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Veröffentlicht am 14.07.2020

Leider enttäuschend !

V is for Virgin
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Inhalt/Klappentext:
Val Jensen wird von ihrem Freund verlassen – weil sie mit dem Sex bis zur Ehe warten will. Als ihre Geschichte über YouTube viral geht, wird sie unter dem Namen Virgin Val landesweit ...

Inhalt/Klappentext:
Val Jensen wird von ihrem Freund verlassen – weil sie mit dem Sex bis zur Ehe warten will. Als ihre Geschichte über YouTube viral geht, wird sie unter dem Namen Virgin Val landesweit bekannt. Das Chaos scheint perfekt, als schließlich Rockstar Kyle Hamilton vor ihr steht: Der Sänger der Boyband es sich nämlich zum persönlichen Ziel gemacht, sie zu verführen. Womit Kyle allerdings nicht gerechnet hätte: Val bereitet ihm ganz schönes Herzklopfen ...

Eindruck:
Ich liebe den Auftakt der Cinder&Ella Dilogie, sodass ich mich umso mehr über langersehnten Nachschub der Autorin Kelly Moran gefreut habe. ich hatte ziemlich hohe Erwartungen an die Geschichte, die zudem noch aufgrund des wundervollen Covers verstärkt wurden. Bunt, fröhlich und farbenfroh hat die Aufmachung von „V is for Virgin“ auf Anhieb mein Interesse geweckt und mich neugierig auf den Inhalt gemacht. Nicht einmal der Titel, dem ich anfangs eher skeptisch gegenüberstand, konnte daran etwas ändern, so habe ich voller Vorfreude begonnen zu lesen.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig, locker und wirklich angenehm, sodass ich problemlos in das Geschehen einsteigen konnte. Kelly Oram hat schlichtweg Talent zu schreiben und ihre LeserInnen in den Bann der Geschichte zu ziehen, weshalb ich das Buch auch in diesem Fall wieder in einem Rutsch durchgelesen habe. Zudem liebe ich die humorvollen und amüsanten Einschübe, die das Geschriebene um einiges auflockern. Etwas vermisst habe ich aber leider die zahlreichen Emotionen, sowie die tiefen Gefühle, die ich mir eigentlich von Kelly Oram erhofft hatte. Während des Lesens habe ich nichts gespürt, weder eine Anziehungskraft zwischen den Protagonisten, noch Mitgefühl in Bezug auf das Geschehene. Darauf werde ich gleich aber auch noch näher eingehen.

Erzählt ist „V is for Virgin“ ausschließlich aus der Sicht unserer Protagonistin Val, was mir zunächst wirklich gut gefallen hat. Man konnte auf Anhieb einen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt bekommen, sowie ihre Situation nachvollziehen und verstehen, in welcher Lage sie sich befindet. Ich kann schlussendlich zwar nicht sagen, dass ich all ihre Handlungen gutheiße, doch in ihre Lage hineinversetzen konnte ich mich teilweise wirklich gut. Gewünscht hätte ich mir tatsächlich noch ein paar Kapitel aus Kyles Sicht, denn aus seiner Person werde ich bis heute nicht schlau. Mal sehen, ob mir das in „A is for Abstinence“ gelingt.

Val als Protagonistin mochte ich erstmal sehr gerne. Ein sympathisches, junges Mädchen, das ihre eigene Meinung vertritt und sich von keinem Außenstehenden beeinflussen lässt. Ihre Konsequenz und ihre Standhaftigkeit sind wirklich bewundernswert, genau wie ihr Entschluss mit dem Sex bis zur Ehe zu warten. Mir hat unheimlich gut gefallen, dass sie sich nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Mädchen ihres Alters einsetzt, die noch Jungfrau sind, ohne jemandem ihre Meinung intensiv aufzudrängen. Leider konnte ich zu Valerie im Laufe der Geschichte keine richtige Beziehung aufbauen. Klar, ich habe sie auf ihrem Weg begleitet, sie näher kennengelernt, doch insgesamt ist mir ihre Person einfach zu blass und nicht greifbar genug. Ihre Toleranz geht im Laufe der Zeit auch verloren, so hatte ich bald das Gefühl, dass Val ihre Meinung doch irgendwo als “Muss“ verbreitet. Ihre Vorbildfunktion geht in meiner Sicht unter, sodass die Jungfräulichkeit irgendwann das Einzige ist, was sie persönlich ausmacht. Ich für meinen Teil finde ihre Entwicklung sehr schade, denn Potential hat ihr Charakter definitiv !

Kyle war mir über den gesamten Handlungsverlauf der größte Dorn im Auge. Noch nie habe ich einen Protagonisten erlebt, der mir so unsympathisch war wie er. Arrogant, oberflächlich, aufdringlich - diese Worte beschreiben ihn wohl am besten. Sein Verhalten war schlichtweg absolut kindisch und unreif. Bei jedem Gespräch, in das er involviert ist, war Augenrollen für mich schon vorprogrammiert, denn in seinem Verhalten sehe ich einfach keinen Sinn. Sein Auftreten und seine für mich unverständlichen Handlungen enden wirklich jedes Mal mit dem gleichen Ziel: Valerie gegen ihren Willen ins Bett zu bekommen, obwohl sie diese Frage immer und deutlich mit „Nein !“ beantwortet. In Kyles Person sehe ich also weder eine Funktion für die fortlaufende Geschichte, noch eine Charakterentwicklung seinerseits. Wie auch, wenn alle seine Annäherungsversuche auf das gleiche hinauslaufen ? Für mich hat sein respektloses Handeln teilweise wirklich die Grenze überschritten und ich wage einfach mal zu hoffen, dass sich sein Charakter in „A is for Abstinence“ um 180 Grad wandelt. Durch Kyles kindisches Verhalten, bleibt die Liebesgeschichte in „V is for Virgin“ auch irgendwo auf der Strecke. Zwar spürt man irgendwo eine Anziehungskraft zwischen Valerie und Kyle, wobei für mich einfach unverständlich ist, warum sich Val überhaupt auf ihn einlässt, doch Gefühle kamen bei mir leider nicht an. Tiefgrund und Emotionen sind hier verzweifelt zu suchen und das Einzige, das ich über Kyle in Erfahrung bringen konnte ist, dass er Valerie umbedingt rumkriegen möchte.

