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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.07.2022

Fehmarn ist nicht nur Idylle...

Klippenfall
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Ein Hilferuf via sms von ihrer zwölfjährigen Tochter Emmi lässt Sylke alles stehen und liegen lassen und zur Steilküste Fehmarns eilen. Doch statt helfen zu können wird Sylke selbst niedergeschlagen und ...

Ein Hilferuf via sms von ihrer zwölfjährigen Tochter Emmi lässt Sylke alles stehen und liegen lassen und zur Steilküste Fehmarns eilen. Doch statt helfen zu können wird Sylke selbst niedergeschlagen und erwacht gefangen in einem Haus. Ein wahrer Albtraum beginnt…

Es ist bereits der zweite Fehmarn-Krimi aus der Feder von Meike Messal. Für mich war es die erste Begegnung mit der Insel, doch die Beschreibungen waren so anschaulich und gelungen, dass ich mir alles gut vorstellen konnte.
Der Beginn ist sehr spannend und man fragt sich natürlich welches Motiv hinter den Entführungen steckt. Natürlich bleibt das Fehlen von Sylke und ihrer Tochter Emmi nicht unbemerkt. Levke, Sylkes beste Freundin wendet sich an die Polizei, die sie jedoch nicht ganz ernst nimmt. Daher beginnt sie auf eigene Faust zu suchen. Derweil erleben Sylke und Emmi immer mehr kuriose Dinge in ihrer Gefangenschaft im Haus.
Um die Spannung noch zu steigern setzt zweiter Erzählstrang ein, den man anfänglich nicht klar einordnen kann. Stattdessen tauchen immer neue Rätsel auf und man kann herrlich mitraten, wie alles zusammenhängt bzw. wer hinter alldem steckt. Zum Ende hin gibt es noch einen kleinen Showdown, der mit einer unvorhersehbaren Auflösung endet.
Alles in allem ein spannender Krimi, besonders für die Fans der Insel Fehmarn. Einzig die Erlebnisse und das Verhalten von Sylke und Emmi in ihrer Gefangenschaft fand ich anfänglich etwas seltsam und nicht ganz nachvollziehbar. Doch sobald man die Auflösung des Ganzen erfährt, erscheint es dann logisch.

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Veröffentlicht am 26.06.2022

Krimi mit Wohlfühlcharakter

Dänische Brandung (Ein Gitte-Madsen-Krimi 4)
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Es ist bereits der vierte Fall für die sympathische Bestatterin Gitte Madsen. Und wie schon in den vorhergehenden Bänden gibt es auch hier gleich zu Beginn des Buches eine Leiche.

Auf den ersten Blick ...

Es ist bereits der vierte Fall für die sympathische Bestatterin Gitte Madsen. Und wie schon in den vorhergehenden Bänden gibt es auch hier gleich zu Beginn des Buches eine Leiche.

Auf den ersten Blick ist die Mutter des Inseljournalisten Nils ein ganz normaler Todesfall, doch bei der Waschung der Leiche entdeckt Gitte Ungewöhnliches. Schnell stellt sich heraus, dass der vermeintliche Herzinfarkt Ellas ein Mord ist. Und ausgerechnet Gittes Vater, der jahrelang als verschollen galt und nun wiederaufgetaucht ist, war der Letzte, der Ella gesehen hat….
Eigentlich sollte der kleine Ort Marielyst Garant für einen idyllischen Urlaub sein. Doch seit die Bestatterin Gitte hier Fuß gefasst hat, gibt es immer wieder kuriose Todesfälle, die Gittes Neugier wecken. Die Halbdänin ist unglaublich neugierig und sehr hartnäckig, wenn es darum geht etwas herauszufinden. Aber auch ihre humorvolle Art machen die Bestatterin sehr sympathisch, man muss sie einfach mögen! Und gerade weil ihr Vater in den Fall verwickelt ist, ist sie in diesem Fall besonders interessiert.
Die Autorin zeichnet ein tolles Bild von dem idyllischen kleinen Ort Marielyst. So geht man nicht nur gemeinsam mit Gitte auf Verbrecherjagd, sondern bekommt auch noch ein wenig Urlaubsflair geliefert, der Lust auf eine Reise macht. Natürlich gibt es auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten, die man mittlerweile liebgewonnen hat. Allen voran Kommissar Ole Ansgaard, dessen Beziehung zu Gitte sich immer weiterentwickelt.
Die Spannung baut sich anfänglich zwar etwas langsam auf, doch dann ist man von dem Fall gefesselt. Stück für Stück kommt man der Lösung näher und wird am Ende doch ziemlich überrascht.

Insgesamt ein spannender Krimi, der eben auch ein wenig Urlaubsflair vermittelt. Ich bin gespannt auf den nächsten Fall.

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Veröffentlicht am 26.06.2022

Mein Thriller-Highlight des Jahres

Kaltherz
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Nur acht Minuten war die kleine Marie allein im Auto. Doch als die Mutter zurückkehrt ist das Mädchen verschwunden. Kommissarin Kim Lansky übernimmt die Ermittlungen und muss dabei sich ihrer eigenen Vergangenheit ...

