Wir haben seit wenigen Monaten einen Hund aus dem Tierschutz, und ich wünschte, ich hätte „Tierschutz Hund Lieblingshund“ schon vor der Adoption gelesen. In dem Buch werden wirklich alle Fragen, die ...
Wir haben seit wenigen Monaten einen Hund aus dem Tierschutz, und ich wünschte, ich hätte „Tierschutz Hund Lieblingshund“ schon vor der Adoption gelesen. In dem Buch werden wirklich alle Fragen, die im Vorfeld relevant sind, ausführlich und verständlich beantwortet. Besonders hilfreich fand ich die Hinweise, woran man einen seriösen Tierschutzverein erkennt, sowie den Vergleich zwischen Hunden aus dem deutschen und dem Auslandstierschutz. Auch die Entscheidungshilfe, welcher Hund überhaupt zu einem passt, ist sehr gelungen. Hier wird nichts beschönigt. Es wird ehrlich und sensibel auf traumatisierte Hunde eingegangen und auch die Frage behandelt, ob wirklich jeder Hund resozialisierbar ist. Das finde ich super.
Ganz besonders wertvoll ist für uns auch das Kapitel zur Eingewöhnung und Erziehung. Gerade in den ersten Wochen treten viele Unsicherheiten und Probleme auf, und das Buch hilft, diese richtig einzuordnen und zu verstehen. Natürlich ersetzt es keine individuelle Begleitung durch einen Hundetrainer, aber es bietet eine tolle Grundlage und viele praktische Tipps.
Sogar ein kleines Erste-Hilfe-Kapitel ist enthalten. Hier wurde wirklich an alles gedacht.
Insgesamt ein rundum empfehlenswertes Buch für alle, die über die Adoption eines Tierschutzhundes nachdenken oder bereits einen Hund aus dem Tierschutz aufgenommen haben. Verständlich, ehrlich und unglaublich hilfreich.
„Lázár“ ist ein spannender und atmosphärisch dichter Roman, der vor allem durch seine Sprache und die psychologische Tiefe überzeugt. Die Geschichte zieht einen schnell hinein, sie ist geheimnisvoll, düster ...
„Lázár“ ist ein spannender und atmosphärisch dichter Roman, der vor allem durch seine Sprache und die psychologische Tiefe überzeugt. Die Geschichte zieht einen schnell hinein, sie ist geheimnisvoll, düster und gleichzeitig fein beobachtet. Der Autor hat ein gutes Gespür für Stimmungen und dafür, wie widersprüchlich Menschen sein können.
Trotz all dieser Stärken hat mich beim Lesen etwas gestört: das Frauenbild in dem Buch. Manche Szenen wirken überholt oder einfach unreflektiert. Besonders schwierig fand ich, dass ein Mann fälschlicherweise einer Vergewaltigung beschuldigt wird. So etwas ist ein heikles Thema, das hier ohne wirkliche Notwendigkeit eingebaut wurde und leicht falsche Vorstellungen bestärken kann. Für die Handlung wäre das gar nicht nötig gewesen.
Vielleicht liegt das daran, dass der Autor noch sehr jung ist und manche Dinge unbewusst übernimmt. Dabei merkt man eigentlich, wie klug und sprachlich stark er ist. „Lázár“ zeigt viel Talent und Tiefe, aber auch, dass zu einem wirklich reifen Roman mehr gehört als eine gute Sprache, nämlich auch Verantwortung für das, was man erzählt. 3,5/5 Sterne
Jasmin Schreiber widmet sich in ihrem neuen Roman „Da, wo ich dich sehen kann“ einem Thema von bedrückender Aktualität: dem Femizid. Statt eine vermeintliche „Beziehungstat“ oder „Familientragödie“ zu ...
Jasmin Schreiber widmet sich in ihrem neuen Roman „Da, wo ich dich sehen kann“ einem Thema von bedrückender Aktualität: dem Femizid. Statt eine vermeintliche „Beziehungstat“ oder „Familientragödie“ zu erzählen, wie es in Medienberichten oft verharmlosend heißt, benennt sie das Verbrechen klar – als das, was es ist: die Ermordung einer Frau, weil sie eine Frau ist.