Auch die Nebencharaktere lassen leider zu wünschen übrig, denn sowohl Cara, als auch der Rest der Clique, konnten nichts in mir bewegen. Sie sind schlichtweg nicht greifbar, zu blass und ich sehe in ihnen keine Funktion. Die Freundschaft, die zwischen ihnen steht, ist unglaubwürdig, überzogen und einfach nicht echt. Selbst Valeries beste Freundin Clara, die mir anfangs noch ziemlich sympathisch war, entwickelt sich in eine negative Richtung, was mich wirklich enttäuscht hat. Bis zum Ende des Buches ist sie in meinen Augen nur noch egoistisch und keine echte Freundin für Val.

Die Thematik der Geschichte konnte mein Interesse auf Anhieb wecken - frisch, einzigartig und einfach etwas Neues. Die Umsetzung lässt in diesem Fall aber leider etwas zu wünschen übrig. Zunächst finde ich es aber toll, dass so ein wichtiges Thema überhaupt in einem Jugendroman behandelt wird und es sich zudem noch durch die ganze Geschichte zieht. Auch das Handeln in Bezug auf Valeries Jungfräulichkeit hat mir unheimlich gut gefallen, da man wirklich erst Sex haben sollte, wenn man dazu bereit ist. Dieser gesellschaftliche Zwang seine Jungfräulichkeit in einem bestimmten Alter zu verlieren ist einfach nicht richtig, so fand ich es toll, dass der Sex in Vals Leben noch keinen großen Stellenwert hat. Ob man jetzt bis zur Hochzeit warten muss, das sollte jeder für sich entscheiden, doch es ist wichtig zu lernen, dass zu einer Beziehung mehr gehört als nur Geschlechtsverkehr. Die Message des Buches hat mir also prinzipiell erstmal gut gefallen, doch leider entwickelt sich die Sache bald in ein großes Drama, das irgendwann nur noch nervig war. Es hätte nicht sein müssen, dass man alles so weit in die Öffentlichkeit zieht, vor allem da es unrealistisch ist, dass eine Minderjährige so viel Aufmerksamkeit bekommt. Mit der Zeit herrschte nicht nur in der Geschichte, sondern auch in meinem Kopf pures Chaos und viel Verwirrung. Die ganze Aufmerksamkeit und das im Rampenlicht stehen wirkten weit überzogen und für mich leider nicht mehr real.

Im Endeffekt plätscherte die Geschichte bald nur noch so an mir vorbei und ich habe in vielen Situationen keinen Zusammenhang ausmachen können. Sehr schade finde ich, dass sich alles in ein übergroßes Drama entwickeln musste, das für nichts mehr als Verwirrung und Gedankenchaos sorgt. Insgesamt hat mich “V is for Virgin“ leider enttäuscht, vor allem nachdem ich durch „Cinder&Ella“ große Erwartungen an die Geschichte hatte. Tiefgrund, Gefühle und insbesondere authentische Charaktere sucht man hier vergeblich, einzig der Schreibstil konnte mich mitreißen und überzeugen !

Fazit:
Eine für mich enttäuschende Geschichte, die viel Potential verschenkt hat. Neben dem grandiosen Schreibstil konnten mich die blassen Charaktere, sowie die überzogene und verwirrende Handlung leider nicht überzeugen und eine wirkliche Liebesgeschichte ist für mich ebenso nicht erkennbar.
2.5/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2020

Brutal, skrupellos und intrigant - Eine düstere Elfenwelt !

ELFENKRONE
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Inhalt/Klappentext:
Jude ist sieben, als ihre Eltern ermordet werden und sie gemeinsam mit ihren Schwestern an den Hof des Elfenkönigs verschleppt wird. Zehn Jahre später hat Jude nur ein Ziel vor Augen: ...

Inhalt/Klappentext:
Jude ist sieben, als ihre Eltern ermordet werden und sie gemeinsam mit ihren Schwestern an den Hof des Elfenkönigs verschleppt wird. Zehn Jahre später hat Jude nur ein Ziel vor Augen: dazuzugehören, um jeden Preis. Doch die meisten Elfen verachten Sterbliche wie sie. Ihr erbittertster Widersacher: Prinz Cardan, der jüngste und unberechenbarste Sohn des Elfenkönigs. Doch gerade ihm muss Jude die Stirn bieten, wenn sie am Hof überleben will …

Eindruck:
„Elfenkrone“, beziehungsweise “The cruel prince” hat zur Erscheinungszeit einen unheimlich großen Hype ausgelöst, dem ich zu dem damaligen Zeitpunkt noch vorsichtig ausgewichen bin. Nun habe ich mich aber mitreißen lassen und musste umbedingt auch in die düstere und intrigante Welt der Elfen eintauchen. Besonders gut gefällt mir zunächst, dass das Cover vom Englischen übernommen wurde. Die mit in den Titel verwobenen Äste und die abgebildete Elfenkrone passen einfach wunderbar zu der von Holly Black geschaffenen Welt und machen Lust in diese einzutauchen.

Dem Schreibstil von Holly Black stehe ich etwas zwiegespalten gegenüber, denn vor allem zu Beginn hatte ich einige Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden. Die Autorin schreibt zwar locker leicht, doch in meinen Augen auch sehr abgehackt und oberflächlich, was mir das Lesen an einigen Stellen ziemlich erschwert hat. Generell muss man anfangs sehr konzentriert an die Geschichte rangehen, gerade weil man die neue Welt, mit ihren unzähligen Charakteren erstmal näher kennenlernen muss. Nach ungefähr der ersten Hälfte konnte ich aber endlich vollständig ins Elfenreich abtauchen, die Seiten sind nur so dahingeflogen und ich konnte das Buch vor Spannung nicht mehr aus den Händen legen. Schnell konnte ich mich dann auch an Hollys außergewöhnliche Art zu schreiben gewöhnen und die Geschichte lies sich um Welten besser und flüssiger lesen. Nicht zu vergessen ist das grandiose Wordbuilding, das ich an dieser Stelle noch einmal betonen möchte. Holly Black schafft mit dem Elfenreich eine brutale, grausame und rigorose Welt, die mich mit ihren barbarischen Intrigen und Machtspielen nicht mehr loslässt. Ich bin wahnsinnig fasziniert von der düsteren und bedrückenden Atmosphäre, sowie dem unbeschreiblichen Setting.

