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Veröffentlicht am 01.06.2026

Das Ende kam überraschend

Tokyo
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Böse Zungen behaupten, dass Saeki nur durch seine Heirat mit der Tochter des Polizeipräsidenten so schnell befördert werden konnte. Jetzt leitet er sogar das Dezernat 1 in Hino Ost, dem Tokyoer Polizeipräsidium. ...

Böse Zungen behaupten, dass Saeki nur durch seine Heirat mit der Tochter des Polizeipräsidenten so schnell befördert werden konnte. Jetzt leitet er sogar das Dezernat 1 in Hino Ost, dem Tokyoer Polizeipräsidium. Der aktuelle Fall bereitet ihm und seinen Kollegen starke Kopfschmerzen. Denn es geht um kleine Kinder und das bewegt jeden Ermittler. Leider bleibt es nicht bei den zwei Vorfällen der letzten Monate. Die Zeit drängt, denn der Täter steht bereits in den Startlöchern…

Herr Saeki steht im Mittelpunkt der Geschichte und daneben ein Vater, der mit dem Verlust seines Kindes nicht klar kommt. Er flüchtet sich zu dubiosen Glaubensgemeinschaften, die ihm versprechen, dass sein Schmerz schnell geheilt wird. Auffallend für mich, dass das Buch zwar bereits im Jahr 1993 in Japan veröffentlicht wurde, die Geschichte aber aktueller denn je ist. Menschen in Ausnahmesituationen werden in eine religiöse Bewegung gedrängt, die zunächst durch Zuwendung und Verständnis vonseiten der Leiter ein Ideal suggeriert. Auffallend hier, dass es ähnlich wie damals bei Luther auch bei denen um Ablasshandel geht. Also, wer viel Geld investiert, hat sehr schnell einen hohen Rang in der Gemeinschaft. Das bedeutet gleichzeitig, dass er mit dem Gründer kommunizieren und schnell in die absolute Erkenntnis gelangt. Das wiederum soll ihn oder sie von dem seelischen Schmerz kurieren.

Romane aus Japan unterscheiden sich sehr von jenen aus Europa und USA. Das liegt wohl an dem völlig anderen Lebensstil der Japaner. Thriller triefen nicht vor Blut und auch die Sexszenen sind nicht so ausführlich dargestellt. Das finde ich angenehm. Bei diesem Buch war für mich bis zum Schluss nicht klar, wer als Täter überführt wurde. Das gefiel mir und daher gebe ich eine bedingte Leseempfehlung. Warum nur bedingt? Weil das Buch für mich zu viele Längen hatte.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Das Grauen der Betroffenen ist kaum zu ertragen

Wir überlebten die Nacht
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Was den Kindern der indigenen Bevölkerung Kanadas durch die katholische Kirche über Jahrzehnte angetan wurde, wirkt bis heute nach. Sie wurden den Familien entrissen. Es interessierte nicht, ob die Eltern ...

Was den Kindern der indigenen Bevölkerung Kanadas durch die katholische Kirche über Jahrzehnte angetan wurde, wirkt bis heute nach. Sie wurden den Familien entrissen. Es interessierte nicht, ob die Eltern damit einverstanden waren oder sich dagegen wehrten. Wichtig war nur, dass den Kleinen das Christentum schmackhaft gemacht wurde. Was mit den Kindern dort geschah, ist erst seit wenigen Jahren bekannt. Sie wurden körperlich und seelisch misshandelt. Die Entschuldigung der Verantwortlichen kam viel zu spät. Auch der Vater des Autors Julian Brave Noisecat verbrachte Jahre in dieser Einrichtung. Fünf Jahre recherchierte Julian für „Wir überlebten die Nacht“. Heraus kam ein berührendes Buch, das die Welt der Indianer lebendig macht.

Geschrieben wurde das sehr persönliche Buch in der Ich-Form. Die Erzählung wechselt von den Ereignissen rund um die indigene Bevölkerung Kanadas heute und jenen, die sich in ferner Vergangenheit abspielten. Bis heute ist das Leben im Einklang mit der Natur für die Ureinwohner und deren Nachkommen selbstverständlich. Dass sie leider immer noch oft als Menschen zweiter Klasse angesehen werden, ist erschreckend. Obwohl sie nicht weniger intelligent und fleißig sind als der „weiße Mann/Frau“. Etliche zieht es nach Europa, wo sie per Stipendium studieren.

Das Urteil über Menschen in den Reservaten ist kaum zu ertragen. Die leiden bis heute unter ihren Erlebnissen in den Kanadischen Indianer-Internatsschulsystem. Oft sind es Alkoholiker, die ihren Schmerz nur mit dieser Sucht verdrängen können. Dass dadurch Arbeit und Familie vernachlässigt werden, sollte jedem klar sein. Und diese halbherzigen Entschuldigungen durch Staat und Kirche helfen nicht wirklich. Gut, dass es zumindest minimale Aufarbeitungen der Verbrechen gibt und mittlerweile auch psychologische Hilfe angeboten wird. Zumindest die Nachkommen profitieren davon. Das Buch hat mir das Leben der Indianer näher gebracht und meine Empfehlung gilt uneingeschränkt.

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Ein unterhaltsames Buch

Der Sommer, der uns blieb
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Martin fährt mit dem Rad zur Arbeit. Er möchte seine Figur behalten und fit bleiben. An diesem Morgen trifft er im Büro trifft er auf eine Kollegin, die Flyer in ihren Händen hält. Als sie diese fallen ...

