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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.06.2020

Tiefgehend und mehr als nur Eishockey

Wir gegen euch
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Björnstadt ist erschüttert. Neben dem Skandal um ihren Starspieler Kevin haben sie auch noch das finale Eishockeyspiel gegen Erzfeind Hed verloren. Die Stadt ist am Boden. Wie soll es weitergehen mit dem ...

Björnstadt ist erschüttert. Neben dem Skandal um ihren Starspieler Kevin haben sie auch noch das finale Eishockeyspiel gegen Erzfeind Hed verloren. Die Stadt ist am Boden. Wie soll es weitergehen mit dem Klub? Was macht einen Klub aus? Ein Klub ist doch mehr als ein Klub!Fast alle Spieler sind nach Hed gewechselt, Kevin ist weg, da kommt ein Politiker um die Ecke und will den Klub retten. Und eigentlich nur sich selbst. Derweil kämpft Sportdirektor Peter Andersson gegen politische Windmühlen und Anfeindungen, entzweit sich mit seiner Frau, die Kinder gehen ihren eigenen, oftmals unklugen Weg. Die Feindschaft zwischen Hed und Björnstadt spitzt sich zu und es kommt, wie es kommen muss.

„Wir gegen euch“ ist die Fortsetzung des Romans „Stadt der großen Träume“ und knüpft auch direkt an die Geschehnisse an. Backman versteht es wie kein anderer, den Leser mit seinen Worten in den Bann zu ziehen. Er kreieirt seine Charaktere liebevoll und umfassend. Was bei anderen Autoren oft flch bleibt, wird hier detailliert ausgearbeitet. Man hat von den Personen ein genaues Bild vor Augen. Auch der Erzähstil ist sehr detailliert, in fast jedem Satz steckt eine Botschaft. Das ist außergewöhnlich, allerdings ermöglichte es mir auch keinen leichten Lesefluss, ich musste mich durch das Buch durcharbeiten, und das hat immerhin 550 Seiten. Etwas zu viel, wie ich finde, da es sich nicht „einfach so“ weglesen lässt. Ich bin der Meinung, um das Buch zu lesen, braucht es Zeit, man muss in es eintauchen, die Botschaften erfassen. Ein ganz besonderes Leseerlebnis, das zuweilen anstrengend sein kann.

Und wer glaubt, in diesem Buch ginge es um Eishockey, der hat sich getäuscht. Es geht um viel mehr als das. Das Eishockey und der Klub sind die Metapher für Teamgeist, Zusammenhalt, Loyalität, für die Macht der Gruppe, aber auch für den Platz eines jeden Einzelnen. Für Wir gegen euch eben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2020

Strande niemals auf dem Trockenen

Stranded - Im Bann des Sees
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Strande niemals auf dem Trockenen! Das ist die Regel Nr 1 in Mellis Welt, sie kennt sie gut. Denn wer nach Sonnenuntergang an Land zurück bleibt, wird sterben. Melli ist eine Wandlerin, sie lebt mit ihrem ...

Strande niemals auf dem Trockenen! Das ist die Regel Nr 1 in Mellis Welt, sie kennt sie gut. Denn wer nach Sonnenuntergang an Land zurück bleibt, wird sterben. Melli ist eine Wandlerin, sie lebt mit ihrem Volk im See, doch tagsüber ist sie an Land und hilft dabei, den See und ihr Volk zu schützen. Doch dann passiert, was nicht passieren darf: Sie strandet. Und ausgerechnet ein Landbewohner nimmt sie auf und rettet ihr das Leben. Melli muss nun rausfinden, wie sie wieder in den See zurückkehren kann, ohne das ihr Retter erfährt, was sie wirklich ist.

Die Idee hat mir gut gefallen, und die Unterwasserwelt ist durchaus faszinierend. Auch die Geheimnisse rund um den See und sein Volk waren spannend, schnell merkt der Leser, das hier etwas nicht stimmt, etwas nicht so ist, wie es scheint. Allerdings hielt sich die Spannung in Grenzen, der Charakter Melli war zuweil nervig – ein Teenie eben, aber meiner Meinung nach etwas zu viel des Guten. Die Story plätschert zeitweilig dahin, dann nimmt sie wieder Fahrt auf, das Ende wird noch mal spannend und natürlich, es ist ja ein Mehrteiler, bleibt am Ende einiges offen.

