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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2020

Mord im Weinbaugebiet, spannend und mit Humor geschrieben

Winzerschuld
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Es geht hoch her bei der Fassenacht. Es wird gesungen, geredet und noch mehr getrunken. Die Büttenreden kommen nicht alle gut an und auch sonst brodelt es unter der Oberfläche. Aber an Karneval lieben ...

Es geht hoch her bei der Fassenacht. Es wird gesungen, geredet und noch mehr getrunken. Die Büttenreden kommen nicht alle gut an und auch sonst brodelt es unter der Oberfläche. Aber an Karneval lieben sich ja alle. Doch, was ist das? Till verschwindet plötzlich und spurlos. Noch schlimmer, dass eine Bedienung, jung, hübsch und nett, am nächsten Morgen tot aufgefunden wird. Kurt-Otto Hattemer ist Hobbypolizist und ermittelt gerne. Ob er den Spezialisten mit Rat und Tat zur Seite stehen kann?
Schon rasch ist klar, dass der Autor Winzer ist. So präzise, wie er die Arbeit dieses Berufszweiges erklärt, das kann kein Laie. Der Krimi ist locker und angenehm geschrieben. Es gibt viele Verdächtige, die aber dann doch nicht als Täter infrage kommen. Bis zum Schluss rätselte ich und lag dann doch daneben.
Für meinen Geschmack gab es aber zu viele Handlungsstränge, wobei mir aber jene, die zu den Verbrechen im Zweiten Weltkrieg führten, gut gefielen. Die hat der Autor nämlich vor Ort recherchiert und sogar Originale zitiert. Das fand ich beeindruckend. Daher gebe ich auch gute vier Sterne und eine Leseempfehlung. Ja, auffallend ist auch das geschmackvoll gestaltete Cover. Auch das kann sich sehen lassen.

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Veröffentlicht am 19.12.2020

Gelungener Abschluss der einfühlsamen Reihe

Goldener Mohn
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Schon die beiden Vorgänger „Gelber Krokus“ und „Eine Handvoll Senfkörner“ gefielen mir ausgesprochen gut. Daher freute ich mich sehr als ich den dritten Band vor mir sah. Im Buch „Goldener Mohn“ geht die ...

Schon die beiden Vorgänger „Gelber Krokus“ und „Eine Handvoll Senfkörner“ gefielen mir ausgesprochen gut. Daher freute ich mich sehr als ich den dritten Band vor mir sah. Im Buch „Goldener Mohn“ geht die Geschichte von Mattie und Lisbeth im Jahr 1894 weiter. Mattie wird bald sterben und ihre Tochter Jordan sowie die Enkelin bitten Lisbeth, dass sie ihr noch einen letzten Wunsch erfüllt. Nach dem Tod der Mutter zieht es Jordan samt Tochter nach Oakland. Hier leben Lisbeth und deren Tochter Sadie.

Für mich ist diese Reihe etwas Besonderes. Ich verfolgte aufmerksam die Anfänge einer Freundschaft, deren Beteiligte nicht unterschiedlicher sein konnten. Dass sie bis zum Tod der einen aneinander dachten, das imponierte mir. Und obwohl sie weit entfernt voneinander wohnte, sie hielten den Kontakt aufrecht. Laila Ibrahim schreibt in „Goldener Mohn“ über Rassismus, der entweder unterschwellig und grausam zu durchleben ist. Von den Weißen, die sich im Jahr 1894 immer noch als „Herrenmenschen“ fühlten, obwohl die Verfassung der USA etwas Anderes bestimmt. Aber auch das Wahlrecht steht vor einem Durchbruch und hier sind Frauen, egal ob weiß oder farbig, immer benachteiligt. Dieser dritte Band ist zwar so geschrieben, dass wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit eingebunden wurden. Aber ich denke es ist gut, wenn die erste beiden Bücher zunächst gelesen werden. Fünf Sterne und eine Leseempfehlung gibt es von mir.

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Veröffentlicht am 17.12.2020

Nicht ihr bestes Buch

Das Schmetterlingszimmer
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Schockierende Geheimnisse und ungeklärte Todesfälle sind ein Spezialgebiet von Lucinda Riley. Auch in ihren neuesten Roman weicht sie nicht davon ab. Posy Montague lebt in einem großen Herrenhaus. Sie ...

Schockierende Geheimnisse und ungeklärte Todesfälle sind ein Spezialgebiet von Lucinda Riley. Auch in ihren neuesten Roman weicht sie nicht davon ab. Posy Montague lebt in einem großen Herrenhaus. Sie ist selbstbewusst und fühlt sich wohl in ihren eigenen vier Wänden. Im „Admiral House“ lebt sie mit ihren Erinnerungen, die nicht so sind, wie sie scheinen. Dunkle Geheimnisse lasten auf der Vergangenheit und es stellt sich die Frage, wie Posy damit umgehen kann.

