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Veröffentlicht am 19.01.2025

Liebeserklärung an Baile Átha Cliath

Lesereise Dublin
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Dublin hat viele verschiedene Seiten und nicht alle zeigen eine Postkartenansicht. Nicole Quint nimmt uns auf ihrer Lesereise mit zu bekannten und weniger bekannten Ecken der irischen Hauptstadt. Man merkt ...

Dublin hat viele verschiedene Seiten und nicht alle zeigen eine Postkartenansicht. Nicole Quint nimmt uns auf ihrer Lesereise mit zu bekannten und weniger bekannten Ecken der irischen Hauptstadt. Man merkt der Reisejournalistin an, dass sie eine intime Kennerin dieser Stadt ist, in der sie eine Weile wohnte und die sie seit über zwanzig Jahren immer wieder bereist. Sie teilt ihre persönlichen Gedanken mit uns, und das in einer zauberhaften Sprache. Egal ob es um Kuriositäten wie eine eingewachsene Parkbank oder den Taxi-Jesus geht, um die dunklen Seiten der Stadt, die Obdachlosigkeit, den einseitigen Umgang mit dem kulturellen Erbe durch das Tourist Office, oder um Wahrzeichen wie Molly Malone. Da es sich um eine Lesereise handelt, muss man sich ganz auf das geschriebene Wort einlassen, denn in dieser Reihe aus dem Picus-Verlag gibt es keine Bebilderung. Dem Lesevergnügen tut das jedoch keinen Abbruch. Vielmehr wird dadurch die Neugier geweckt, das alles mit eigenen Augen sehen zu wollen. Bei meiner nächsten Dublin-Reise wird dieses Büchlein sicherlich mit im Gepäck sein. Schon beim Lesen wollte ich am liebsten die Schuhe anziehen und entlang der Liffey laufen oder zur Bloomsday-Tour aufbrechen, Seafood Chowder genießen und Folk Music hören.

Die Lesereise besteht aus fünfzehn kleinen Kapiteln und einem begeisternden Vorwort. Die Übergänge von einem Kapitel zum nächsten sind dabei fließend, so dass ein Lesesog entsteht. Dennoch habe ich dieses Büchlein Stück für Stück genossen. Immer nur ein oder zwei Kapitel - kleine Lesepralinen, die mir den Alltag versüßt haben. Die LESEREISE DUBLIN ist wie eine verführerische Konfektschale, und ich war wehmütig, als ich das letzte Kapitel ausgelesen hatte. Für mich war es die erste Lesereise und ich muss sagen: das Format hat mich überzeugt. Und nach dem Namen Nicole Quint werde ich Ausschau halte, wenn ich demnächst nach Reiseliteratur suche.

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Veröffentlicht am 05.01.2025

Papierverschwendung: Abstruse Verwechselungsgeschichte trifft schwülstig-kitschige Liebesschnulze

Im Sog des Schweigens
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Die Zwillingsschwestern Charlène und Aurélie tauschen die Rollen. Die eine überlebt diese Scharade nicht, die andere bleibt in der Rolle der anderen gefangen. Was sich im weiteren Verlauf der Geschichte ...

Die Zwillingsschwestern Charlène und Aurélie tauschen die Rollen. Die eine überlebt diese Scharade nicht, die andere bleibt in der Rolle der anderen gefangen. Was sich im weiteren Verlauf der Geschichte ereignet, ließe sich in zwei bis drei Sätzen zusammenfassen. Silke Ziegler dehnt es jedoch auf 345 Seiten aus. Entstanden ist dabei eine langweilige Schmonzette, bei der ich mir nur noch gewünscht habe, dass sie endlich zum Ende kommt. Die Handlung kommt nicht vom Fleck, die Gedanken der Personen wiederholen sich in Endlosschleifen, und während die Auflösung des ganzen Zinobers für mich als Leserin schon nach wenigen Seiten greifbar war, wird die Ausgestaltung immer kitschiger und absurder. Nicht einmal das versprochene Südfrankreich-Flair kommt - abgesehen vom Cover - zum Tragen. Die Geschichte an sich hat keinerlei Bezug zu Land und Leuten. Auch sprachlich konnte mich die Autorin nicht überzeugen. Was für eine Papierverschwendung.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

Tödliche Geheimnisse bereiten ein spannendes Lesevergnügen

Tödlicher Podcast
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Während der Crime Cologne 2024 hatte ich das Vergnügen, Leo Konrad aus ihrem Roman TÖDLICHER PODCAST lesen zu hören. Was für ein Glück, denn wahrscheinlich hätte ich mir diesen Thriller sonst nicht gekauft. ...

