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Veröffentlicht am 03.02.2025

Erneut konnte mich ein Roman von Petra Schier sehr gut unterhalten

Die Wächterin von Köln
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Britti kommt aus Bonn und ist nach Köln gereist. Sie möchte als „Hübschlerin“ im Haus von Elsbeth arbeiten. Erst 14 Jahre alt und schon eine Hure? Nein, das gefällt Elsbeth so gar nicht. Sie möchte, dass ...

Britti kommt aus Bonn und ist nach Köln gereist. Sie möchte als „Hübschlerin“ im Haus von Elsbeth arbeiten. Erst 14 Jahre alt und schon eine Hure? Nein, das gefällt Elsbeth so gar nicht. Sie möchte, dass das Mädchen sich zunächst auf andere Weise nützlich macht. Dass sie bestens mit Nadel und Faden umgehen kann, imponiert der Bordellbesitzerin ganz besonders. Elsbeth weiß was es heißt, sich als ganz junges Mädchen den Männern anbieten zu müssen. Aus dem Grund ist sie auch sehr auf das Wohl ihrer Mitarbeiterinnen bedacht.

Die Geschichte um Elsbeth ist spannend und unterhaltsam dargestellt. Schon als 16jährige verdingt sie sich als Hübschlerin im Haus namens „Zur schönen Frau“. Die Chefin ist streng und in meinen Augen ungerecht. Aber vielleicht war das ja damals üblich. Neben dem Leben im Freudenhaus wird auch die Situation auf den Straßen Kölns beschrieben. Hier gibt es Reiche und Bettelarme und auch die Kriminalität blüht.

Für mich war interessant, dass es ein „Wiedersehen“ mit etlichen Personen aus der „Lombardenreihe“ gab. Die Geschichte wird durch Dialoge in „kölscher“ Sprache aufgelockert. Im Epilog schreibt die Autorin nochmals sehr ausführlich über realistische Ereignisse damaliger Zeit sowie Geschehnisse, die ihrer Fantasie entsprungen sind.

Die Bücher von Petra Schier überzeugen durch eine akribische Recherche und das fundierte Wissen um das Leben im Mittelalter. Die Autorin kennt sich in den Gassen von Köln sehr gut aus. Dass sie immer wieder weiß, wie sie den Spannungsbogen straff gespannt hält, ist ein weiterer Pluspunkt ihrer Bücher. Das Cover unterscheidet sich wohltuend von den momentan üblichen Deckblättern. Es ist schlicht und dennoch außergewöhnlich.

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Solider Thriller, der durchaus lesenswert ist

Racheritual
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Jamal wollte doch nur ein wenig Stoff schnorren. Für heute Abend. Zum Runterkommen und Abhängen. Vielleicht würde der ja auch noch für seine Freundin reichen. Dann hätten sie einen tollen Abend. Doch ehe ...

Jamal wollte doch nur ein wenig Stoff schnorren. Für heute Abend. Zum Runterkommen und Abhängen. Vielleicht würde der ja auch noch für seine Freundin reichen. Dann hätten sie einen tollen Abend. Doch ehe er sich versieht, befindet er sich auf einer Ladefläche. Der Lieferwagen rattert sofort los. Wie dämlich kann man sein? Jamal ist fassungslos. Dabei kennt er doch die Gefahr und hat normalerweise eine gute Nase für ein Risiko.

Oh je, die Nachfahren Odins treiben ihr Unwesen. Nicht nur, dass sie Menschen töten. Nein, sie glauben sogar an ihren Auftrag und ihr Tun sehen sie als notwendig und richtig an. Im ersten Abschnitt verfolgt Baxter mit seinem Kollegen den Führer der selbsternannten „Berserker“. Später dann handelt er auf eigene Faust. Er verabschiedete sich vom Polizeidienst.

„Racheritual“ war mein erstes Buch des Autors Ethan Cross. Zunächst musste ich mich an seinen Stil gewöhnen aber dann gefiel er mir gut. Es gibt etliche Wendungen, die nicht vorhersehbar sind. Die humoristischen Einlagen sollen wohl für Lockerheit sorgen. Da das Buch sehr viele Seiten hat, ist die Handlung zwischendurch auch recht lang gezogen.

Die Gestaltung des Buches ist richtig gut. Der limitierte, Farbschnitt und das ausdrucksstarke Cover sind außergewöhnlich und fallen sofort ins Auge. Trotz einiger Schwächen bewerte ich das Buch als sehr gut und empfehle es bedenkenlos weiter.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Wer lügt hier eigentlich?

Beste Freundin - Niemand lügt so gut wie du
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Jess ist Journalistin und freut sich auf ihre neue Aufgabe. Als sie aber erfährt, worin diese besteht, zögert sie zunächst. Sie soll zu einem Fall recherchieren, bei dem ihre einst beste Freundin als Mörderin ...

Jess ist Journalistin und freut sich auf ihre neue Aufgabe. Als sie aber erfährt, worin diese besteht, zögert sie zunächst. Sie soll zu einem Fall recherchieren, bei dem ihre einst beste Freundin als Mörderin feststeht. Die Indizien sprechen eine eigene Sprache und es besteht für die Polizei kein Zweifel. Heather hat die beiden Menschen ermordet. Mit ihrem Gewehr. Sie selbst liegt im Krankenhaus. Nicht ansprechbar, also im Koma.

