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VerenaStahl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2026

Etwas enttäuschendes Ende

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Das war mein erstes Buch der Autorin und auch wenn es das Dritte einer Reihe ist, lies es sich ohne Vorkenntnisse gut nachvollziehen.

Mir hat die abwechselnde Erzählperspektive in zwei unterschiedlichen ...

Das war mein erstes Buch der Autorin und auch wenn es das Dritte einer Reihe ist, lies es sich ohne Vorkenntnisse gut nachvollziehen.

Mir hat die abwechselnde Erzählperspektive in zwei unterschiedlichen Zeitebenen gut gefallen. Wir befinden uns einmal im Jahr 2023, arbeiten uns aber zudem aus dem Jahr 1945 weiter in die Zukunft vor. Auch die Thematik rund um das Thema Malen mochte ich.

Bei den Figuren bin ich etwas zwiegespalten. Die Figur von Hannahs Mitbewohner Justus war mir viel zu überzeichnet dargestellt. Ich hatte generell nicht das Gefühl, dass die Autorin insbesondere jüngere Personen in der heutigen Zeit authentisch beschreibt, sondern sich eher von Klischees hat leiten lassen.

Marlen hingegen fand ich sehr interessant. Ich konnte richtig gut ihre innere Zerrissenheit nachempfinden, das eigene Leben leben zu wollen, sich aber auch für andere verantwortlich zu fühlen.

Der historische Hintergrund wurde eher nur am Rande geschildert und hätte ruhig ausführlicher sein können.

Die Auflösung hat mich enttäuscht, ich hatte mehr Raffinesse und einen Aha-Moment erwartet, weil man die ganze Zeit daraufhin fiebert, wie alles zusammenhängt. Außerdem sind noch einige Fragen bei mir offengeblieben.

Insgesamt für mich eher ein durchschnittliches Buch.

Veröffentlicht am 16.04.2026

Emotionale Achterbahnfahrt

Ein Ort, der bleibt
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Das Buch wird hauptsächlich aus der Sicht von Imke im Heute und Mehpare und Magda ab den 1930er Jahren erzählt. Imke ist die Einzige, die aus der Ich-Perspektive berichtet, sodass man sich ihr etwas näher ...

Das Buch wird hauptsächlich aus der Sicht von Imke im Heute und Mehpare und Magda ab den 1930er Jahren erzählt. Imke ist die Einzige, die aus der Ich-Perspektive berichtet, sodass man sich ihr etwas näher fühlt und ein bisschen Abstand zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschaffen wird.

Es ist eine gute Mischung aus Realität und Fiktion. Fast alle Personen der Vergangenheitsebene haben real existiert und waren interessante Persönlichkeiten, über die man hinten im Buch noch eine Kurzbiographie erhält. Die Istanbul-Karte vorne hat auf jeden Fall geholfen, den Überblick zu behalten und Wege nachzuvollziehen.

Die Botanik zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte. Die Autorin schafft immer wieder Analogien zwischen Pflanzen und Menschen, z. B. was das Wachsen und Verwurzeln angeht. Das ist auch die Kernthematik des Buches: Neuanfänge in der Fremde, sich verwurzeln und seine Identität finden. Auch wenn man wie ich nicht viel Ahnung von Pflanzen hat, ist die Begeisterung der Protagonisten dafür ansteckend.

Man konnte generell sehr gut mit ihnen mitfühlen. Es war ein Auf und Ab aus Verzweiflung und Hoffnung, aus Erfolgen und Rückschlägen. Sowohl persönliche als auch gesamtgesellschaftliche Probleme haben ihren Platz gefunden. Ich fand es sehr interessant, am Rande etwas über die Ausrufung der Republik in der Türkei und die damit einhergehenden Veränderungen der Gesellschaft zu erfahren. Auch die kulturellen und sprachlichen Unterschiede waren spannend zu entdecken.

An manchen Stellen war mir der Schreibstil ein bisschen zu blumig. Auch das Ende ging mir irgendwie etwas zu schnell, hätte aber wohl sonst den Rahmen gesprengt.

Das Buch ist eher ruhig und unaufgeregt, trotzdem hat die Autorin es geschafft, mich zu fesseln und ich kann es nur jedem empfehlen, der sich für botanische Gärten und Pflanzen, aber auch historische Ereignisse interessiert.

Veröffentlicht am 14.04.2026

Mehr Krimi als Thriller

Beth is dead
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Die Protagonisten sind bezüglich Namen und Charaktereigenschaften zum Teil denen aus dem Buch „Little Women“ von Louisa May Alcott nachempfunden. Ich würde aber eher nicht empfehlen, Letzteres extra davor ...

Die Protagonisten sind bezüglich Namen und Charaktereigenschaften zum Teil denen aus dem Buch „Little Women“ von Louisa May Alcott nachempfunden. Ich würde aber eher nicht empfehlen, Letzteres extra davor zu lesen, da „Beth is dead“ unvoreingenommen, glaube ich, mehr Spaß macht.