Erzählt ist die Geschichte ausschließlich aus der Sicht unserer Protagonistin Jude, was mir im Kontext zu dem Inhalt sehr gut gefallen hat. Der Leser hat so die Möglichkeit einen ausreichenden Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt zu bekommen, da sie sich gegenüber ihrer Mitmenschen eher verschlossen verhält, um sich ihnen zu beweisen. Zwar konnte ich Jude durch die Erzählperspektive an einigen Stellen besser verstehen, doch alle ihrer Handlungen konnte ich bis zum Schluss trotzdem nicht ganz nachvollziehen. Mal sehen, vielleicht passiert das ja in der Fortsetzung.

In ”Elfenkrone” begleiten wir Jude, eine Normalsterbliche, die als Kind dabei zusehen musste, wie ihre Eltern kaltblütig ermordet werden. Anschließend wird sie von dem Mörder ihrer Eltern in das Reich der Elfen verschleppt, in dem sie sich nun einleben muss. Im Gegensatz zu ihrer Zwillingsschwester gelingt ihr dies nicht und Jude hegt einen unbeschreibliche Hass gegen das Elfenvolk, von dem sie brutal und arrogant behandelt wird. Ihr sehnlichster Wunsch ist es dazuzugehören, doch die Elfen sind ihr in jeglicher Art überlegen. Auf mich als Leserin wirkte Jude zunächst sehr abweisend, kühl und verschlossen, doch ihre tragische Vorgeschichte konnte mich sofort in ihren Bann ziehen. Ebenso ist Jude eine starke, ehrgeizige und kämpferische Protagonistin, die eine beschützerische und rebellische Rolle in der Familie einnimmt. Es hat unglaublichen Spaß gemacht sie auf ihrem Weg zu begleiten, ihr zuzusehen wie sie sich dem Elfenvolk widersetzt und gegen Cardan und seine Anhänger rebelliert.

Zwischen Cardan und mir besteht gewissermaßen eine Hassliebe. Einerseits verabscheut man ihn als Charakter für seine grausamen Taten, doch andererseits fasziniert er mich total. Obwohl er an Jude täglich seinen Hass an den Sterblichen auslässt und ihr bei jeder Gelegenheit, die sich ihm bietet, seine Abneigung zu spüren gibt, besteht eine ganz besondere Anziehungskraft zwischen den Beiden. Auch mir ist Cardan in irgendeiner Form sympathisch, da er eine charmante und unberechenbare Aura versprüht. Bei ihm sind auch ständig seine Freunde Locke, den ich bislang noch sehr schlecht einzuschätzen weiß, Nicasia, die Prinzessin der Tiefsee und Valerian, der mit Abstand grauenvollste der Vier.

Eine weitere Hassliebe hege ich zu Madoc, dem Mörder Judes Eltern. Auf der einen Seite bemüht er sich ein guter Vater zu sein und man spürt die Liebe zwischen ihm und seinen (Stief)töchtern, doch andererseits ist er ein brutaler Mörder, der ständig auf Krieg aus ist. Zu Judes Schwestern möchte ich auch noch ein paar Worte verlieren, denn insbesondere Vivi ist mir sehr ans Herz gewachsen. Sie ist, im Gegensatz zu Taryn, die mir wahnsinnig unsympathisch ist, eine aufgeweckte und mutige junge Frau, die sich ihrem Vater gerne einmal widersetzt. Sie möchte kein Teil der Elfenwelt sein, schleicht sich oft in die Menschenwelt und möchte sich dort ein Leben aufbauen.

Wie schon erwähnt ist mir der Einstieg in die Geschichte etwas schwerer gefallen als erhofft, was insbesondere am Schreibstil der Autorin lag. Mit der Zeit wurde mein Lesefluss angenehmer, ich kam um einiges besser durch die Seiten und die Handlung nimmt an Fahrt auf. Trotzdem entwickelt sich die Geschichte ganz anders als von mir erwartet. Das ist keinesfalls negativ gemeint, denn mit “außergewöhnlich” lässt sich die Geschichte wohl am besten beschreiben.
Mein Eindruck von einer Elfenwelt war bisher immer - bunt, fröhlich und aufgeweckt. Holly Black zeigt jedoch wie brutal, blutig und barbarisch Elfen sein können, was mich auf einigen Seiten doch sehr schockiert hat. Man darf hier auf keinen Fall eine romantische, zuckersüße oder magische Romanze erwarten, denn in dieser Hinsicht muss ich euch leider enttäuschen. “Elfenkrone“ ist skrupellos, intrigant, aber einfach nur genial !

Die Autorin entführt uns hier in ein Reich voller Geheimnisse und Machtspiele. Im Elfenreich herrschen zudem nicht die Sitten, die wir als Sterbliche kennen, sondern eigene, die weitaus radikaler sind. Darüber hinaus muss man sich als Leser bewusst sein, dass die Welt, in der wir uns hier befinden, sehr komplex und stark verstrickt ist. Generell spielt Politik in diesem Fall eine große Rolle, weshalb ich den Geschehnissen manchmal nicht zu 100% folgen konnte. Hier ist viel Konzentration und Interesse gefragt, das ich als Leserin zu Beginn nur teilweise aufbringen konnte. Im Laufe der Geschichte wurde mein Interesse aber geweckt und vor allem das Ende konnte mich mitreißen und in seinen Bann ziehen. Es gab einfach unheimlich viele, überraschende Momente, die mich schockiert und sprachlos zurückgelassen haben. Ich bin unglaublich gespannt was mich in der Fortsetzung erwartet und kann es kaum erwarten endlich
weiterzulesen !

Insgesamt ist “Elfenkrone“ ein unglaublich toller Fantasyauftakt, der den Leser mit einer spannenden und hochkomplexen Handlung überzeugt. Besonders die düstere Atmosphäre, sowie das brutale Setting konnten mich in ihren Bann ziehen und schlussendlich mitreißen. Mit Holly Blacks Schreibstil hatte ich leider so meine Probleme, doch nach und nach konnte auch ich problemlos in die Welt der Elfen eintauchen.

