Leichtgängig erzählt, aber das verbindende Glied fehlt
Unser Haus mit RutscheSafia al Bagdadi erzählt in „Unser Haus mit Rutsche“ vom Familienleben der Ich-Erzählerin Layla – mit einem Ton, der zunächst leicht und spielerisch wirkt. Die kurzen Kapitel, versehen mit kleinen, oft ...
Safia al Bagdadi erzählt in „Unser Haus mit Rutsche“ vom Familienleben der Ich-Erzählerin Layla – mit einem Ton, der zunächst leicht und spielerisch wirkt. Die kurzen Kapitel, versehen mit kleinen, oft ironischen Titeln, tragen dazu bei, dass man angenehm durch die Episoden gleitet. Der Roman wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was grundsätzlich für Dynamik sorgt, aber leider nicht immer zu einem klaren Gesamtbild führt.
Ich hatte beim Lesen das Gefühl, nicht wirklich nah an die Figuren heranzukommen. Laylas Familie blieb mir fremd, ihre Gedanken und Gefühle schienen nur angedeutet statt entfaltet. Besonders die Rückblenden wirkten wie lose Puzzleteile, die sich nicht zu einem übergeordneten Bild zusammenfügen wollten. Damit fehlte mir letztlich der rote Faden, der die vielen kleinen Beobachtungen zu einer emotionalen Erzählung verbindet.
Spannend fand ich jedoch die Passagen, in denen der Golfkrieg zur Sprache kommt – insbesondere die unterschiedlichen Haltungen innerhalb der Familie und Laylas Enttäuschung über die unerfüllten Träume ihres Vaters. Diese Momente gaben dem Buch Tiefe und gesellschaftliche Relevanz.
Schade nur, dass der Roman am Ende so abrupt abbricht, dass man etwas unzufrieden zurückbleibt.
Insgesamt ist „Unser Haus mit Rutsche“ leicht zu lesen, atmosphärisch interessant und stellenweise klug beobachtet – doch mir fehlte das verbindende Element, das alles zu einer wirklich berührenden Geschichte gemacht hätte.