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Veröffentlicht am 05.03.2021

Wenn Emanzipation so einfach wäre

Akademie Fortuna - Wenn Wahrsagen so einfach wäre
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Sorry ist ein Mädchen, dass eigentlich ganz in Ordnung ist, würde sie sich nicht immer wieder von den Erwartungen ihrer Mutter unter Druck setzen lassen. Immerhin kann sie ohne Hilfsmittel in die Zukunft ...

Sorry ist ein Mädchen, dass eigentlich ganz in Ordnung ist, würde sie sich nicht immer wieder von den Erwartungen ihrer Mutter unter Druck setzen lassen. Immerhin kann sie ohne Hilfsmittel in die Zukunft sehen, was von einer Visionistin auch erwartet wird. Doch ihre Vorhersagen betreffen nur die unmittelbare Zukunft und sind auch nicht von „prophetischer“ Natur. Ihre Mutter erwartet eben viel, viel mehr.
Und so wird für Sorry der Beginn der Schulzeit an der Akademie Fortuna eher zu einem Alptraum, denn zum Beginn einer tollen Schulzeit.
Sehr schnell zeigt sich, dass alle Wahrsagerfamilien so ihre eigenen teils sehr elitären Vorstellungen über ihre Gaben haben und es einen steten Wettkampf um Ansehen und die Führung der Akademie gibt. An erster Stelle steht dabei der zwischen Sorrys Familie und den Astras, den Sternendeutern. Um das Unglück noch perfekt zu machen kommt dann auch noch ein Junge an die Akademie, der seinen Platz für die seit der Akademiegründung verstoßenen und geächteten Nekromanten beansprucht.

Und schon ist eine nette Fantasygeschichte für junge Leser zustande gekommen.
Der Auftakt zu Sarah M. Kempens Reihe Akademie Fortuna ist ganz gut gelungen und ließ sich bis auf gelegentliche Längen auch sehr gut lesen. Sprachlich ist die ganze Geschichte dem Zielpublikum entsprechend recht spritzig gehalten, so dass sie Kinder am Ende des Grundschulalters gut ansprechen kann. Auch die Illustrationen von Alica Räth passen da gut rein.

Sorry kam mir bisweilen zu nervig schüchtern und Estrella Astra zu aufgesetzt daher; doch die Grundgeschichte war interessant. Es ging viel um Schein und Sein, Selbstbild und Erwartungshaltungen (bis zum Erwartungsdruck) von anderen auf einen selbst. Kurzum, Sorry musste sich im Verlauf der Handlung ein Teil weit emanzipieren, was ihr mit Hilfe ihrer Freunde gelingt. Alles das wurde in eine schöne Intrigengeschichte gepackt, die aber nur bedingt einen Abschluss zum Ende hin erfuhr. So bleibt genügend Spekulationsraum, was für Geschichten sich an der Akademie Fortuna noch ereignen werden.

Schlussendlich finde den Auftakt gelungen, wenn auch etwas langatmig. Doch ich bin ja auch keine 10 bis 12 Jahre mehr. Inhaltlich wird es aber wieder einmal mehr Mädchen als Jungen ansprechen, auch wenn Ben Dulum gar keine so kleine Nebenrolle hat.
Ich bin einmal auf den nächsten Band gespannt und behalte die Serie erst einmal im Auge.

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Veröffentlicht am 05.03.2021

Nicht immer gleich aufgeben

Rubinia Wunderherz, die mutige Waldelfe (Band 3) - Der verschwundene Fluss
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Erst einmal eine schöne Kindergeschichte, in der ein pädagogischer Kern wieder einmal nicht gleich ins Auge springt. Ich finde das ganz wunderbar, denn Kinder müssen aus meiner Sicht nicht immer und aus ...

Erst einmal eine schöne Kindergeschichte, in der ein pädagogischer Kern wieder einmal nicht gleich ins Auge springt. Ich finde das ganz wunderbar, denn Kinder müssen aus meiner Sicht nicht immer und aus allem etwas ganz, ganz offensichtlich lernen müssen. Da macht das Kinderleben gleich viel mehr Spaß.