Im Zentrum steht Emma, die von ihrem Mann getötet wird. Doch Schreiber wählt keinen klassischen Erzählansatz. Stattdessen entfaltet sie die Geschichte aus sehr vielen Perspektiven. Diese multiperspektivische Struktur macht das Buch zu einem Mosaik aus Stimmen: die kleine Tochter, die beste Freundin, Eltern, das Opfer, sogar der Hund erhält eine eigene Stimme. Jede dieser Perspektiven beleuchtet einen anderen Aspekt des Geschehens, der Trauer und der Schuld.
Diese Vielfalt ist zugleich Stärke und Schwäche des Romans. Auf der einen Seite ermöglicht sie einen beeindruckend vielschichtigen Blick auf das Geschehen: Wir erleben, wie unterschiedlich die Menschen mit Emmas Tod umgehen, wie sie Schuldgefühle entwickeln oder versuchen, das Unbegreifliche zu rationalisieren. Auf der anderen Seite ist der Roman stellenweise überfrachtet, es sind zu viele Abzweigungen, die der emotionalen Wucht manchmal im Weg stehen. Statt zerstörerischer Trauer bleibt beim Lesen gelegentlich eine gewisse Distanz.
Besonders gelungen ist Schreibers Einsatz unterschiedlicher Textformen. Zwischen die Erzählstimmen mischen sich fiktive Zeitungsartikel, Notrufprotokolle und andere Dokumente, die nicht nur Authentizität erzeugen, sondern auch zeigen, wie Femizide medial verzerrt oder verharmlost dargestellt werden. Dadurch entsteht ein vielschichtiges literarisches Dossier über Gewalt gegen Frauen und über die Nachwirkungen solcher Taten.
Wie schon in früheren Werken verknüpft Schreiber auch hier ihre biologische und naturwissenschaftliche Perspektive mit der Erzählung. Diesmal spielt die Astrophysik eine zentrale Rolle. Nicht immer wirkt diese Verbindung ganz stimmig, manchmal etwas überladen, doch häufig gelingt Schreiber eine poetische Balance zwischen wissenschaftlicher Metapher und emotionaler Tiefe.
Trotz kleiner Schwächen bleibt „Da, wo ich dich sehen kann“ ein starkes, mutiges Buch, das literarisch und gesellschaftlich Relevantes leistet. Es bricht das Schweigen über Femizide, ohne voyeuristisch zu werden, und zeigt, wie vielschichtig das Leid der Zurückgebliebenen ist.
Fazit:
Ein vielstimmiger, bewegender Roman über Gewalt, Trauer und Erinnerung. Stellenweise überfrachtet, aber von großer erzählerischer und moralischer Kraft.
Leseempfehlung: Ja, unbedingt.
Drei Dinge habe ich an Grand Hotel Avalon von Maggie Stiefvater ganz besonders geliebt, sie machen dieses Buch für mich zu einem echten Highlight.
Maggie Stiefvater schreibt unglaublich stimmungsvoll. Ihre Sprache ist poetisch, detailreich und gleichzeitig so lebendig, dass man das alte, ehrwürdige und leicht geheimnisvolle Hotel beim Lesen fast spüren kann. Ich war sofort verzaubert und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen.
Die Direktorin des Hotels, von allen nur „Hoss“ genannt, ist eine Figur, die einem schnell ans Herz wächst. Sie lebt für ihren Beruf und ist gleichzeitig warmherzig, eigenwillig und faszinierend. Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr erkennt man, wie viel Tiefe und Stärke in ihr steckt. Ich habe sie von der ersten Seite an geliebt – und am Ende noch viel mehr.
Und zu guter Letzt: dieses Buch ist magisch und zwar auf ganz unterschiedliche Weise. Zum einen steckt darin viel Alltagsmagie: das Gute im Menschen, das kleine Wunder im Gewöhnlichen. Zum anderen gibt es auch echte, greifbare Magie. In dem Hotel befindet sich eine besondere Heilquelle, deren Wasser eine geheimnisvolle Wirkung hat. Diese Mischung aus Realität und magischem Realismus verleiht der Geschichte eine fast träumerische Stimmung. Selbst wer sonst keine Fantasy liest, könnte hier auf seine Kosten kommen.