Wie eine Decke aus Waffelteig und Internetliebe
Today I’ll Talk to Him (1)Dieses Buch war für mich wie ein warmes Getränk an einem verregneten Tag: leicht, süß, cozy – und genau das Richtige für zwischendurch. Ich habe ehrlich kaum gemerkt, wie schnell ich durch die Seiten geflogen ...
Dieses Buch war für mich wie ein warmes Getränk an einem verregneten Tag: leicht, süß, cozy – und genau das Richtige für zwischendurch. Ich habe ehrlich kaum gemerkt, wie schnell ich durch die Seiten geflogen bin. Es liest sich super angenehm, macht Spaß und hat diese Art von Leichtigkeit, bei der man einfach kurz dem Alltag entfliehen kann.
Die Idee mit dem anonymen Twitch-Stream, den Layla nutzt, um ihre kleine Sims-Lovestory mit Asher zu erzählen, fand ich total charmant und mal was anderes. Besonders schön fand ich, wie ihre Online-Community eingebunden wurde – das wirkte richtig nahbar und hat total den Zeitgeist getroffen. Ich mochte auch, wie das Buch Themen wie Selbstzweifel, Mut und Online-Identität auf eine lockere, aber ehrliche Weise aufgegriffen hat.
Was mich wirklich positiv überrascht hat, war Henry – der "Störfaktor", der sich natürlich ganz schnell als viel mehr entpuppt. Seine Dynamik mit Layla war super unterhaltsam, teilweise zum Schmunzeln, teilweise zum Dahinschmelzen. Dieses klassische „Enemies-to-slowly-something-maybe?“ wurde süß umgesetzt, ohne kitschig zu wirken.
Ein kleiner Kritikpunkt: Layla wirkte an manchen Stellen schon sehr kindlich – nicht im Sinne von naiv, sondern eher wie jemand, der mit 14 oder 15 geschrieben wurde, nicht mit 18. Gerade bei ernsteren Momenten hätte ich mir etwas mehr Tiefe oder Reife gewünscht. Aber das hat dem Lesegefühl an sich kaum geschadet – es hat einfach zu diesem cozy Stil gepasst, bei dem nicht alles schwer sein muss.