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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2020

Ein ganz besonderer Ansatz

Kräuter Yoga
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zur Heilung von Beschwerden wie Zähneknirschen und Schlaflosigkeit und auch von handfesten Krankheiten wie Bluthochdruck und chronischen Magenbeschwerden wird in diesem Buch verfolgt: nämlich die Verwendung ...

zur Heilung von Beschwerden wie Zähneknirschen und Schlaflosigkeit und auch von handfesten Krankheiten wie Bluthochdruck und chronischen Magenbeschwerden wird in diesem Buch verfolgt: nämlich die Verwendung bestimmter Heilkräuter in Verbindung mit Yogaübungen.

Nun bin ich alles andere als gelenkig und daher nicht yogatauglich, aber ich betreibe regelmäßig Qi Gong, das gewisse Parallelen sowohl in den Bewegungsabläufen als auch vor allem in Bezug auf den meditativen und entspannenden Aspekt aufweist. Beim näheren Betrachten des Buches erweisen sich manche der Übungen als durchaus geeignet auch für unsportliche oder alters- und krankheitsbedingt in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkte Personen. Bspw. einige der Übungen gegen Kopfschmerz.

Den Kräuterteil finde ich besonders interessant, habe ich dadurch doch mir bisher völlig unbekannte Kräuter wie Bertram kennenlernen dürfen. Allerdings bleibt hier vieles - wie auch bei dem Yogateil - doch stark an der Oberfläche. Doch auch die Impulse, die man durch dieses Buch gewinnen kann, sind definitiv nicht zu unterschätzen. Allerdings nicht zur alleinigen Heilung von Krankheiten, sondern vielmehr als Ergänzung zu dem, was man beim Arzt und in der Therapie an die Hand bekommt.

Ein Buch also, das nach einem zweiten Teil schreit, das jedoch bereits durch seinen Ansatz viel bewirken kann

Veröffentlicht am 17.01.2020

Cymbeline und seine Mutter

Freischwimmen
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Cymbeline hat nur seine Mutter, denn sein Vater starb an seinem ersten Geburtstag. Das ist alles, was er weiß und wenn er anfängt zu fragen, dann fallen seiner Mutter tausend andere Themen ein, ...

Cymbeline hat nur seine Mutter, denn sein Vater starb an seinem ersten Geburtstag. Das ist alles, was er weiß und wenn er anfängt zu fragen, dann fallen seiner Mutter tausend andere Themen ein, die man ansprechen, hunderte anderer Dinge, die man erledigen sollte.

Und dann geht es ins Schwimmbad - von der Schule aus soll nun, in der vierten Klasse jeden Montag Morgen Schwimmunterricht erfolgen. Aber: Cymbeline war noch nie am, geschweige denn im Wasser. Und wenn es um dieses Thema geht, dann fallen der Mutter noch viel mehr Themen und Dinge ein, an die man sich unverzüglich heranwagen sollte.

Also erzählt Cym - so wird er genannt - ihr gar nicht davon und organisiert sich selbst. Dass das bei einem Viertklässler ganz schön in die Hose gehen kann, das kann man sich denken, das, was aber wirklich passiert, ist so heftig, dass seine Mutter angerufen wird, um ihn abzuholen.

Und danach zusammenklappt. In ihrem Schlafzimmer. Am nächsten Morgen ist sie nicht mehr da, sondern Onkel Bill, der sich nun um Cym kümmert. Im Wechsel mit der ziemlich exzentrischen Tante Mill, bei der Cym bald unterkommt und sich ganz verloren fühlt.

Bis er merkt, dass er Freunde hat. Und zwar auch solche, mit denen er gar nicht rechnet. Wie Veronique, das schönste und klügst Mädchen der ganzen Klasse.

Ab und zu geht es ein bisschen wirr zu, muss ich sagen. So wirr, wie Cyms Leben eben gerade ist. Und manches ist dann doch ein bisschen überzogen.

