Das Ende kam überraschend
TokyoBöse Zungen behaupten, dass Saeki nur durch seine Heirat mit der Tochter des Polizeipräsidenten so schnell befördert werden konnte. Jetzt leitet er sogar das Dezernat 1 in Hino Ost, dem Tokyoer Polizeipräsidium. ...
Böse Zungen behaupten, dass Saeki nur durch seine Heirat mit der Tochter des Polizeipräsidenten so schnell befördert werden konnte. Jetzt leitet er sogar das Dezernat 1 in Hino Ost, dem Tokyoer Polizeipräsidium. Der aktuelle Fall bereitet ihm und seinen Kollegen starke Kopfschmerzen. Denn es geht um kleine Kinder und das bewegt jeden Ermittler. Leider bleibt es nicht bei den zwei Vorfällen der letzten Monate. Die Zeit drängt, denn der Täter steht bereits in den Startlöchern…
Herr Saeki steht im Mittelpunkt der Geschichte und daneben ein Vater, der mit dem Verlust seines Kindes nicht klar kommt. Er flüchtet sich zu dubiosen Glaubensgemeinschaften, die ihm versprechen, dass sein Schmerz schnell geheilt wird. Auffallend für mich, dass das Buch zwar bereits im Jahr 1993 in Japan veröffentlicht wurde, die Geschichte aber aktueller denn je ist. Menschen in Ausnahmesituationen werden in eine religiöse Bewegung gedrängt, die zunächst durch Zuwendung und Verständnis vonseiten der Leiter ein Ideal suggeriert. Auffallend hier, dass es ähnlich wie damals bei Luther auch bei denen um Ablasshandel geht. Also, wer viel Geld investiert, hat sehr schnell einen hohen Rang in der Gemeinschaft. Das bedeutet gleichzeitig, dass er mit dem Gründer kommunizieren und schnell in die absolute Erkenntnis gelangt. Das wiederum soll ihn oder sie von dem seelischen Schmerz kurieren.
Romane aus Japan unterscheiden sich sehr von jenen aus Europa und USA. Das liegt wohl an dem völlig anderen Lebensstil der Japaner. Thriller triefen nicht vor Blut und auch die Sexszenen sind nicht so ausführlich dargestellt. Das finde ich angenehm. Bei diesem Buch war für mich bis zum Schluss nicht klar, wer als Täter überführt wurde. Das gefiel mir und daher gebe ich eine bedingte Leseempfehlung. Warum nur bedingt? Weil das Buch für mich zu viele Längen hatte.