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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.07.2025

Rungholtschatz

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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Im gemütlichen Strickladen „Strickschick“ in Lüttjekoog, einem kleinen Ort an der Nordsee-küste, treffen sich einmal pro Woche vier sehr unterschiedliche Menschen, um gemeinsam zu stricken, zu plaudern ...

Im gemütlichen Strickladen „Strickschick“ in Lüttjekoog, einem kleinen Ort an der Nordsee-küste, treffen sich einmal pro Woche vier sehr unterschiedliche Menschen, um gemeinsam zu stricken, zu plaudern und den Alltag hinter sich zu lassen. Die bunte Runde ist für alle mehr als nur ein Hobby – sie ist ein Stück Heimat geworden, ein sicherer Hafen bei persönlichen Sorgen. Ihr Motto: Gemeinsam strickt man weniger allein! Doch dann wird das ruhige Küstenleben jäh gestört: Pfarrerin Anne wird in ihrer eigenen Kirche überfallen. Kurz darauf geschieht ein Mord – und der Frieden des Ortes ist endgültig dahin.
Für die vier Freunde aus dem Strickladen steht fest: Sie müssen handeln! Besonders Ladeninhaberin Mette ist sofort Feuer und Flamme für Ermittlungen – auch wenn sie dabei gelegentlich die Grenzen des Legalen überschreitet. Zwischen Stricknadeln, Wattwanderungen und Teepausen kommt eine Spur nach der anderen ans Tageslicht. Ein geheimnisvoller Schatz im Watt, alte Geschichten aus der Region und neue Rätsel lassen sie nicht mehr los. Doch können sie den Täter rechtzeitig entlarven und den Schatz retten, bevor noch mehr passiert?



Ein liebevoll geschriebener Wohlfühlkrimi mit norddeutschem Flair und einer Extraportion Wolle. Die Figuren sind charmant, die Kulisse gemütlich – aber für meinen Geschmack war das Strickthema etwas zu dominant. Obwohl ich als Häkel-Fan das Thema grundsätzlich nachvollziehen kann, zog sich das viele Gestricke etwas zu sehr in den Vordergrund. Die Krimihandlung selbst kam erst spät richtig in Fahrt, und die eigentliche Ermittlungsarbeit hätte gern mehr Raum bekommen dürfen. Trotzdem ein netter, leichter Krimi für zwischendurch – vor allem für Leserinnen, die Handarbeiten und Küstenromantik lieben.

Veröffentlicht am 12.07.2025

Das getauschte Leben

Neuanfang in Notting Hill
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Jess’ Leben liegt in Scherben: Ihr Freund hat sie verlassen, ihr Konto bis auf den letzten Cent geplündert – und so lebt sie schon viel zu lange im Gästezimmer ihrer besten Freundin. Orientierungslos und ...

Jess’ Leben liegt in Scherben: Ihr Freund hat sie verlassen, ihr Konto bis auf den letzten Cent geplündert – und so lebt sie schon viel zu lange im Gästezimmer ihrer besten Freundin. Orientierungslos und ohne Plan stolpert sie eines Tages über eine ungewöhnliche Zeitungsanzeige: Die 80-jährige Joan, alleinstehend und wohnhaft in einem wunderschönen Haus im Herzen von Notting Hill, sucht eine Untermieterin – nicht aus finanzieller Not, sondern weil sie sich einsam fühlt. Spontan beschließt Jess, die Gelegenheit zu ergreifen und bei Joan einzuziehen. Zwei Frauen, zwei Generationen, zwei Welten treffen aufeinander – doch bald wird klar, dass sie sich gegenseitig mehr geben können, als sie je erwartet hätten.
Jess erkennt in Joan eine Frau, die sich von der modernen Welt abgekoppelt hat – und schlägt einen ungewöhnlichen Rollentausch vor: Wenn Joan sich traut, online zu gehen und die digitale Welt kennenzulernen, wird Jess dafür mehr offline leben und sich auf das wahre Leben konzentrieren. Während sich die beiden langsam annähern, erfährt Jess, dass Joan einst ihre große Liebe verloren hat – und diesen Mann nie vergessen konnte. Was als bloßer Neuanfang gedacht war, wird für Jess zu einer Reise in die Vergangenheit – und zu der Chance, selbst neu anzufangen.



