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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2020

Nicht wie gewohnt

Bluthölle (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 11)
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Alles beginnt mit einem Taschendiebstahl. Doch statt der erhofften Geldbörse findet Angela Wood nur ein ledergebundenes Notizbuch in der Tasche. Doch dieses Buch hat solch brisanten Inhalt, dass Angela ...

Alles beginnt mit einem Taschendiebstahl. Doch statt der erhofften Geldbörse findet Angela Wood nur ein ledergebundenes Notizbuch in der Tasche. Doch dieses Buch hat solch brisanten Inhalt, dass Angela es dem LAPD zukommen lässt. Es handelt sich dabei um eine Art Tagebuch eines Serienmörders, in denen er seine Taten beschreibt. Doch seine Handlungen werden gesteuert durch sogenannte „Stimmen“, die die Opfer, Todesart und Zeitpunkt und die Foltermethoden vorgeben. Da der Täter weiß, dass die Diebin ihn erkannt hat, setzt alles daran, sie zu finden und wieder an seine Notizen zu gelangen. Und der Gegner ist sehr, sehr gefährlich…
Dies war das erste Mal, dass mir allein schon die Widmung in einem Buch von Chris Carter eine Gänsehaut verursachte. Der Autor hat ein Corona-Opfer in seinem nahen Umfeld zu beklagen und dies scheint nicht spurlos an ihm vorbeigegangen zu sein.
Das Buch startet in gewohnter Manier sehr spannend und entwickelt sich mit seinen vielen Cliffhangern zu einem richtigen Page-Turner. Doch ab der Mitte ist irgendwie die Luft raus. Ich empfand das Ende sogar als langatmig, was äußerst ungewöhnlich ist. Anscheinend hat der Todesfall in Chris Carters Umfeld ihm sehr zu schaffen gemacht.
Insgesamt also dieses Mal leider nur ein mäßiges Ergebnis. Ich wünsche dem Autor viel Kraft und hoffe, dass er mit der Zeit wieder zu seiner alten Form findet.

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Veröffentlicht am 11.08.2020

Super Fortsetzung - Charlie, die zweite

Hagebuttenblut
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Charlie ist zurück! Nach dem großartigen Erfolg „Löwenzahnkind“ nun also der zweite Fall für Charlie Lager. Erneut kehrt die brillante Ermittlerin aus Stockholm in ihren Heimatort Gullspång zurück, der ...

Charlie ist zurück! Nach dem großartigen Erfolg „Löwenzahnkind“ nun also der zweite Fall für Charlie Lager. Erneut kehrt die brillante Ermittlerin aus Stockholm in ihren Heimatort Gullspång zurück, der Ort, den sie eigentlich nie wieder betreten wollte. Dieses Mal geht es um den Fall der verschwundenen Francesca vor gut 30 Jahren. Die damals 16jährige verschwand plötzlich nach dem Herbstball. Zuvor hat ihr bester Freund Paul angeblich Selbstmord begangen. Doch Francesca hatte daran ihre Zweifel.
Schon „Löwenzahnkind“ konnte mich total begeistern. Nun also die Fortsetzung der Reihe rund um Charlie Lager und wieder geht es in den Heimatort der Protagonistin. Mit dabei sind auch wieder einige Figuren aus dem Vorgängerband. Diese werden zwar kurz erklärt, dennoch empfiehlt es sich die Bücher in ihrer chronologischen Reihenfolge zu lesen, da man die Zusammenhänge so besser versteht. Charlie ist kein einfacher, aber trotzdem sehr sympathischer Charakter. Noch immer gehört Alkohol zu einem ihrer Probleme und auch sonst befindet sie sich in psychologischer Behandlung.
Erzählt wird auf sehr spannende Art und Weise. Man erfährt Stück für Stück aus der Perspektive Francescas in den Zwischenkapiteln aus der Zeit von vor 30 Jahren. Dies geschieht in Form von Tagebucheinträgen. Diese sind allerdings etwas rätselhaft und man fragt sich, ob man all dem Glauben schenken darf. Hinzu kommen immer mehr Erinnerungen von Charlie aus dieser Zeit, die damals ebenfalls in Gullspång lebte. Erst ganz am Ende zeichnet sich ein Bild ab und man erkennt die ganze Wahrheit. Ein paar Fragen bleiben allerdings immer noch offen und so bleibt die Hoffnung auf einen dritten Band.

