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VerenaStahl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2026

Sehr lehrreich für die eigene Körperakzeptanz

Unshame
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Das Buch behandelt ein gesellschaftlich super wichtiges Thema: nämlich Schönheitsideale. Diese werden von allen möglichen Seiten beleuchtet. Dabei geht es unter anderem über das Altern, Rassismus, Schwangerschaft ...

Das Buch behandelt ein gesellschaftlich super wichtiges Thema: nämlich Schönheitsideale. Diese werden von allen möglichen Seiten beleuchtet. Dabei geht es unter anderem über das Altern, Rassismus, Schwangerschaft und vieles mehr. Immer wieder stehen dabei die sozialen Medien im Mittelpunkt, die natürlich maßgeblich zu einem gewissen Körperbild beitragen.

Die Autorin schreibt viel von ihren eigenen Erfahrungen, wie sie seit ihrer Kindheit von außen bezüglich ihres Körpers beeinflusst wurde, aber auch wie sie selbst als Fitnessinfluencerin aktiv zur Erhaltung gewisser Schönheitsstandards beigetragen hat. Dabei wird sie sehr persönlich, nahbar und verletzlich.

Am Ende jedes Kapitels regt sie mit Fragen zum Selbstreflektieren und Handlungsempfehlungen zur Überwindung von internalisierten Gedanken an. Sie ruft außerdem zu Solidarität und Akzeptanz gerade unter Frauen auf.

Am spannendsten fand ich die Frage, wer davon profitiert, Frauen durch Selbstzweifel beschäftigt zu halten und wie wir lernen, unseren Körper, so wie er ist, akzeptieren zu können.

Teilweise hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, da mich die angerissenen Themen wirklich sehr interessiert haben. Dafür gibt es aber immer wieder Literatur- und Profilempfehlungen, die ich mir auf jeden Fall näher ansehen werde.

Insgesamt fand ich es einen guten Mix aus sachlichen Fakten und persönlichen Erzählungen. Dieses Buch wäre eigentlich für jeden wichtig, um Bewertungen ab- und Akzeptanz gegenüber sich selbst und anderen aufzubauen.

Veröffentlicht am 19.07.2026

Spannender Young-Adult-Thriller

Thornbird
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Der Zeitpunkt des Einstiegs in die Geschichte ist gut gewählt, da wir die 17-jährige Ryan direkt in ihr neues Leben begleiten. Ihre einzigen lebenden Verwandten sind ihre Tante und ihr Onkel, weswegen ...

Der Zeitpunkt des Einstiegs in die Geschichte ist gut gewählt, da wir die 17-jährige Ryan direkt in ihr neues Leben begleiten. Ihre einzigen lebenden Verwandten sind ihre Tante und ihr Onkel, weswegen sie bei ihnen ihr letztes Highschool-Jahr verbringen soll. Niemand außer den beiden weiß, dass sie die Tochter eines in der Stadt jedem bekannten Serienmörders ist.

Ich habe ein bisschen gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, denn am Anfang begleitet man Ryan hauptsächlich beim Ankommen und Einleben in Starling. Bis es so richtig spannend wird, dauert es etwas.

Dann fiebert man aber mit, ob ihre wahre Identität aufgedeckt wird und wenn ja, wie die anderen reagieren. Zweiter Spannungsfaktor sind die Leichen der Opfer ihres Vaters, die nie aufgetaucht sind und jetzt aufgrund einer Belohnung von vielen gesucht werden. Man weiß außerdem nicht genau, was mit ihnen passiert ist.

Die Geschichte spielt in einem Kleinstadtsetting, was mir gut gefallen hat. Bezüglich der Highschool gibt es jedoch einige Klischeefiguren wie den heißen Sportler, die Außenseiter, etc.

Zwischendurch werden immer mal wieder Briefe von Ryans Vater, Einträge aus einem True-Crime-Forum und Textnachrichten abgedruckt.

Das Ende hat mir ganz gut gefallen. Immer wenn man glaubt, endlich alles zu wissen, kommt eine neue Überraschung um die Ecke.

Ich finde nicht, dass das Buch aufgrund des Alters der Protagonistin nur etwas für Jüngere ist. Ryan ist aufgrund ihrer Vergangenheit kein typischer Teenager und wirkt recht reif. Wer Familiengeheimnisse und Spannung mag, ist hier auf jeden Fall gut bedient.

Veröffentlicht am 11.06.2026

Tolles Buch für Fermentier-Anfänger

Fermentieren – Twist your Taste!
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Das Buch ist wirklich super für alle geeignet, die mit dem Fermentieren beginnen wollen und bisher noch nichts darüber wissen. Ich als blutige Anfängerin habe mich von Anfang an abgeholt gefühlt, weil ...

Das Buch ist wirklich super für alle geeignet, die mit dem Fermentieren beginnen wollen und bisher noch nichts darüber wissen. Ich als blutige Anfängerin habe mich von Anfang an abgeholt gefühlt, weil man hierfür wirklich keinerlei Vorkenntnisse braucht.

Das Buch ist grob unterteilt in Grundlagen, Basisfermente und Rezepte, in denen die Basisfermente zu ganzen Gerichten weiterverarbeitet werden. Die meisten Basisfermente sind vegan, von den anderen Rezepten ist ca. die Hälfte vegan bzw. veganisierbar und ansonsten bis auf zwei Fischrezepte vegetarisch.

