4,5
Der NachbarIn seinem Psychothriller „Der Nachbar“ spielt Sebastian Fitzek mit der Urangst, dass das eigene Zuhause kein sicherer Ort mehr ist. Die ehemalige Anwältin Sarah Wolff versucht gerade, sich in Berlin ein ...
In seinem Psychothriller „Der Nachbar“ spielt Sebastian Fitzek mit der Urangst, dass das eigene Zuhause kein sicherer Ort mehr ist. Die ehemalige Anwältin Sarah Wolff versucht gerade, sich in Berlin ein neues Leben mit ihrer Tochter aufzubauen, während sie gleichzeitig gegen ihre traumatische Vergangenheit und die Angst vor dem Alleinsein kämpft. Doch plötzlich passieren unheimliche Dinge: Jemand scheint heimlich in ihrer Wohnung zu sein, füllt ihren Kühlschrank oder stiehlt ihre privatesten Aufzeichnungen. Als sie dann noch mysteriöse Anrufe bekommt und sogar Leichen verschwinden, glaubt ihr niemand, nicht einmal die Polizei. Sarah beginnt, an ihrem eigenen Verstand zu zweifeln, während die Bedrohung immer näher rückt.
Besonders stark ist die Darstellung von Sarahs innerer Zerrissenheit, man fühlt ihren Mut und ihre Angst durchweg mit. Die verschiedenen Perspektiven laden dazu ein, selbst den „Schutzengel-Stalker“ unter den vielen Verdächtigen zu suchen. Auch wenn die Story nach einem rasanten Start etwas nachlässt und das Finale sehr konstruiert wirkt, bleibt die beklemmende Atmosphäre durch den gewohnt einfachen Schreibstil extrem packend. Wichtige Themen wie die mangelnde Ernsthaftigkeit gegenüber Stalking-Opfern geben der Geschichte eine bittere, reale Note.
Die Gestaltung des Buches ist ein echtes Highlight für das Sammlerregal. Das dunkle Cover mit den tiefblauen Blättern verströmt sofort eine düstere Stimmung und wirkt fast so, als würde man heimlich durch eine Hecke spähen, was den Inhalt perfekt trifft.
Mein Fazit: Ein packender Psychothriller, der dafür sorgt, dass man nach dem Lesen erst mal die Haustür doppelt checkt. Trotz kleinerer Logikschwächen am Ende ist es ein absolutes Muss für alle, die Lust auf hohes Tempo und ordentlich Gänsehaut haben.