Pirmasens - damals und heute
Am helllichten Tag
Toni hat den Kleinstadtmief von Pirmasens hinter sich gelassen, lebt als Journalistin - wobei der Erfolg noch ausbaufähig ist - in einer offenen, für sie ausgesprochen unbefriedigenden Beziehung in München. ...
Toni hat den Kleinstadtmief von Pirmasens hinter sich gelassen, lebt als Journalistin - wobei der Erfolg noch ausbaufähig ist - in einer offenen, für sie ausgesprochen unbefriedigenden Beziehung in München. Doch dann stirbt plötzlich ihr Vater und Toni, ein Einzelkind, beginnt seinen Nachlass zu ordnen, das Haus auszuräumen - und entdeckt dabei unbekannte Seiten an ihrem Vater, mit dem sie ein eher kühles Verhältnis verband: tatsächlich war er 1964, als Kind, in einen Vermisstenfall eingebunden, wurde mehrfach von der Polizei verhört, auch noch einmal in den 1970er Jahren.
Dazu erfährt sie so manches Überraschende aus Vergangenheit und Gegenwart und lernt den Polizisten Leo kennen - auch privat. Dass Pirmasens eine Stadt mit vielen Seiten und nicht nur spießig ist, wird ihr erst jetzt bewusst.
Peter Probst ist hier ein Spannungsroman gelungen, der atmosphärisch und aufwühlend ist. Teilweise sind mir die Figuren, aber auch die Stadt Pirmasens dann doch ein bisschen zu eindimensional gezeichnet. Insgesamt ein empfehlenswerter Roman für alle, die gerne in der Vergangenheit "rumwühlen", es aber auch spannend mögen.