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Veröffentlicht am 30.04.2026

Spannungsroman, kein Thriller

Noch fünf Tage
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Die Silvesternacht wird für die Milliardärsfamilie Harman zum Albtraum. Das Ehepaar und die beiden Kinder werden vergiftet. Zubereitet wurde das Festmahl von der Spitzenköchin Lis Castrop. Diese hat ebenfalls ...

Die Silvesternacht wird für die Milliardärsfamilie Harman zum Albtraum. Das Ehepaar und die beiden Kinder werden vergiftet. Zubereitet wurde das Festmahl von der Spitzenköchin Lis Castrop. Diese hat ebenfalls von dem Gift abkommen, ist aber noch am Leben. Die Ärzte geben ihr noch fünf Tage. Doch Lis ist nicht nur Opfer, sondern auch Verdächtige. Die verbleibende Zeit setzt Lis alles daran, ihren eigenen Mordfall aufzuklären.
Fünf Tage sind wirklich nicht viel Zeit, um aus dem Krankenbett heraus einen Mord aufklären zu wollen. Das Buch beginnt mit Tag 1 um 4.38h. Die fünf Tage sind auch gleichzeitig Abschnitte in dem Buch, die nochmals minutiös aufgeteilt sind, als Hilfsmittel dient hier eine digitale Uhr, die sich in Krankenzimmer von Lis befindet. Erzählt wird jedoch auf zwei Ebenen. In eingeschobenen Rückblicken erfährt man, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass Lis für die Harmans tätig wurde. Man erfährt in welcher Beziehung Lis zu den Harmans stand. Denn Lis war nicht nur eine Spitzenköchin, sondern drang immer mehr in das Leben der einzelnen Familienmitglieder ein. Zudem kommen durch diese Rückblicke auch immer mehr potentielle Täter mit ins Spiel.
Lis selbst konnte mich nicht richtig überzeugen. Ich fand ihr Verhalten etwas seltsam. Eine Frau, der nur noch so wenig Zeit zum Leben bleibt und die kaum leidet. Auch der Verlust ihrer Haare macht ihr nichts aus, sie sitzt dies alles mit einer stoischen Ruhe aus. Für mich war das nicht überzeugend und wenig authentisch. Gut hingegen fand ich ihre Bemühungen was die Versorgung ihrer Tochter Cosima nach ihrem Ableben anbelangt.
Die Auflösung hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm. Eine Mischung von „aus dem Hut gezaubert“ und einfach nur logisch.
Insgesamt eine sehr interessante Idee, die Umsetzung fand ich etwas realitätsfremd. Manche Details aus dem Gourmetbereich fand ich etwas langatmig, unterstrichen jedoch die Figuren. Auch den Blick auf das Benehmen der Superreichen kann als eine Art Gesellschaftskritik gesehen werden. Damit konnten die vier Sterne gerettet werden.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Absolut gelungen

Meine tote Schwester: Psychothriller
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Mia lebt mit ihrer Mutter neben einer verlassenen Villa. In dem Nachbarhaus starb vor elf Jahren Mias Schwester Jasmin. Seitdem steht das Haus leer und Mia musste ihrer Mutter versprechen, die Villa niemals ...

Mia lebt mit ihrer Mutter neben einer verlassenen Villa. In dem Nachbarhaus starb vor elf Jahren Mias Schwester Jasmin. Seitdem steht das Haus leer und Mia musste ihrer Mutter versprechen, die Villa niemals zu betreten. Doch nun zieht Lukas mit seiner Mutter dort ein. Gerüchten zufolge soll Lukas an seiner alten Schule seine Freundin getötet haben. Als kurz darauf ein weiteres Mädchen stirbt, fällt der Verdacht sofort auf Lukas.
Catherine Shepherd begeistert mich schon seit vielen Jahren mit ihrer Zons-Reihe, sowie der Serie rund um Spezialermittlerin Laura Kern bzw. der Rechtsmedizinerin Julia Schwarz. Nun wagt sich die Autorin an ein neues Genre, den Psychothriller. Im Mittelpunkt stehen hier 16jährige Jugendliche, von denen die meisten ein Faible für Lost Places haben. Deren Handlungen sind es auch, die die Story immer wieder vorantreiben, während die Polizeiarbeit kaum thematisiert wird. Der Erzählstil ist wie gewohnt wieder sehr flüssig und man fliegt nur so durch die Seiten. Es gibt mehrere Verdächtige und man kann bestens miträtseln. Normalerweise ist die Auflösung bei Catherines Thrillern so gut wie nie im Verlauf erkennbar und ich bin jedes Mal auf Neue über den Ausgang überrascht. Dieses Mal wurde es mir etwas einfacher gemacht, Rätselspaß hatte ich dennoch ausreichend.
Zudem war das Buch auch sehr spannend und hat mich gut unterhalten. Nur das Thema „Psycho“ kam mir ein wenig zu kurz. Dabei hat die verlassene Villa eine geheimnisumwobene Geschichte, die durchaus ausbaufähig gewesen wäre. Da dieser Band jedoch ein Reihenauftakt ist, könnte es durchaus sein, dass die Geheimnisse der Villa und ihren ehemaligen Bewohnern noch einmal aufgegriffen werden.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Albtraumforschung mit Luft nach oben

