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Veröffentlicht am 10.09.2025

Bingo, genau mein Krimigeschmack

Über die Toten nur Gutes
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Der 28 Jahre junge Mads Madsen, lebt mit seinem schon etwas betagten Vater zusammen in Glückstadt. Beide sind sie etwas schrullig und haben ihre Eigenheiten. Während der alte Madsen Bingo liebt, sieht ...

Der 28 Jahre junge Mads Madsen, lebt mit seinem schon etwas betagten Vater zusammen in Glückstadt. Beide sind sie etwas schrullig und haben ihre Eigenheiten. Während der alte Madsen Bingo liebt, sieht Mads den Beruf des Trauerredners als seine Obsession an. Nach ein paar unheimlichen Vorfällen bekommt Mads die Nachricht, das sein bester Freund aus Kindertagen bei einem Unfall zu Tode kam. Also beginnt er für dessen Grabrede in Patricks Leben zu recherchieren. Da er ihn mit 8 Jahren zuletzt gesehen hat, erinnert er sich bruchstückhaft an Vergangenes und stößt in der Gegenwart in ein Wespennest! Nach seiner Vermutung, dass Patrick ermordet wurde, muss Mads bald um sein eigenes Überleben zu Kämpfen.

Mit dem Titel „Über die Toten nur Gutes - Ein Trauerredner ermittelt “ beginnt Autor Andreas Izquierdo seine neue Krimireihe über einen jungen Trauerredner, mit dem prächtigen Namen Mads Madsen, der sich intensiv mit seinen wehrlosen Kunden auseinandersetzt. Wie sich bald herausstellt, ist das überwiegend eine spannende Aufgabe, die zuweilen auch gefährlich werden kann.
Neben einem sehr angenehmen, manchmal fast poetischen Schreibstil, haben mich besonders der spezielle Humor, sowie jeder einzelne Charakter der Geschichte beeindruckt. Jeder für sich ist dabei glänzend gewählt, vielschichtig und außergewöhnlich gut dargestellt. Es macht wirklich großen Spaß sich diese Personen vorzustellen. Auch die einzelnen Episoden und Szenen sind einfach besonders und unterhaltsam, das Kopfkino dankt! Da Glücksburg als Ort des Geschehens, im hohen Norden der Republik liegt, wird mit Plattdeutsch nicht gegeizt. Diesen Lokalkolorit finde ich sehr charmant, denn ich mag Regional-Krimis mit Charakter.
Bei der Lektüre habe ich mich jedenfalls keinen einzigen Moment gelangweilt, konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Man wurde durch jede Gefühlslage geschickt, furchtbare Momente wechselnd mit erheiternden oder absurden Augenblicken, nun ein paar Sätze entfernt, wirklich unglaublich virtuos gestaltet. Auch ein atemberaubender Showdown wird geboten, der mein Krimiherz höher schlagen ließ. Besser geht nicht!
Zu einem aufregenden Krimi gehört ein cooles Cover. Auch das ist hier gelungen, knallig gelb mit düsterem Sarg. Das dargestellte Hundemädchen heißt übrigens Bobby und pinkelt nicht nur an Särge. Vorsicht! Bobby ist außerdem unglaublich eifersüchtig.


Mein Fazit:
Dieser Krimi konfrontiert seinen Leser mit Wechselbädern der Gefühle, von Euphorie zu Entsetzen, von Alltagssorgen zu Spannung von Tragik zu grenzenloser Erheiterung. Aus Rätselhaften und Überraschung folgt das Verständnis, alles sehr einzigartig und grandios kombiniert!
Hier trifft Cosy auch mal auf Brutal, ein absolut gelungener Start in eine neue Krimireihe mit Suchtpotenzial und genau mein Humor, ich liebe dieses Buch!
Freue mich schon auf Fall 2:).

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Schicksalhafte Identitätskrise mit dramatischen Wendungen

WARDA
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Bei einem Sprengstoff-Attentat vor einer Kölner Moschee werden während des Zuckerfestes etliche Menschen verletzt und in den Tod gerissen. Unter den Festbesuchern ist auch Cherin, die Tochter der Familie ...