Teilweise wurde es mir ein bisschen zu unübersichtlich, denn es gibt sieben verschiedene Perspektiven: vier von den Schwestern in der Vergangenheit und 3 von den noch lebenden Schwestern in der Gegenwart. Da die Kapitel recht kurz sind, wechselt es sich ständig ab und man muss wirklich aufmerksam sein, wer gerade erzählt.

Die Spannung war eher subtil und nicht wirklich durchgängig. Es gab zwar viele Verdächtige, trotzdem war das Ende für mich dann keine große Überraschung.

Im Vordergrund steht vielmehr die Familiendynamik zwischen den Schwestern, die sich nicht immer harmonisch gegenübertreten. Jede von ihnen hat Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen. So puzzelt man sich als Leser schrittweise die ganze Geschichte zusammen.

Ich mochte, dass alle vier Schwestern so unterschiedlich waren und es dadurch einige Abwechslung gab. Auch das Buch, das der Vater über sie geschrieben hat, war ein interessanter Aufhänger, denn auch in diesem stirbt am Ende Beth. Der Schreibstil hat sich außerdem sehr gut lesen lassen.

Insgesamt würde ich dem Buch 3,5 Sterne geben und es eher als ruhigeren, nicht sehr blutigen Krimi beschreiben.

Veröffentlicht am 07.04.2026

Ein klasse Buch mit Mehrwert auf mehreren Ebenen

Tom Tauber – Ratte der Lüfte
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Das Buch ist wirklich sehr gut gelungen und begeistert unsere ganze Familie. Es ist recht groß, das Cover ist matt und leicht angeraut und die Seiten hochwertig. Der Hintergrund ist immer recht simpel ...

Das Buch ist wirklich sehr gut gelungen und begeistert unsere ganze Familie. Es ist recht groß, das Cover ist matt und leicht angeraut und die Seiten hochwertig. Der Hintergrund ist immer recht simpel gehalten, dafür stehen die niedlichen Tierchen im Vordergrund.

Es geht um Identität, Familie und Zugehörigkeit und vermittelt schon den Kleinsten, dass Liebe nichts mit biologischer Abstammung zu tun hat, sondern man diese von den unterschiedlichsten Konstellationen erfahren kann. Außerdem zeigt es, dass Mut sich auszahlen kann und den Horizont erweitert.

Nach der eigentlichen Geschichte gibt es noch eine Doppelseite mit dem „Tauben Tagesspiegel“, auf der die Situation von Stadttauben kindgerecht erklärt wird, z. B. warum es so viele gibt und warum die meisten Menschen unberechtigte Abneigungen gegen sie haben.

Generell finde ich das Konzept des Verlages mit ihren nachhaltig produzierten Büchern und den Erlösen, die zum Teil an tiergestützte soziale Angebote gespendet werden, toll. So werden auch mit Tom Tauber unter anderem Taubenschutz-Projekte unterstützt.

Alles in allem ein klasse Buch, das Kindern zwei unterschätze Tierarten näherbringt und vielleicht auch bei Erwachsenen mit einigen Vorurteilen über Ratten und Tauben aufräumen kann.

Veröffentlicht am 01.04.2026

Weder Thriller noch richtige Liebesgeschichte

Woman Down
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Ich bin bei Colleen Hoover immer hin und her gerissen. Auf der einen Seite mag ich ihren Schreibstil ganz gerne, er lässt sich wirklich schnell lesen und entwickelt irgendwie eine Sogwirkung. Die Grundideen ...

Ich bin bei Colleen Hoover immer hin und her gerissen. Auf der einen Seite mag ich ihren Schreibstil ganz gerne, er lässt sich wirklich schnell lesen und entwickelt irgendwie eine Sogwirkung. Die Grundideen ihrer Bücher klingen erstmal gut, aber der Inhalt überzeugt mich meistens nicht. Trotzdem wollte ich ihrem neuen Buch eine Chance geben.

Aber auch hier wieder das Übliche: die Protagonisten sind wandelnde Red-Flags, ihre Handlungen problematisch und wenig reflektiert und meiner Meinung nicht mehr nur „morally grey“ wie beworben.

Den Anfang mit Petra auf dem Weg zu ihrem Ferienhaus am See, um dort zu in Ruhe zu schreiben, fand ich noch ganz interessant. Man erfährt, warum sie einem Shitstorm ausgesetzt war und eine Schreibblockade hat. Als dann Nathaniel auftaucht, ist die Geschichte allerdings immer abstruser geworden.

Petra ist generell nicht wirklich sympathisch, sie versinkt oft in Selbstmitleid und ist leider wenig reflektiert. Ihre Gedanken und Gefühle sind repetitiv, was die Geschichte ein bisschen in die Länge zieht.

Das Thriller-Element kam mir etwas zu kurz, wirklich Spannung wurde nicht aufgebaut. Bis auf wenige (eher vorhersehbare) Plott-Twists hielt sich das Ganze in Grenzen. Romantik gab es nicht wirklich, dafür einiges an Spice.

Wem andere Colleen Hoover-Bücher gefallen, könnte hier nicht enttäuscht werden. Allen anderen würde ich eher von dem Buch abraten.