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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.09.2025

Wie viele Geheimnisse verträgt eine Familie?

Das Flüstern der Marsch
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Drei Generationen, eine Großfamilie und viele unausgesprochene Geheimnisse – das sind die Zutaten für diesen wunderschönen, sprachlich ausdrucksstarken Roman. Als Leser*in fühlt man sich sofort wohl und ...

Drei Generationen, eine Großfamilie und viele unausgesprochene Geheimnisse – das sind die Zutaten für diesen wunderschönen, sprachlich ausdrucksstarken Roman. Als Leser*in fühlt man sich sofort wohl und wir langsam in die Familiengeschehnisse integriert. Was zu Beginn wie das normale Alltagschaos einer Großfamilie aussieht, entwickelt mit der Zeit immer ernstere Töne und auch unangenehme Themen kommen ans Tageslicht. Generell wird in dieser Familie gerne verdrängt, verschwiegen und mit der Tagesordnung weitergemacht, aber irgendwann kommen die längst angestauten Gefühle, die unter der Oberfläche brodeln heraus. Hier geschieht es rund um die Planungsfeier zum 80. Geburtstag. Interessant ist auch, dass die nächste Generation die Fehler der vorigen zwar kritisiert, aber selbst auch mindestens gleich viele Fehler begeht. Am Ende kommt es zur großen Aussprache und viele der Themen, vor allem, was die Kinder und glückliche oder weniger glückliche Beziehungen betrifft, kommen auf den Tisch. Interessant zu sehen ist, dass die Frauen der Familie besser damit klarkommen zu scheinen und die Männer am liebsten weiter verdrängen würden. Nun liegt es an Mona, die stellvertretend für die dritte und junge Generation neue Wege bestreiten kann und aus den Fehlern ihrer Vorfahren das Positive herausholen und es selbst besser machen kann.

Veröffentlicht am 26.09.2025

Lilys persönlichsten Fälle

Wer mit den Wölfen heult
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Der Roman ist für mich eine Steigerung zum vorigen Teil der Reihe, obwohl mir auch der erste Teil schon gut gefallen hat. Die Themenbereiche sind spannend ausgewählt und in Kombination eine echte Herausforderung ...

Der Roman ist für mich eine Steigerung zum vorigen Teil der Reihe, obwohl mir auch der erste Teil schon gut gefallen hat. Die Themenbereiche sind spannend ausgewählt und in Kombination eine echte Herausforderung für Lily als Therapeutin. Auf der einen Seite versucht sie die Mobbing-Fälle in Polizeikreisen aufzudecken, auf der anderen Seite unterstützt sie eine junge schwangere Frau, deren Baby an plötzlichem Kindstod verstorben ist. Ich finde Lily, wenn es um Ermittlungen und Zusammenhänge geht, schlau, sie kombiniert gut und schnell. Als Therapeutin passt sie für mich aber gar nicht, da sie die Fälle zu stark persönlich an sich heranlässt und persönlich beleidigt ist, wenn eine Klientin ihre Ratschläge nicht befolgt. Außerdem hat sie bis jetzt kaum Therapieerfolge vorzuweisen, ihre Therapien enden allesamt in einem Chaos und Lily hat es nicht vorhergesehen, nicht vermutet und die Lügen, die man ihr erzählt, nicht gecheckt. Zudem verschiebt sie andauern aufgrund von privaten Terminen und Belangen ihre Termine mit den Klient*innen oder lässt häufig Arbeitstage ausfallen, das wirkt für mich unprofessionell und geht so gar nicht. Im Privatleben hat es Lily nicht einfach in ihrer Beziehung zu Dan, der ein Kind mit seiner Noch-Ehefrau erwartet. Hier bin ich gespannt, wie sie dies nach der Geburt des Babys hinbekommen werden, noch dazu, aufgrund ihres eigenen starken Kinderwunschs. Ich bin gespannt, was mich im hoffentlich bald erscheinenden nächsten Teil erwartet.

Veröffentlicht am 24.09.2025

karoshi

Junge Frau mit Katze
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Ela steht kurz vor ihrer Promotion als ihr Körper plötzlich verrücktspielt und ihre innere Zerrissenheit und Verbundenheit mit ihrer Mutter spiegelt. Anstatt sich auf die mündliche Verteidigung ihrer Arbeit ...