Während der Crime Cologne 2024 hatte ich das Vergnügen, Leo Konrad aus ihrem Roman TÖDLICHER PODCAST lesen zu hören. Was für ein Glück, denn wahrscheinlich hätte ich mir diesen Thriller sonst nicht gekauft. Ich bin kein Podcast-Fan und hätte mich nur vom Klappentext her nicht zur Zielgruppe gezählt. Ein großartiges Leseerlebnis wäre mir also ohne Women & Crime im Bastei Lübbe Verlag, moderiert von Margarete von Schwarzkopf, entgangen.

Cleo Konrad erzählt ihre Geschichte aus der Perspektive dreier Frauen. Da ist die Podcasterin Malu, die ganz Berlin in Atem hält und dabei mysteriös verborgen bleibt. Eine Frau mit einer perfekten Fassade.
Und da ist Nina, eine alleinerziehende Putzfrau, welche zu ihren treuen Hörerinnen zählt und der es gelingt, von Malu engagiert zu werden. Sie scheint in vielem das genaue Gegenteil von Malu zu sein, unperfekt, aber dafür warmherzig.

Die dritte Perspektive ist die der Streunerin Jenni, mit der Cleo Konrad uns zurückreisen lässt in die frühen Zweitausender.

Alle drei Figuren sind facettenreich und haben ihre Geheimnisse, die sich nach und nach offenbaren. Dabei fängt die Geschichte fast schon ruhig an. Der Spannungsbogen wird stetig aufgebaut und benötigt dazu keine Aneinanderreihung wilder Action-Szenen. Vielmehr sind es die Gedanken, die dieses Buch so spannend machen. Und natürlich die unerwarteten Plot-Twists, von denen TÖDLICHER PODCAST einige zu bieten hat. Die Geschichte ist komplex, geschickt sind die Handlungsstränge miteinander verwoben und Cleo Konrad verliert dabei nicht die Übersicht. Eine hervorragend konstruierte Kriminalgeschichte, die mich bis zur letzten Seite begeistert hat.
Zu erwähnen sind noch das gelungene Cover mit einem Kopfhörer als Motiv, was hervorragend zur Story passt, die schöne Farbgebung des Titels und der lila Farbschnitt, was zusammen einen hohen Wiedererkennungsgrad ergibt. Und in der Tat ist Cleo Konrads neues Buch DEEP FAKE ganz ähnlich gestaltet. Ich werde es bestimmt lesen!

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Veröffentlicht am 26.12.2024

Düstere Ermittlungen

Finsteres Herz
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Silvester 2006 – eine Zeugenschutzmission endet in einem blutigen Massaker. Auch das Rostocker Ermittlerduo Lona Mendt und Frank Elling wird dabei schwer verletzt. Maja Kaminski vom BKA und Hagen Dudek ...

Silvester 2006 – eine Zeugenschutzmission endet in einem blutigen Massaker. Auch das Rostocker Ermittlerduo Lona Mendt und Frank Elling wird dabei schwer verletzt. Maja Kaminski vom BKA und Hagen Dudek vom LKA sollen gemeinsam aufklären, wie es dazu kommen konnte. Gibt es einen Maulwurf im Polizeiapparat? Es ist eine brisante Situation. Jeder misstraut jedem – und so ermitteln Kaminski und Dudek nicht nur mit, sondern auch gegeneinander. Und als Leserin habe ich bis zum Schluss gerätselt, wer auf der richtigen Seite steht. Vor allem aber geht es auch darum ein zwölfjähriges Mädchen zu finden, dessen Leben bedroht ist.
Es geht düster zu in diesem actionreichen Kriminalroman. Tatsächlich hatte ich anfangs etwas Sorge, dass es zu reißerisch, zu blutig werden könnte. Das hat sich zum Glück nicht bestätigt. Die brutalen Ereignisse werden zwar realistisch beschrieben, aber nicht unnötig übertrieben. Es fließt Blut, wo Blut fließen muss, aber kein Tropfen darüber hinaus.
Sehr gelungen finde ich den Aufbau des Romans. Ausgehend von der genannten Silvesternacht begleiten wir in Rückblenden Mendt und Elling und parallel dazu Kaminski und Dudek. Diese Parallelität der Ermittlungen finde ich sehr gelungen. Beide Teams stellen die gleichen oder ähnliche Fragen, so dass sich dadurch ein Gesamtbild ergibt. Nach und nach offenbart sich der Abgrund, den Mendt und Elling aufgedeckt haben. Alles in allem ein hervorragend recherchierter und spannend umgesetzter Krimi, der gesellschaftlich relevante Themen aufgreift. Darin erinnert er mich an die skandinavische Krimiliteratur.
Auch gefällt mir der detailreiche Schreibstil von Holger Karsten Schmidt ausgenommen gut. Hier merkt man den Drehbuchautor, denn tatsächlich werden gerade die Actionszenen so bildhaft beschrieben, dass man glaubt, sie vor sich zu sehen. Ebenso authentisch ist die Schilderung der handelnden Personen und ihrer jeweiligen Geschichte.
„Finsteres Herz“ ist der zweite Fall aus einer Reihe um das Ermittlerduo Lona Mendt und Frank Elling. Mir waren bis zu diesem Buch weder der Autor noch das Team bekannt – vielleicht auch, weil ich nur selten Fernsehen schaue. Das hat meinem Leseverständnis aber keinen Abbruch getan. Auch ohne Kenntnis des ersten Falles war alles verständlich und nachvollziehbar. Und nun darf ich mich darauf freuen, bald den ersten Band zu lesen!
Für „Finsteres Herz“ vergebe ich überzeugt 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 17.12.2024

