann noch zwei andere und natürlich die Erzählungen der anderen UN-Mitarbeitenden. All dies wurde aber sehr kurz gehalten. Jeder dachte an sein eigenes Wohl und höchstens noch an seine eigene Aufgabe, sodass selten wirklich ernste Gespräche darüber aufkamen, was mit all den anderen Frauen passieren sollte. Wieso sie überhaupt in diese Situation gekommen waren. Ja, mir fehlte einfach etwas die Auseinandersetzung mit der Frage: Wie werde ich zur IS-Braut? Was treibt mich an? Wann bereue ich es? Kommt man da wieder raus?
Auch wenn es sich alles genau so authentisch in die Geschichte eingliederte, fragte ich mich also manchmal nach der Sinnhaftigkeit mancher Szenen oder Figuren. Warum waren sie da, wenn sie doch gar keinen wichtigen Anstoß für die Denkprozesse hinter dem Offensichtlichen lieferten?

Einige der Fragen wurden mehr oder weniger indirekt beantwortet. Und ja, die Hoffnungslosigkeit, die da mitschwang konnte ich gut spüren, aber die Gedanken gingen für mich nicht weiter. Die Botschaft war quasi: Wenn ich keine Muslima bin, kann ich nicht in die Verlegenheit geraten, vom IS rekrutiert zu werden. Und die, die rekrutiert werden, sind auch nur solche, die ein schwieriges oder instabiles Familienverhältnis haben. Aber ist da nicht noch mehr? Ist Manipulation nicht ein großes Thema? Das fehlte mir komplett.
Auch Nadias Auseinandersetzung mit diesem Thema wurde nur sehr knapp gehalten. Es gibt zwar ein paar Rückblicke und Gedankenblitze, aber ziemlich schnell konzentriert sie sich lieber auf anderes, als weiterzudenken. Ich weiß nicht, ob ich da blauäugig bin, aber ich mich selbst hätte die Erkenntnis, dass ich vielleicht fast selbst zur IS-Braut geworden wäre, in eine Sinnkrise geschickt. Ich hätte wissen wollen, warum ich anfällig war, warum ich dem aber nicht nachgegeben habe. Und vor allem, wie man verhindern kann, dass andere Mädchen und junge Frauen sich davon locken lassen.

Untereinander benahmen sich die Figuren wie auf einer Klassenfahrt. Es wurden Scherze gemacht, Witze gerissen, getrunken und Leute in die Pfanne gehauen. Definitiv der Safespace, den die Figuren benötigten, um mit all dem zurecht zu kommen und ja, diese humorvollen Passagen haben die Geschichte definitiv besser verdaulich für mich als Leserin gemacht. Manchmal war es mir aber schon ein wenig zu humorvoll, zu wenig ernst.

Der Handlungsverlauf – Locker bis heiter, frech bis schamlos, spannend bis zum Verlust des Fokus

Das, was mich dann wirklich interessierte (worauf die Geschichte eigentlich auch von Anfang an zulief), passierte erst im letzten Viertel. Da war es dann auch nochmal richtig spannend, wenn auch ziemlich rosarot muss ich sagen. Es gibt eine überraschende Wendung und auch die Ernsthaftigkeit der Situation wird nochmal deutlich, aber ganz am Ende fehlte mir der Bezug zur Realität. Da lief es einfach so aus. I mean: Was hat Nadia jetzt aus der ganzen Geschichte mitgenommen? Wenn ich solche Fragen für mich selbst nach dem Lesen des Buches nicht beantworten kann, dann frage ich mich, wie sehr sie sich wirklich entwickelt hat.

Auch den Erzählstrang mit Rosie fand ich letztlich etwas wild gewählt, weil er so wenig mit der eigentlichen Geschichte und Nadias Entwicklung zu tun hatte. Er war eine Begleiterscheinung, ein Nebenflirren, das hervorkam, wenn Nadia kurz nicht wusste, woran sie sonst denken sollte. Und das betraf noch andere Erzählstränge in diesem Buch, sodass ich mir in Bezug auf diese gewünscht hätte, sie wären entweder nicht erwähnt worden oder hätten mehr Einfluss auf Nadia gehabt.

Fazit:
Diese Geschichte erzählt rau und schamlos mit viel Humor von einem Thema, dass alles andere als das ist. Trotzdem funktioniert es gut miteinander, weil die Geschichte offensichtlich zeigen und nicht direkt urteilen will. Mir war es manchmal etwas zu wenig ernst und ich hätte mir eine Protagonistin gewünscht, die sich tiefer mit den Themen beschäftigt, statt vieles nur anzuschneiden, um es dann fallen zu lassen.
So ließ sich das Buch wunderbar schnell lesen und schafft es, das Thema IS-Frauen in den Köpfen der Leser:innen zu etwas werden zu lassen, was Substanz hat, gleichzeitig eröffnet es aber auch nicht wirklich eine Auseinandersetzung mit dem Thema.

Von mir gibt es 3 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Liebesgeschichte, die All in geht

Casino Durable - All in with the Devil
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Schreibstil:
Den Schreibstil von Carina Benning habe ich wirklich geliebt! Sie schreibt sehr passend zur Geschichte mit vielen raffinierten Details, jedes Wort scheint genau überlegt. So klingen ihre Dialoge ...

Schreibstil:
Den Schreibstil von Carina Benning habe ich wirklich geliebt! Sie schreibt sehr passend zur Geschichte mit vielen raffinierten Details, jedes Wort scheint genau überlegt. So klingen ihre Dialoge wie geschickte Spielpartien, ihre Gedankengänge wie ein Strudel innerer Zerrissenheit, die gar nicht groß beschrieben werden muss, und ihr Setting genauso faszinierend, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Ich konnte mich super einfach in die Geschichte fallen lassen und war komplett gefesselt. Nur zum Ende hin übertreibt sie es vielleicht manchmal ein wenig mit den Metaphern und Gedankengängen innerhalb der Liebesgeschichte.

Die Geschichte – Betrügerin betritt das prestigeträchtigste Casino Monacos, um zu verlieren

Mit einem kleinen Zwei- oder Einzeiler vorweg, der Andeutungen auf die Vergangenheit oder Gegenwart macht und direkt aus den Gedanken der beiden Hauptfiguren stammt, beginnt jedes Kapitel entweder erzählt aus der Perspektive von Dawn oder Gabriel. Der Einstieg im Buch fiel mir durch diese erste Andeutung aus dem Zweizeiler und der unmittelbaren Erzählung von Dawns Eintritt ins Durable unheimlich leicht. Ich war sofort verzaubert von dem wirklich gut beschriebenen Setting. Dabei wird gar nicht so sehr der Fokus auf das Aussehen von allem gemacht, sondern vielmehr schafft es die Autorin am Anfang direkt, den besonderen Vibe, den das Casino versprüht, rüberzubringen: teuer, klassisch, elitär, aber auch gut durchdacht, präzise und bewusst fernab der Realität. Es geht ums Spielen, ums Loslassen, aber auch ums Angeben und gesehen werden.

Dawn – Gestaltswandlerin, die sich selbst unter all den Masken verloren hat

Keine Angst, hier wird es jetzt nicht tierisch, das Buch hat keine Fantasyelemente. Mit Gestaltswandlerin ist vielmehr gemeint, dass Dawn eine Künstlerin darin ist, sich zu maskieren. Sich immer wieder in neue Rollen zu versetzen und ihr Äußeres denen entsprechend anzupassen. So kommt Dawn in das Casino und tatsächlich bekommt man auch gleich mit, dass sie ihre ganze Aufmachung erdacht hat, aber Dawn selbst lernt man nicht direkt kennen. Man weiß nur, dass sie Angst hat.

Und das ist dann auch der Kern der ganzen Geschichte: Dawn hat Angst vor jemandem und hat irgendwie den Moment verpasst, je sie selbst ohne Maske zu sein. Das ist jetzt kein Spoiler, sondern wird direkt auf den ersten Seiten klar. Wenn sie jetzt auf euch schwach klingen mag, dann ist das aber gar nicht das, was Dawn ausstrahlt. Denn ihr Hirn denkt unheimlich systematisch. Sie entdeckt Details, die keiner sieht, hat ein unheimlich gutes Gespür für das Spiel und für die Menschen um sie herum. So ist es einfach unglaublich faszinierend und spannend, sie zu verfolgen.

Dazu kommt, dass ihr Charakter nur nach und nach aufgebrochen und sichtbar wird. Dazwischen zeigt sie immer wieder, wie maskieren nicht nur mit dem Färben der Haare zu tun hat, sondern auch damit, zu lachen, wenn man eigentlich heulen möchte. Und das glaubhaft. Also wirklich eine Gestaltswandlerin und für mich eine der faszinierendsten Protagonistinnen, von denen ich jemals gelesen habe.

Die Angst ist aber dennoch nicht zu verleugnen. Sie bringt eine weitere Komponente in die Geschichte, die allem einen fast kriminalistischen, actionreichen Touch verpasst. Denn ein Mysterium bedroht das Durable und Dawn steckt mitten drin. Ich mochte es sehr, wie sie ihre Fähigkeiten nutzte, um dem Casino zu helfen und gleichzeitig immer auf der Hut vor anderen Möglichkeiten war. Man merkte, wie sehr sie und alle um sie herum mit dem Feuer spielten, was die Spannung stets hoch hielt.

Gabriel als Liebhaber – der Inbegriff des Durables: arrogant, verschlossen, allein

Gabriel ist so eine typische Figur, bei der man gleich merkt, dass es da eine sehr harte Schale zu knacken gibt. Trotzdem fand ich ihn überaus sympathisch, denn er zeigte sich mit seinen Brüdern, die definitiv ihre eigenen Bücher verdient haben, denn sie haben soo viel Charakter!, stets sehr freundlich und sensibel. Dawn zeigt er diese Seite natürlich nicht gleich. Für ihn zählt in erster Linie das Durable und dabei vergisst er nicht nur oft sich selbst, sondern übersieht in seiner Arroganz und seinen Traditionen auch Dinge, die ihm eigentlich auffallen könnten. Während Dawn ihr Inneres nach außen kehrt und sichtbar macht im Laufe der Geschichte, muss Gabriel seinen Panzer abwerfen, um richtig sehen zu können. Alles darunter ist eigentlich schon längst edelmütig und liebevoll.

Die Charakterentwicklung bei beiden hat mich so wirklich überzeugt und auch ihre Anziehung zueinander fand ich sehr gut fassbar. Was vielleicht etwas schwierig war und damit mein eigentlicher Kritikpunkt an dem Buch ist, ist, dass die Liebesgeschichte zu sanft zu viel Platz einnahm. Da wohl Gabriel Edelmut gegenüber seinen Brüdern zeigt und stets das Wohl des Durables im Sinn hat, da ist er gegenüber Dawn verständnisvoll und gleichzeitig fordernd, denn die beiden verstehen es, über Probleme zu reden. So ist Vertrauen in ihrer Beziehung tatsächlich kein Problem. Und das fand ich außerordentlich gut gemacht. Nichts mag ich weniger als wenn die Figuren nicht miteinander reden und sich dann infolgedessen kindisch verhalten.
Die Liebesgeschichte hat aber dort ein wenig von ihrer Essenz verloren, wo sie sich zu sehr in Dawn fehlender Nähe zu sich selbst verlor. Immer wieder wurde das Thema aufgewühlt. Und ja, sowas ist ein Prozess, dem ich auch gerne mehrere Seiten gönne, aber zwischendurch verlor es sich dann doch etwas in Wiederholungen und Metaphern, die wie Drumherumgerede wirkten.

Zudem nahm dieser Fokus leider ein wenig den Fokus von den Geschehen im Casino, die mich zuvor noch so fasziniert hatten.

Das Durable in Gefahr – der actiongeladene, überlegte Teil dieser Geschichte

Denn dort, wo es anfangs noch um viele Details geht, Vermutungen angestellt und Hinweise aufgedeckt werden, konzentriert sich der Mittelteil irgendwann nur noch sehr auf Dawn. Gabriel selbst sagt, seine Prioritäten haben sich verschoben und das ist auch alles nachvollziehbar dargestellt, aber gerade in Verbindung mit den ausschweifenden Gesprächen, hat das einfach dazu geführt, dass die Raffinesse etwas verloren ging und sich der Mittelteil etwas zog.
Auch das Ende hat dies dann leider nicht mehr wirklich aufgenommen. Zwar nahm die Geschichte nochmal Fahrt auf, aber sie konnte nicht wieder zu dem ursprünglichen Glanz zurückfinden. Zumal die Auflösung dann relativ einfach war und so viel komplexer hätte sein können.

Trotzdem habe ich das Buch bis zur letzten Seite sehr gerne gelesen, denn die Beziehung zwischen Gabriel und Dawn ist wirklich schön, die zu seinen Brüdern auch und ich fand es auch ganz schön, dass es diese Metaphern überhaupt gab und Dawn und Gabriel in diesem Band wirklich Beziehungsarbeit geleistet haben. So kann ich mir eine Zukunft für die beiden vorstellen und das ist mir persönlich am Ende einer Liebesgeschichte immer sehr wichtig.

Fazit:
Ein sehr cooles Setting, ein Schreibstil, der klug ist und die Liebe im Detail zeigt, schlagfertige, intelligente Hauptfiguren und liebeswerte Nebenprotagonisten – ich war sofort gefangen und habe die Geschichte sehr gerne gelesen. Es gibt sowohl Actionelemente als auch etwas zum Mitdenken, was die Spannung die meiste Zeit über sehr hoch gehalten hat. Im Mittelteil zieht sich die Geschichte etwas, da die Liebesgeschichte sehr ruhig und ausschweifend in ihren Dialogen wird. Dabei verlor sich dann etwas die sonstige Spannung. Am Ende eine solide Geschichte mit vielen Pluspunkten, die ich sehr gerne gelesen habe.

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

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