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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2025

Schwächelt etwas

Bad Actors
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Ich liebe die Slow Horses und ihren unangepassten, manchmal etwas übertrieben assozialen Chef von der ersten Stunde (also dem ersten Buch) an. Habe bei jedem ihrer unfreiwilligen Einsätze mitgefiebert ...

Ich liebe die Slow Horses und ihren unangepassten, manchmal etwas übertrieben assozialen Chef von der ersten Stunde (also dem ersten Buch) an. Habe bei jedem ihrer unfreiwilligen Einsätze mitgefiebert und beim Strippen ziehen ab und zu den Durchblick verloren. Aber so langsam scheint mir die Luft raus zu sein.

Klar war das auch wieder spannend. Aber es sind auch mittlerweile so viele Figuren und Namen, die auf dem Schachbrett hin und her geschoben werden, dass ihre Individualität dabei verloren geht. Wenn sie vom Spielbrett genommen werden, muss ich erst zweimal überlegen, ob mich das nun berühren soll.

Werde ich den nächsten Band wieder lesen? Klar, immer in der Hoffnung, dass dem Autor doch noch etwas Neues eingefallen ist und er sich auf seine Wurzeln (und die Stärken der Slow Horses) zurückbesinnt. Und natürlich gespannt darauf, ob wir River nochmal wiedersehen werden!

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Der fünfte Streich

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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Bei manchen Reihen ist irgendwann die Luft raus, andere reifen wie ein guter Wein. "Der Donnerstagsmordclub" zählt eindeutig zur zweiten Gruppe und beweist auch in seiner fünften Runde, dass eine Gruppe ...

Bei manchen Reihen ist irgendwann die Luft raus, andere reifen wie ein guter Wein. "Der Donnerstagsmordclub" zählt eindeutig zur zweiten Gruppe und beweist auch in seiner fünften Runde, dass eine Gruppe Rentner noch lange keine lahmen Enten sind.

Der Donnerstagsmordclub macht sich sorgen um Mitglied Elizabeth. Nach dem Tod ihres Mannes Steven wirkt sie ziellos und müde. Dabei haben alle Mitglieder ihre eigenen Igel zu kämmen. Und bald überschlagen sich die Ereignisse und geben vor allem Elizabeth ein neues Ziel.

Eigentlich sollte man meinen, dass die Geschichte rund um die vier Renter irgendwann mal auserzählt sien müsste, sich die Erzählung im Kreis drehen könnte. Und doch findet Richard Osman immer wieder neuen Stoff und schafft es dabei trotzdem noch, seine Figuren in den Vordergrund zu rücken und ihre Stärken, ebenso wie ihre Schwächen herauszukitzeln.

Auch der Humor ist wie immer einzigartig und "very british", nimmt die Figuren auf herrliche Weise aufs Korn. Dabei bleibt aber auch die Emotionalität nicht kurz, es wird die Balance perfekt gehalten zwischen Humor und Ernsthaftigkeit.

Damit ist und bleibt "Der Donnerstagsmordclub" eine herausragende Koryphäe des unterhaltsamen Cosy Crimes der aktuellen Zeit.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Moderne Robin Hood Story

Hustle
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In der heutigen Gesellschaft passiert es recht schnell, dass man seinen Antrieb verliert und so in die Ziellosigkeit abrutscht.

So ähnlich geht es Leonie, nachdem sie sich an ihrem Chef rächt, weil er ...

In der heutigen Gesellschaft passiert es recht schnell, dass man seinen Antrieb verliert und so in die Ziellosigkeit abrutscht.

So ähnlich geht es Leonie, nachdem sie sich an ihrem Chef rächt, weil er ihre Forschunsgergebnisse als seine ausgegeben hat. Als Konsequenz findet sie keine neue Anstellung, bis sie eher zufällig in München landet und einen Neuanfang wagt. Mit der Unterstützung einer tatkräftigen Mädelstruppe findet sie schon bald ein neues Lebensziel.

Dieses Buch liest sich wie eine moderne Robin Hood-Adaption, wenn man davon ausgeht, dass Robin weiblich und sich selbst als armes Volk sieht, dem es zu spenden und helfen gilt. Was könnte passender sein als "sei dir selbst die nächste und steh für dich ein"?