Rubinia ist eine wissbegierige, nette, kleine Elfe, die gerne hilft und Rätseln auf den Grund geht. In dieser Geschichte hat das Elfendorf kein Wasser mehr. Und auch wenn Rubinia wie die anderen Feen im ersten Anlauf bei der Ursachenforschung erfolglos ist, so lässt sie sich nicht entmutigen und sucht weiter. Das unterscheidet sie schon von einem Großteil der Elfen, denn diese beschuldigen zunehmend den alten Hüter der versiegten Wasserquelle an dem Unglück Schuld zu sein. Zum Teil kommt es mit zunehmender Wasserknappheit auch zu kleineren Handgreiflichkeiten.
Und da ist er, der erzieherische Inhalt aber eben richtig gut dosiert und verpackt.

Das Buch ist sowohl zum Vorlesen, als auch zum ersten Selberlesen gedacht und wird beiden Anforderungen durchaus gerecht. Kinder der zweiten Klassenstufe sollten auch mit diesem Buch wieder keine Schwierigkeiten haben. Es hat alles, was hier in erster Linie Mädchen gut bei Leselaune hält – eine schöne Geschichte, sympathische Hauptcharaktere, eine geeignete Wort- und auch Schriftwahl und sehr schöne Illustrationen, die die Handlung begleiten.

Eine klare Leseempfehlung meinerseits.

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Veröffentlicht am 05.03.2021

Liebevoll illustriert und nett erzählt

Die wilden Waldhelden. Helfer gegen Heimweh
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Die vier Tierkinder Mikkel Fuchsjunge, Flora Hirschkälbchen, Rufus Frischling und Poppy Waschbärmädchen gründen ganz nach Kinderart eine kleine Bande mit dem Ziel, anderen zu helfen. Als sie dann feststellen, ...

Die vier Tierkinder Mikkel Fuchsjunge, Flora Hirschkälbchen, Rufus Frischling und Poppy Waschbärmädchen gründen ganz nach Kinderart eine kleine Bande mit dem Ziel, anderen zu helfen. Als sie dann feststellen, dass ein Waldkindergarten in ihrem Spielgebiet Einzug hält, haben sie auch gleich eine konkrete Aufgabe für sich entdeckt – den Menschenkindern helfen. Im konkreten Fall heißt dies, dass sie sich um den kleinen Diego kümmern wollen, der so gar nicht damit zurecht kommt, einen Teil des Tages von seiner Mutter getrennt verbringen zu müssen. Er hat Heimweh.

Sicherlich sind sowohl das Thema des Buches, als auch die Herangehensweise der Autorin über die hilfsbereiten Tiere nichts Neues in der Kinderliteratur. Aber Andrea Schütze hat das Thema Heimweh bei Kindergartenkindern sehr liebevoll aufgegriffen und in eine schöne Geschichte eingebettet.
Sprachlich auf die junge Zielgruppe der Kindergartenkinder ausgerichtet, ist das Buch durchaus als Vorlesebuch geeignet. Leichte Schwierigkeiten sehe ich in der teils sehr unterschiedlichen Länge der Kapitel. Diese sind trotz der zahlreichen Illustrationen bisweilen schon recht lang, so dass ich mir nicht sicher bin, ob 4jährige Kinder der Handlung schon so lange folgen können.
Grundschulkinder sollten das Buch ab der 2. Klasse sicherlich schon ganz gut lesen können.

Dass die schönen Illustrationen von Carola Sieverding auf begeisterte Betrachter stoßen werden, da bin ich absolut zuversichtlich.

Ich finde, dass das Buch eine sehr schöne Geschenkidee ist und dass es sich zudem lohnt, dieses in kleine Kindergartenbibliotheken aufzunehmen. Es könnte Kindern direkt bei der Eingewöhnungsphase helfen.

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Veröffentlicht am 28.02.2021

Es hat ein wenig gedauert, bis ich mit dem Buch warm wurde

Wings of Fire 1
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Die Reihe Wings of Fire wurde zum Teil bereits vom Löwe Verlag herausgebracht. Die jetzige Taschenbuchausgabe ist jedoch umfangreicher, mit 15 Bänden angekündigt und entführt die jungen Leser in die Welt ...

