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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2025

Umfangreicher interessanter Geschichtswälzer

Sieben Jahre
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Friedrich der Große machte sich nicht nur halb Europa zum Feind, sondern auch in der eigenen Familie war die Stimmung zumeist angespannt. Besonders schwierig war sein Verhältnis zum Vater, das am Ende ...

Friedrich der Große machte sich nicht nur halb Europa zum Feind, sondern auch in der eigenen Familie war die Stimmung zumeist angespannt. Besonders schwierig war sein Verhältnis zum Vater, das am Ende eskaliert und ihn für sein ganzes Leben zeichnet. Kaum ist Friedrich an der Macht müssen sich ihm alle unterordnen, das gelingt mal besser, mal schlechter. Sein größter Zorn konzentriert sich letztlich auf seine Erzfeindin, Maria Theresia von Österreich und eskaliert in einem erbitterten Krieg.

Tanja Kinkel ist eine ganz wunderbare Autorin für historische Bücher und eine Meisterin darin, sich tief in die Befindlichkeiten ihrer Protagonisten einzufühlen. Mit ihrem Roman „Sieben Jahre“, taucht sie tief in die Epoche preußischer Geschichte ein und konzentriert sich dabei besonders auf die konfliktreichen Jahre zwischen 1756 und 1763. Dabei betrachtet man das Geschehen aus völlig unterschiedlichen Perspektiven, mit viel persönlichen Esprit und Anspruch. Besonders im Mittelpunkt dabei stehen auch Friedrichs Geschwister und deren Beziehungen zueinander. Mit dem Mohren Hannibal bekommt aber auch das Dienstpersonal eine Stimme und es bieten sich interessante Einblicke. Die Lektüre ist, was ihre unzähligen Charaktere betrifft, zwar eine Herausforderung, jedoch eine hochinteressante wie ich finde. Neben den vielen Kriegsschauplätzen, liegt der Focus im Roman besonders auf einem Geflecht aus Liebschaften, Vorlieben und menschlichen Gefühlen. Das heißt, es ist eine außergewöhnliche Mischung, die uns hier auf 830 Seiten präsentiert wird. Mit absolut authentischem sprachlichen Ausdruck und Umgang findet man sich in einer anderen Zeit wieder, das ist der Autorin wieder ganz besonders gut gelungen.
Bislang wusste ich nicht wirklich viel über Friedrich den Großen, durch den Roman konnte man sich seine Welt aber sehr gut vorstellen. Bei meinem kürzlichen Berlin Besuch nach Beendigung der Lektüre habe ich die Stadt mit ganz anderen Augen betrachten können. Es ist mir ins Auge gestochen, wie stark Friedrich die Stadt geprägt und wie viele Spuren er hinterlassen hat. Mir wurde durch Kinkels Roman aber auch die menschliche Seite von ihm und seiner Familie offenbart, denn es wird oft sehr persönlich. Durch die glänzende Recherche, wirkt dabei alles sehr authentisch und menschlich, wahrlich eine Glanzleistung die hier geleistet wurde.
Die Optik das Buchs ist eine Erscheinung, mit dem attraktiven Cover und seinem auffällig goldenen Buchschnitt bietet sich ein nobler einladender Anblick, der zum Lesen einlädt.

Mein Fazit:
Ein sehr intensives Zeitporträt, das tief hinter die Kulissen der Mächtigen blicken lässt und mir trotz ein paar Längen gut gefallen hat. Besondere Empfehlung für Liebhaber von historischen Geschichten, gewappnet mit der Ausdauer von über 800 Seiten. Es ist schon ein wenig Lesemarathon zu leisten, aber es lohnt sich.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Kochbuch mit eindrucksvoller Bilderflut

Oishii!
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Das Buch „Oishii!“, ist nicht nur ein Kochbuch mit japanischen Gerichten, sondern bietet einen Einblick in den japanischen Alltag und deren Esskultur. Unterstützt durch eine Flut von Bildern des Autors ...