Und dabei findet sie neben einem finanzierbaren Leben auch noch ein Hobby, dass sie zum Beruf machen kann. Am wichtigsten aber ist wohl die Erkenntnis, dass du mit Freundinnen, die durch dick und dünn gehen und sich in allen Lebenslagen unterstützen, wirklich alles schaffen kannst.

Ist die geschichte moralisch einwandfrei? Mit Sicherheit nicht. Mir hat sie aber vor allem Hoffnung und ganz, ganz viel Unterhaltung gegeben.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Überraschend unterhaltsam

The Witch Collector
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Das war doch mal eine erfrischend überzeugende Lovestory! Hat sie ihre Schwächen und Fehler? Mit Sicherheit, aber das kann den Unterhaltungsfaktor nicht trüben.

Raina bereitet sich auf den einen tag im ...

Das war doch mal eine erfrischend überzeugende Lovestory! Hat sie ihre Schwächen und Fehler? Mit Sicherheit, aber das kann den Unterhaltungsfaktor nicht trüben.

Raina bereitet sich auf den einen tag im Jahr vor, an dem der Witch Collector in ihr Dorf kommt, um die mächtigste Hexe mitzunehmen. Sie will ihn zwingen, sie zum Frost King zu führen, damit sie ihre Schwester befreien kann, die er vor acht Jahren mitgenommen hat. Doch der Angriff des Ostkönigs kommt ihr dazwischen und sie ist gezwungen, sich gemeinsam mit dem Witch Collector auf die Jagd zu begeben.

Wie gesagt, natürlich weist die Geschichte kleinere Fehlerchen auf und kommt, was das Worldbuilding angeht, etwas langsam in die Gänge.

Dafür überzeugen mich die Figuren umso mehr. Raina ist eine starke, kluge und mutige Frau, die sich trotz ihrer Einschränkung (sie kann nicht sprechen und ist auf Gebärdensprache angewiesen) nicht zurückhält und immer lösungsorientiert agiert. Und dann haben wir noch Alexus, den männlichen Hauptpart, der es schafft, eine Frau für sich zu gewinnen, ohne sie kleinzureden, seine körperliche Überlegenheit gegen sie einzusetzen oder ihr Informationen vorzuenthalten.

Mein Herz hat er damit auf jeden Fall gewonnen!

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Blass, blasser, Nightblood

Nightblood Prince
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Dies war nicht das erste Buch von Molly X. Chang, das ich gelesen habe und ich hätte es wirklich besser wissen müssen. Ich werde mit ihrem Schreibstil einfach nicht warm, dabei klang die Geschichte so ...

Dies war nicht das erste Buch von Molly X. Chang, das ich gelesen habe und ich hätte es wirklich besser wissen müssen. Ich werde mit ihrem Schreibstil einfach nicht warm, dabei klang die Geschichte so gut!

Fei wird unter dem Stern einer großen Prophezeiung geboren- als auferstandene Göttin soll sie das Land vereinen. Der regierende Kaiser sieht das als Zeichen, sie an seinen Sohn zu binden. So wächst sie in einem goldenen Käfig im Palast auf, ihre Zukunft immer vor Augen. Bis es ihr zu viel wird und sie die Verlobung löst- ohne zu ahnen, welche Folgen das haben wird.

Die Geschichte hat eigentlich alles, was es braucht: eine große Prophezeiung, zwei verfeindete Prinzen, die um die Hand der schönen Frau kämpfen, große Gefühle, den Kampf der Frau um ihre eigene Unabhängigkeit und Selbstbestimmung und dazu ganz viel chinesische Folklore und ganz wichtig- Vampire!

Das alles verschwindet aber leider hinter dem Schleier des Nicht-Erzählens. Während Feis Innensicht und Gefühlswelt stetig im Vordergrund steht und sich permanent im Kreis dreht, wirken die Figuren furchtbar blass. Auch der Weltenbau wird wenig ausgeschmückt, der zeitliche Ablauf weist unerklärliche Lücken auf und vieles wird einfach als gegeben hingenommen, ohne es näher zu erläutern.

Das macht- zumindest mir- auf Dauer nur wenig Spaß und ich kann kaum erahnen, wieviele Bände diesem Auftakt noch folgen sollen, bis die Geschichte zuende erzählt sein wird. So viel Geduld habe ich aber definitiv nicht!

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