Erneut konnte mich ein Roman von Petra Schier sehr gut unterhalten
Die Wächterin von KölnBritti kommt aus Bonn und ist nach Köln gereist. Sie möchte als „Hübschlerin“ im Haus von Elsbeth arbeiten. Erst 14 Jahre alt und schon eine Hure? Nein, das gefällt Elsbeth so gar nicht. Sie möchte, dass ...
Britti kommt aus Bonn und ist nach Köln gereist. Sie möchte als „Hübschlerin“ im Haus von Elsbeth arbeiten. Erst 14 Jahre alt und schon eine Hure? Nein, das gefällt Elsbeth so gar nicht. Sie möchte, dass das Mädchen sich zunächst auf andere Weise nützlich macht. Dass sie bestens mit Nadel und Faden umgehen kann, imponiert der Bordellbesitzerin ganz besonders. Elsbeth weiß was es heißt, sich als ganz junges Mädchen den Männern anbieten zu müssen. Aus dem Grund ist sie auch sehr auf das Wohl ihrer Mitarbeiterinnen bedacht.
Die Geschichte um Elsbeth ist spannend und unterhaltsam dargestellt. Schon als 16jährige verdingt sie sich als Hübschlerin im Haus namens „Zur schönen Frau“. Die Chefin ist streng und in meinen Augen ungerecht. Aber vielleicht war das ja damals üblich. Neben dem Leben im Freudenhaus wird auch die Situation auf den Straßen Kölns beschrieben. Hier gibt es Reiche und Bettelarme und auch die Kriminalität blüht.
Für mich war interessant, dass es ein „Wiedersehen“ mit etlichen Personen aus der „Lombardenreihe“ gab. Die Geschichte wird durch Dialoge in „kölscher“ Sprache aufgelockert. Im Epilog schreibt die Autorin nochmals sehr ausführlich über realistische Ereignisse damaliger Zeit sowie Geschehnisse, die ihrer Fantasie entsprungen sind.
Die Bücher von Petra Schier überzeugen durch eine akribische Recherche und das fundierte Wissen um das Leben im Mittelalter. Die Autorin kennt sich in den Gassen von Köln sehr gut aus. Dass sie immer wieder weiß, wie sie den Spannungsbogen straff gespannt hält, ist ein weiterer Pluspunkt ihrer Bücher. Das Cover unterscheidet sich wohltuend von den momentan üblichen Deckblättern. Es ist schlicht und dennoch außergewöhnlich.