Fazit:
Holly Black entführt den Leser in “Elfenkrone” in eine brutale, skrupellose und düstere Welt der Elfen. Eine Welt voller Machtspiele und Intrigen, die den Leser schockiert zurücklässt. Nach einem eher holprigen Einstieg in die Geschichte, konnte ich mich mit der Zeit komplett im Elfenreich verlieren und die rebellische Jude auf ihrem Weg begleiten.
4/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2020

Eine wundervolle Liebesgeschichte, bei der jeder Leser auf seine Kosten kommt !

It was always you
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Inhalt/Klappentext:
Vier Jahre ist es her, dass Ivy alles verlor. Kurz nach dem Tod ihrer Mutter hat ihr Stiefvater sie ins Internat abgeschoben, weil sie sich ständig mit ihrem älteren Stiefbruder Asher ...

Inhalt/Klappentext:
Vier Jahre ist es her, dass Ivy alles verlor. Kurz nach dem Tod ihrer Mutter hat ihr Stiefvater sie ins Internat abgeschoben, weil sie sich ständig mit ihrem älteren Stiefbruder Asher stritt. Doch in diesem Sommer will ihr Stiefvater sie plötzlich unbedingt sehen und ruft sie zurück nach Hause – auf eine Insel an der Küste von New Hampshire. Dort trifft sie auch Asher wieder. Immer noch unausstehlich. Immer noch kompliziert. Und immer noch viel zu gut aussehend. Verdammt. Das Wiedersehen setzt ihr viel mehr zu, als sie erwartet hätte. Doch als Ivy erfährt, warum sie zurückkehren sollte, droht ihre Welt vollkommen auseinanderzubrechen …

Eindruck:
“It was always you” ist mir schon in der letzten Programmvorschau von Kyss ins Auge gesprungen, was insbesondere an dem wunderschönen Cover liegt. Das Zusammenspiel der Grün- und Blautöne, sowie die liebevoll ausgewählten, goldenen Details und der schimmernde Titelzug machen das Buch zu einem absoluten Hingucker und konnten mein Interesse auf Anhieb wecken. Auch der Klappentext klingt wahnsinnig toll und vielversprechend, sodass sofort feststand: Ich muss dieses Buch unbedingt lesen !

Was ich an dieser Stelle definitiv noch betonen muss, sind die wunderschönen Handletterings, die einem das Lesen um einiges versüßen. Liebevoll aufgemacht und aufwendig illustriert findet man passend zur Geschichte 20 tolle Zitate, die auch unsere Protagonistin in ihrem Bullet Journal namens Hedwig festhält. Sie strecken das Leseerlebnis auf das Maximale und gehen zudem noch tief unter die Haut. Ich bin hin und weg von dieser grandiosen Idee !

Zunächst möchte ich den grandiosen Schreibstil der Autorin betonen, der mir den Einstieg in die Geschichte um einiges erleichtert hat. Nikola Hotel schreibt locker, flüssig und wirklich angenehm, sodass die Seiten nur so dahin geflogen sind. Die abwechslungsreiche Mischung aus neckischem Humor, tiefen Emotionen und intensiven Momenten tragen zudem zu einer tollen Atmosphäre bei, die den Leser mitreißt und fesselt. Im Gedächtnis geblieben ist mir außerdem das unverwechselbare Setting, das die Autorin wundervoll beschreibt und mit in die Geschichte integriert. Ich habe mich augenblicklich in das herrliche Anwesen der Blakleys und die idyllische Insel vor der Küste New Hampshires verliebt und habe mich rundum wohlgefühlt. “It was always you” ist zwar mein erstes, aber sicherlich nicht letztes Buch von Nikola Hotel.

Erzählt ist die Geschichte ausschließlich aus der Sicht unserer Protagonistin Ivy in Ich-Perspektive. Obwohl ich, vor allem bei New Adult Romanen, immer die Sicht aus beiden Protagonisten bevorzuge, hat mich der Erzählstil in diesem Fall überraschenderweise nicht gestört. Dem Leser ist es möglich einen weitläufigen Einblick in Ivys Gedanken- und Gefühlswelten zu bekommen und auch Asher kommt hier nicht zu kurz. Zwar wirkt dieser auf Anhieb erstmal sehr kühl und verschlossen, was aber an dem Charakter selbst und nicht an der Perspektive liegt. Abgesehen davon konnte ich mich mit der Zeit immer mehr in die beiden Protagonisten einfühlen und ihre Handlungen bis zum Ende der Geschichte nachvollziehen.

Ivy ist die Sympathie in Person und ich habe sie von der ersten Seite an in mein Herz geschlossen. Nach dem tragischen Tod ihrer Mutter wurde sie von ihrem Stiefvater in ein Internat abgeschoben und hatte ab diesem Zeitpunkt keinen wirklichen Kontakt mehr zu ihrer Familie. Sie studiert nun, zusammen mit ihrer besten Freundin Aubree Kommunikationsdesign an einem College in New York und hat eigentlich nicht vor jemals wieder nach New Hampshire zurückzukehren. Doch wie es das Schicksal nicht anders vorsieht, wird sie eines Tages von ihrem Stiefvater auf der Insel erwartet und schon auf dem Weg dorthin trifft sie auf ihren attraktiven Stiefbruder Asher, der so einige Geheimnisse verbirgt. Doch nicht nur Asher hat seine Päckchen zu tragen, auch Ivy selbst hat eine schwere Vergangenheit hinter sich, die nicht spurlos an ihr vorbeigeht. So zeigt sie neben ihrer liebevollen, witzigen und authentischen Art auch einige Male ihre verletzliche Seite, was mir wahnsinnig gut gefallen hat. Besonders gerne mochte ich auch die Einblicke in ihr Bullet Journal, in dem sie prägende Augenblicke ihres Lebens mit passenden Zitaten festhält und somit ihre Gefühle verarbeitet. Insgesamt ist Ivy eine unheimlich tolle Protagonistin, die im Laufe des Buches, trotz einiger Rückschläge, eine wunderbare Entwicklung durchmacht und mir durchweg positiv in Erinnerung bleiben wird.