Ein unterhaltsames Buch für Zwischendurch, mehr jedoch auch nicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2020

Doch kein Finale und fesselnd bis zum Schluss

Elias & Laia - In den Fängen der Finsternis
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„Elias & Laia – in den Fängen der Finsternis“ ist der dritte Teil der Elias & Laia Reihe. Die beiden Bände zuvor konnten mich fesseln und so habe ich mich sehr gefreut, den vermeintlich finalen Band zu ...

„Elias & Laia – in den Fängen der Finsternis“ ist der dritte Teil der Elias & Laia Reihe. Die beiden Bände zuvor konnten mich fesseln und so habe ich mich sehr gefreut, den vermeintlich finalen Band zu lesen.
Es wird finster im Imperium, Feinde bereiten einen Krieg vor. Blutgreif Helena versucht, diesen zu verhindern und muss ich nebenbei mit Imperator Marcus herumschlagen, der nicht ganz bei Sinnen zu sein scheint, und ihre Schwester schützen. Laia ist auf sich alleine gestellt, seit Elias zum Seelenfänger wurde. Sie will ihr Volk schützen, weiß aber auch, dass sie den Nachtbringer aufhalten muss. Derweil kämpft Elias mit seinem Schicksal als Seelenfänger.

Ich habe die Elias & Laia Reihe relativ zügig hintereinander gelesen und konnte so ohne Probleme in Band 3 einsteigen. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es schwierig sein könnte, wieder in die Geschichte zu finden, wenn man einige Zeit Pause zwischen den Bänden hatte (wie es oft vorkommt, wenn man einen Band immer direkt nach Erscheinen liest). Eine Zusammenfassung/Was bisher geschah gibt es leider nicht.

Auch dieser Band schildert die Ereignisse aus verschiedenen Sichten und wechselt zwischen Laias, Elias und der Perspektive des Blutgreifs. Das macht das Lesen sehr abwechslungsreich, manchmal muss man sich daraus aber auch die Ereignisse zusammenbauen und kommt manchmal etwas durcheinander. Zumindest erging es mir so. Trotzdem habe ich mit allen Charakteren mitgefiebert, auch wenn mir persönlich Elias Entwicklung zum Seelenfänger gar nicht gefallen hat und mir Helena zu oft in Fallen getappt ist und Fehler gemacht hat.

Vom Ende war ich ziemlich überrascht, irgendwie war ich fest davon ausgegangen, dass mit Band 3 Schluss ist. Offenbar folgt aber noch ein vierter Band, der dann hoffentlich Licht in vieles, was noch rätselhaft ist und im Dunkeln liegt, bringt.

Veröffentlicht am 15.01.2020

Gutes Finale einer grandiosen Reihe

Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten
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Nach dem Untergang Endoras liegen Citra und Rowan am Grund des Meeres, Scythe Goddard baut seine Macht aus, der Thunderhead ist verstummt –außer für Greyson Tolliver, der zum Propheten der Tonisten wird. ...

Nach dem Untergang Endoras liegen Citra und Rowan am Grund des Meeres, Scythe Goddard baut seine Macht aus, der Thunderhead ist verstummt –außer für Greyson Tolliver, der zum Propheten der Tonisten wird. Derweil versucht Scythe Faraday, die Fallbacklösung der Scythe Gründer zu finden.

Viel Stoff also für den Finalband der Scythe Reihe. Und so verliert sich die gewohnte Spannung auch ab und an in all den Schauplätzen und Nebenhandlungen, in den Perspektiv- und auch Zeitwechseln. Der Autor springt in den Zeiten und es ist teilweise nicht einfach, den Überblick zu behalten. Ich hatte anfangs etwas Probleme, wieder in die Geschichte zu finden, denn Band 2 war schon eine Weile her und man muss sich (auch im weiteren Verlauf) schon an so einiges erinnern, was passiert ist. Irgendwann packt es einen dann aber doch, irgendwann hat man auch die verschiedenen Handlungen präsent und fiebert auf das Ende hin, auf die Enthüllung und die Lösung der Probleme, die diese schöne neue Welt so hat.