Insgesamt ist dies jedoch ein wirklich rührender und berührender moderner Familienroman für alle Generationen - weswegen es wirklich lohnend ist, sich pro Familie ein Exemplar zuzulegen. Dann kann es von jedem gelesen werden. Oder am besten von allen zusammen. Denn dann taucht man gleich in einige Themen ein, die in den Familien stimmen sollten. Wie zum Beispiel das Unterlassen überzogener Geheimniskrämerei. Ich kenne das nur zu gut, denn auch bei uns zu Hause gab es einige Tabuthemen, die sich - ich bin um einige Jahrzehnte älter als Cym - direkt oder indirekt auf den Krieg bezogen. Da wurde sehr, sehr vieles ausgespart. Und andere Themen - wie Familienzwist, den es auch bei Cym gab - ebenfalls.

Autor Adam Baron erzählt locker-flockig, aber niemals oberflächlich. Nein, dies ist eine auf ganz besondere Art einfühlsame Geschichte, die tragisch und warmherzig zugleich ist.

Veröffentlicht am 12.01.2020

Eine Art Spannungsroman

Das Geheimnis von Shadowbrook
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Ein Buch mit einer ganz besonderen Protagonistin, aus deren Sicht die Handlung erzählt wird: Clara nämlich, die an der Glasknochenkrankheit leidet und daher ihre Kindheit und Jugend innerhalb ...

Ein Buch mit einer ganz besonderen Protagonistin, aus deren Sicht die Handlung erzählt wird: Clara nämlich, die an der Glasknochenkrankheit leidet und daher ihre Kindheit und Jugend innerhalb des Hauses verbringt, um die Gefahrenquelle für Brüche - die sie von jüngster Kindheit an kennt - so gering wie möglich zu halten. Wir schreiben das Jahr 1914, für die Krankheit liegen keine medizinischen Lösungen bzw. Erleichterungen vor

Clara ist klein und ihre Haare haben die faszinierende Farbe (so wird es dargestellt) von Phosphor. Sie lebt mit ihrer Mutter und deren Mann in London, das sie aus dem genannten Grund jedoch kaum kennt. Die Mutter stirbt früh und plötzlich und danach wird Clara aktiv - sie bewegt und zwar vor allem zum Botanischen Garten von Kew, wo sie alles über orientalische Pflanzen und Gewächshäuser lernt.

Bald erhält sie den Auftrag, ein Gewächshaus einzurichten und zwar in Shadowbrook, einem alten und sehr unheimlichen Haus, in dem sie das erste Mal mit fremden Menschen zusammenlebt. Dem Besitzer des Hauses, einem Mr. Fox, begegnet sie erst Monate später.

Es ist eine für sie und für den Leser sehr irritierende Zeit, denn es scheint in dem Haus zu spuken und der Ort lebt von Klatsch. Ein Phänomen, dem Clara aufgrund ihrer bisherigen abgeschiedenen Lebensform noch nicht begegnet ist, das sie nun jedoch mit voller Wucht trifft.

Es ist für sie - aber nicht nur für sie - fast unmöglich, herauszufinden, was Sein und was Schein ist. Eines erfährt man durch dieses Buch jedoch auf jeden Fall: wozu es durch Rufmord kommen kann und zwar in vielerlei Hinsicht.

Ich hatte zunächst den Eindruck, dies sei ein ausgesprochen atmosphärisches Buch mit einer sehr starken Protagonisten, doch das ist aus meiner Sicht nicht der Fall. So richtig kommt der Zauber des Buches nicht rüber, auch die Protagonistin und einige weitere Figuren bleiben blass und irgendwie unausgegoren, was auch damit zu tun hat, dass mir die Handlung teilweise recht unlogisch erschien und ich ihr nicht immer folgen konnte. Gleichwohl ich streckenweise durchaus gefangen war von der Spannung oder vielmehr von der Aussicht darauf. Dennoch bleibt am Ende der Eindruck, dass die Autorin nicht so richtig geschafft hat, einen dichten und farbigen Roman zuwege zu bringen.

