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Veröffentlicht am 01.06.2023

Fesselnd, düster und mysteriös - eine Geschichte voller Entdeckungen...!

Gallant
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"Gallant - Im Garten der Schatten" von (Victoria) V.E. Schwab ist als gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag bei FISCHER Tor erschienen und umfasst 352 Seiten.

Das Cover ist wunderschön gestaltet und auch ...

"Gallant - Im Garten der Schatten" von (Victoria) V.E. Schwab ist als gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag bei FISCHER Tor erschienen und umfasst 352 Seiten.

Das Cover ist wunderschön gestaltet und auch das Design im Inneren des Buches gefällt mir sehr! Illustrationen, Schriftarten etc. sind passend zum Inhalt gewählt und unterstreichen die Geschichte vortrefflich.

Olivia, ein stummes Waisenkind, besitzt nur noch das Tagebuch ihrer Mutter, dessen Inhalt ziemlich mysteriös ist und das Mädchen permanent beschäftigt. Worte, Zeichnungen, ohne Sinn und Verstand - so gern möchte sich Olivia ihrer Mutter nah fühlen. Außerdem ist sie in der Schule eine Außenseiterin und sehr einsam. Einzig die Ghuls kommen ihr nahe, allerdings sind das tote, entstellte Menschen, die außer ihr niemand sehen kann...Als Olivia eines Tages den Brief eines Onkels erhält, sie möge nach Hause kommen, auf das Anwesen Gallant, ist sie zugleich ängstlich und aufgeregt - was wird das Mädchen dort erwarten?

Gallant entpuppt sich als schönes, geheimnisvolles Anwesen, auf dem es viel zu entdecken gibt. Aber eines lernt Olivia schnell: ihr Onkel ist tot, der Brief stammt nicht von ihm und ihr Cousin Matthew will sie schnellstens wieder loswerden, wenngleich (oder gerade weil) sie eine Prior ist und Gallant somit ihr Zuhause ist. Und dann ist da noch die Dunkelheit...

V.E. Schwab ist eine sehr bekannte Autorin, für mich war es allerdings das erste Buch von ihr. Ihr Schreibstil konnte mich direkt in ihren Bann ziehen und der geheimnisvollen, düsteren und mysteriösen Atmosphäre, die sie in ihrem Roman entstehen ließ, konnte ich mich nicht entziehen. Die Location ist wunderschön, zugleich seltsam und voller Geheimnisse... Dann gibt es da im Garten diese Mauer, und auf der anderen Seite lauert...?!

Faszinierend, wie dicht Licht und Schatten, Leben und Tod beienanderliegen und wie ähnlich sich alles ist - und doch so ganz anders...

Mir hat besonders die außergewöhnliche Art gefallen, wie sich Olivia beim Entschlüsseln des Tagebuches ihre Vergangenheit und die Familiengeschichte mehr und mehr offenbaren. Die Handlung wird gegen Ende ausgesprochen fesselnd und die Geschehnisse entwickeln sich rasant, doch darauf kann ich unmöglich näher eingehen, ohne zu spoilern - am Besten Du liest "Gallant" selbst und erlebst mit Olivia deren packende Story...


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Veröffentlicht am 31.05.2023

Lebensgefahr für Tierhalter in Remslingen? Ein äußerst spannender 4. Fall für Mondrian und Alfons!

Sherlock ist ausgeflogen
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"Sherlock ist ausgeflogen" von Jürgen Seibold ist als Taschenbuch bei Piper erschienen und bietet 304 Seiten spannendes Lesevergnügen.

Dieser Fall ist in sich abgeschlossen und kann somit unabhängig gelesen ...

"Sherlock ist ausgeflogen" von Jürgen Seibold ist als Taschenbuch bei Piper erschienen und bietet 304 Seiten spannendes Lesevergnügen.

Dieser Fall ist in sich abgeschlossen und kann somit unabhängig gelesen werden.