Meine Erwartungen an das Finale wurden nicht ganz erfüllt, trotzdem hat Shusterman es grandios geschafft, all seine Handlungsstränge zusammen zu führen und ein Ende zu präsentieren, das der Reihe gerecht wird. Die Welt um die Scythe, den Thunderhead, ein Leben (fast) ohne Tod und Krankheiten ist faszinierend erschaffen worden, das Finale ein guter Abschluss und für jeden Fan der Reihe ein Muss.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.10.2019

Ok, kommt aber nich an „P.S. Ich liebe Dich“ ran

Postscript - Was ich dir noch sagen möchte
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Ich war, wie so viele, ein riesen Fan von „P.S. Ich liebe Dich“. Ich bin es immer noch. Die Geschichte hat mich damals tief bewegt und daher habe ich mich sehr gefreut, dass es ein Wiedersehen mit Holly ...

Ich war, wie so viele, ein riesen Fan von „P.S. Ich liebe Dich“. Ich bin es immer noch. Die Geschichte hat mich damals tief bewegt und daher habe ich mich sehr gefreut, dass es ein Wiedersehen mit Holly gibt. Aber ich war auch ein wenig skeptisch, denn Fortsetzungen zu Erfolgsgeschichten können oft nicht mithalten. Und so ist es (leider) auch hier.

7 Jahre nach Gerrys Tod hat Holly sich verändert. Sie hat eine neue Liebe gefunden, einen neuen Job, und hat mit Gerrys Tod abgeschlossen. Dachte sie. Bis ein Podcast über Trauer und die Briefe alles verändert. Eine Gruppe todkranker Menschen ist von Gerrys Idee tief beeindruckt und möchte ihren Lieben auch etwas hinterlassen. Sie bitten Holly, ihnen zu helfen. Die möchte aber eigentlich nicht in die Vergangenheit zurück geholt werden und zieht sich zurück. Schließlich entschließt sie sich doch, die Menschen zu treffen. Und trifft auf tolle Persönlichkeiten und viele Hürden.

Es war schön, Holly und andere Charaktere aus „P.S. Ich liebe Dich“ wieder zu sehen. Und das Thema Trauer und der Umgang damit sowie der Wunsch der sterbenskranken Menschen, etwas zu hinterlassen, sind sehr emotional und bewegend. Das war unter anderem auch der Zauber an „P.S. Ich liebe Dich“. Leider konnte mich das Buch jedoch nicht so fesseln. Die Schicksale der kranken Menschen sind berührend, keine Frage. Die Autorin hat hier einige Charaktere geschaffen, die in Erinnerung bleiben. Besonders die junge Frau Ginika konnte sich in mein Herz schleichen. Von ihr hätte ich gern viel mehr gelesen. Auch der Schreibstil ist, wie von der Autorin gewohnt, gut und kurzweilig. Aber das Buch kommt leider nicht an seinen Vorgänger ran, die Geschichte bleibt irgendwie flach. Am interessantesten fand ich die Rückblicke an Holly Leben mit Gerry, die ab und an eingestreut wurden. Das zeigt: Man hängt eben an der Originalgeschichte, jedenfalls ist es bei mir so.

Damit hat es das Buch bei den Fans natürlich auch schwer, und gäbe es nicht diesen starken Vergleich, würde das Buch vielleicht sogar besser abschneiden. Aber es muss sich eben vergleichen lassen.

Für alle „P.S. Ich liebe Dich“ Fans ist das Buch trotzdem ein Muss, würde ich sagen. Und auch als eigenständiger Roman ist das Buch zu lesen. Weil es aber nicht an den Vorgänger ran kommt und ich schlichtweg enttäuscht bin, gebe ich 3,5 Sterne.