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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2025

Viel Fantasie um humanoide Tiere, umgeben von rassistischen Menschen

Wie die Karnickel
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Das Cover auf rotem Untergrund zeigt eher einen langohrigen Hasen. An vier Pistoleneinschlägen lässt sich schon das aggressive Ambiente erahnen. Eine vermenschlichte Tierwelt, hier vor allem Kaninchen ...

Das Cover auf rotem Untergrund zeigt eher einen langohrigen Hasen. An vier Pistoleneinschlägen lässt sich schon das aggressive Ambiente erahnen. Eine vermenschlichte Tierwelt, hier vor allem Kaninchen Füchse und Wiesel, agiert ähnlich wie in Fabeln. Im britischen Dörfchen Much Hemlock, nah an der walisischen Grenze, fühlen sich die dortigen Menschen bedroht durch zu große Zuwanderung dieser intelligenten, sprechenden Tierspezies. Verfolgt, bedroht und ausgebeutet werden sie von rassistischen Menschen. Trotz des humorvollen, originellen Schreibstils erkennt man die tiefgehende Satire und eklatante Gesellschaftskritik an der derzeitigen Zuwanderungspolitik nicht nur in Großbritannien. Da wo Angst in der Bevölkerung entsteht, blüht auch Rassismus bzw. Ausländerfeindlichkeit. Diese Botschaft zum Versuch einer schrittweisen gesellschaftlichen Veränderung durch schrittweises Handeln mag vielleicht ankommen, wenn dafür genügend engagierte Leute dieses Problem ehrlich angehen wollen.
Ein kreatives, originelles Buch mit aktueller Gesellschaftskritik! 3*

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Spannung in reizvollem Ambiente

The Woman in Suite 11
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Das Cover verrät bildlich nicht direkt den Thriller, erinnert eher an luxuriöses, sommerliches Luxusambiente und Liebesgeflüster in maritimer Farbgebung. Den 1. Krimi dieser Autorin mit den traumatischen ...

Das Cover verrät bildlich nicht direkt den Thriller, erinnert eher an luxuriöses, sommerliches Luxusambiente und Liebesgeflüster in maritimer Farbgebung. Den 1. Krimi dieser Autorin mit den traumatischen Erlebnissen der Hauptfigur Laura (Lo) Blacklock auf dem Kreuzfahrtschiff kenne ich nicht. Die Beschreibungen des Settings im Schweizer Nobelhotel am Genfer See und auch im Old Manor, England gefallen. In manchen Passagen in diesen fünf Teilen wirkt die Hauptfigur Lo zu leichtgläubig, zu naiv und nimmt ihren Handlungsweisen leider die Glaubwürdigkeit. Sich selbst in solch lebensgefährliche, kriminelle Situationen unter Abgabe des Reisepasses zu bringen, macht rational wenig Sinn. Eigentlich würde man aufgrund ihrer lebensbedrohlichen Vorerfahrungen auf dem Kreuzfahrtschiff mehr Vorsicht und Skepsis von ihr erwarten. Natürlich machen die Beschreibungen ihrer Alpträume und Panikattacken sie sehr menschlich. Während Lo‘s Charakter für Wahrheitsliebe und Selbstlosigkeit steht, sorgt der unstete, nicht vertrauenswürdige Charakter von Carrie als gefährdeter Gegenpol für viele interessante Überraschungen. Die Nebenfiguren Ben, Los Ex-Mann, und der Fotograf Cole – zunächst auch im Hotel am Genfer See - tauchen unerwartet auch in England erneut auf und besorgen Lo den Anwalt Dan, nicht ganz schlüssig und durchschaubar konstruiert. Ansonsten ist der Krimi logisch nachvollziehbar, besteht die Plausibilitätsprüfung.
Insgesamt eine spannende Geschichte voller Überraschungen mit interessanten Protagonisten.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Nicht ganz überzeugender Roman

Ruf der Leere
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Das Cover verrät aufgrund der Farbgebung – kein blutrot auf finsterem oder sogar schwarzem Grund – nicht direkt auffällig, dass es sich um einen Thriller handelt. Der Prolog springt sofort in die seltsame ...

Das Cover verrät aufgrund der Farbgebung – kein blutrot auf finsterem oder sogar schwarzem Grund – nicht direkt auffällig, dass es sich um einen Thriller handelt. Der Prolog springt sofort in die seltsame Szenerie: eine dramatisch verlaufende Party mit sieben problematischen Personen an einem Wochenende in einer Waldhütte ohne Handyempfang. Die Beziehung der drei Hauptfiguren zueinander - Felix, Ben und Laura – wird in unregelmäßig eingeschobenen Rückblicken beleuchtet. Der Text des Prologs mit Felix Riedhof um 20:34 Uhr wiederholt sich auf S. 180 unten. Inhaltlich geht es um DIE GOLDENE REGEL, diskutiert im Rahmen eines universitären Seminars zu Medizinethik. Die Grenzen zu dieser ältesten ethischen Grundregel des respektvollen Miteinanders werden von Felix eindeutig überschritten, lassen ihn zu einem Psychopathen mutieren. Sein Experiment während des Sommersemesters rund um Laura entgleitet ihm, schadet nicht nur ihr. Seine Überzeugung, dass Moral nur ein Privileg derer ist, die sonst keine Sorgen haben, wird betont durch das mysteriöse Auftreten des abgewrackten, alten Mannes, stellvertretend für den Tod. Dessen wenig glaubhafte Botschaft, dass nach Mitternacht nur einer überleben wird und diesen sieben jungen Leuten die Selektion überlassen ist, sorgt zwar für nicht so recht greifbare Spannung, verwirrt zum offenen Ende hin eher. Das Geschehen rund um den Vater, Prof. Thomas Riedhof, passt sich nicht harmonisch in das Hauptgeschehen ein, wirkt zu konstruiert. Auf das Gefühl des L‘appel du vide, der Leere der Seele wird auf S. 158 hingewiesen. Dieses tiefe Gefühl der Unerfülltheit, Einsamkeit, Sinnlosigkeit und Entfremdung, oft z.B. ausgelöst durch Verlust oder Überforderung oder dem Gefühl, nicht verbunden zu sein, trifft auf diese Protagonisten in verschiedener Weise zu. Ihr Weg zur Selbstfindung, wieder Sinn und Verbindung zu finden, endet abrupt. Die emotionale Distanz, das Gefühl der Abgeschnittenheit von sich selbst und anderen trifft besonders auf Felix zu. Seine mangelnden emotionalen Regungen verdrängt er durch leere sexuelle Beziehungen, diese verstärken hier eher sein Problem.
Die eingewobenen Rückblicke und der Hauptstrang der Hüttenparty ergänzen sich nicht harmonisch, wodurch der chronologische Vorgang leider nur erschwert zu packen ist. 2,5*

