Keine klassische Romcom. Einfühlsam, ehrlich, unerwartet tiefgründig.
How To End A Love StoryHow to End a Love Story ist keine klassisches Feel-Good-Romcom, auch wenn man das zunächst vielleicht erwartet. Es ist eine Geschichte über Verlust, Schuld, Heilung und über zwei Menschen, die durch ihre ...
How to End a Love Story ist keine klassisches Feel-Good-Romcom, auch wenn man das zunächst vielleicht erwartet. Es ist eine Geschichte über Verlust, Schuld, Heilung und über zwei Menschen, die durch ihre Vergangenheit auf tragische Weise verbunden sind und sich dennoch langsam annähern.
Der Einstieg fiel mir ehrlich gesagt etwas schwer. Die wechselnde Erzählerperspektive und die wechsenden Erzählweise wirkten auf mich zunächst eher holprig als flüssig. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr fand ich mich in der Geschichte zurecht und ich habe schrittweise ein besseres Gefühl für den Schreibstil, die Charaktere und ihre Dynamik entwickelt.
Helen ist eine Protagonistin, die mir anfangs ambivalent erschien: zwischen irrationaler Wut und verständlichem Schmerz. Ihre Entwicklung hat mich jedoch nach und nach überzeugt. Ihre Unsicherheiten, das Imposter-Syndrom, die familiären Konflikte und die subtilen Hinweise auf den Einfluss ihres Migrationshintergrunds haben sie greifbar und tiefgründig für mich gemacht.
Grant hingegen war für mich von Anfang an sympathisch. Mit seinen Golden-Retriever-Vibes, seiner Empathie und der Art, wie er mit seinen Ängsten umgeht. Besonders gut gefallen hat mir, wie sensibel das Thema Angststörung behandelt wurde: ingesamt ohne Pathos, aber mit viel Authentizität.
Die Liebesgeschichte der beiden hat mich zunehmend berührt. Ihre Dynamik lebt von kleinen Gesten, ehrlichen Gesprächen und dem gegenseitigen Verständnis. Statt auf überzogene Missverständnisse setzt die Yulin Kuang auf emotionale Intelligenz und das war für mich ziemlich erfrischend.
Natürlich gab es auch schmerzhafte Momente, aber gleichzeitig passte er zur Entwicklung der Figuren. Ich will hier natürlich nicht zu viel vorweg nehmen: dass Helen ihren eigenen Weg findet ist denke ich als Charakterentwicklung zu erwarten. Das Ende kam vielleicht dann doch etwas zu abrupt und dem hätte gerne noch etwas mehr Raum gegeben werden können.
Grant und Helen hatten beiden komplexe Hintergrundgeschichten und ihre eigenen Päcken in vielerlei Hinsicht zu tragen und waren nicht eindimensional geschrieben, was die Geschichte am Ende für mich besonders interessant gemacht hat.
Was mich am meisten überrascht hat: Ich hatte mit einer leichten Romcom gerechnet, aber bekommen habe ich eine tief emotionale, feinfühlige Geschichte über zwei Menschen mit zerbrochenen Herzen, die lernen, sich selbst und einander zu vergeben.