Das Buch „Oishii!“, ist nicht nur ein Kochbuch mit japanischen Gerichten, sondern bietet einen Einblick in den japanischen Alltag und deren Esskultur. Unterstützt durch eine Flut von Bildern des Autors und Fotografen Stefan Braun, bekommt man einen guten Eindruck vom Tagesablauf und den bevorzugten Lieblingsgerichten des modernen Japaners. Die Esskultur dort, hat sich ein wenig verändert, passt sich dem Rhythmus der arbeitenden Gesellschaft an und bietet eine Menge an praktischen schnell gemachten und gegessenen Gerichten an.
Das Buch beginnt mit der morgendlichen Routine, arbeitet sich über den Mittagsbreak, zur Afterwork Routine bis zum Dinner vor, wobei sich die meisten Gerichte als äußerst unkompliziert entpuppen.
Es werden um die 44 Gerichte vorgestellt, die alle recht simpel und daher auch gut nach kochbar sind. Dabei sind viele Klassiker wie Rahmen, eingelegtes Gemüse und Eier, gefüllte Teigtaschen, gebratene Nudeln oder diverse andere kleine Snacks für das Dinner. Mir gefällt diese Auswahl sehr gut, die exotischen Zutaten sind überschaubar und alles ist easy zu machen.
Am Ende des Buches gibt es noch die Rezepte für die Basics, wie Dips und Saucen zu den Gerichten.

Mein Fazit:
Ein bildgewaltiges Buch, das die ungeschminkte Realität des japanischen Alltagslebens zeigt, nicht aus der touristische Perspektive, das gefällt mir sehr gut.
Die Rezepte sind übersichtlich, modern interpretiert und nicht sehr kompliziert. Es ist eine gute Auswahl einfach, praktisch und lecker.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Hochinteressante Abhandlung über die Geschichte der Gerüche

Die Welt der Gerüche
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Der norwegische Autor Bjørn Berge führt seine Leser im Buch „Die Welt der Gerüche“, durch Geruchswelten quer durch die Historie bis hin in unsere Gegenwart. Da der Geruchssinn jedes Menschen einzigartig ...

Der norwegische Autor Bjørn Berge führt seine Leser im Buch „Die Welt der Gerüche“, durch Geruchswelten quer durch die Historie bis hin in unsere Gegenwart. Da der Geruchssinn jedes Menschen einzigartig angelegt ist, nimmt jeder Mensch für sich, diese flüchtige Welt mit Sicherheit individuell wahr, doch durch Berges Beschreibungen kann man sich diese Gerüche durchaus gut vorstellen. Belegt durch schriftliche Aufzeichnungen, Literatur, Briefe oder wissenschaftliche Erkenntnisse wird die Geruchswelt und ihr Empfinden auch mit einem Augenzwinkern versehen. Ob eine Formel für den Geruch von Geld, Sumpf, Exkremente oder Schweiß, auch das zeigt uns eine Tabelle. Es ist auf alle Fälle spannend zu lesen wie sich die Welt der Gerüche über die Zeiten verändert haben muss, jede Zeit hatte ihren eigenen Duftnuancen.
Um diese Düfte zu erleben wären Zeitreisen sicherlich sehr hilfreich und würden wahrscheinlich unsere Vorstellung bei weitem überfordern und übertreffen. Diese Eindrücke und Riechempfindung mit Worten auszudrücken ist dem Autor hier jedoch sehr gut gelungen. Da Gerüche sich im chemischen Bereich bewegen, werden markante Gerüche in diesem Fachbuch sogar mit Formeln dargestellt.
Besonders gut hat mir der Humor des Autors gefallen, der gerade bei der Beschreibung von haarsträubenden Düften, schon mal seine süffisanten oder sarkastischen Gedanken einwirft.

Mein Fazit:
Ein absolut unterhaltsames und informatives Fachbuch, das dazu anregt sich intensiver mit der Materie der Gerüche und Düfte zu beschäftigen.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Ein äußerst sympathischer krimineller Leckerbissen

Der Doktor und der liebe Mord
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Tierarzt Severin Herr arbeitet für eine Tierarztpraxis auf dem Gnadenhof von Professor Thalheim. Allerdings entpuppt sich der mediengeile Professor bald als ein ganz übler Betrüger und die Tiere sind für ...

Tierarzt Severin Herr arbeitet für eine Tierarztpraxis auf dem Gnadenhof von Professor Thalheim. Allerdings entpuppt sich der mediengeile Professor bald als ein ganz übler Betrüger und die Tiere sind für ihn nur Mittel zum Zwecke der Spendeneinnahme. Als letzte Möglichkeit seine Spendenmisere zu vertuschen, versucht er auf die Schnelle, sie seinem Assistenten unterzuschieben. Zu dumm, dass Thalheim mitten in einer Euthanasie-Behandlung stört, um Severin zu einer Unterschrift zu zwingen. Mit vorgehaltener Waffe bedrängt, gibt Severin seinem Reflex nach und so bekommt sein Chef eine Dosis Relive verpasst, die eigentlich für einen Bernhardiner vorgesehen war. Welch ein Desaster! Wie gut, dass die neugierige Reinigungskraft Jedna starke Nerven bewahrt und Severin unter ihre Fittiche nimmt.