Wo sind Poirot, Wisting und Sherlock? Der Hund des Staatsanwalts Jäckel namens Poirot ist verschwunden, am Ort der Entführung blieb ein blutiges Stück Flokati zurück. Kurze Zeit später fehlt die Katze Wisting, die der Polizistin Hanna gehört. Diese traut sich aber nicht, sich ihren Kollegen zu offenbaren, denn sie ist neu in Remslingen und möchte sich nicht lächerlich machen im neuen Kollegenkreis. Schließlich verschwindet auch noch Sherlock, einer der beiden Kakadus von Alfons, und von diesem Zeitpunkt an kann sich dieser einfach nicht mehr aus den Ermittlungen heraushalten...Statt der beiden Tiere blieb auch hier jeweils ein blutiges Teppichstück zurück. Und bald darauf gibt es eine menschliche Leiche...dann ist auch Buchhändler Robert Mondrian wieder mit dabei und ermittelt mit seiner wohlüberlegten, besonnenen und charmanten Art. Werden die vermissten Tiere wieder auftauchen? Und haben die Tierschützer mit den geheimnisvollen Vorgängen zu tun?

Jürgen Seibold hat abermals einen grandiosen Regionalkrimi mit einer sehr aussergewöhnlichen Idee geschrieben, der von Beginn an fesselt und zugleich mit seinem Humor punktet.

Facettenreiche Charaktere, die ich zu einem Großteil schon im vorigen Band liebgewonnen habe (die ersten beiden Fälle muss ich mir unbedingt auch noch besorgen...!), ausgesprochen detailreiche Beschreibungen, ein clever ausgeklügelter Kriminalfall, ordentlich Lokalkolorit und eine gute Portion Humor machen diesen Krimi zu etwas ganz Besonderem.

Dazu kommen zahlreiche überraschende Wendungen und unerwartete Ereignisse, die mich bei der Lektüre ordentlich knobeln und mitfiebern ließen - und Roberts Traum entpuppt sich ebenfalls als bedeutsam...wieder einmal ;) Dennoch blieb der wahre Täter (oder die wahre Täterin) bis zum Schluß im Dunkeln!

Die Charaktere sind unglaublich liebevoll erschaffen und es war wie ein Treffen mit guten Freunden, sie alle wiederzulesen - neben Mondrian und Alfons schätze ich besonders den Puppenspieler Gustaf Kruse und die Herren Fontana! Watson tat mit diesmal ziemlich leid, so ohne seinen Sherlock...!

Unbedingt empfehlenswert - ich freue mich jedenfalls schon sehr auf den nächsten Fall <3

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Veröffentlicht am 24.05.2023

Solider und origineller Krimi, aber sehr konstruiert...!

30 Tage Dunkelheit
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"30 Tage Dunkelheit" von Jenny Lund Madsen ist als Taschenbuch mit 400 Seiten beim Tropen Verlag erschienen.

Hannah Krause-Bendix, eher erfolglose Schriftstellerin, nimmt aus Frust bei einer Buchmesse ...

"30 Tage Dunkelheit" von Jenny Lund Madsen ist als Taschenbuch mit 400 Seiten beim Tropen Verlag erschienen.

Hannah Krause-Bendix, eher erfolglose Schriftstellerin, nimmt aus Frust bei einer Buchmesse ihren Mund etwas zu voll und lässt sich auf eine Wette ein - denn einen Krimi schreiben kann ja wohl jeder, oder? Und in einem Monat sollte das locker zu schaffen sein. Zack, nun ist Hannah in der Pflicht und sie wird in die Einöde verbannt, damit sie die notwendige ruhige Umgebung hat, um ihren Krimi zu verfassen. Doch bald wird der Neffe ihrer Gastgeberin tot aufgefunden, und Hannah beginnt zu ermitteln, ob es Mord gewesen sein könnte...

Angekündigt als "bester dänischer Kriminalroman" war meine Erwartungshaltung entsprechend hoch, allerdings wurden diese Ansprüche leider nicht erfüllt.