Das genaue Pendant zu unserer süßen und liebevollen Protagonistin ist Asher, der männliche Part dieser Geschichte. Asher wirkt, im Gegenteil zu Ivy, zunächst sehr kühl, verschlossen und unnahbar, sodass ich mit seiner Person nicht viel anfangen konnte. Zudem verhält er sich über einen langen Zeitraum sehr unverschämt und arrogant, wodurch ich einfach nicht warm mit ihm wurde. Im Laufe der Geschichte erfährt man als Leser aber immer mehr von ihm, seiner schweren Vergangenheit und der Last, die er mit sich trägt. So ist mir auch Asher von Seite zu Seite mehr ans Herz gewachsen, ich konnte ihn bis zum Ende der Geschichte liebgewinnen und in einigen Situationen mit ihm mitfühlen. Die Entwicklung, die er durchlebt ist einfach großartig und wirklich bewundernswert.

Besonders gut gefallen haben mir außerdem die Nebencharaktere Noah und Aubree, die Protagonisten aus It was always love”. Besonders Noah hat es mir angetan, denn er hat es mit seinem unverwechselbaren Humor geschafft, die Geschichte um einiges aufzulockern und seine Witze konnten mich wahnsinnig gut unterhalten. Ich kann es kaum erwarten seine Geschichte zu lesen und einen näheren Einblick in seinen Charakter zu bekommen. Aubree lernt man in “It was always you” fast ausschließlich durch Telefonate und Textnachrichten kennen, doch auch dadurch wird deutlich, was für ein sympathischer und warmherziger Mensch sie ist. Sie ist eine aufgedrehte, aber trotzdem nicht weniger gute Freundin für Ivy und sie ist mir schon jetzt ans Herz gewachsen. Auch Sam und Harper steht es in nichts nach, denn sie haben die Geschichte, ähnlich wie Noah, um einiges leichter und frischer gestaltet.

Die Liebesgeschichte von Ivy und Asher ist auf den ersten Blick nichts Neues, denn Stiefgeschwister-Beziehungen habe auch ich schon zu Genüge gelesen. Nikola Hotel ist es in diesem Fall aber hervorragend gelungen etwas besonderes aus dieser Sache zu machen und mich die Situation aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen zu lassen. Mit viel Tiefgrund, Emotionen und einer guten Prise Humor schafft sie es hier den Leser zu begeistern und auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle zu nehmen. Darüber hinaus besteht die Geschichte aus zahlreichen Wendungen, spannenden Momenten und Geheimnissen, die mich teilweise wirklich überrascht haben. Zudem kommt der romantische und gefühlvolle Anteil nicht zu kurz und vor allem Noah zaubert dem Leser das ein oder andere Schmunzeln ins Gesicht. Ebenso gut unterhalten konnten mich die zahlreichen Neckereien zwischen Asher und Ivy, sowie die Momente mit Harper und Sam.

In “It was always you” kommt also jeder auf seine Kosten. Den einzigen Punkt, den ich leider kritisieren muss, ist das Ende. Auf den letzten Seiten überschlagen sich die Ereignisse und alles passiert viel zu schnell. Zum Schluss hat zwar alles Sinn ergeben, doch von den Auflösungen einiger Missverstände und Geheimnisse war ich tatsächlich ziemlich enttäuscht. Nachdem es Nikola Hotel bis zum letzen Viertel der Geschichte geschafft hat, ohne viel Kitsch und Drama auszukommen, wirkte bis zum Ende hin vieles zu gekünstelt und unrealistisch. Trotz einiger überraschender Momente, konnte ich das Meiste tatsächlich auch schon vorhersehen, was mich aber nicht groß gestört hat. Einzig hätte ich mir ein weniger turbulentes Ende gewünscht.

Insgesamt hat mich die Geschichte von Ivy und Asher aber durchaus positiv überrascht, da ich der Thematik anfangs eher skeptisch gegenüberstand. Mit einer gelungenen Mischung aus herzzereißenden Momenten, humorvollen Szenen und romantischen Einschüben, konnte mich die Geschichte aber auf Anhieb in ihren Bann ziehen. Ich habe das Lesen wirklich genossen und durfte einige schöne Lesestunden mit unseren Protagonisten verbringen.

Fazit:
Eine wundervolle Liebesgeschichte, bei der jeder Leser auf seine Kosten kommt. Ob Humor, Tiefgrund, Emotionen oder liebevoll ausgearbeitete Charaktere, “It was always you” konnte mich in nahezu allen Punkten mitreißen und überzeugen. Einzig das Ende ist in meinen Augen etwas zu dramatisch, turbulent und unrealistisch dargestellt.
4/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2020

Eine Liebesgeschichte mit ihren Höhen und Tiefen !

Wildflower Summer – In deinen Armen
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Inhalt/Klappentext:
Ein Himmel, der unendlich erscheint, Berge, deren schneebedeckte Spitzen in der Sonne glitzern, Wildblumen, die sich im Wind wiegen. Dieser Anblick erwartet Nate Roldan, als er die ...

Inhalt/Klappentext:
Ein Himmel, der unendlich erscheint, Berge, deren schneebedeckte Spitzen in der Sonne glitzern, Wildblumen, die sich im Wind wiegen. Dieser Anblick erwartet Nate Roldan, als er die Wildflower Ranch erreicht. Im selben Moment wird ihm klar, dass er nicht hierhergehört. Mit seinem Motorrad und seinen Tattoos sticht er an diesem schönen, friedlichen Ort heraus wie ein hässlicher Ölfleck.
Nur scheint das Olivia Cattenach nicht zu stören.
Ihretwegen ist Nate hier. Er hat ihrem sterbenden Bruder geschworen, auf sie aufzupassen. Und diese Aufgabe wird er erfüllen, egal was es ihn kostet. Er hätte nur nicht gedacht, dass der Preis sein Herz ist …

Eindruck:
Nachdem ich die „Redwood Reihe“ von Kelly Moran gelesen und geliebt habe, konnte ich es kaum abwarten endlich auch ihr neustes Buch zu lesen. Diesmal spielt die Geschichte nicht in besagtem „Redwood“, sondern auf der „Wildflower Ranch“ im friedlichen Örtchen Meadowlark. Dieses atemberaubende Setting wird nicht erst im Laufe des Buches, sondern schon direkt im Cover aufgegriffen, das mir im übrigen unheimlich gut gefällt. Nicht nur die Holzoptik in der das Titelblatt gestaltet ist, auch die blumigen Details vermitteln ein Gefühl von Freiheit, Frühling und einer malerischen Landschaft. Man möchte sich bei dem Anblick direkt in eine Decke einkuscheln, einfach nur abtauchen und genießen !