Autor René Anour hat mit seinem neuen Kriminalroman “Der Doktor und der liebe Mord”, ein absolut kuscheliges Cosy-Crime Stück abgeliefert.
Mit seinem sympathischen Protagonisten, dem schüchternen Tierarzt Severin Herr, hat er eine großartige Figur entwickelt. Dessen Mitgefühl und Einfühlungsvermögen für alle Tiere hat oberste Priorität, aber was bösartige Menschen anbelangt, da kann der liebe Severin schon mal übellaunig werden. Allerdings wird hier nicht mit Vorsatz gemordet, sondern mit dem Zufall!
Neben Severin sind auch alle anderen Figuren im Buch ganz wunderbar erdacht und glänzend charakterisiert. Natürlich darf man die Tiere nicht zu vergessen, da sind ganz tolle Persönlichkeiten am Start! Es macht einfach großen Spaß Severin bei seinem Tierarzt-Job über die Schulter zu blicken, da merkt man, der Autor ist vom Fach. Auch sonst ist viel los in der Handlung, es wird einfach nie langweilig. Neben dem Humor bieten sich ganz viele Spannungsmomente und man weiß nie, was als Nächstes passiert.
Ein Highlight, das im Moment ganz wunderbar in die Vorweihnachtszeit passt, leitet das fulminante Ende ein. Sehr gelungen! Zum Glück scheint Fortsetzung in Sicht und Severin darf wohl seine neue Karriere als Problembeseitiger weiterentwickeln;).
Mein Fazit:
Dieser „Tierarzt-Krimi“ bietet glänzende Unterhaltung, man fühlt sich sofort pudelwohl damit. Das Buch möchte man gar nicht mehr aus der Hand legen, oder am liebsten gleich wieder von vorne beginnen;). Gerne mehr davon!

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Veröffentlicht am 24.10.2025

„Fröhlich“-amüsanter Wohlfühlroman

Ungezügelt
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Nachdem Andrea Schnidts Berufskarriere unrühmlich und abrupt endet, muss diese sich erst wieder neu sortieren. Ihr Mann, Orthopäde Paul, beneidet seine Frau insgeheim für ihren unfreiwillig beginnenden ...

Nachdem Andrea Schnidts Berufskarriere unrühmlich und abrupt endet, muss diese sich erst wieder neu sortieren. Ihr Mann, Orthopäde Paul, beneidet seine Frau insgeheim für ihren unfreiwillig beginnenden Ruhestand, denn Alltag und Praxis nerven ihn sichtlich! Doch Andrea hat eigentlich ziemlich viel um die Ohren, denn es gilt, das Rennen um die Enkelkinder gewinnen, sich um den jung gebliebenen 90-jährigen Ex-Schwiegervater Rudi, ihre demente Mutter im Heim und ihr brandheißes noch „geheimes“ Berufsziel einer spicy Old-Romance -Autorin kümmern! Da bleibt Paul des Öfteren außen vor, was ihn so langsam stinksauer werden lässt.

Erfolgsautorin Susanne Fröhlich hat es einfach drauf, auch zum 13-mal in Folge begeistert sie mich in dem Band "Ungezügelt" mit genialen Geschichten aus dem Leben ihrer Alltagsheldin Andrea Schnidt. Bin ja schon seit Jahrzehnten Follower von Protagonisten Andrea, da sie in meinem Alter ist und sich auch immer wieder Parallelen erkennen lassen;). Ob gerade aktuelle, Themen, Trends oder Lebenssituationen, ups man fühlt sich gleich ertappt! Natürlich setzt die Autorin immer noch ein Sahnehäubchen obendrauf oder übertreibt es öfters maßlos, so dass man beim Lesen fast schon vor Lachen unter dem Tisch liegt! Also bestes Amüsement, quer durch alle Lebensphasen, so macht das Lesen einfach Spaß. Die ganze Serie ist ein großartiger Zeitvertreib, hab gerade festgestellt, mir fehlt doch glatt noch die Corona-Version von Frau Schnidt, muss ich unbedingt mal nachholen;).
Mein Fazit:
Habe mich mit dieser Serie schon immer unglaublich gut amüsiert, ist einfach mein Humor und auch diesmal hat es mir ungezügelt gut gefallen! Bestes Amüsement hoch 13:).

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