Ela steht kurz vor ihrer Promotion als ihr Körper plötzlich verrücktspielt und ihre innere Zerrissenheit und Verbundenheit mit ihrer Mutter spiegelt. Anstatt sich auf die mündliche Verteidigung ihrer Arbeit zu konzentrieren, beschäftigt sich Ela nun mit ihren zahlreichen Krankheitsbildern und Recherchen über Ärzte. Die tiefergreifenden Themen kommen erst etwa ab der Mitte zum Vorschein, indem sich Ela auch mit sich selbst, ihrer Beziehung zu ihrer Mutter und ihrem Bruder und ihren Freundschaften und Beziehungen auseinandersetzt. Bis dahin war mir das Buch zu krankheitslastig und zu intensiv darüber berichtet, sodass mir der innere Monolog von Ela und auch der zwischenmenschliche Austausch etwas gefehlt haben. Ab dem Zeitpunkt, an dem Ela das Zusammenspiel erkennt, wird es spannender und vielschichtiger, sodass ich mich mit der Geschichte wohlfühlen konnte. Somit hatte ich ein durchwachsenes Leseerlebnis, wobei mir die erste Hälft nicht so gut gefallen hat und nicht fesseln konnte, den zweiten Teil und den Abschluss finde ich allerdings rund und gelungen.

Veröffentlicht am 24.09.2025

Glaube ist größer als Wissen?

Monstergott
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Das Cover finde ich ausdrucksstark und auffällig, ebenso den kurzen, prägnanten Titel, der Interesse weckt. Inhaltlich lässt sich der Roman flüssig und einfach lesen, mit einer Einführung in die Aktivitäten ...

Das Cover finde ich ausdrucksstark und auffällig, ebenso den kurzen, prägnanten Titel, der Interesse weckt. Inhaltlich lässt sich der Roman flüssig und einfach lesen, mit einer Einführung in die Aktivitäten und in das Gedankengut der Glaubensgemeinde zu Beginn. Erst mit der Zeit bekommt man als Leserin ein Gespür dafür, wo es hinter den Fassaden brodelt und in welchen Bereich eher Scheinheiligkeit herrscht statt überzeugenden Glaubens. Esther und Ben erzählen ihre Probleme sehr anschaulich und man spürt vor allem bei Ben die innere Zerrissenheit, wie er leben möchte und wie er es schafft. Welche zerstörerische Kraft dahinter steckt, kann man nur erahnen und am Ende dann rückblickend kritisch beurteilen. Auch Esther fühlt sich als Frau in der Gemeinde nicht richtig wahrgenommen und unterstützt, da sie immer nur in der zweiten Reihe, hinter den Männern agieren darf, obwohl sie das Charisma und das Talent zur Führungskraft hätte, aber die Regeln gestalten andere. Sehr gelungen finde ich, dass Esther und Ben durch ihre klaren Bilder und durch ausdrucksstarke Gedanken und Beschreibungen die Leserinnen mit auf diese Reise nehmen und wenn man sich darauf einlassen kann, kann dadurch eine ungeahnte Leseerfahrung entstehen, mit der ich so nicht gerechnet hätte.

Veröffentlicht am 23.09.2025

facettenreich

Last Seen
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Der Roman ist wunderschön, beginnend vom Cover bis zum Inhalt. Ich konnte mich durch die bildhafte Beschreibung der Autorin sofort ins Strandhüttendorf hineinversetzen und das Lebensgefühl miterleben. ...

Der Roman ist wunderschön, beginnend vom Cover bis zum Inhalt. Ich konnte mich durch die bildhafte Beschreibung der Autorin sofort ins Strandhüttendorf hineinversetzen und das Lebensgefühl miterleben. Sarah und Isla beschreiben die Jahre ihrer Freundschaft und die Zeit vor und nach dem Unglück aus ihrer jeweiligen Sichtweise, und die Wahrnehmungen der Beiden stimmt nicht immer überein. Die Hauptcharaktere werden facettenreich und umfangreich beschrieben, sodass sie authentisch wirken. Mit der Zeit bröckelt die Fassade, die Freundschaft ist nicht mehr so intensiv, immer mehr Geheimnisse verhindern, dass sie sich wieder so nahe fühlen wie zu Beginn ihrer Kennenlernphase. Auch wenn man als Leser*in schon ein Gefühl hat, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird, so passieren im letzten Drittel noch ein paar unerwartete Wendungen und verborgene Geheimnisse werden aufgedeckt, die den Unfall noch einmal in ein anderes Licht rücken und somit auch einen weiteren Blickwinkel auftun. Eine sehr spannende und energiegeladene Geschichte, bei der sich die Stimmung spürbar wandelt und mit der Zeit immer kälter wird.