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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2026

4,5

Der Nachbar
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In seinem Psychothriller „Der Nachbar“ spielt Sebastian Fitzek mit der Urangst, dass das eigene Zuhause kein sicherer Ort mehr ist. Die ehemalige Anwältin Sarah Wolff versucht gerade, sich in Berlin ein ...

In seinem Psychothriller „Der Nachbar“ spielt Sebastian Fitzek mit der Urangst, dass das eigene Zuhause kein sicherer Ort mehr ist. Die ehemalige Anwältin Sarah Wolff versucht gerade, sich in Berlin ein neues Leben mit ihrer Tochter aufzubauen, während sie gleichzeitig gegen ihre traumatische Vergangenheit und die Angst vor dem Alleinsein kämpft. Doch plötzlich passieren unheimliche Dinge: Jemand scheint heimlich in ihrer Wohnung zu sein, füllt ihren Kühlschrank oder stiehlt ihre privatesten Aufzeichnungen. Als sie dann noch mysteriöse Anrufe bekommt und sogar Leichen verschwinden, glaubt ihr niemand, nicht einmal die Polizei. Sarah beginnt, an ihrem eigenen Verstand zu zweifeln, während die Bedrohung immer näher rückt.

Besonders stark ist die Darstellung von Sarahs innerer Zerrissenheit, man fühlt ihren Mut und ihre Angst durchweg mit. Die verschiedenen Perspektiven laden dazu ein, selbst den „Schutzengel-Stalker“ unter den vielen Verdächtigen zu suchen. Auch wenn die Story nach einem rasanten Start etwas nachlässt und das Finale sehr konstruiert wirkt, bleibt die beklemmende Atmosphäre durch den gewohnt einfachen Schreibstil extrem packend. Wichtige Themen wie die mangelnde Ernsthaftigkeit gegenüber Stalking-Opfern geben der Geschichte eine bittere, reale Note.

Die Gestaltung des Buches ist ein echtes Highlight für das Sammlerregal. Das dunkle Cover mit den tiefblauen Blättern verströmt sofort eine düstere Stimmung und wirkt fast so, als würde man heimlich durch eine Hecke spähen, was den Inhalt perfekt trifft.

Mein Fazit: Ein packender Psychothriller, der dafür sorgt, dass man nach dem Lesen erst mal die Haustür doppelt checkt. Trotz kleinerer Logikschwächen am Ende ist es ein absolutes Muss für alle, die Lust auf hohes Tempo und ordentlich Gänsehaut haben.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

4,5

Kill for Me
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In seinem neuen Thriller „Kill for Me“ stellt Steve Cavanagh eine moralisch extrem schwierige Frage: Wie weit würde man gehen, wenn das Gesetz versagt und die Mörder der eigenen Familie ungestraft davonkommen?
Wir ...

In seinem neuen Thriller „Kill for Me“ stellt Steve Cavanagh eine moralisch extrem schwierige Frage: Wie weit würde man gehen, wenn das Gesetz versagt und die Mörder der eigenen Familie ungestraft davonkommen?
Wir begleiten Amanda, die nach dem Verlust ihrer Tochter und ihres Mannes nur noch für die Rache lebt, und Ruth, die als traumatisierte Überlebende eines Serienkillers versucht, irgendwie zurück ins Leben zu finden. Als die beiden aufeinandertreffen, entsteht eine gefährliche Dynamik aus Schmerz und dem Wunsch nach Vergeltung, während Detective Andrew Farrow verzweifelt versucht, die Puzzleteile zusammenzusetzen, bevor die Situation vollends eskaliert.

Inhaltlich hat mich die Geschichte sofort gepackt, weil die Motivation der Frauen so unglaublich nahbar und menschlich ist. Man fühlt den Schmerz und die Wut von Amanda und Ruth förmlich mit, was die Frage nach Selbstjustiz sehr ambivalent macht. Die kurzen Kapitel sorgen für ein ordentliches Tempo, und besonders das letzte Viertel des Buches zieht die Spannungsschraube mit Zeitdruck und unvorhersehbaren Twists massiv an. Die Grundidee ist sehr intelligent durchdacht und regt stark zum Nachdenken über unser Justizsystem an.

Das Cover ist ein absoluter Eyecatcher, die blutrote Schachkönigin vor dem schwarzen Hintergrund und die liegenden weißen Figuren vermitteln sofort, dass hier ein tödliches Spiel gespielt wird. Es passt perfekt zum Titel und zur düsteren Atmosphäre des Buches.

Mein Fazit: Auch wenn es für mich nicht Cavanaghs stärkstes Werk ist, bleibt es ein absolut lesenswerter Thriller. Wer Lust auf psychologische Spannung und Charaktere mit viel Tiefgang hat, sollte hier zugreifen, auch wenn man zwischendurch ein bisschen Geduld mit den Beschreibungen braucht.

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