Eine wundervolle, feinfühlige Geschichte mit liebenswerten Charakteren. Ich mochte fast alle Figuren auf Anhieb – sie sind glaubwürdig, charmant und berühren das Herz. Besonders gelungen fand ich die Idee des Rollentauschs, die für viele schöne und nachdenkliche Momente sorgt. Die Gefühle sind intensiv und nachvollziehbar beschrieben, man fiebert mit. Einzig die Vielzahl an Figuren mit dem Buchstaben „J“ hat mir zu Beginn das Auseinanderhalten etwas erschwert. Und ehrlich gesagt: Drei Monate hätte ich den Rollentausch wohl nicht durchgehalten – aber lesen würde ich es jederzeit wieder.

Veröffentlicht am 12.07.2025

Tor für Sonntal

Herr Heiland und das Spiel auf Leben und Tod
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Sonntal steht Kopf – der traditionsreiche Hilarius-Pokal ist in vollem Gange! Auf dem etwas holprigen Bolzplatz am Sonntaler See treffen sich die Altherrenmannschaften der umliegenden Dörfer zu einem mehrtägigen ...

Sonntal steht Kopf – der traditionsreiche Hilarius-Pokal ist in vollem Gange! Auf dem etwas holprigen Bolzplatz am Sonntaler See treffen sich die Altherrenmannschaften der umliegenden Dörfer zu einem mehrtägigen Fußballturnier, das in der Region längst Kultstatus erreicht hat. Die Teams, die sich seit Jahren spinnefeind sind, würden sich am liebsten schon vor dem ersten Pfiff gegenseitig vom Platz drängen. Doch der sportliche Ehrgeiz wird jäh unterbrochen, als der allseits bekannte Kreisschiedsrichter Aloisius "Loisl" Tryller tot in der Umkleidekabine aufgefunden wird – ausgerechnet nach dem ersten Spieltag. Ein Verbrechen, das das ganze Turnier ins Wanken bringt.
Während die Beteiligten rätseln, wie es weitergehen soll, ist für einen klar: Das kann kein Zufall gewesen sein. Pastor Heiland, seines Zeichens geistlicher Beistand und passionierter Hobbydetektiv, schlüpft erneut in seine heimliche Lieblingsrolle und beginnt zu ermitteln. Doch schon bald merkt er, dass dieser Fall mehr Tücken birgt, als zunächst gedacht. Denn im dörflichen Geflecht aus Eitelkeiten, alten Feindschaften und Geheimnissen ist kaum jemand wirklich unschuldig – und der Ball läuft diesmal ganz und gar nicht rund ...


Ein wunderbar gemütlicher Krimi – perfekt für einen entspannten Nachmittag. Auch wenn man kein Fußballfan ist, kommt man hier auf seine Kosten. Der Autor schafft es erneut, auf wenigen Seiten einen charmanten, spannenden und leicht augenzwinkernden Cosy Crime zu erzählen, der einen bis zur letzten Seite bei Laune hält. Ich hatte relativ früh den richtigen Verdacht zur Mordwaffe, doch der eigentliche Täter kam mir zunächst nicht in den Sinn – was für eine schöne Überraschung! Wer eine liebevoll geschriebene Dorfkrimikomödie sucht, wird hier fündig.

Veröffentlicht am 12.07.2025

Who is Mary?

That's Not My Name
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Was tust du, wenn du nach einem Autounfall ohne jede Erinnerung am Straßenrand aufwachst? Wenn du nicht weißt, wer du bist, wo du hingehörst – und plötzlich ein Mann auftaucht, der behauptet, dein Vater ...

Was tust du, wenn du nach einem Autounfall ohne jede Erinnerung am Straßenrand aufwachst? Wenn du nicht weißt, wer du bist, wo du hingehörst – und plötzlich ein Mann auftaucht, der behauptet, dein Vater zu sein? Er zeigt dir Fotos, kennt deinen Namen, hat deine Ausweise. Alles scheint zu stimmen. Dein Name ist Mary – zumindest sagt er das.