Bei einem Sprengstoff-Attentat vor einer Kölner Moschee werden während des Zuckerfestes etliche Menschen verletzt und in den Tod gerissen. Unter den Festbesuchern ist auch Cherin, die Tochter der Familie Al Bari. Im Krankenhaus trifft die Familie zunächst auf eine schwer verletzte bewusstlose junge Frau, die Cherin unglaublich ähnelt, doch ihre Tochter ist leider tot. Tamer Al Bari, von Beruf Polizist schwört sich, die Attentäter zu finden, um seine Schwester zu rächen. Dabei geht ihm die hübsche Unbekannte nicht mehr aus dem Kopf, denn sie hat ihn fasziniert. Aus dem Koma erwacht, fehlt der Verletzten komplett die Erinnerung. Voller Mitgefühl beschließt Tamer der jungen Frau zu helfen. Seine Familie nimmt die Heimatlose auf und gibt ihr den Namen Warda - die Rose.

Der Roman „Warda“ von Autorin Rose Daniel ist ein großartiges Plädoyer gegen Hass und Selbstjustiz. Ihre Protagonistin Agnesa alias Warda wird durch ein Wechselbad von Gefühlswelten geschickt. Die ganze Geschichte beginnt mit einer Amnesie, die sie völlig von ihrem alten Ich trennt. Durch ihren schicksalhaften Identitätswechsel erhält Agnesa einen ungeplanten Einblick in das Leben, einer von ihr ursprünglich so sehr gehassten Zielgruppe. Dazu kommt eine Liebesgeschichte, mit Auswirkungen und tragischen Folgen auf allen Ebenen.
Der Schreibstil ist wirklich packend und liest sich absolut flüssig. Die Story ist fiktiv angelegt, wirkt daher manchmal etwas über konstruiert, unreal und vollgepackt auf mich. Aber die Kernbotschaft, dass Hass keine Lösung und Rache am Ende alles nur noch Schlimmer macht, wird prima dargestellt und im Laufe der Handlung immer intensiver aufgezeigt.
Das Cover zeigt die zersplitterte Persönlichkeit Warda/Agnesa und passt ganz wunderbar zum Inhalt.


Mein Fazit:
Eine mutige Thematik, verpackt in ein schicksalhaftes, vielleicht etwas zu überspitztes Drama, das zum Nachdenken anregt. Die Sicht auf Gerechtigkeit ist eben nicht immer ganz einfach, schlussfolgernd sind Rache, Hass und Selbstjustiz aber eben auch keine Lösung!

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Vielfältige Rezept-Auswahl für den Schmortopf

Cocotte
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Im Kochbuch, mit dem Titel „Cocotte“, gestaltet von der französischen Foodbloggerin und Kochbuchautorin Amandine Bernardi, verbergen sich 100 wunderbare Rezepte für den Schmortopf. Ob deftig fleischigen ...

Im Kochbuch, mit dem Titel „Cocotte“, gestaltet von der französischen Foodbloggerin und Kochbuchautorin Amandine Bernardi, verbergen sich 100 wunderbare Rezepte für den Schmortopf. Ob deftig fleischigen Genuss oder aber Vegetarisches, die Auswahl ist groß. Auch etwas Süßes, Brot oder gar Popcorn ist mit dem Schmortopf zu machen!
Die Auswahl und Aufmachung des Buches finde ich insgesamt sehr gut gelungen. Jedes Gericht wird mit einem aussagekräftigen Foto und einer kurz gehaltenen Beschreibung dargestellt, für mich perfekt.
Einzig den französischen Klassiker „Coq au vin“ habe ich vergeblich gesucht, den beherrsche ich zur Not aber auch auswendig.
Informativ fand ich noch die kurze Einführung mit Tipps und Tricks zum Thema Topf, sowie die praktischen Übersichten nach Rubriken, oder aber nach Themengebieten, sowie das abschließende ABC nach Zutaten. Da findet jeder für sich, das für ihn am besten passende System.
Das Cover ist schlicht und passend, es gefällt mir gut.

Mein Fazit:
Es gibt eine Menge zum Ausprobieren und ich finde, das Buch ist eine inspirierende Bereicherung für meine Küche. Die Rezepte ist vielleicht schon einen klein wenig fleischlastig, aber das macht mir persönlich nichts aus. Alles kommt aus einem Topf, das macht am meisten Laune und war Anlass mir gleich einen solchen Topf zu besorgen;).

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Gute Inspiration für gesunde Ernährung

Gamechanger Protein
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Wie schon von vielen seiner Werke gewohnt, ist auch dieses Fachbuch mit dem Titel „Gamechancer Protein“ von Ernährungs-Doc Dr. Med. Matthias Riedl wieder äußerst informativ und interessant zu lesen. Das ...