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Veröffentlicht am 07.08.2020

Duffy in Bestform

Alter Hund, neue Tricks
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Die Tage bis zur Pension sind schon gezählt. Obwohl DCI Sean Duffy erst Anfang 40 ist, macht er nur noch einen Teilzeitjob. Dieser besteht hauptsächlich aus Papierkram erledigen und dies auch nur an sechs ...

Die Tage bis zur Pension sind schon gezählt. Obwohl DCI Sean Duffy erst Anfang 40 ist, macht er nur noch einen Teilzeitjob. Dieser besteht hauptsächlich aus Papierkram erledigen und dies auch nur an sechs Tagen im Monat. Dazwischen pendelt Duffy mit der Fähre zwischen seinem Arbeitsplatz in Carrickfergus, Nordirland und Schottland, wo er mit seiner Partnerin Beth und der gemeinsamen Tochter Emma lebt. Doch dann geschieht ein Mord an einem Maler und weil gerade alle in Urlaub oder sonst wo sind, muss Duffy noch mal ran. Erst sieht alles danach aus, als ob es sich um einen Fall von Autodiebstahl handelt, der unglücklich mit dem Tod des Besitzers endete. Doch dann tauchen immer mehr Ungereimtheiten auf. Warum rief der Maler immer wieder die Nummer einer Telefonzelle in Irland an? Wie konnte er sich einen Jaguar leisten? Duffy nimmt die Ermittlungen auf und ahnt noch nicht, dass er dabei selbst ins Visier gerät…
Es ist bereits der achte Fall für Sean Duffy. Die meisten der Fälle fanden in den 70er und 80er Jahren statt. Doch nun sind wir in den 90ern gelandet und die Pensionierung von Sean Duffy steht bereits in zwei Jahren an. Einiges hat sich verändert, denn die Zeit ist nicht stehen geblieben. Was immer noch gilt, ist der obligatorische Blick unter Duffys BMW, um zu prüfen, dass keine Sprengsätze angebracht wurden.
Mit dabei ist wieder Sergeant John McCrabban, den alle nur Crabbie nennen. Die beiden verfolgen eine Spur, die erst nach Irland führt, aber später noch weitere Kreise zieht. Das Ganze wird sehr spannend, aber auch unterhaltsam erzählt. Was mir wie immer sehr gut gefallen hat, ist die Art von Humor, die Adrian McKinty immer in seine Romane einbringt. Obwohl die Zeiten damals politisch gesehen nicht einfach waren, hat Sean Duffy immer seinen trockenen Humor bewahrt. Die schlimmste Zeit des Krieges mit der IRA ist zwar vorbei, aber so ganz darf man dem Frieden nicht trauen. Ich finde es auch immer wieder sehr spannend, wie man so nebenbei etwas über die Spannungen zwischen Nordirland und Irland erfährt.
War das jetzt der letzte Fall für Duffy? Ich hoffe nicht. Dieses Buch war auf alle Fälle eines der besten aus der Reihe rund um den smarten katholischen Bullen.

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Veröffentlicht am 02.08.2020

Die Serie hat schon Kult-Status

Tag X
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Ein Flugzeug stürzt in der Nähe Rostocks vom Himmel, der Pilot betrogen vom eigenen Bordcomputer. Der Verteidigungsminister wird in Afghanistan erschossen. Mehrere Ereignisse, die ganz Deutschland verunsichern. ...