Zur gleichen Zeit steht Drew kurz vor dem Zusammenbruch. Seit Wochen ist seine Freundin Lola spurlos verschwunden. Die Polizei und viele Bewohner der Stadt haben ihn längst als Täter abgestempelt. Für sie ist klar: Drew muss Lola etwas angetan haben. Doch er gibt die Hoffnung nicht auf. Er sucht weiter, gräbt tiefer, folgt jeder noch so kleinen Spur. Denn er glaubt fest daran, dass sie noch lebt – und dass er seine Unschuld beweisen kann.



Ein durch und durch fesselndes Buch, das mit Spannung, Wendungen und emotionaler Tiefe überzeugt. Die Geschichte wird abwechselnd aus zwei Perspektiven erzählt: aus Marys Sicht, die nach ihrem Gedächtnisverlust versucht, sich selbst und ihre Vergangenheit zu verstehen – und aus Drews Sicht, der nicht nur Lola finden, sondern auch beweisen will, dass er nichts mit ihrem Verschwinden zu tun hat. Diese zwei Erzählstränge sind geschickt miteinander verwoben und sorgen dafür, dass man als Leser ständig miträtselt. Immer wieder erhält man neue Hinweise, zieht eigene Schlüsse – und zweifelt dabei doch immer wieder an allem. Bis zum Ende bleibt unklar, wem man trauen kann. Und am Schluss ist jeder einzelne Zweifel gerechtfertigt. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn jedes weitere Detail würde euch den Lesespaß nehmen. Nur so viel: Wer spannende Geschichten mit Tiefgang liebt, wird dieses Buch verschlingen!

Veröffentlicht am 12.07.2025

We are Family

Alice in La La Land
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Alice träumt davon, Musikerin zu werden – doch ihre Mutter hat andere Pläne und will sie lieber an einem Elite-College sehen. Unterstützung? Fehlanzeige. Als Alice erfährt, dass ihr leiblicher Vater ein ...

Alice träumt davon, Musikerin zu werden – doch ihre Mutter hat andere Pläne und will sie lieber an einem Elite-College sehen. Unterstützung? Fehlanzeige. Als Alice erfährt, dass ihr leiblicher Vater ein berühmter Schauspieler ist und ihr Bruder niemand Geringeres als Brian Oliver, setzt sie alles daran, die beiden kennenzulernen. Kurzentschlossen schleicht sie sich auf die Filmpremiere ihres Vaters – und wird dort prompt von Teeniestar Dylan Reese ertappt. Doch anstatt sie zu verraten, schlägt Dylan ihr einen Deal vor: Er hilft ihr, ihren Vater zu treffen, wenn sie ihm im Gegenzug dabei hilft, seine Ex-Freundin eifersüchtig zu machen. Alice willigt ein – und findet sich plötzlich mitten in einer Welt aus Musik, Glamour, Hollywood-Drama und Gefühlen wieder, mit denen sie nie gerechnet hätte ...


Das Buch ist spannend und sehr gut geschrieben. Die Handlung ist flüssig und die Charaktere wirken lebendig und greifbar. Besonders gut ist, dass man sich zu jeder Figur eine eigene Meinung bilden kann. Wer bereits andere Bücher aus dem "Kellywood"-Universum kennt, hat einen kleinen Vorteil: Einige Figuren und deren Verhalten sind dann leichter einzuordnen. Manche Entscheidungen von Alice fand ich allerdings schwer nachvollziehbar – etwa, dass sie nicht mit ihrem Bruder spricht, obwohl sie einen klaren Verdacht hat. Das wirkte stellenweise unlogisch und sorgte bei mir für Frustration. Besonders sympathisch fand ich den Milliardär, dessen Rolle mich neugierig gemacht hat. Ihn würde ich gerne in zukünftigen Bänden noch näher kennenlernen. Alles in allem eine unterhaltsame Geschichte mit viel Gefühl und einem Hauch Glamour.