Der Schreibstil von Kelly Moran ist nach wie vor unglaublich angenehm zu lesen. Sie schreibt flüssig, locker und wirklich authentisch, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Ihre wundervollen Beschreibungen rund um das Setting und die Charaktere haben mich auf Anhieb in ihren Bann gezogen, denn Kelly Moran hat das Talent eine unglaubliche Atmosphäre zu schaffen, die man so schnell nicht mehr vergisst. Auch in „Wildflower Summer“ überzeugt die Autorin mit ihren bildhaften, idyllischen und detailgetreuen Landschaftsbeschreibungen, die den Leser fesseln und auf eine ganz besondere Reise nehmen. Diesmal fokussiert sich die Geschichte weniger auf den Wohlfühlfaktor, sondern auch auf intensive, tiefgründige und gefühlvolle Themen, was mir zunächst sehr gut gefällt.

Erzählt ist die Geschichte, wie auch alle anderen Werke von Kelly Moran, aus der 3. Person, was mir im Normalfall nicht immer zusagt. In ihren Büchern komme ich aber super damit zurecht und somit ist mir auch der Einstieg in “Wildflower Summer“ problemlos gelungen. Auch in die jeweiligen Gedanken- und Gefühlswelten von Olivia und Nate konnte ich einen umfassenden Einblick bekommen und einiges über die Beiden erfahren. Zwar hatte ich mit Nate zu Beginn so meine Probleme und auch mit Olivia konnte ich nicht die gewünschte Bindung aufbauen, doch darauf werde ich später noch einmal näher eingehen.

Olivia war mir auf Anhieb sympathisch. Man lernt sie als offene, herzliche und liebenswürdige Frau kennen, die schon in jungen Jahren einige Schicksalsschläge erleiden musste. Zudem ist sie eine unheimlich starke Persönlichkeit, die in keiner Situation ein Blatt vor den Mund nimmt und trotzdem alles für ihre Familie tun würde. Ihre einfühlsame und weiche Seite hat mir wahnsinnig gut gefallen und ich kann verstehen, das ihr das Glück anderer sehr am Herzen liegt. Trotz der tragischen Ereignisse, die sie durch gemacht hat, konnte ich keine intensive Beziehung zu ihr aufbauen, denn dafür ist sie mir einfach nicht greifbar genug. In ihrem Charakter fehlte mir das gewisse Etwas, das Tüpfelchen auf dem I und ich habe schlichtweg den engen Bezug zu ihr vermisst. Mitunter ist mir auch ihr anfangs seltsamer Dialog mit Nakos im Gedächtnis geblieben, der mich extrem verwundert hat.

Nate ist ein komplizierter Charakter, mit dessen Persönlichkeit man erst warm werden muss, um ihn richtig zu verstehen. Er hat ähnlich wie Olivia eine sehr schwere Vergangenheit und musste traumatisierende Ereignisse miterleben, die sein Leben bis heute noch prägen. So fällt es ihm schwer sich sowohl Olivia, als auch dem Leser gegenüber zu öffnen und er hegt eine Art “Selbsthass“ gegen sich. Dieses unsichere Verhalten bleibt leider bis zum Schluss und ich konnte keine großartige Entwicklung in ihm ausmachen. Klar, er hat im laufe der Geschichte etwas Selbstbewusstsein dazu gewonnen, doch er bleibt der klischeehafte, zurückhaltende Mann mit stark ausgeprägtem Beschützerinstinkt. Im Prinzip habe ich nichts gegen eine Portion Romantik und Klischees, doch die dominante Sorge um Olivia wirkte ein wenig zu gestellt und unrealistisch. Alles in allem konnte ich aber auch Nate gut leiden und die Thematik um seine Person hat mich nicht kalt gelassen. Er ist ein durchaus sympathischer, liebevoller und vertrauenswürdiger Mann, der mir aber nicht dauerhaft im Gedächtnis bleiben wird.

Die Nebencharaktere der Geschichte mochte ich erstaunlicherweise unfassbar gerne. Sowohl Nakos, als auch Amy und insbesondere Tante DeeDee konnten mein Herz im Sturm erobern. Sie alle wurden toll in Nates und Olivias Leben integriert und hatten ihre eigene, kleine Rolle in deren Geschichte. Ich muss sagen, dass ich mich wirklich sehr auf die Fortsetzung rund um Nakos und Amy freue, da der Hintergrund, sowie das Thema des Buches schon etwas angedeutet wurde und mich unheimlich neugierig macht. Zudem hoffe ich, dass Tante DeeDee erneut eine Nebenrolle spielen wird, denn ihre Person lockert die Geschichte wundervoll auf und sorgt für Humor unter den etwas ernsteren Themen.

Die Liebesgeschichte hat sich in meinen Augen um einiges zu schnell entwickelt. Zwar sind die angesprochenen Themen wirklich wichtig und ich würde mir wünschen, dass in Zukunft mehr Autoren über diese Motive schreiben, allerdings lag mir der Fokus zu stark auf erotischen Szenen, als auf emotionalen und tiefgründigen Momenten, die ich mir gewünscht hätte. Es gab durchaus wichtige und entscheidende Stellen, die aber leider zu schnell von unpassender Erotik und übertriebenen Dirty Talk unterbrochen wurden. Ich habe prinzipiell nichts gegen Erotik in Büchern, im Gegenteil, oftmals sind sie auch wichtig für die Entwicklung der Protagonisten, doch in diesem Fall war es mir einfach zu viel des Guten. Neben den kritischen Punkten gab es selbstverständlich auch Momente, die mich berührt haben und mitreißen konnten, doch hier überwiegt immer noch das dramatische Hin- und Her in der Beziehung.