Die Autorin hat eine originelle Idee zu einem soliden Plot umgesetzt, der flüssig und eingängig zu lesen ist , eine ausgesprochen eigenwillige Protagonistin hervorbringt und eine authentische Atmosphäre erzeugt. Ausserdem ist ein dänischer Krimi, der auf Island spielt, durchaus eine Besonderheit, zumindest in unseren Breitengraden.

Leider ist Hannah aber wirklich kein einfacher Charakter, so dass sie mir im Verlauf der Lektüre eher immer unsympathischer wurde, statt mir ans Herz zu wachsen.
Dazu kommt, dass sie bei den Mordermittlungen voll mitmischt und auch Vieles erfährt - das halte ich für ausgesprochen unrealistisch.

Weitere Elemente der Handlung sind sehr konstruiert und ab und an ist schon so mancher Zufall vonnöten, um das Geschehen zu einem schlüssigen Abschluß zu bringen. Das macht das Ganze in meinen Augen nicht besonders glaubhaft und ich muss sagen, dass dies ein Krimi ist, der ganz gut unterhält, wenn man keine Lust hat, sich sonderlich zu konzentrieren - ansonsten hat mir "30 Tage Dunkelheit" leider zu wenig Tiefgang, schade - aus der Grundidee wäre definitiv viel mehr herauszuholen gewesen...!

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Veröffentlicht am 23.05.2023

Zwischendrin etwas trocken und mit offenem Ende - konnte mich leider nicht ganz überzeugen...!

Die Zentrale
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"Die Zentrale" von Veit Etzold ist als Taschenbuch mit 320 Seiten bei Droemer erschienen. Es handelt sich hier um Band 2 der Reihe um die Bankerin Laura Jacobs und es ist sinnvoll, Band 1 ebenfalls gelesen ...

"Die Zentrale" von Veit Etzold ist als Taschenbuch mit 320 Seiten bei Droemer erschienen. Es handelt sich hier um Band 2 der Reihe um die Bankerin Laura Jacobs und es ist sinnvoll, Band 1 ebenfalls gelesen zu haben, jedoch nicht zwingend notwendig.

Laura wird nach dem durch ihr Agieren glimpflich verlaufenen Banküberfall befördert und kümmert sich nun in der Zentrale der BWG-Bank in Frankfurt um ein Spezialprojekt. Bald schon stößt sie bei ihren Recherchen auf Unregelmässigkeiten und je tiefer sie in die Materie gerät, desto brisanter wird das Ganze - vor allem für Laura selbst, denn plötzlich steht sie unter Mordverdacht...!

Klar, schreiben kann Dr. Veit Etzold großartig, in der Thematik ist er absolut firm und das beweist er auch in diesem Band. Wie gewohnt geht es kurz und knackig, rasant und schonungslos zur Sache und der Plot ist schlüssig und bestens durchdacht.

Das Finanzwesen wird hier eingehend beleuchtet und mir persönlich war das diesmal etwas zu viel, so dass ich die Lektüre stellenweise trotz allem als recht trocken empfunden habe. Andererseits sind Gier, Korruption und der Blick in menschliche Abgründe immer wieder spannend, so dass "Die Zentrale" insgesamt schon ein sehr unterhaltsamer Thriller ist, der vor allem auch mit seiner sympathischen, ehrgeizigen und begabten Protagonistin punktet. Und auch das Thema Geldwäsche ist packend und hochaktuell.

Lauras Widersacher hat seine Intrige gegen sie ausgesprochen klug eingefädelt, das hat mir wirklich gut gefallen.

Dennoch habe ich mich hier mit dem Lesen etwas schwergetan und recht lange gebraucht, um dem Finale nahezukommen. Um dann festzustellen, dass das Buch mit einem fiesen Cliffhanger endet und keineswegs alle offenen Fragen beantwortet werden - das mag ich leider so gar nicht. Reihen finde ich super, aber die einzelnen Fälle sollten in sich abgeschlossen sein, um mich zu überzeugen und vor allem am Ende zufriedenzustellen.

Mein Fazit: Leider konnte "Die Zentrale" mich persönlich nicht vollends überzeugen.

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Veröffentlicht am 22.05.2023

Täter oder Opfer? Eindringlicher und bedrückender Brennpunktroman!