REM
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Alysee ist gerade mal vier Jahre alt als ihr Vater stirbt. „Du darfst nicht einschlafen“ sind seine eindringlichen letzten Worte, die er an seine Tochter richtet. Doch dies gelingt ihr nicht und als sie ...

Alysee ist gerade mal vier Jahre alt als ihr Vater stirbt. „Du darfst nicht einschlafen“ sind seine eindringlichen letzten Worte, die er an seine Tochter richtet. Doch dies gelingt ihr nicht und als sie aufwacht ist ihr Vater tot. Alysee wächst bei einer Pflegefamilie auf, gemeinsam mit ihrem besten Freund Nico. Die Angst vor dem Einschlafen verliert sie nie.
21 Jahre später erfährt sie, dass ihr Vater ihr ein Hotel hinterlassen habe. Gemeinsam mit Nico macht sich Alysee auf den Weg dorthin. Doch der Traum vom Erbe entwickelt sich ganz schnell zum Albtraum.
Mit“ REM“ legt Annika Strauss in Zusammenarbeit mit Sebastian Fitzek einen Horror-Thriller vor, der aber eher das Genre Fantasy bedient. Wer zudem einen waschechten Fitzek erwartet, der wird schnell eines Besseren belehrt. Der Titel REM (Rapid Eye Movement) gibt ja schon den Hinweis auf die Thematik. Es geht um Träume, besser noch um Albträume. Was wäre, wenn es möglich wäre diese aufzuzeichnen und sich erneut anzusehen? Die Idee eines Somnakulars, einer Art virtueller Brille, die eben diese Träume aufzeichnen kann fand ich sehr interessant und spannend. Doch leider wurde dieses Thema nicht vertieft. Es geht zwar sehr spannend los, doch dann entwickelt sich das Ganze eher zu einem actiongeladenen Kampf gegen wahrgewordene Albtraummonster. Es passiert wirklich ständig etwas und so fliegen die Seiten nur so dahin. Langeweile bleibt hier ein Fremdwort. Dazu gibt es sehr kurze Kapitel, bei denen permanent die Perspektiven wechseln. Auch die Spannung steigt zum Ende hin noch einmal an bis hin zum kleinen Showdown.
Für einen Horror-Thriller hatte das Buch für mich zu wenig Horror zu bieten. Unterhaltsam war es auf jeden Fall und auch der Erzählstil konnte bei mir punkten. Dennoch empfand ich das Ganze eher als etwas überdrehte Action.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Gelungener Auftakt mit außergewöhnlicher Ermittlerin

Tatort Trelleborg - Gunni Hilding ermittelt
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„Tatort Trelleborg“ ist der Auftakt einer neuen Reihe von Matias Edvardsson. Im Mittelpunkt steht dabei die junge und ambitioniert Polizeimeisterin Gunni Hilding. Sie wird überraschend ins Dezernat für ...