Ich hatte wirklich sehr hohe Erwartungen an die Geschichte, da mir Redwood Love mit seinen wundervollen Protagonisten, den humorvollen, als auch tiefgründigen Dialogen und dem atemberaubenden Setting unheimlich gut gefallen hat. „Wildflower Summer“ ist eine durchaus lesenswerte Geschichte, die mir ein paar angenehme Lesestunden beschert hat, allerdings konnte bei mir einerseits nicht der gewünschte Wohlfühlfaktor erzielt und andererseits nicht die erhofften Emotionen hervorgerufen werden. Das Thema der Geschichte ist wirklich wichtig und es sind auch potentiell tiefgründige Szenen vorhanden, die mir zudem noch unheimlich gut gefallen haben, doch der Erotikanteil ist mir einfach zu hoch. Außerdem wurde mein Lesefluss, trotz des grandiosen Schreibstils der Autorin, mehrmals aufgrund von Wortwiederholungen und Rechtschreibfehlern unterbrochen, was mich doch ziemlich gestört hat. Insgesamt gibt mir „Wildflower Summer“ nicht das gewohnte „Zuhause“ Gefühl wie „Redwood Love“, doch die idyllische Landschaft und die toll beschriebene Ranch konnten trotzdem etwas in mir bewegen !

Fazit:
Eine durchaus lesenswerte Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen. Zum einen überzeugt die Autorin mit ihrem wundervollen Schreibstil und dem schön ausgearbeiteten Setting, zum andern lassen die Charaktere und die Liebesgeschichte an sich aber noch etwas Luft nach oben.
3-3,5/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.06.2020

Wenn zwei Seelenverwandte ein herzzereißendes Schicksal teilen...

All Your Kisses
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Inhalt/Klappentext:
Als Rune Kristiansen nach Blossom Grove zurückkehrt, hat er nur eins im Sinn. Herausfinden, was mit Poppy passiert ist. Herausfinden, warum das Mädchen, das ein Teil seiner Seele ist ...

Inhalt/Klappentext:
Als Rune Kristiansen nach Blossom Grove zurückkehrt, hat er nur eins im Sinn. Herausfinden, was mit Poppy passiert ist. Herausfinden, warum das Mädchen, das ein Teil seiner Seele ist und das ihm einst versprochen hat, bis in alle Ewigkeit auf ihn zu warten, ihn ohne ein Wort der Erklärung aus ihrem Leben verbannt hat. Zwei Jahre lang hat Poppys Stille Runes Herz jeden Tag aufs Neue gebrochen, doch als er ihr nach all der Zeit das erste Mal wieder gegenübertritt, weiß er augenblicklich, dass der schlimmste Schmerz ihnen erst noch bevorsteht.

Eindruck:
Nachdem ich „A wish for us“ zu Beginn des Jahres gelesen und unfassbar geliebt habe, konnte ich es kaum abwarten endlich die Geschichte von Rune und Poppy zu lesen. Natürlich waren meine Erwartungen dementsprechend sehr hoch, denn ein Jahreshighlight ist schwer zu übertreffen, doch mit „All your kisses“ hat Tillie Cole es geschafft mich maßlos zu überzeugen. Noch nie zuvor hat mich eine Geschichte so tief im Herzen getroffen und ebenso habe ich noch nie ein Buch gelesen, das so unheimlich viel Schmerz, tausende Emotionen und wunderschöne Momente gleichzeitig vereint.

Tillie Coles Schreibstil ist einzigartig und unvergleichlich. Ihre Art mit Worten umzugehen, sie mit unzähligen Gefühlen zu füllen und diese anschließend auf den Leser zu übertragen ist ganz wundervoll und einfach bemerkenswert. In jedem Buchstabe steckt so viel Schmerz, der einen durch die ganze Geschichte begleitet und schlussendlich bitter weinen lässt.
Die Autorin schreibt unfassbar intensiv und doch mit einer gewissen Sanftheit, die stark unter die Haut geht. Zudem steckt hinter jeder Zeile, hinter jedem wunderschönen Zitat, eine so große Bedeutung und eine unvergessliche Botschaft, die sich nicht nur auf Runes und Poppys, sondern auch auf das Leben des Lesers bezieht. Ich glaube nicht, dass ich jemals ein Buch gelesen habe, welches mich so tief berührt hat und bin sicher, dass ich diese Geschichte noch lange mit mir tragen werde.

Erzählt ist „All your Kisses“ abwechselnd aus den jeweiligen Perspektiven unserer Protagonisten Rune und Poppy. So konnte ich einen weitläufigen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelten beider Charaktere bekommen und ihre Ängste, ihr Leiden, ihre Zweifel und ihre Unsicherheiten besser nachvollziehen. Zudem hatte ich die Möglichkeit ihre innigsten Wünsche und Hoffnungen tief in mir zu spüren, mit ihnen zu fühlen und Abenteuer für Abenteuer zusammen mit Poppy und Rune zu erleben.

Poppy ist eine wirklich bewundernswerte Protagonistin, die mir schon zu Beginn des Buches sehr ans Herz gewachsen ist. Die unglaubliche Lebensfreude, die sie zu jeder Zeit ihres Daseins ausstrahlt beeindruckt mich sehr, genau wie ihre faszinierende Einstellung zum Leben. Sie ist nicht interessiert an der Meinung anderer und zieht ihr eigenes Ding durch, was sie trotz ihrer zierlichen Person zu einer starken, jungen Frau macht. Poppy sieht die Welt nicht wie jeder andere Mensch, sondern sie betrachtet alles um sie herum aus ihren eigenen Augen. Ihr besonderer Blick sieht in allem Negativen das Positive und sie animiert ihre Mitmenschen dazu, das Gleiche zu sehen. Auch mir als Leserin hat Poppy wieder ins Gedächtnis gerufen, wie sehr man jeden Tag schätzen sollte, wie dankbar man für jede Sekunde sein sollte und wie wichtig Abenteuer und die damit verbundenen Erinnerungen im Leben sind. Die Botschaft, die sie der Welt mitteilt ist wahnsinnig wichtig und Poppys Schicksalsschlag zeigt wie unheimlich kostbar das Leben ist.
Charakterlich ist Poppy ein wahnsinnig sanftmütiger, ehrlicher und liebevoller Mensch, der neben unzähligen Abenteuern auch die ruhigen Momente im Leben schätzt. Zudem ist die Musik ein wirklich bedeutsamer und wichtiger Bestandteil ihres Alltags, den sie grenzenlos und ohne umschweifen liebt. Besonders faszinieren mich ihre unvergesslichen Weisheiten und ihre natürliche Art, die sie zu keinem Zeitpunkt verstellt. Poppy ist Poppy, ein unheimlich sympathisches, junges Mädchen, dessen Geschichte mich tief berührt hat.