Mit zitternden Händen
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"Mit zitternden Händen" von Malin Persson Giolito ist als gebundenes Buch mit Schutzumschlag bei Lübbe erschienen und umfasst 448 Seiten.

Es handelt sich um einen bedrückenden, tragischen Roman über Jugendkriminalität, ...

"Mit zitternden Händen" von Malin Persson Giolito ist als gebundenes Buch mit Schutzumschlag bei Lübbe erschienen und umfasst 448 Seiten.

Es handelt sich um einen bedrückenden, tragischen Roman über Jugendkriminalität, der in Stockholm, Schweden spielt, sich genauso gut aber fast überall auf der Welt zutragen könnte.

Billy und Dogge kennen sich, seitdem sie zusammen im Sandkasten gespielt haben. Obwohl sie aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten kommen, werden sie die besten Freunde.
Billy stammt aus einer Einwandererfamilie, die in einem "Ghettoviertel" lebt. Er wächst in Armut auf, aber seine Mutter Leila kümert sich liebevoll um ihre Kinder und trennt sich von ihrem Ehemann, als dieser regelmässig zu viel trinkt.
Dogge dagegen lebt mit seinen Eltern in einer Villa, hat immer die teursten Klamotten und bekommt materiell gesehen alles, was er nur haben möchte - allerdings haben seine Eltern nur wenig Interesse an ihm und widmen ihm kaum Aufmerksamkeit, so dass er vernächlässigt und in einer kalten, gefühlsarmen Atmosphäre aufwächst.

So ist es leider kaum verwunderlich, dass sich die beiden Jungen schon früh Mehdis Bande anschließen, wo sie akzeptiert werden und sich gebraucht fühlen. Als die kriminellen Handlungen jedoch mit der Zeit immer größere und schlimmere Ausmaße annehmen, will Billy aussteigen - und das hat tragische Folgen...!

Die Autorin hat einen sehr anschaulichen und detaillierten Schreibstil und versteht es zudem, eine ausgesprochen authentische Atmosphäre zu schaffen, die mich persönlich von Beginn an ganz tief mit ins Geschehen genommen und mit der lawinenartigen Entwicklung der tragischen Ereignisse quasi überrollt hat.
Der Plot ist so aufgebaut, dass gewisse Aspekte des tragischen Höhepunktes der Geschichte gleich zu Beginn offenbart werden, um dann in zwei unterschiedlichen, sich aufeinander zu bewegenden Zeitebenen und aus diversen Perspektiven ausführlich zu beleuchten, wie es dazu kommen konnte.

Es handelt sich hier um einen Brennpunktroman, dieser lässt sich flüssig lesen und zeigt die Defizite der Gesellschaft und die einfache Beeinflussbarkeit von Kindern und Jugendlichen eindringlich auf.

Dem Alter der Jungen entsprechend wird der Ton im Verlauf der Handlung rauer, obszöner, de Umgang mit Drogen selbstverständlicher, alles brutaler. Dadurch ist der Plot absolut realitätsnah.

Ihre Charaktere hat Malin Persson Giolito glaubhaft und überzeugend erschaffen, ich konnte stets mit ihnen mitfühlen und auch ich wenn weder für Billy noch für Dogge große Sympathien empfunden habe, hat mich das Ganze doch sehr beschäftigt.
Am liebsten mochte ich Farid und Sudden, die beide ganz spezielle Rollen innehaben.

Ich habe mich beim Lesen oftmals gefragt, wer hier Täter und wer Opfer ist. Kann man das überhaupt immer trennen? Oder wird ein Opfer zum Täter, wenn es keinen anderen Ausweg mehr gibt?!

Einziger kleiner Kritikpunkt meinerseits: Zum Ende hin flaut die Spannung etwas ab, statt die Leserschaft nochmal zum Brennen zu bringen.

Mein Fazit: Ein eindringlicher und bedrückender Roman, der fesselt und zum Nachdenken anregt.

Eine wirklich lohnenswerte Lektüre!

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