Dunkle Geheimnisse

Die blaue Stunde
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"Die blaue Stunde" von Paula Hawkins ist ein psychologischer Spannungsroman. Ein Spannungsroman unterscheidet sich von einem Krimi dadurch, dass nicht die Tätersuche im Mittelpunkt steht, sondern die innere ...

"Die blaue Stunde" von Paula Hawkins ist ein psychologischer Spannungsroman. Ein Spannungsroman unterscheidet sich von einem Krimi dadurch, dass nicht die Tätersuche im Mittelpunkt steht, sondern die innere Entwicklung der Protagonistinnen. Wer also eine handlungsorientierte Geschichte erwartet, wird mit diesem Buch nicht gut zurechtkommen. Wer sich jedoch mit der Psyche der beschriebenen Personen beschäftigen mag, mit ihren Empfindungen, Verletzungen und Abgründen, der wird an diesem Roman seine Freude haben.



Paula Hawkins erzählt eine Geschichte, in der es vordergründig um die Werke einer längst verstorbenen berühmten und geheimnisumwitterten Künstlerin geht. Vanessa Chapman hat ihr Œuvre einer Stiftung vermacht und ihre enge Freundin Grace Haswell zur Testamentsvollstreckerin bestimmt. Da es zu juristischen Auseinandersetzungen zwischen der Stiftung und der vereinsamten alten Dame kommt, macht sich Kurator James Becker auf den Weg zu ihr nach Eris Island. Zudem wird offenbar, dass eine Installation der Künstlerin offenbar einen menschlichen Knochen enthält. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich dabei um ein Relikt des verschollenen Ehemanns der Künstlerin handelt.



James Becker hat eine besondere Obsession für Vanessa Chapman. Diese treibt ihn immer wieder auf die abgelegene schottische Gezeiteninsel Eris Island, auf der sein Idol lange Zeit lebte. Die raue, mystische Natur des Schauplatzes verleiht dem Roman eine besondere Atmosphäre. Eris Island ist eine Metapher für den Verlauf der Geschichte. Hawkins baut den Spannungsbogen gekonnt langsam auf. Sie beschreibt die düstere und trotzdem wunderschöne Natur mit all ihren Gefahren. Sie erschafft komplizierte Verbindungen zwischen Menschen, die ihre eigenen Geheimnisse oder Verletzungen in sich tragen. Keine der Figuren bietet sich dabei als Sympathieträger
in an. Da ist die exzentrische, teilweise manische Künstlerin; Es gibt snobistische Protagonist*innen, gewalttätige Männer, Personen, die von Minderwertigkeitsgefühlen bestimmt werden. All dies fügt Hawkins zu einer fesselnden Erzählung zusammen. Ganz langsam baut sich die Spannung auf, die Situation wird stetig bedrohlicher. Menschliche Abgründe werden durch solche der Natur widergespiegelt.



Mich konnte "Die blaue Stunde" von der ersten bis zur letzten Seite fesseln. Die Covergestaltung der deutschen Ausgabe rundet das Lesevergnügen ab. Der Blick aus einem dunklen Raum auf das tosende Meer fängt die Stimmung des Romans hervorragend ein. 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐ für einen Roman, der ganz wunderbar zu langen dunklen Herbst- und Winterabenden passt.

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