„Tatort Trelleborg“ ist der Auftakt einer neuen Reihe von Matias Edvardsson. Im Mittelpunkt steht dabei die junge und ambitioniert Polizeimeisterin Gunni Hilding. Sie wird überraschend ins Dezernat für Gewaltverbrechen geholt und soll hier den Tod eines achtjährigen Jungen aufklären. Fünf Jahre später ereignet sich ein ähnlicher Fall. Wieder ist ein Junge verschwunden und die Umstände erinnern an den ersten Mord. Ist es die Tat eines Serientäters?
Die Geschichte beginnt im Jahr 1989, eine Zeit in der die Telefone noch Kabel hatten und Recherchearbeit noch ganz anders ablief. Fünf Jahre später steckt das Internet noch in den Kinderschuhen und Erinnerungen an diese Zeit wurde bei mir geweckt. Es wurde überall geraucht und zu viel getrunken und auch die Polizeimaßnahmen waren andere als heute.
Mit Gunni Hilding hat der Autor eine sympathische und gleichzeitig ungewöhnliche Figur geschaffen. Gunni lebt von ihrer Familie getrennt und leidet darunter. Sie verbringt mehr Zeit mit ihrem Pferd als mit anderen Menschen, von denen sie immer wieder enttäuscht wird. Dennoch hat mir Gunni sehr gefallen, sie ist eine vielschichtige Figur.
Ein wenig gestört hat mich zu Beginn des Buches die Vielzahl von Nachbarn des verschwundenen Jungen. Es handelte sich dabei oft um alleinerziehende Väter mit ihren Söhnen. Ohne Notizen, wer da wer ist, wäre ich verloren gewesen. Zum Glück festigten sich die Figuren mit der Zeit und man bekommt den Überblick.
Die Kapitel waren alle angenehm kurz und durch den spannenden Aufbau flogen die Seiten nur so dahin. Der Autor legt geschickt falsche Fährten aus und man rätselt die ganze Zeit wer der Täter in den sein könnte. Es bleibt also bis zur Auflösung spannend. Am Ende gibt es noch einen ganz fiesen Cliffhanger, der gleichzeitig die Neugier auf den zweiten Band weckt.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Den Naturgewalten ausgesetzt

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Starke Unwetter halten die Grenzregion Karwendel in Atem. Zahlreiche Flüsse sind über die Ufer getreten und reißen alles mit sich. Es gibt etliche Vermisste. Auf der deutschen Seite hat Oberkommissarin ...

Starke Unwetter halten die Grenzregion Karwendel in Atem. Zahlreiche Flüsse sind über die Ufer getreten und reißen alles mit sich. Es gibt etliche Vermisste. Auf der deutschen Seite hat Oberkommissarin Alexa Jahn schon jetzt alle Hände voll zu tun. Da wird in einer Schlucht noch ein weiterer Toter gefunden, der offensichtlich ermordet wurde. Auf der österreichischen Seite ist Chefinspektor Bernhard Krammer auf der Suche nach einer Gruppe Jugendlicher, die als vermisst gemeldet wurden.
Mit „Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten“ legt Anna Schneider bereits den sechsten Band der Serie vor, der in der Grenzregion zwischen Deutschland und Österreich verortet ist. Da ich die vorherigen Bände alle gelesen habe war ich schnell mit den Figuren vertraut. Die Fälle sind übrigens in sich geschlossen und können auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Nur wem die Entwicklung und Beziehung der beiden Protagonisten wichtig ist, dem empfehle ich die chronologische Reihenfolge. Beides sind sehr sympathische Charaktere, bei denen man gerne bei den Ermittlungen dabei ist.
Zu Beginn des Buches werden die Ausmaße der Flutkatastrophe sehr ausführlich und detailliert beschreiben und nehmen viel Raum ein. Man kann sich dadurch unheimlich gut in die Szenerie hineinversetzen und spürt nicht nur die Naturgewalten, sondern auch die Erschöpfung der Rettungskräfte, die an ihre Grenzen kommen. Die Perspektiven wechseln häufig zwischen den beiden Hauptfiguren und den verschiedenen Fällen, die von Alexa und Krammer verfolgt werden. Dies fand ich stellenweise etwas verwirrend, da auch gar nicht klar ist, ob die ganzen losen Fäden miteinander verbunden sind oder ob es sich um einzelne Fälle handelt. Dennoch ist das Buch sehr spannend geschrieben und der Erzählstil von Anna Schneider hat mich erneut überzeugt. Die Auflösung ist zwar logisch, wurde mir aber etwas zu schnell abgehandelt. Hier wäre es schön gewesen, den einen oder anderen Aspekt etwas mehr auszuleuchten.
Insgesamt wieder ein gelungener Grenzfall, der viel Spannung und Unterhaltung bietet. Ein paar Dinge sind noch offengeblieben. Diese werden wohl im nächsten Band, der Januar 27 erscheinen wird, wieder aufgenommen.

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