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Royals im Scheinwerferlicht

Royal Heist
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Das Cover mit einer filigranen, königlichen Krone wirkt im ersten Moment langweilig, doch durch den partiellen Auflösungseffekt dieses goldenen Statussymbols kommt es dem Romaninhalt sehr nahe. Ein intelligent ...

Das Cover mit einer filigranen, königlichen Krone wirkt im ersten Moment langweilig, doch durch den partiellen Auflösungseffekt dieses goldenen Statussymbols kommt es dem Romaninhalt sehr nahe. Ein intelligent aufgezogener Plot voller mutiger, nach Gerechtigkeit schreiender Raubzüge im Sinne von Robin Hood, aber auch Liebesszenen, kreative Dialoge oder Gedankenspiele voller Gewissensbisse, Rückbesinnungen mit unverarbeiteten Traumata wechseln sich ab im atmosphärischen Ambiente zwischen royalen Szenen und der Crew von Betrügern um Darcy und ihrem Bruder Linus. Besonders ihre Doppelrolle als verarmte, adelige Schottin namens Davina LeKlerc , Kellnerin im 34 Mayfair, Stammlokal des Kronprinzen Spencer, wirkt sehr konstruiert und eigentlich unrealistisch hinsichtlich ihres Fauxpas beim Servieren und der anschließenden gemeinsamen Heimfahrt in royaler Begleitung – ohne Bodyguards. Das Ambiente der britischen Upper Class rund um ihre Traditionen wie Afternoon Teatime mit Battenberg Cake und Sandwiches, oder ihre konservativen Einstellungen, Kleidercodes und Etiketten – all das ist gut beschrieben. Die Motive zur persönlichen Rache gegenüber der Queen entwickeln sich für Darcy/Davina mit zunehmender Dramatik zu einem Gewissenskonflikt, der überzeugend herausgestellt wird. Die zwei charakterlich verschiedenen Gruppierungen – hier die Queen und Spencer als beinharte Figuren, dort clevere, emotional agierende Protagonisten wie Tristan, Darcy und Linus – verursachen teils explosive Dynamik. Interessante Nebenfiguren beleben ebenso das Geschehen rund um Parties, Ausritten, Bällen, Dinner und Einbrüchen. Der finale Cliffhanger schreit nach einem Folgeroman. Ein angenehmer Schreibstil.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Eine spicy Weihnachtsgeschichte – sicher nicht ideal für jeden Buchnerd.

He Sees You When You´re Sleeping
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Das Cover verspricht auf dunklem Grund reichlich weihnachtliches Flair, mittig eine filigrane, rote Augenmaske platziert – sehr geschmackvoll. Diese ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte spielt im verschneiten ...

Das Cover verspricht auf dunklem Grund reichlich weihnachtliches Flair, mittig eine filigrane, rote Augenmaske platziert – sehr geschmackvoll. Diese ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte spielt im verschneiten New York. Die junge, sympathische Hauptfigur Chloe Hallman, Influencerin und Markenbotschafterin für Modeschmuck, führt ein düsteres Doppelleben über ihren Account von Dark Secrets. Dieses zunächst weihnachtliche, unschuldige Ambiente entwickelt sich durch die heimlichen Aktionen der zweiten Hauptperson Jack, einem gut aussehenden Feuerwehrmann, jedoch zwanghaftem Stalker, zu einem spannungsgeladenen Plot mit romantischen Szenen. Dieses Spiel aus Obsession, Verlangen, Selbstbefriedigung, Voyeurismus, Stalking und Angst wird in sehr detailliertem Schreibstil beschrieben. Beide verhalten sich mit ihren sexuellen Perversionen eher außerhalb gesellschaftlicher Normen. Die Handlung wird wechselnd aus der Sicht dieser Protagonisten getragen.
Die Nebenfiguren wie z.B. der achtzig jährige, warmherzige Mr. Haven verleiht dem dortigen Alltagsleben mehr Normalität und Mitmenschlichkeit, während Chloes Vorgesetzter Mr. Tyler höchstens als zusätzlicher Spannungsfaktor eingeplant scheint.
Eigentlich kein weihnachtliches Wohlfühlbuch aufgrund moralischer Grenzwertigkeit.

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