Ein Flugzeug stürzt in der Nähe Rostocks vom Himmel, der Pilot betrogen vom eigenen Bordcomputer. Der Verteidigungsminister wird in Afghanistan erschossen. Mehrere Ereignisse, die ganz Deutschland verunsichern. Und sie sind erst der Beginn einer ganzen Serie von Anschlägen. Dahinter kann nur eine Organisation stecken, die von den allerhöchsten militärischen und politischen Kreisen gedeckt wird. Kein leichter Auftrag für das Team rund um Nicolas Eichborn und seiner Frau Helen. Um an den Feind heranzukommen, lässt Eichborn sich in die Gruppe einschleusen, von der sie vermuten, dass sie hinter den Anschlägen steckt. Eine heikle und brisante Aufgabe…
Es ist bereits der 6. Fall rund um das Ermittlerteam Nicolas und Helen Eichhorn. Die Fälle sind in sich geschlossen und somit unabhängig voneinander lesbar. Zwar tauchen viele Figuren aus den Vorgängern immer wieder auf, doch diese werden kurz vorgestellt und erklärt. Erzählt wird in gewohnter Manier. Es geht sehr ereignisreich und spannend zu, gleichzeitig kommt aber auch der Humor nicht zu kurz. Dafür sorgen hauptsächlich die flapsigen Kommentare von Nicolas, die einen immer wieder zum Schmunzeln bringen. Natürlich hat das Buch auch eine politische Dimension, doch ein Politthriller ist es definitiv nicht. Das Thema ist brisant und zum Glück nur fiktiv.
Das Ende war sehr spannend und actionreich beschrieben, ein richtiger Showdown noch dazu mit einem überraschenden Ende.
Wieder mal ein super Thriller von V.S. Gerling. Die Reihe rund um Nicolas und Helen Eichborn hat mittlerweile Kult-Status.

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Veröffentlicht am 27.07.2020

Tödliche Erkundungen

You Die Next – Du kannst dich nicht verstecken
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Eine Gruppe Urban Explorer, die sich auf die Erkundungen von stillgelegten Gebäuden spezialisiert hat, dringt in ein verlassenes Londoner Filmstudio ein. Der Trip wird dabei live im Netz gestreamt. Doch ...

Eine Gruppe Urban Explorer, die sich auf die Erkundungen von stillgelegten Gebäuden spezialisiert hat, dringt in ein verlassenes Londoner Filmstudio ein. Der Trip wird dabei live im Netz gestreamt. Doch plötzlich stößt die vierköpfige Gruppe auf einen sogenannten Kill room, ein Raum, in dem sich eine Leiche befindet. In Panik flüchten die Vier. Kurze Zeit später stirbt das erste Mitglied der Urban Explorer und auf dem Video-Kanal der Gruppe taucht folgende Frage auf: „Wer will als nächstes sterben?“…
Angesetzt auf den Fall wird Detective Dominic Bell. Aber auch die Psychologin Clementine Starke ermittelt auf eigene Faust. Beide kennen sich schon aus dem Vorgängerband „Wir sehen dich“ und ihre Beziehung ist etwas speziell. Ich kannte Band eins nicht, hatte aber auch keine Probleme der Handlung zu folgen, da genug Informationen aus dem Vorgänger zusammengefasst werden, die nötig sind, um die Handlung zu verstehen.
Erzählt wird hauptsächlich wechselweise aus der Perspektive der beiden Protagonisten Dominic und Clementine. Beide sind an dem Fall dran, wissen aber zunächst nicht, dass auch der andere ermittelt. So weiß man als Leser praktisch immer ein kleines bisschen mehr. Clementine ist eine ungewöhnliche Ermittlerin. Die Psychologin hat sich auf Internet Forschung spezialisiert und eine Obsession für den Ermittler entwickelt. Gleichzeitig versucht sie aber auch immer noch den Mord an ihrem Vater aufzuklären. Dominic Bell ist ebenfalls ein starker Charakter, den ich absolut sympathisch fand.
Der Erzählstil von Stephanie Marland hat mir sehr gut gefallen, die einzelnen Trips der Explorer sehr spannend beschrieben. Das Ende hat es ebenfalls in sich. Gerade, wenn man glaubt, das war es jetzt, setzt die Autorin noch mal einen drauf. So sind nach Abschluss des Buches noch einige Fragen offengeblieben, daher wird es wohl noch einen dritten Band geben, auf den ich mich schon freue.

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