Es dauert eine Weile, bis Jess wieder Zugang zur Mutter der angeblichen Mörderin erhält. Diese Frau war damals ihre Ersatzmutter und einzige Bezugsperson. So oft übernachtete sie dort. Und jetzt soll Heather eine Mörderin sein? Die Fakten sprechen dabei für sich. Es gibt eigentlich keinen Zweifel.

Gelesen wird das Buch von 5 Sprecherinnen und nein, nicht alle gefielen mir. Die Story ist spannend aber sehr langatmig. Das Ende war für mich dann doch zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Wobei ich anmerke, dass diese vielen Wendungen durchaus zur Unterhaltung beitragen und mich zu einer Empfehlung veranlassen.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

So spannend kann das Mittelalter sein

INFAMIUM
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Der junge Ignatius hängt sehr an seinem Ziehvater. Kein Wunder also, dass er völlig niedergeschlagen ist, als dieser verstirbt. War er doch noch einen Tag vorher bei ihm. Hat sich mit ihm unterhalten und ...

Der junge Ignatius hängt sehr an seinem Ziehvater. Kein Wunder also, dass er völlig niedergeschlagen ist, als dieser verstirbt. War er doch noch einen Tag vorher bei ihm. Hat sich mit ihm unterhalten und ein Versprechen gegeben. Bodowin, so heißt der Tote, bat ihn um einen Gefallen. Er möge ein Buch an sich nehmen und es still und heimlich an einen Ort bringen, dessen Name niemand wissen dürfe. Der Ort heißt Lauresham. Ignatius zögert keinen Moment und begibt sich auf die gefahrvolle Reise.

„Infamium“ wird in zwei Zeitspannen erzählt. Einmal die Reise des Ignatius im Heute und das Lesen des Buches von Bodowin in der Vergangenheit. Es ist eine lange Reise ins Mittelalter, die mich zu jedem Zeitpunkt fesselte. So lebendig wird sie erzählt. Viele Intrigen und auch einige Anschläge gilt es zu überwinden. Wie Ignatius seine Prüfungen besteht und auf welche Weise er das Buch an seinen Bestimmungsort bringt, ist äußerst unterhaltsam geschildert. Klare Empfehlung von mir, denn auch die Sprecher haben mich mitgenommen und zu keinem Zeitpunkt gelangweilt.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Ein wichtiges Buch, das beim Erinnern hilft

Berchtesgaden
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Sophie Gruber und ihre Cousine Magda sind froh. Endlich sind sie weg, diese Bonzen. Eben fuhr der letzte schwarze Wagen am Haus vorbei und sie können sich in aller Ruhe umschauen. In der Villa von A. Speer, ...

Sophie Gruber und ihre Cousine Magda sind froh. Endlich sind sie weg, diese Bonzen. Eben fuhr der letzte schwarze Wagen am Haus vorbei und sie können sich in aller Ruhe umschauen. In der Villa von A. Speer, dem Architekten des Führers. Sie sind beeindruckt und vor allem die Bibliothek hat es ihnen angetan. Hier finden sie sogar ein Exemplar von „Mein Kampf“ mit Widmung. Schau einer an. Nicht nur die vielen Bücher haben es ihnen angetan. Es gibt viel mehr zu entdecken. Und nicht nur die beiden Jugendlichen haben es auf die vielen Schätze im Haus abgesehen. Immer mehr Nachbarn kommen dazu.

„Berchtesgaden“ ist nicht nur der Titel des Buches. Diese Stadt hat es Hitler ganz besonders angetan. Er vereinnahmte sie sofort, ließ seine Residenz bauen und verscheuchte Einheimische. Die jüdischen Nachbarn auf dem Obersalzberg waren die ersten, die vertrieben wurden. Weitere Höfe wurden enteignet, unten in der Stadt herrschte das Denunziantentum. Leider gab es sehr viele, die in diesem Menschen ihren Messias sahen und für ihn alles menschenmögliche taten. Es gab Reisebusse mit Anhängern, die nur einmal einen Blick auf Haus und Mann werfen wollten.

Das Buch beginnt sofort nach dem Krieg. Die Amerikaner nehmen Berchtesgaden ein. Sie urteilen im Schnellverfahren, wer sich während der letzten Jahre strafbar machte und wer nicht. Eigentlich ja normal, dass oft zu hören war: „Ich habe niemals von den Untaten der Soldaten sowie SS und SA gewusst. Nein, den Hitler mochte ich nie.“ Die Amerikaner nannten sie „Expressgeläuterte“.

Die Autorin zeigt sehr deutlich, wie sich Täter herauswinden wollten. Dabei gab es einige, die sogar ihre Nachbarn denunzierten und diese dann zum Tode verurteilt wurden. Wie es den Juden ging, das muss ich nicht wiederholen. Schätze wurden angehäuft, und in fast jeder Familie gab es Schuldige.

Das Buch ließ sich gut lesen. Die Sprache ist leicht und abwechslungsreich. Die Charaktere realistisch dargestellt und auch die Spannung lässt nichts zu Wünschen übrig. Das Literaturverzeichnis bietet allen, die weitere Informationen haben möchten, eine Vielzahl an interessanten Büchern. Nicht nur zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz ein gelungenes Stück Geschichte, das beim Erinnern hilft.

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