Die Grundlagen sind sehr umfangreich und behandeln alles, was man wissen muss: vom Equipment, das man benötigt, bis hin zu den Vorteilen für unseren Körper und chemischen Vorgängen bei der Fermentation. Es werden jegliche Fragen beantwortet, die sich stellen könnten.

Besonders interessant fand ich die fermentierten Getränke und den Foto-Guide über die Anzeichen gelungener und misslungener Fermentation. So kann man sicher sein, ob man alles richtig gemacht hat. Auch das Sauerteig 1 x 1 war für mich sehr hilfreich.

Generell sind die Seiten sehr ansprechend gestaltet: übersichtlich, viele Fotos, gut unterteilt, Tabellen, wo sie Sinn ergeben.

Einziges Manko: Das Buch wird durch sein weißes Cover und das Material schnell schmutzig, was bei Verwendung in der Küche nicht ganz so optimal ist.

Veröffentlicht am 05.06.2026

Gute Dystopie, aber nicht feministisch

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Meine Erwartungen an dieses Buch waren hoch, da es laut Werbung so feministisch wie Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ sein sollte. Es ist eine gute Dystopie, aber der Vergleich hinkt meiner Meinung ...

Meine Erwartungen an dieses Buch waren hoch, da es laut Werbung so feministisch wie Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ sein sollte. Es ist eine gute Dystopie, aber der Vergleich hinkt meiner Meinung nach.

Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive einer Person geschrieben, über die wir nicht viel wissen, denn sie weiß selbst nicht viel von sich. Als Kleinkind kam sie mit 39 anderen Frauen in ein unterirdisches Gefängnis und kann sich deshalb als Einzige weder an ihren Namen noch ihre Vergangenheit oder an ein Leben in Freiheit erinnern. Umso irritierender ist es für sie, als sie diese zusammen mit den anderen unter seltsamen Umständen wiedererlangt. Ich fand die Entwicklung und Handlungen der Protagonistin zwar nicht immer logisch, aber ein interessantes Gedankenexperiment.

Feminismus konnte ich nicht wirklich entdecken, eher das Gegenteil. Die Frauen leben zwar ohne Männer, aber das ist ja keine bewusste und freiwillige Entscheidung. Sie wirkten, als würden sie Männer vermissen und als wäre ihr Leben ohne diese sinnlos. Die namenlose Protagonistin ist aktiver in ihrem Verhalten, wohingegen die anderen Frauen eher passiv sind. Das könnte man natürlich als Auswirkung vom Aufwachsen und Leben im Patriarchat interpretieren, aber so richtig überzeugt mich das nicht.

Ansonsten ist das Buch sehr zeitlos, man merkt beim Lesen nicht, dass die Autorin es schon 1995 geschrieben hat. Vieles wird der Interpretation des Lesers überlassen und nicht aufgeklärt. Mit seinen philosophischen Ansätzen regt es auf jeden Fall zum Nachdenken und zum Austausch darüber an. Das ist meiner Meinung nach das Spannendste an dem Buch: nicht die Geschichte an sich, sondern das, was mit einem während und nach dem Lesen passiert.

Ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen, solange man keine feministische Geschichte erwartet.

Veröffentlicht am 03.06.2026

Bewegendes Buch mit Schwächen

Bis ans Meer
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Ich möchte gar nicht so stark den Inhalt des Buches bewerten, da dieser auf der Familiengeschichte der Autorin beruht. Leider wird bis auf eine Szene nicht genau klar, was real und was fiktiv war bzw. ...

Ich möchte gar nicht so stark den Inhalt des Buches bewerten, da dieser auf der Familiengeschichte der Autorin beruht. Leider wird bis auf eine Szene nicht genau klar, was real und was fiktiv war bzw. welche Quellen wie z.B. Briefe, Tagebücher, persönliche Erzählungen für die Geschichte genutzt wurden. Da hätte ich mir noch etwas mehr Hintergrund gewünscht.

Das Buch wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, aber nicht immer in chronologischer Reihenfolge. Das hat es mir manchmal etwas schwer gemacht, den Überblick zu behalten. Gerade am Ende gibt es einen sehr großen Zeitsprung, der mir das Gefühl gab, viel verpasst zu haben.

Die Vergangenheitsebene hat mir ganz gut gefallen. Vor allem Frieda ist eine starke Frau, die alles für ihre Kinder gibt. Die Autorin schafft es wirklich gut, ein realistisches Bild vom Leben nach dem zweiten Weltkrieg zu zeichnen. Dabei ist sie einfühlsam, beschönigt aber nichts. Es wird schonungslos dargestellt, wie durch und nach dem Krieg Familien auseinandergerissen wurden und unter welchen Entbehrungen die Menschen litten. An der ein oder anderen Stelle sind bei mir Tränen geflossen. Besonders die Schilderungen der Flucht aus Schlesien haben mich berührt. Im Fokus steht aber auch die Liebesgeschichte zwischen Frieda und ihrem Mann Karl. Durch Rückblicke erfahren wir, wie sie sich kennengelernt haben und wie sich ihre Beziehung entwickelt hat.

Die Perspektive der Gegenwart war meiner Meinung nach dagegen deutlich schwächer. Wir erfahren nicht einmal den Namen der Gegenwarts-Protagonisten und eigentlich dient sie nur dazu, dass Thema transgenerationale Traumata anzusprechen. An sich ist das ja eine wichtige Thematik, aber wirklich tiefergehend wird sie nicht behandelt.

Insgesamt kein schlechtes Buch, ein paar kleine Schwächen gibt es aber.