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Veröffentlicht am 15.07.2025

Einfach ein Highlight

Glow of the Everflame
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"Glow of the everflame" ist Band 2 einer vierteiligen Reihe und ich bereue es fast, es als Vorabexemplar gelesen zu haben, denn nun muss ich noch länger auf die Übersetzung des Folgebandes warten.

Das ...

"Glow of the everflame" ist Band 2 einer vierteiligen Reihe und ich bereue es fast, es als Vorabexemplar gelesen zu haben, denn nun muss ich noch länger auf die Übersetzung des Folgebandes warten.

Das Ende von Band 1 war ein immenser Twist, der vielversprechend war. Band 2 setzt nahtlos an diesem Ende an und verändert die ganze Struktur des Buches. Im ersten Band lernte man zunächst das Leben der Mortals kennen. Womit sie zu kämpfen haben und wie die Hierarchien aus ihrer Sicht aussehen. Nun wechseln wir aber in die Sicht der Descended. Die Strukturen des Palastes treten in den Vordergrund und natürlich steht Protagonistin Diem in täglichem Konflikt mit ihrer wahren Herkunft und der Art, wie sie aufwuchs. Dieser Konflikt war realistisch dargestellt und ich mochte, wie sich Diem einerseits versucht hat, im Palast zu behaupten, aber dennoch deutlich wurde, dass sie nicht nur stark ist. Die Charaktere, die sie dabei begleiten sind wunderbar charismatisch. Herzliche, lustige, ernste, aber auch manipulative Charaktere. Dies ging soweit, dass ich bei einigen nicht ganz sicher war, was nun die Intention der Person ist. Eine hohe Kunst.

Die erste Hälfte war geprägt von neuen Regeln. Hier und da zog sich das Buch etwas, doch war dieses Worldbuilding nötig, um die Spannung langsam aber stetig wachsen zu lassen. Diese entlud sich in mehreren Szenarien ab der zweiten Hälfte. Ab da war ich komplett im Buch drin und las die letzten 300 Seiten fast an einem Stück weg. Ich wollte Antworten, ich hoffte auf glückliche Enden, doch die Autorin ist erbarmungslos und das macht für mich ein Buch erst richtig perfekt. Wenn ich nicht ahnen kann, was alles kommt, weil nicht einmal die Hauptcharaktere sicher sind.

Selbst das Ende war zunächst so, wie ich es erwartet hatte, aber spitzte sich so spektakulär zu, dass ich nun keine Ahnung mehr habe, wie es weitergehen könnte. Damit sei gesagt: Ich brauche Band 3! Denn auch wenn es hier und da vielleicht Lücken gab, oder sich die Geschichte zog, so bleibt das Gesamtbild ein wahres Highlight.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Luft nach oben

To Shatter the Night (Die verfluchten Lande, Band 2)
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"To kill a shadow" ist der Abschluss der Fantasy-Dilogie. Wer nicht mehr genau weiß, was in Band 1 geschah, der wird einige Zeit brauchen, um wieder alle Infos beisammen zu bekommen. Das Buch startet ...


"To kill a shadow" ist der Abschluss der Fantasy-Dilogie. Wer nicht mehr genau weiß, was in Band 1 geschah, der wird einige Zeit brauchen, um wieder alle Infos beisammen zu bekommen. Das Buch startet direkt spannend und bleibt es auch bis zum Schluss. Diese Szenen sind jedoch großteils oberflächlich, oder bedienten sich an Elementen, welche man stereotypisch aus Filmen wie Indiana Jones kennt. Im Gegensatz zum ersten Band, geht es hier deutlich mehr um Götter und der ganze Aspekt der Reise durch den Nebel verfällt.
Interessant waren die Charaktere. Ist es doch positiv zu erwähnen, dass es sich schwer erahnen ließ, wer welche Rolle einnimmt und welche Schicksale die Autorin für jeden geplant hat. Das Unvorhersehbare hat es bis zum Ende spannend gehalten. Allerdings habe ich das Verhalten einiger Charaktere nicht nachvollziehen können. Gerade die berühmte Schurkin habe ich mir abgebrüht und taff vorgestellt, dabei war sie eher weinerlich und angreifbar. Auch der Bruder enttäuschte mich sehr. Ich war positiv überrascht, dass er nun eine Rolle bekommen soll, diese fiel aber sehr fad aus. So war die ganze Gruppe, die den Gott jagte doch recht nutzlos.
Das Ende ist der Dilogie definitiv würdig, auch wenn sie nicht ganz meinen Vorstellungen entsprach. Insgesamt eine kurzweilige Reihe für High Fantasy-Fans.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Die raue Liebe einer Frau

Die Hummerfrauen
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Die Hummerfrauen von Beatrix Gerstberger ist ein drei-Generationen-Roman in einem kleinen fiktiven Fischerörtchen im nicht fiktiven Hummerfischerareal in Maine (USA).