Rune ist auf den ersten Blick ein stark verbitterter, mürrischer und in sich gekehrter Charakter, der zunächst niemanden an sich heran lässt. Doch in Wirklichkeit trägt auch Rune, mit seiner kühlen Fassade, enorm viele Gefühle mit sich, die er zunächst nur Poppy, aber im Laufe der Geschichte auch gegenüber des Lesers zeigt. Sein Charakter ist so einzigartig, tiefgründig und greifbar, wie man es erst gar nicht erwartet und ich liebe Rune als liebevollen, einfühlsamen und offenherzigen Mensch, der für seine Liebe des Lebens durchs Feuer gehen würde. Auch seine Leidenschaft für Fotografie ist etwas ganz besonderes, das Rune als Menschen ausmacht. Im Laufe der Geschichte macht er eine grandiose Entwicklung durch, die der Leser Schritt für Schritt begleiten darf. Dieser Weg ist zwar mit einigen Hürden, Steinen, Niederschlägen und schmerzhaften Erfahrungen verbunden, doch schlussendlich wird genau aus diesem emotionalen Prozess der starke Junge, der Rune am Ende ist.

Auch die Nebencharaktere sind ganz wundervoll und sehr bedacht mit in die Geschichte integriert worden. Jede Person hatte ihre eigene kleine Rolle in Runes und Poppys Leben und viele Momente wurden durch sie noch besonderer, als sie es eigentlich schon sind. Ob Savannah, Ida, Jorie oder die Eltern der beiden Protagonisten. Sie alle tragen zu der Geschichte und den wunderschönen Momenten bei, die ich unheimlich genossen habe.

”All your Kisses” ist mit einer einzigartigen und wunderschönen Liebesgeschichte verbunden. Es ist die wunderschönste und gleichzeitig herzzereißend traurigste Geschichte, die ich jemals gelesen habe und vermutlich auch lesen werde. Ich finde keine ausreichenden Worte dafür was Rune und Poppy in mir ausgelöst haben, denn die Verbindung, die zwischen den beiden besteht, ist mehr als nur eine einfache Beziehung. Es ist eine Seelenverwandschaft und eine Geschichte zweier Menschen, die schon immer füreinander bestimmt waren. Im ersten Moment klingt das nach purem Kitsch und einer guten Portion Drama, da man erst während des Lesens spürt, dass ein Leben ohne den jeweils anderen unmöglich ist. Die innige Liebe, die zwischen Rune und Poppy steht kann Nichts und Niemand durchbrechen, denn sie gehören zusammen wie Licht und Schatten und sind in jeder Situation der Rettungsanker des anderen. Es ist unmöglich auch nur annähernd zu beschreiben, was ich während des Lesens gespürt habe. Da waren brutaler Schmerz, Glücksgefühle, aber auch eine tiefe Traurigkeit, die mich immer wieder übermannt hat. Um diese Emotionen nachvollziehen zu können muss man die Geschichte selbst lesen, den Schmerz am eigenen Körper spüren und mit den Charakteren mitfühlen und ich verspreche euch, ihr werdet das gleiche empfinden wie ich.

Den Leser erwarten im Laufe des Buches wirklich besondere Momente, bedeutungschwere Augenblicke, die mir nicht so schnell aus dem Kopf gehen werden. “All your Kisses” ist die reinste Achterbahnfahrt der Gefühle und ein Buch, bei dem selbst mir die Tränen gekommen sind. Ich musste noch nie so sehr aufgrund einer fiktiven Erzählung weinen. Tillie Cole hat es aber geschafft mich mit ihren Worten so tief zu ergreifen und hat einiges in mir ausgelöst. Sie hat einfach wahnsinniges Talent das Geschriebene auf den Leser zu übertragen und vor allem zum Ende der Geschichte gab es einige Gänsehautmomente, die mir den Atem geraubt haben.

Wo wir schon davon sprechen: Ich hatte schon von Anfang an eine leise Vorahnung wie alles sein Ende nehmen wird. Doch dass es schlussendlich wirklich so kommt wie ich dachte, hätte ich nie erwartet. Es tat unheimlich weh das zu lesen, denn Poppys und Runes Schicksal ist der wunderschönste, als auch traurigste Ausgang einer Geschichte zugleich. Insbesondere der Epilog hat für mich noch einmal alles übertroffen und mich zwar wunschlos glücklich, aber auch sprachlos und tränenüberströmt zurückgelassen.
Insgesamt möchte ich an dieser Stelle eine riesengroße Leseempfehlung für dieses wahnsinnig emotionale Buch aussprechen. Ich bin mir sicher, dass hierbei jeder Leser, und vor allem Fans von Brittany C. Cherry und Emma Scott, auf seine Kosten kommen wird. (Und haltet Taschentücher bereit, denn hier bleibt kein Auge trocken !) Dass “All your Kisses” ein absolutes Jahreshighlight ist, sollte nach meiner Rezension wohl klar sein, denn Rune und Poppy werden ich noch lange in meinem Herzen tragen.

Fazit:
“All your Kisses” ist das besonderste und einzigartigste Buch, das ich jemals lesen durfte. Es beinhaltet unheimlich viel Schmerz, Trauer, Leiden, sowie intensive und unvergessliche Momente, die ich immer mit mir tragen werde. Rune und Poppy sind zwei Seelenverwandte, die ein gemeinsames und herzzereißendes Schicksal teilen, das mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Ihre Geschichte inspiriert mich in vielerlei Hinsicht und Tillie Cole sendet hiermit eine ganz wundervolle Botschaft in die Welt. Eine große Leseempfehlung und ein Highlight 2020 !
5/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere