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Veröffentlicht am 23.01.2024

Wer war die geheimnisvolle Schöne?

Das Geheimnis der Mona Lisa
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In Florenz herrscht Aufruhr. Aggressive Bewohner scharen sich um das Haus der Medici. Sie wollen die Brüder Giuliano und Piero lynchen. Erst im letzten Moment gelingt den beiden Männern die Flucht auf ...

In Florenz herrscht Aufruhr. Aggressive Bewohner scharen sich um das Haus der Medici. Sie wollen die Brüder Giuliano und Piero lynchen. Erst im letzten Moment gelingt den beiden Männern die Flucht auf ihren edlen Pferden. Eigentlich wollte sich Lisa Gherardini mit auf den Sattel ihres Geliebten Piero schwingen, aber sie wird brutal zurückgerissen und zum Haus ihrer Eltern gebracht. Dort erwartet sie ein wütender Vater und eine verzweifelte Mutter. Auf Geheiß der Eltern kommt Lisa in ein Kloster und soll dort ihr Leben fristen.

Es gibt wohl kaum ein Kunstwerk, um das sich so viele Legenden ranken. Und niemand kann ergründen, wer denn nun diese Frau mit dem schönen Lächeln ist. Auch
Das Geheimnis der Mona Lisa greift die Geschichte auf. Gleichzeitig beschreibt die Autorin sehr abwechslungsreich, wie das Leben um 1495 in Florenz ausschaute. Welchen Einfluss die Kirchenvertreter hatten und welch ein Mensch Leonardo da Vinci war. Eigentlich hat sich gar nicht so viel geändert. Gerüchte fanden rasch ihren Weg zu den Menschen und deren Urteile fielen hart aus. Es wurde manipuliert und durch Geldgaben Einfluss auf die Politik genommen.

Geändert hat sich aber das Bild der Frau in der Öffentlichkeit. War sie damals nur zum Gebären von Kindern, und hier bevorzugt Söhnen, zuständig, so gibt es solche Gedanken zum Glück nur noch sehr selten. Gut gefielen mir die Hinweise auf Erfindungen Leonardos und auch der Plan zur Nutzung des Wasserlaufs Arno. Da es mir aber doch zu viele Längen hatte, ziehe ich einen Stern ab. Meine Empfehlung gebe ich aber ausdrücklich.

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Veröffentlicht am 21.01.2024

Ein Nervenkitzel der besonderen Art

Schneesturm
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Was war denn das? Mühsam öffnet die Möwe ihre Augen. Ein langes Paket rauschte an ihr vorbei und landete mit lautem Klatschen im Wasser. Gemeinsam mit ihren Kameraden sitzt das Tier auf einer Klippe, von ...

Was war denn das? Mühsam öffnet die Möwe ihre Augen. Ein langes Paket rauschte an ihr vorbei und landete mit lautem Klatschen im Wasser. Gemeinsam mit ihren Kameraden sitzt das Tier auf einer Klippe, von der im Sommer viele Klippenspringer ihren Mut beweisen. Aber doch nicht jetzt, mitten im Winter. Zudem wurde doch auch noch ein Schneesturm vorhergesagt. Was mag in diesem gut verschnürten Paket verborgen sein? Auch Cara, die einzige Polizistin der Insel, wundert sich, als sie darüber informiert wurde. Aber nicht lange, denn rasch erkennt sie, was dort ins Wasser geworfen wurde.

Eigentlich soll der Jahrestag eines Todes begangen werden. Vor zehn Jahren starb ein junger Mann in den Fluten des Meeres und seine Freunde möchten gemeinsam seiner gedenken. Schon bald wird eine der Gruppe, die Polizistin Cara, zum Fund einer Leiche gerufen und alle sind in heller Aufregung. Ein Toter auf ihrer kleinen Insel? Ermordet? Nein, das kann nicht sein. Und nicht nur das. Für Cara wird die Suche nach dem Täter sogar lebensgefährlich. „Schneesturm“ ist viel mehr als ein aufregender Krimi. Er ist ebenfalls eine gelungene Studie über die Einwohner Islands.

Ein Thriller, der es in sich hat. Etliche Male dachte ich, so, jetzt weißt du, wer der Mörder ist. Und zack, schon wieder falsch. Bis kurz vorm Ende der Story ließ die Autorin mich rätseln und die Lösung barg eine Überraschung. So sollen gute Thriller sein. Zumal auch die Landschaft und die Charaktere der Inselbewohner sehr gut beschrieben wird. Das raue Land bringt auch zuweilen raue Menschen hervor. Sonst könnten sie hier wohl kaum zufrieden (über)leben. Ein guter Thriller mit Tiefgang und ohne blutrünstige Beschreibungen. Die sehr gute Arbeit der Übersetzerin Birgit Schmitz darf dabei nicht unerwähnt bleiben.

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Veröffentlicht am 15.01.2024

Eindrucksvolle Literatur mit Tiefgang

Dieses schöne Leben
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Clover kennt ihn nicht und soll jetzt plötzlich für immer bei ihm leben? Nein, so hatte sie sich ihr Dasein nach dem Tod der Eltern wahrlich nicht vorgestellt. Raus aus der gewohnten Umgebung und hinein ...

Clover kennt ihn nicht und soll jetzt plötzlich für immer bei ihm leben? Nein, so hatte sie sich ihr Dasein nach dem Tod der Eltern wahrlich nicht vorgestellt. Raus aus der gewohnten Umgebung und hinein ins Ungewisse. Jedoch fühlt sie sich nach anfänglichen Schwierigkeiten wohl. Sie lernt von ihrem Großvater eine Menge und als er stirbt, verliert sie einen guten Freund. Aus diesem Verlust entwickelt sie für sich das beste. Sie macht eine Ausbildung zur Sterbebegleiterin. Niemand soll alleine in einem dunklen Zimmer von dieser Welt gehen. Das ist ihr Gedanke dabei.

Es gibt Menschen, die verdrängen das Thema sterben gekonnt. Nein, es ist nicht schön, wenn man am Bett seines Kindes oder seiner Eltern sitzt und auf den letzten Atemzug wartet. Noch schlimmer ist aber, wenn Sterbende vor ihrem Tod alleine sind. Wie gut, dass es tatsächlich den Beruf der Sterbebegleiter gibt. „Dieses schöne Leben“ ist erfüllt von eindrucksvollen Schilderungen über eine Verbindung, die über den Tod hinausgeht. Die Sprache ist lebendig und macht es einfach, dem Geschehen zu folgen.

Die Autorin zeigt, dass Menschen trotz schmerzhaften Verlusten, freudig an die Lieben zurückdenken können. Das Cover passt perfekt zu dieser Einstellung und von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.01.2024

Sehr gutes und informatives Sachbuch

Mächte und Throne
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„Mächte und Throne“ ist ein Sachbuch, das die neuesten Erkenntnisse von Forschern zum Thema hat. Schon damals gab es Klimaveränderungen und Pandemien. Wie diese auf die Menschen einwirkten und dass sie ...

„Mächte und Throne“ ist ein Sachbuch, das die neuesten Erkenntnisse von Forschern zum Thema hat. Schon damals gab es Klimaveränderungen und Pandemien. Wie diese auf die Menschen einwirkten und dass sie so gut damit umgehen konnten, ist nicht selbstverständlich. Man überlege sich, welche Möglichkeiten sie hatten. Weder Medizin noch Forschung, weder Kommunikation noch Mobilität waren so fortgeschritten wie heute. Und doch gab es große Umbrüche, die bis heute unser aller Leben prägen.

Selten las ich ein Sachbuch, das mich so sehr in den Bann zog. Und ja, ich las es direkt zweimal. Wollte ich doch keinesfalls etwas überlesen oder wichtige Dinge nicht aufgenommen haben. Der Autor Dan Jones nahm mich an seine Hand und ich begab mich in den Sog der Ereignisse. Es war eine spannende Reise in die Vergangenheit. Sowohl Luther als auch Khan und Eleonore von Aquitanien lernte ich kennen.

Das sehr gut gewählte Cover sprach mich sofort an und ich wurde nicht enttäuscht. Das 800 Seiten umfassende Werk ist in Kapitel unterteilt, die das Lesen vereinfachen. Und der sehr angenehme und bildhafte Schreibstil trägt ebenfalls dazu bei. Wahrlich ein Buch, das jeder Freund guter Literatur lesen sollte. Von mir gibt es einen Sternenregen dafür.

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Veröffentlicht am 04.01.2024

Weihnachtlicher Wohlfühlroman

24 Wege nach Hause
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Kurz vor ihrem Tod sprach Petras Schwester Alice immer wieder von einem Haus in Schweden. Es liegt in Nyponviken und sei das Erbe ihrer Eltern. Da Petra ohnehin nicht weiß, wo sie künftig mit ihrer Nichte ...

Kurz vor ihrem Tod sprach Petras Schwester Alice immer wieder von einem Haus in Schweden. Es liegt in Nyponviken und sei das Erbe ihrer Eltern. Da Petra ohnehin nicht weiß, wo sie künftig mit ihrer Nichte Charly leben kann, macht sie sich kurzentschlossen auf den Weg nach Schweden. In eine ungewisse Zukunft? Das gefällt Charly überhaupt nicht und dementsprechend ist ihr Verhalten gegenüber ihrer Tante. 24 Wege nach Hause beschreibt auch, wie sich Einstellungen ändern können.

Die Geschichte beginnt mit dem Umzug nach Schweden. Sowohl Tante als auch Nichte werden zwar nicht mit offenen Armen empfangen, fühlen sich aber wohl in dem kleinen Ort. Hier kennt jeder jeden und man hilft sich. Als dann ein Adventskalender vor der Türe von Petras Zuhause liegt, beginnt die Geschichte fesselnd zu werden.

Es ist ein richtiger Weihnachtsroman. Mit viel Gefühl und Spötter würden vielleicht anmerken, er sei eine Schnulze. Mir gefiel er und was sich immer mehr herauskristallisierte, will sagen, welche Geheimnisse ans Licht kommen, überraschte mich. Die Sprache ist locker und bildhaft. Ich habe das Lesen wirklich genossen und denke, dass das Buch auch nach Weihnachten noch für ansprechende Unterhaltung sorgen kann.

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