Die Autorin war für ihre Recherche ...

Die Hummerfrauen von Beatrix Gerstberger ist ein drei-Generationen-Roman in einem kleinen fiktiven Fischerörtchen im nicht fiktiven Hummerfischerareal in Maine (USA).

Die Autorin war für ihre Recherche viele Male vor Ort und hat sich mit Hummerfischerinnen unterhalten, ist auf ihren Booten mitgefahren und hat ihre Geschichte hautnah in einen Roman verwandelt. Dies macht den Roman authentisch. Genauso, wie ich es mir vorstelle, hat in dem Örtchen jeder eine raue Art. Der Humor ist manchmal unter der Gürtellinie, aber das sind die harten Frauen gewohnt. Hier wird sich nichts geschenkt, aber wer ehrlich und hart arbeitet, der hat sich seinen Platz in der Gesellschaft verdient.

Alle drei Frauen haben also ihre Geschichte, in der sie sich selbst durchbeißen. Doch über die Zeit finden sie sich und sind sich gegenseitig eine Stütze. Es ist ein Roman voller Frauenliebe. Pure Unterstützung und Wohlwollen. Dies zu lesen erwärmt das Herz.

Der Hummer spielt durchgängig eine subtile Rolle. Da ist zum einen das Gewässer, indem täglich nach diesen Tierchen gefischt wird. Da sind die philosophischen Lektionen, die man aus dem Hummerdasein ziehen kann und natürlich Mr. Darcy. Der blaue Hummer. Einer von einer Million... schätzungsweise. Wer kann so einen besonderen Sidekick nicht lieb gewinnen?

Doch für mich gehört zu jedem Roman auch ein gewisser Höhepunkt, auf den das Buch hinaus läuft. Sei es eine spannende Aktion, ein unerwarteter Twist, oder einfach das Ändern der Lebensweise oder des Denkens. Etwas hoffnungsvolles. Hier schien dies etwas zu fehlen. Ann (72) ist am Höhepunkt ihres Lebens. Sie ist da für die Ratschläge und lebt ein ruhiges, eigenbrötlerisches Leben. Julie (54) bringt den Aspekt einer Liebesbeziehung rein, die auch ohne Ecken und Kanten ist und sie hin und wieder unsympathisch rüberkommen lässt. Zuletzt ist noch Mina (28), die am wenigsten mit dem Fischen am Hut hat. Ihre Story baute sich erst nach der Hälfte des Buches auf und hätte einen spannenden Krimieffekt reinbringen können, jedoch wurde dies nicht ausgeschöpft.

Das Buch ist zwar ruhig, aber dieses so andersartige Leben wuchs mir sehr ans Herz.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Entschleunigung während des Lesens

Kokoro
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Es bereitet mir momentan wirklich Freude, wie viel Unterschiedliches ich lesen darf und wie positiv mich diese Bücher alle auf ihre eigene Weise überraschen und prägen.

In Kokoro geht es um japanische ...

Es bereitet mir momentan wirklich Freude, wie viel Unterschiedliches ich lesen darf und wie positiv mich diese Bücher alle auf ihre eigene Weise überraschen und prägen.

In Kokoro geht es um japanische Weisheiten. Autorin Kempton reist in ihrer Midlife-Crisis durch Japan. Eigentlich ist sie ein durchstrukturierter Mensch, doch die Trauer des fortlaufenden Lebens holt auch sie ein. Schon lange begeistert sie sich für dieses Land und die Kultur der Menschen dort. Sie studierte Japanologie und im Buch erscheint es, als würde ihr Freundeskreis diese Leidenschaft widerspiegeln. Insofern brachte Kempton viel Wissen mit und als Leserin durfte ich aus ihrem Wissensschatz profitieren und bekam Einblicke in sehr persönliche Erfahrungen mit diesem Land.
Dabei muss man sagen, dass die Autorin hier und da auch eine spirituelle Seite deutlich macht. Dies mag nicht für jeden was sein, nimmt aber auch nur Platz am Rand ein. Für mich gehört diese Art zu Denken auch etwas zum japanischen Mindset dazu und so konnte ich mich völlig drauf einlassen.

Kokoro hat zwar wenig Seiten, doch ist keinesfalls schnell zu lesen. Wer mag, darf und sollte sich auf die Fragen einlassen, die an einem jeden Kapitelende gestellt werden. Kempton fordert den Leser/die Leserin dazu auf, in sich hinein zu schauen. Und das nicht nur in das Hier und Jetzt und die Zukunft, sondern auch in Vergangenes. Nicht nur in die Anfänge, sondern auch auf die Enden. Gerade die Kapitel über Verlust und Loslassen, haben mich tief berührt und etwas in mir bewegt.

Letzten Endes kann ich noch immer nicht ganz fassen, was Kokoro bedeutet. Es ist ein tief verwurzelter Begriff Japans, der selbst für Einheimische die unterschiedlichsten Bedeutungen hat. Vielleicht ist auch genau das die Definition. Doch ich kann sagen, dass dieses Buch mir viele Weisheiten vermitteln konnte. Mir viele Tipps mit auf den Weg gegeben hat und wenn ich nicht bereits Lust auf das Land hätte, dann spätestens jetzt. Während man diese Buch liest, kann man in sich kehren.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Die Liebe sucht ein Zimmer

Die Liebe sucht ein Zimmer
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David Safier kennt man von seinen humorvollen Romanen wie "Mieses Karma" oder "Miss Merkel". Seine Bücher sind ein No-Brainer für mich, denn kaum ein Autor bringt mich mit Worten so zum Lachen wie Safier. ...

David Safier kennt man von seinen humorvollen Romanen wie "Mieses Karma" oder "Miss Merkel". Seine Bücher sind ein No-Brainer für mich, denn kaum ein Autor bringt mich mit Worten so zum Lachen wie Safier.
Doch diesmal wird es tiefsinnig-humorvoll. Eine Tragikomödie. Safier erzählt von einem Theateressemble in Kriegszeiten. Während das Stück läuft, muss sich die Protagonistin entscheiden: Nimmt sie das Angebot ihres Ex an, zu fliehen, oder bleibt sie? Die Ereignisse drehen und wenden sich im Stück, wie bei den Protagonisten. Und so ist es quasi ein Theaterstück im Theaterstück. Während die Aufführung dem Höhepunkt entgegensteuert, tut es auch die Geschichte der Protagonistin. Linear? Das sind sie beide nicht. Safier verbindet seine humorvolle Ader mit Geschichte: Denn dieses Theaterstück gab es wirklich und lediglich die Figuren spinnt Safier drumherum. Ich liebe ein wenig historische Korrektheit in solchen Romanen.
Außergewöhnlich ist der Stil. Entweder liest man einen Roman, oder man liest ein Theaterstück. Aber beides in einem? Auf die Idee muss man erstmal kommen. Doch Safier setzt noch eins oben drauf und so träumt Protagonistin Sara von ihrem eigenen Stück. Dieses baut sich in ihrem inneren immer weiter auf, bis es irgendwann explodiert und mich fassungslos zurücklässt. So bildgewaltig wird die ganze damalige Situation dargestellt. Ein Abwägen der Gefahren, des Nutzen. Was wäre ein jeder bereit zu opfern? Für die Freiheit? Oder für unsere Zukunft? Kann beides überhaupt zusammengehören? Und wird man unter diesem Druck ein anderer Mensch?
Zugegeben, manchmal fiel es mir schwer, am Ball zu bleiben. Sympathien aufzubauen. Weder Sara, noch die anderen sind große Sympathieträger. Sie bleiben weit entfernt, als schaue man wie bei einem Theaterstück nur auf die Fassade und nicht auf das Innenleben. Das macht es oft schwer, einen Roman wirklich zu fühlen.
Safier versucht es also in einem neuen Gewand und lässt seine üblichen Stärken einfließen. Das Buch ist ein besonderes Erlebnis, das sollte man nicht verpassen.

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