Nur acht Minuten war die kleine Marie allein im Auto. Doch als die Mutter zurückkehrt ist das Mädchen verschwunden. Kommissarin Kim Lansky übernimmt die Ermittlungen und muss dabei sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

Was für ein Thriller! Hier stimmt wirklich alles. Allein schon der Erzählstil ist kaum zu toppen. Nicht nur unglaublich fesselnd erzählt, auch die Sprache ist irgendwie frisch und mit jeder Menge ironischer Bemerkungen gewürzt.
Im Mittelpunkt steht hier Kim Lansky, eine eigensinnige und sehr direkte Kommissarin, die nun in der Vermisstenabteilung ihre letzte Chance bekommt. Wenn Lansky ein Ziel verfolgt, geht sie auch gerne mal mit dem Kopf durch die Wand und Regeln sind nur dazu gemacht, sie zu brechen. Doch Geschichte wird auch aus den Perspektiven von Jakob und Clara, den Eltern Maries, sowie Marie selbst erzählt. Jeweils aus der Ich-Perspektive, die der erzählenden Person unglaublich gut angepasst wurde, sodass man sich perfekt in die Figur hineinversetzen kann. So formt sich langsam ein Bild über das, was geschehen ist und man glaubt der Wahrheit auf Spur zu sein. Doch plötzlich gibt es zahlreiche Wendungen, die einen vollkommen unvorhersehbar treffen. Selbst auf den letzten Seiten kommt es noch zu Überraschungen.
Ein perfekter Thriller, der sehr spannend erzählt und genial konstruiert ist. Einmal begonnen, kann man das Buch vor Spannung kaum aus der Hand legen. Einfach nur brillant!

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Veröffentlicht am 19.06.2022

Spannend, aber auch "V" wie verwirrend

Das Haus der stummen Toten
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Als Eleanor ihre Großmutter Vivianne besuchen will, findet sie diese ermordet vor. Noch in der Tür war Eleanor dem Mörder begegnet, konnte ihn jedoch aufgrund ihrer Gesichtsblindheit nicht erkennen. Wenig ...

Als Eleanor ihre Großmutter Vivianne besuchen will, findet sie diese ermordet vor. Noch in der Tür war Eleanor dem Mörder begegnet, konnte ihn jedoch aufgrund ihrer Gesichtsblindheit nicht erkennen. Wenig später erfährt sie, dass Vivianne ihr den Gutshof Solhöga hinterlassen hat, von dessen Existenz sie zuvor noch nie gehört hatte. Gemeinsam mit ihrem Freund Sebastian reist Eleanor nach Solhöga. Doch schon bald geschehen unheimliche Dinge in dem Haus.

Schon „Das Dorf der toten Seelen“ konnte mich begeistern und so war ich gespannt auf das neue Werk der Autorin. Erzählt wird die spannende Geschichte auf zwei Zeitebenen. Hauptsächlich ist es Eleanors Perspektive, die man zu lesen bekommt, während der zweite Erzählstrang im Jahr 1965 beginnt. Hier kommt Annuschka zu Wort, die zu dieser Zeit ein Dienstmädchen auf Solhöga war. Damit ergeben sich gleich mehrere Rätsel. Zum einen fragt man sich natürlich wer der Mörder von Vivianne ist und ob dieser unter den Anwesenden auf Solhöga weilt. Gleichzeitig ist man von den mysteriösen und fast gruseligen Geschehnissen auf Solhöga fasziniert. Des Rätsels Lösung nimmt natürlich in der Vergangenheit seinen Anfang und so erfährt man Stück für Stück so langsam die Wahrheit. Besonders die Entwicklung der Geschichte in der Vergangenheit hat mir besonders gut gefallen. Hier hat die Autorin sich einige überraschende Momente einfallen lassen.

Einziges Manko war die Namensgebung der weiblichen Figuren, von denen einige in der Handlung vorkommen. Diese beginnen alle mit „V“ und klingen sehr ähnlich. Vivianne, Victoria, Vendela, Veronika. Wer hier nicht höllisch aufpasst, kann schon die eine mit der anderen Figur verwechseln. Warum diese Namensgebung so erfolgte, hat sich mir auch nach Beendigung des Buches nicht erschlossen.
Insgesamt wieder ein spannender Thriller, der mich begeistern konnte. Durch die vielen Perspektivwechsel lässt sich das Buch unglaublich schnell lesen. Die junge Autorin ist erfolgreich in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten.

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Veröffentlicht am 12.06.2022

Coming home

City on Fire
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Es ist das Jahr 1986. Die irische und die italienische Mafia beherrschen die Straßen von Rhode Island. Beide Verbrechersyndikate leben in friedlicher Koexistenz miteinander. Auf der irischen Seite stehen ...

Es ist das Jahr 1986. Die irische und die italienische Mafia beherrschen die Straßen von Rhode Island. Beide Verbrechersyndikate leben in friedlicher Koexistenz miteinander. Auf der irischen Seite stehen Danny Ryan und Pat Murphy, Freunde seit Kindesbeinen, fast an der Spitze. Doch noch hält Pats Vater John die Zügel in der Hand. Auf der italienischen Seite steht die Familie Moretti. Doch als Pats Bruder Liam einem der Morettis die Frau ausspannt, bricht ein Krieg zwischen den beiden Clans aus.

Don Winslow ist für mich seit jenem legendären „Die Tage der Toten“ der Inbegriff des spannungsgeladenen amerikanischen Thrillers. Besonders sein Erzählstil ist etwas ganz Besonderes und sucht seinesgleichen. Gradlinig und ohne zu beschönigen, spannungsgeladen und temporeich. So auch dieses Buch, bei dem es hauptsächlich um die Geschichte von Danny Ryan geht.
„City on Fire“ ist der erste Band einer Trilogie. Eine Trilogie, die schon jetzt fast an ein Epos heranreicht. Der Beginn der Handlung liegt in den 80er und wird wohl bis in die 90er Jahre fortgeführt. Man lernt so einiges über die irische und italienische Mafia, aber auch die klassischen Themen wie Liebe und Hass, Verrat und Loyalität kommen nicht zu kurz.
Nach Angaben Winslows wird dies wohl sein letztes Werk sein. Für ihn ist es eine Art Heimkommen, da der Autor selbst aus Rhode Island stammt, bisher aber noch nie über seine Heimat geschrieben hat. Zwei Bände werden noch folgen, ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.

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