Veröffentlicht am 11.01.2020

Besonderes an 100 deutschen Orten

Eine Reise durch Deutschland in 100 ungewöhnlichen Bildern und Geschichten
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Kann man noch etwas Besonderes im Kölner Dom erleben, betrachten oder kennenlernen? Etwas, das noch nicht völlig ausgelutscht ist?

Ja, man kann, wenn man ein bisschen offen an die Sache herangeht - und ...

Kann man noch etwas Besonderes im Kölner Dom erleben, betrachten oder kennenlernen? Etwas, das noch nicht völlig ausgelutscht ist?

Ja, man kann, wenn man ein bisschen offen an die Sache herangeht - und dieses Buch zur Hand hat. Dann nämlich erfährt man, was es mit dem Richter-Fenster, der neuesten Zutat des Domes auf sich hat und wie sich die damalige Dombaumeisterin auf die Hinterbeine stellen musste, um das Projekt durchzubekommen.

Aber das ist nicht das einzige Detail am Dom, auf das eingegangen wird.

So werden viele Orte vorgestellt: Unbekanntes oder Besonderes im Bekannten wird vorgestellt, dazu immer auch Hotels und Restaurants - das wird allerdings sehr knapp gehalten. Und zudem ist das Vorgestellte jetzt auch nicht immer sooo besonders - in Heidelberg ist es der Philosphenweg (das Einzige, das mir in der Stadt seit Jahrzehnten vertraut ist), Ulm wird wie viele Orte insgesamt nur ganz knapp abgehandelt.

Ein Buch, das man haben muss? Finde ich nicht, aber man kann. Ich habe von jeher solche Überblickswerke zum Durchblättern geliebt, schon als Grundschulkind habe ich mich auf solche Bücher gestürzt. Jede Woche von Neuem. Und jedesmal Neues darin entdeckt. Genau das ist der Reiz, der Zauber dieses Buches. Wenn man so etwas mag.

Veröffentlicht am 11.01.2020

Kann mich gar nicht begeistern

Pro Age Yoga
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Yoga, so schreibt die Autorin sinngemäß, ist aus ihrer Sicht nicht nur eine Bewegungsform, sondern ein Lebensstil, wenn nicht gar eine Weltanschauung. Was sie aus meiner Sicht mit vielen Allgemeinplätzen ...

Yoga, so schreibt die Autorin sinngemäß, ist aus ihrer Sicht nicht nur eine Bewegungsform, sondern ein Lebensstil, wenn nicht gar eine Weltanschauung. Was sie aus meiner Sicht mit vielen Allgemeinplätzen erklärt. Wenn nicht sogar mit Worthülsen. Abgesehen von den wenigen greifbaren Aspekten wie den Übungen und Beispielen sind es für mich zwar nicht unbedingt leere Worthülsen - das wäre arrogant und ignorant - aber doch etwas, was in nicht ein derartiges Buch voller konkreter Anregungen hineinpasst.

Ich hätte mir leichtere Yogaübungen gewünscht - gern auch welche, die zwischendurch mit ein paar Bewegungen im Stehen oder Sitzen realisiert werden können bspw. wenn man irgendwo wartet. Bei den Meditationen hingegen hätte ich mir wesentlich ausführliche Erläuterungen sowohl zum Vorgehen als auch zu den eigenen Erfahrungen gewünscht. Die Bilder und Sprüche haben aus meiner Sicht nicht hineingepasst. Ich möchte das nicht schlecht reden, doch andere Bilder - solche, über denen es sich meditieren lässt zum Beispiel und Sprüche bzw. Aussagen hätten möglicherweise ganz gut gepasst.

Nun, die Menschen, auch die alternden, sind so unterschiedlich wie alles im Leben - andere mögen von diesem Werk begeistert sein!