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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2021

Solider Thriller

Die stumme Patientin
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Die berühmte Malerin Alicia hat ihren geliebten Mann brutal ermordet. Mit fünf Schüssen hat sie ihm direkt ins Gesicht geschossen, sich selber hat sie versucht, die Pulsadern aufzuschneiden und ihrem Leben ...

Die berühmte Malerin Alicia hat ihren geliebten Mann brutal ermordet. Mit fünf Schüssen hat sie ihm direkt ins Gesicht geschossen, sich selber hat sie versucht, die Pulsadern aufzuschneiden und ihrem Leben so ein Ende zu bereiten. Doch sie wird gefunden, behandelt und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Seit dem Mord hat sie kein einziges Wort mehr gesprochen. Angezogen von diesem faszinierenden Fall, macht es sich Theo Faber zur Aufgabe, hinter die Fassade von Alicia zu blicken und sie so zum Reden zu bringen.

Die Geschichte wird größtenteils aus der Perspektive von Theo Faber erzählt, einem 42jährigen Psychotherapeuten. Die übrigen Seiten werden durch Tagebucheinträge von Alicia gefüllt, die so das Puzzle nach und nach zusammensetzen.

Theo Faber wird als Protagonist sehr rund beschrieben. Die/der Leserin wird nach und nach in seine Geschichte eingeführt, weswegen man eine vermeintlich schnelle Bindung zu ihm aufbauen kann. Leider schwang von Anfang an etwas mit, das ich nicht benennen kann, weswegen mir Theo nie wirklich sympathisch wurde. Seine Versessen- und fast schon Besessenheit ließen mich stetig auf Abstand zu ihm bleiben.
Auch Alicias Charakter wird durch ihre Tagebucheinträge unterfüttert. Ein krasser Gegensatz zu der nun verstummten Patientin. Nach und nach wird der/dem Leser
in so die Chance gegeben, Alicias Handeln näher zu bringen.

Das Ende war für mich nicht hervorsehbar und deswegen relativ spannend. Jedoch wirkte es auch in Teilen konstruiert, was mich nicht ganz überzeugt zurücklässt.

Den Schreibstil empfand ich anfangs als sehr ungewöhnlich und teilweise befremdlich, weil der Protagonist sich direkt an die/den Leser*in wendet. Jedoch hat mich die Geschichte selbst so schnell in ihren Bann gezogen, dass ich mich an den Stil des Autors gewöhnte.

Alles in allem ein kurzweiliger Thriller, der hin und wieder seine Durststrecken hatte, einen aber aufgrund der Geschichte am Ball bleiben ließ.

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Veröffentlicht am 30.08.2021

Kein Thriller, dafür eine fesselnde Geschichte

Wie tief ist deine Schuld
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Die vier Freundinnen waren einst wie Pech und Schwefel – kaum zu trennen. Doch wie bei den meisten Freundschaften, lebten auch sie sich mit der Zeit auseinander. Bis eines Tages eine von ihnen eine Nachricht ...

Die vier Freundinnen waren einst wie Pech und Schwefel – kaum zu trennen. Doch wie bei den meisten Freundschaften, lebten auch sie sich mit der Zeit auseinander. Bis eines Tages eine von ihnen eine Nachricht an die anderen drei schickt. „Ich brauche euch.“ Sofort lassen die Freundinnen alles stehen und liegen, um eine Reise in die Vergangenheit zu machen. Wurde ihr dunkles Geheimnis etwa gelüftet?

Die Geschichte wird aus der Sicht von Isa geschrieben. Dabei springt die Geschichte zwischen Vergangenheit und Gegenwart, um den Leser ausreichend abzuholen und Hintergründe offen zu legen.

Die Charaktere sind sehr transparent und in meinen Augen rund gestaltet, sodass ich sofort eine Beziehung zu allen vieren aufbauen konnte. Es fühlte sich an, als wär ich eine von ihnen, größtenteils eingeweiht in ihre Geheimnisse und vergangenen Erlebnisse.

Der Schreibtstil hat mir wirklich gut gefallen. Wie bereits von Ruth Ware bekannt, liest sich auch diese Geschichte spannend und fesselnd, obwohl die Handlung nicht unbedingt thrillerlike ist. Die Spannung fehlte leider an vielen Stellen, dennoch war ich gern an der Seite der Freundinnen und hatte ein paar schöne Lesestunden.

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Veröffentlicht am 23.08.2021

Rasanter Thriller mit etlichen Wendungen

Die Stille des Bösen
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Prinzesschnvor ein paar Sekunden
Er kommt, um sie zu holen. Ein Schulausflug, auf dem mehrere Mädchen spurlos verschwinden. Wiederholt sich die Tragödie von 1985?

Die Geschichte wird aus den unterschiedlichen ...


Prinzesschnvor ein paar Sekunden
Er kommt, um sie zu holen. Ein Schulausflug, auf dem mehrere Mädchen spurlos verschwinden. Wiederholt sich die Tragödie von 1985?

Die Geschichte wird aus den unterschiedlichen Blickwinkeln einzelner Charaktere erzählt. Der Leser wird so in die Gefühls- und Gedankenwelt jedes Einzelnen entführt und erfährt aus erster Hand, was den Charakteren im Kopf umgeht.

Jeder einzelne Charakter wurde mit der Zeit immer runder und anfassbarer, was mir wirklich sehr gut gefallen hat. Ich baute Beziehungen auf, stieß Charaktere wieder von mir, entwickelte Sympathien, die sich zu Antisympathien umformten, empfand Mitleid und wurde versöhnt.

Der Schreibstil ist angenehm und erzeugt von der ersten bis zur letzten Seite eine dunkle und bedrohliche Atmosphäre. Selbst bevor das eigentliche Unheil passierte, spürt man die Beklemmung zwischen jeder einzelnen Zeile mitschwingen und wartet nur auf den nächsten Knall.

Das war der erste Thriller, bei dem ich wirklich komplett im Dunkeln getapst bin. Ich war so ratlos, dass ich noch nicht mal Vermutungen aufstellen konnte, die ich länger als 3 Seiten hätte aufrecht erhalten können. Wahnsinn.

Ein rasanter Thriller mit etlichen Wendungen, bei dem Knall auf Fall die Ereignisse aneinandergereiht werden. Ich muss zugeben, dass mich die Geschichte manches Mal leider abgehängt hat. Die verschiedenen Begebenheiten, die vielen beteiligten Personen und all die Themen hängten mich hin und wieder leider einfach ab. Nichts desto trotz hatte ich ein paar spannende Lesestunden, die mich manches Mal vom Einschlafen abhielten.

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Veröffentlicht am 17.08.2021

Konstruierte Charaktere

Unter Freunden
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Flora und ihr Ehemann sind seit zwanzig Jahren vermeintlich glücklich verheiratet. Von außen werden sie als harmonisches Paar gesehen, das durch ihre Tochter ein perfektes Familienleben führt. Doch als ...

Flora und ihr Ehemann sind seit zwanzig Jahren vermeintlich glücklich verheiratet. Von außen werden sie als harmonisches Paar gesehen, das durch ihre Tochter ein perfektes Familienleben führt. Doch als Flora eines Tages den verloren geglaubten Ehering ihres Mannes Julian findet, deckt sie Geheimnisse auf, die lieber im Verborgenen geblieben wären, denn auch ihre beste Freundin Margot steckt tiefer drin, als es zunächst den Anschein macht.

Die Geschichte wird aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der Charaktere erzählt. Somit werden dem Leser Einblicke in das Leben und die Gefühlswelt der Charaktere gewährt, die sonst wahrscheinlich verborgen geblieben wären.

Durch die Erzählweise hatte ich mir eigentlich erhofft, die Charaktere viel runder wahrzunehmen und zu jedem einzelnen eine gewisse Beziehung aufzubauen. Doch die meisten Seiten wurden nicht mit Informationen gefüllt, die das Handeln oder in diesem Falle das Nicht-Handeln erklärt hätten. Stattdessen sah ich mich vielen Banalitäten gegenübergestellt, die keinen tieferen Sinn oder Zweck erfüllen. Nicht jeder Satz muss vor Tiefe strotzen, aber ich hatte das Gefühl, dass nur eine Hand voll Szenen relevant gewesen sind. Auch die vielen Zeitsprünge, die meist ohne Hintergedanken passierten, unterbrachen oftmals meinen Lesefluss.
Die Charaktere blieben platt und machten es mir unmöglich, Sympathie oder Empathie aufzubauen. Sie wirkten konstruiert und artifiziell, da sie alle eine Gemeinsamkeit teilten: Anstatt ein Problem anzusprechen und in 5 Minuten zu klären, wurde es totgeschwiegen. Wieder und wieder, was mich schon fast wütend zurückgelassen hat.

Alles in allem kein besonders anspruchsvoller Unterhaltungsroman, der leider einfach nicht meinem Geschmack entspach.

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Veröffentlicht am 12.08.2021

Kindliche Naivität, verpackt in sympathischer Story

Liebe Rock
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Timm will Schriftsteller werden. Noch besteht sein „Manuskript” aus zusammenhangslosen Gedanken, dennoch scheint sein Wunsch allgegenwärtig. Um aus seinem Kinderzimmer zu entkommen, bezieht er kurzerhand ...

Timm will Schriftsteller werden. Noch besteht sein „Manuskript” aus zusammenhangslosen Gedanken, dennoch scheint sein Wunsch allgegenwärtig. Um aus seinem Kinderzimmer zu entkommen, bezieht er kurzerhand die Rumpelkammer von Marc und Rock.



Die Erzählstil ist eigenwillig, aber mal etwas, das einem nicht jeden Tag begegnet. Die Geschichte wird aus Timms Sicht erzählt, in Form von einzelnen Briefen, daher liest sich die Geschichte wie ein schwungvoller Abschiedsbrief, in dessen Mittelpunkt die Kellnerin und Timms Angebetete Rock steht.

Besonders gut gefallen hat mir, dass der erste Brief bei 100 anfing & der letzte bei 0 endete. Der Countdown verlieh der Handlung eine gewisse Spannung, die ich positiv aufgenommen habe.



Timm ist auf den ersten Blick nicht unbedingt ein Charakter, zu dem man Sympathie oder Empathie entwickelt. Er ist überdurchschnittlich naiv, lügt, stiehlt und betrügt. Aber die gleiche Naivität, die einen hin und wieder zum Kochen und zum Augenrollen brachte, macht es dem Leser so gut wie unmöglich, sich einer gewissen positiven Bindung zu ihm zu entziehen.



Die Geschichte hat mir ein paar kurzweilige Lesestunden beschert, die mich sehr gut unterhalten haben. Auch wenn mich Timms Verhalten immer wieder darin bestätigt, dass es eine gute Entscheidung war, nie in einer WG zu leben, hatte ich wirklich eine gute Zeit.

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