Die Reihe Wings of Fire wurde zum Teil bereits vom Löwe Verlag herausgebracht. Die jetzige Taschenbuchausgabe ist jedoch umfangreicher, mit 15 Bänden angekündigt und entführt die jungen Leser in die Welt von Pyrrhia. Diese Welt gehört den Drachen und wird von Drachengesellschaften beherrscht. Die sieben dort lebenden Drachenarten werden zu Beginn des Buches grafisch gut dargestellt und ihre Haupteigenschaften den Lesern aufgezeigt. Das war bisweilen beim Lesen des Buches auch hilfreich.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert und ich muss zugeben, dass ich mich mit dem ersten Teil nicht wirklich anfreunden konnte. Die Beschreibung der jungen Drachlinge der Prophezeihung während ihres Lebens in der Isolation war mir einfach zu langatmig, der Schreibstil ermüdend. Und so fragte ich mich bisweilen, was das für die Geschichte bringen sollte.
Jetzt, im Nachgang muss ich eingestehen, dass dieser Teil durchaus seine Berechtigung hat, denn der erste Band bringt dem Leser die Charaktereigenschaften der 5 Drachen näher, vor allem die des Erdflüglers Clay.
Mit dem zweiten Teil kam dann die Handlung selber richtig in Gang und das Lesen begann damit auch mir, als älterem Leser schon Spaß zu machen. Ich frage mich nur bisweilen, ob die Zielgruppe des Kinderbuches bis dahin überhaupt durchhält? Ich weiß nicht so recht.

Eine Grundintention der Geschichte, der Gedanke, dass die 5 Drachlinge aufgrund ihrer gemeinsamen Kindheit im Gegensatz zu ihren Artgenossen die immer innerhalb der eigenen Art aufwachsen in der Lage sein könnten miteinander, statt gegeneinander zu leben hat viel Potential für die gesamte Reihe.

Ich werde auf jeden Fall noch den zweiten Band lesen um zu sehen, ob die Geschichte sich tiefer entwickelt.

Generell denke ich, dass eingefleischte Drachenliebhaber jeden Alters die Reihe gerne lesen werden, denn die 5 Drachen der Prophezeiung sind schon sehr liebenswerte Persönlichkeiten.

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Veröffentlicht am 27.02.2021

Archäologen, Alchemisten und der Stein der Weisen

Geheimakte Atlantis
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Acht Jahre nach Max Abenteuer in Vorderasien sind sie zurück – die Petrakos-Brüder, noch immer auf der Suche nach der Unsterblichkeit. Und sie scheinen ihrem Ziel diesmal so Nahe, wie nie zuvor. Doch um ...

Acht Jahre nach Max Abenteuer in Vorderasien sind sie zurück – die Petrakos-Brüder, noch immer auf der Suche nach der Unsterblichkeit. Und sie scheinen ihrem Ziel diesmal so Nahe, wie nie zuvor. Doch um Atlantis zu finden benötigen sie die das Wissen von Sir Rutherford. Und dieser wiederum hat Verbindung zu seiner ehemaligen Studentin Jody Wellesley. Damit kommen dann auch Max und seine Freunde wieder mit ins Spiel und in den Wettlauf um die Suche nach dem sagenhaften Atlantis.

Auch wenn es erst das dritte Buch für mich aus der Geheimakte-Reihe ist, so ist sein Charakter unverkennbar ein André Milewski. Gekonnt in die Reihe eingebunden und doch so in sich abgeschlossen, dass man die anderen Bände nicht gelesen haben muss, auch wenn es an vielen Stellen Anspielungen auf ebendiese gib. Der Autor entwickelt ein Abenteuer in dem Max Falkenburg einem Indiana Jones gleich agierend ein nahezu phantastisches Abenteuer erlebt, gegen richtig fiese Schurken antreten muss und am Ende alle rettet, indem die tollsten Artefakte, die man finden kann vernichtet werden.
Zu diesem Gemisch gesellen sich noch gekonnt eingebaute Anspielungen in Personennamen und Situationsbeschreibungen, die bei mir zumindest Erinnerungen an bekannte Filmfiguren oder Serien aufkommen lassen. Die Action vor der Küste Spaniens kam einem Bond gleich daher und Lo Pan dürfte älterem Filmpublikum vielleicht auch bekannt sein.

Und dies ist wieder das Schöne an der ganzen Geheimakte-Reihe. Alle Anspielungen auf bekannte Film-und Buchreihen sind wirklich gut eingebaut und lassen die Handlung weder zu einem Abklatsch noch zu Slapstick verkommen. Die Reihe hat etwas ganz Eigenes und ist bei allem frei erfundenen richtig gut und glaubwürdig geschrieben.

Mir gefällt die Reihe nach wie vor und ich kann sie jedem empfehlen, der gute Unterhaltung schätzt.

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