erst düster, dann kitschig, dann dramatisch - Wintermärchen für kalte Tage - 4,5 Sterne
Die silberne KöniginDie 24-järhige Emma lebt in Silberglanz, einem Land, in dem dauerhaft Winter herrscht. Das Leben ist für die Menschen beschwerlich, nicht wenige finden im Schnee ihren Tod. Mit ihrer neuen Anstellung in ...
Die 24-järhige Emma lebt in Silberglanz, einem Land, in dem dauerhaft Winter herrscht. Das Leben ist für die Menschen beschwerlich, nicht wenige finden im Schnee ihren Tod. Mit ihrer neuen Anstellung in der Chocolaterie von Madame Weltfremd sichert Emma sich ihr Einkommen für warme Mahlzeiten. Als die Madame beginnt, ihr das Märchen der silbernen Königin und des Frostprinzen zu erzählen, sieht Emma ihr Land mit neuen Augen. Und schwebt plötzlich in großer Gefahr...
Die Geschichte beginnt eher ruhig. Aus der personalen Sicht von Emma erfährt der Leser, wie die Menschen in Silberglanz leben, wie sie ums Überleben kämpfen und wie Emma ihr Leben im ewigen Winter meistert. Es bilden sich die ersten offenen Fragen, große Spannung kommt aber noch nicht auf.
Dafür finde ich die entworfene Welt aber bereits unglaublich faszinierend. Die Stimmung ist düster, bedrohlich und ungemütlich. Was ist nur in diesem Land passiert, dass der Winter eingekehrt ist und die Menschen den Sommer nur noch aus Legenden kennen?
Mit Fortschreiten des Märchens, das Madame Weltfremd Emma erzählt, wird deutlich, dass es eine Verbindung zu Emmas Leben gibt. Plötzlich häufen sich mysteriöse Ereignisse. Und auch die Geschichte des Landes erscheint in einem neuen Licht. Nun beginnt auch die Spannung zu steigen, die Handlung zieht sich aber leider immer noch ein wenig.
Manche Ereignisse sind vorhersehbar, die unerwarteten Momente und Wendungen überwiegen allerdings. Spätestens ab der Hälfte konnte mich die Geschichte komplett fesseln – eigentlich sogar beide, denn in der märchenhaften Story wird ja ein weiteres Märchen erzählt und in beiden Geschichten darf man mitfiebern, wie es den Figuren ergehen wird und wie die Fäden am Ende zusammen laufen.
Dabei gibt es viele nachdenkliche Momente – über Familie, die Liebe, die Einsamkeit und was sie aus einem Menschen machen kann.
Leider nimmt die Handlung im letzten Drittel einen etwas kitschigen Verlauf, der nicht so richtig zur Atmosphäre passt und zum Glück mit einer großen Portion Dramatik, die danach folgt, wieder etwas in Vergessenheit gerät. Grade noch mal gut gegangen, ich hatte zwischenzeitlich mit einem Ausgang gerechnet, der mir gar nicht gefallen hätte.
Eine Kleinigkeit bleibt für mich dann am Ende leider trotzdem noch unaufgelöst, ansonsten werden beide Geschichten für mich zufriedenstellend abgeschlossen.
Spannendes Märchen im Märchen. Die silberne Königin erzählt zwei Geschichten, die zu einer verschmelzen und den Leser in eine düstere, faszinierende Welt entführen. Der Anfang hätte etwas spannender sein können, doch dann konnte mich das Buch fesseln.