Martin fährt mit dem Rad zur Arbeit. Er möchte seine Figur behalten und fit bleiben. An diesem Morgen trifft er im Büro trifft er auf eine Kollegin, die Flyer in ihren Händen hält. Als sie diese fallen lässt, sieht er das Foto einer Frau. Sie ist Fotografin und stellt bald ihre Bilder hier im Ort aus. Aber nicht das lässt ihn stutzen. Die Frau sieht aus, wie eine enge Freundin, die er vor 20 Jahren zu letzten Mal sah. Dabei waren sie doch damals unzertrennlich, Pia, Britta und Martin. Was wohl aus Pia und Britta geworden ist? Nein, sie leben gewiss nicht mehr bei ihrer Mutter. Martin hat es bis heute nicht geschafft, sich von ihr abzunabeln. Ist es Bequemlichkeit? Dabei ist sie doch sehr dominant und bevormundet ihn immer noch.

Nach 20 Jahren begegnen sich also die einstmals engen Freunde wieder. Ihre Lebenswege waren verschieden und ihre Träume gingen dabei nicht in Erfüllung. Das plötzliche Verschwinden von Pia hat den beiden Zurückgebliebenen zugesetzt und sie hoffen endlich eine Antwort zu bekommen. Doch, haben sie mit dieser Rückmeldung gerechnet? Ich denke nicht. Beide fallen sprichwörtlich aus allen Wolken und müssen doch die Wahrheit akzeptieren.

Das Buch hat mich bestens unterhalten und ich konnte beim Lesen gut entspannen. Wie sich dann am Schluss alles fügte, das war mir dann doch zu wirklichkeitsfremd, zu perfekt. Als Erstlingswerk einer noch unbekannten Autorin ist es aber nahezu perfekt.

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Sehr gutes Buch, aufwendig recherchiert

Die Tränen des Sonnengottes 1
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Sie ist weit über dreitausend Jahre alt und stammt aus der mittleren Bronzezeit Europas. Die Himmelsscheibe von Nebra. Es wurde viel über sie berichtet, aber ein Buch über ihre Entstehung fand ich bisher ...

Sie ist weit über dreitausend Jahre alt und stammt aus der mittleren Bronzezeit Europas. Die Himmelsscheibe von Nebra. Es wurde viel über sie berichtet, aber ein Buch über ihre Entstehung fand ich bisher noch nicht. Daher war es für mich perfekt, das Buch „Die Tränen des Sonnengottes“ zu lesen. Nein, hier geht es nicht ausschließlich um die Scheibe. Der Autor entführt den Leser in eine Welt weit vor unserer Zeit. Und das so unterhaltsam, dass ich gedanklich an die Orte des Geschehens reisen konnte.

Wie lebten die Menschen damals? Welche Nahrung nahmen sie zu sich und wie kam diese Zeit zu ihrem Namen? Das sind nur drei Fragen, die nachvollziehbar beantwortet werden. Aber auch die Herstellung der Bronze sowie den Abbau der dazu benötigten Materialien erläutert der Autor. Interessant ist auch, dass es sehr viele Parallelen zur heutigen Zeit gibt. Eine Erkenntnis dazu: Wenn ein Volk sich nicht nur um sich selbst kümmert, wächst der Wohlstand in der Gemeinschaft. Wie wichtig der Handel ist, erkannten die Menschen bald, auch wenn das Wort „Globalisierung“ noch nicht zum Sprachgebrauch gehörte.

Ein wertvolles Buch, das mir sehr gut gefiel. Gelernt habe ich etliches und freue mich auf den nächsten Band der Reihe um die Tränen. Das sind übrigens Bernsteine, die oft an der Ostsee zu finden sind.

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Veröffentlicht am 13.05.2026

Ein Wrestler kämpft um sein Glück

Sunset Flip
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Auggie Schnuck und seine Frau Nadine freuen sich. Endlich sehen sie die Figur „The Aug“ auch in einem Geschäft. Und Auggie wird sogar von dem Verkäufer erkannt. Die Freude kann aber die Probleme der beiden ...

Auggie Schnuck und seine Frau Nadine freuen sich. Endlich sehen sie die Figur „The Aug“ auch in einem Geschäft. Und Auggie wird sogar von dem Verkäufer erkannt. Die Freude kann aber die Probleme der beiden nicht überdecken. Ja, er ist ein erfolgreicher Wrestler und, wie sagt man? „Ganz oben angekommen“. Aber zu welchem Preis?

"Sunset Flip" zeigt den langen Weg eines Jungen, der in armen Verhältnissen aufwuchs, bis zu seinen Erfolgen als vermeintlicher Star. Dabei will er doch nur ein ruhiges Leben für sich und seine große Liebe. Die ständigen Kämpfe zerren an seiner Gesundheit. Dass er zudem ständig von seiner Frau getrennt ist, macht ihm auch zu schaffen. Er hat keine Freude an den Gelagen mit anderen Wrestlern. Viel lieber verbringt er die Abende in seinem Zimmer. Aber er fühlt sich alleine.

Kein „Pageturner“, aber wer bis zum Schluss dranbleibt, wird nicht enttäuscht sein. Ich gebe zu, dass ich zunächst Mühe hatte, dem Geschehen zu folgen. Der Autor mag wohl dieses Hin und Her zwischen Zeit und Ort. Für mich als Leser war das anstrengend. Diese sehr ausführlichen Hintergrundinformationen zum Wrestling konnten mich ebenfalls nicht wirklich mitnehmen. Jedoch der Blick auf die Psyche der beiden Hauptfiguren, also von der Kindheit bis zum Heute, das war für mich ein Grund das Buch bis zum Schluss zu lesen. Und nein, ich habe es nicht bereut.

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