Wie schon von vielen seiner Werke gewohnt, ist auch dieses Fachbuch mit dem Titel „Gamechancer Protein“ von Ernährungs-Doc Dr. Med. Matthias Riedl wieder äußerst informativ und interessant zu lesen. Das Proteine wichtig für den menschlichen Körper sind, war mir zwar schon lange klar, hier im Buch wird aber etwas näher darauf eingegangen. Regelmäßige Eiweißaufnahme erhöht nämlich die Lebenserwartung und dabei ist Eiweiß, eben nicht gleich Eiweiß.
Aber welche Aminosäuren für was gut sind, deren eigentliche Funktion und in welchen Quellen man fündig wird, das ist übersichtlich in einer Tabelle dargestellt.
Wichtig vor allem ist auch, wie viel Eiweiß braucht mein Körper und worin stecken denn die gesunden Proteine.
Mit einem kleinen Test lässt sich leicht feststellen, ob man selbst gefährdet ist.
Da ich mich schon lange intensiv mit gesunder Ernährung beschäftige, schon lange keine hoch verarbeiteten Lebensmittel mehr esse, dazu viel Gemüse, Haferflocken und wenig Fleisch, darf ich mich nach dem Test zum Glück entspannen. Zukünftig werde ich aber dennoch ein wenig mehr auf die Proteinausgewogenheit achten.
Auch beim Rezeptteil habe ich mir ein paar Markierungen gesetzt und ein paar Anregungen geholt.

Mein Fazit:
Sehr schön aufgemachte Inspiration für gesunde Ernährung, dieses Mal mit dem Focus auf die Proteinzufuhr, deren Wirkung auf die Gesundheit und deren richtige Auswahl. Besonders empfehlenswert ist das Buch sicherlich für Sportler.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Unterhaltsamer Erlebnis-Cocktail über ein russisches Studentenleben in Moskau

Moscow Mule
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Karina und ihre Busenfreundin Tonya studieren Journalismus in Moskau und versuchen trotz ständiger Geldnot sich über Wasser zu halten, ohne den Spaß am Leben zu verlieren. Was das Nachtleben oder die Männerwelt ...

Karina und ihre Busenfreundin Tonya studieren Journalismus in Moskau und versuchen trotz ständiger Geldnot sich über Wasser zu halten, ohne den Spaß am Leben zu verlieren. Was das Nachtleben oder die Männerwelt betrifft, sind ihre Erlebnisse abenteuerlich und unerschrocken. Da sie keine Privilegien wie andere Altersgenossen genießen, versuchen sie das Beste aus ihrer Lage herauszuholen und machen aus ihrer Not eine Tugend. Eigentlich hilft hier kein großer Plan, jedoch teilen sie beide den Traum von einem freien Leben in Westeuropa.

Obwohl ich ehr selten zeitgenössische Romane lese, hat mich bei dem Buch „Moscow Mule“ von Autorin Maya Rosa, sowohl das außergewöhnlich ansprechende Cover, der coole Titel, als auch die Leseprobe in ihren Bann gezogen.
Interessant fand ich den intensiven persönlichen Schreibstil mit vielen eindrucksvollen Szenen einer Jugend/Studentenzeit Anfang der 2000er in Moskau und Umgebung. Es folgt eine Erzählung von russischen Sitten und Gebräuchen, aber auch von Sehnsucht nach Liebe, Anerkennung, Freiheit sowie Selbstbestimmung. Der Wunsch nach einem freien, lebenswerten Leben wird bei Karina immer übermächtiger, gekrönt mit der Sehnsucht, diese Privilegien in Berlin zu finden. Im Buch findet man eine russische Seele die nach Befreiung strebt, auch wenn man Vertrautes zurücklassen muss.
Die Protagonistin Karina selbst ist herrlich chaotisch, verpeilt und lebensfroh! Sie wurschtelt sich mit einer Lässig und Leichtigkeit durch die eisigen Straßen und Regionalbahnen Russlands, man bekommt beinahe Gänsehaut beim Lesen.

Mein Fazit:
Ein unterhaltsamer Roman, der leider nur dezent die politische Entwicklung der russischen Bevölkerung aufzeigt. Die Spaltung zwischen Armut und Reichtum spielt dabei sicherlich eine einschneidende Rolle. Gefallen hat mir der erfrischende unkomplizierte Ton der Autorin, der wirklich sympathisch und lesenswert ist.

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