Auch dieses Hörbuch konnte mich in seinen Bann ziehen. Es gehört meiner Meinung nach zwar nicht zu den besten Werken der Autorin, aber es unterhielt mich gut. Der Grund dafür lag mit Sicherheit auch an Simone Kabst. Sie überzeugte mich mal wieder mit ihrer einzigartigen Stimme, die sowohl Personen als auch spannende Ereignisse perfekt präsentierte. „Das Schmetterlingszimmer“ beschreibt ein luxuriöses Anwesen in England. Hier verlebte Posy ihre Kindheit und Jugend. Dass solch imposante Gebäude allerdings mit hohen Nebenkosten verbunden sind, das merkt Posy sehr schnell.

Nicht nur die Kosten ihres Erbes bringen Posy zum Nachdenken. Sie trifft ihre Jugendliebe Freddie erneut und stellt fest, dass in ihrem Haus ein Verbrechen geschah, das sie in ihren Grundfesten erschüttert. Findet sie dennoch Abstand dazu und kann sich völlig ihrer großen Liebe öffnen? Dieses Buch zählt nicht zu ihren besten Werken. Das Ende ist meiner Meinung nach zu offensichtlich und auch die handelnden Personen wurden nicht optimal präsentiert.

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Veröffentlicht am 16.12.2020

Sehr gute Darstellung der Charaktere

Die verstummte Liebe
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Beim Roman „Im Lautlosen“ war Fritz Ellerweg einer der Hauptpersonen. In diesem Buch
„Die verstummte Liebe“ schreibt die Autorin Melanie Metzenthin über das Leben seiner Mutter Helen Mandeville.

Es ...

Beim Roman „Im Lautlosen“ war Fritz Ellerweg einer der Hauptpersonen. In diesem Buch
„Die verstummte Liebe“ schreibt die Autorin Melanie Metzenthin über das Leben seiner Mutter Helen Mandeville.

Es beginnt in England im Jahr 1896. Helen wächst in behüteter und wohlhabender Umgebung auf. Ihr Vater ist erfolgreicher Bankier und das schlägt sich auf die Erziehung der beiden Kinder nieder. Die Eltern erwarten, dass Helen sich standesgemäß verheiratet und der Vater sucht dazu ihren künftigen Gatten aus. Helen mag den aber so gar nicht und bei einer Reise nach Deutschland verliebt sie sich in den Arzt Ludwig Ellerweg. Sie bricht mit ihrer Familie, löst das Verlöbnis und flüchtet in die Arme Ludwigs nach Hamburg. Die beiden heiraten und schon bald erblickt Sohn Fritz das Licht der Welt.

Nach einigen Jahren muss Helen kurzfristig in die Heimat reisen, da ihre Mutter im Sterben liegt. Das Fatale daran ist, dass der Erste Weltkrieg ausbricht und die beiden Länder England und Deutschland sich bekämpfen. Für Helen beginnt eine schlimme Zeit.

Wie gut, dass es „Tinte und Feder“ gibt. Sonst wären mir die Bücher von Melanie Metzenthin vorenthalten worden. Nur hier, bei diesem Verlag sahen die Verantwortlichen, wie wertvoll und begehrt ihre Romane sind. So auch „Die verstummte Liebe“. Mich beeindruckte dabei, wie ausführlich Frau Metzenthin die Entwicklung Helens beschrieb. Wie aus einer reichen und behüteten Tochter eine selbstbewusste und verantwortungsvolle Frau wurde. Sie nahm viele Unannehmlichkeiten hin, um mit ihrer großen Liebe vereint zu sein.

Die Darstellung der Ereignisse vor und während des Ersten Weltkrieges imponierten mir ebenfalls. Die Sorgen der Frauen und Mütter von Soldaten, die teilweise mit „Hurra“ in den Krieg zogen. Dann die Furcht vor den Bomben oder die große Not der Deutschen, welche schon jahrelang in England lebten. Plötzlich waren sie Feinde und wurden sogar ausgegrenzt.

Auch dieses Buch ist wieder mal ein Highlight für mich. Jetzt werde ich sehr bald „Im Lautlosen“ lesen und darauf freue ich mich schon sehr. Für dieses Buch gebe ich fünf Sterne plusplus und hoffe, dass es viele Leser findet. Das hat es nämlich mehr als verdient.

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Veröffentlicht am 15.12.2020

Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein

Die verratene Generation
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Es ist eine grausame Statistik, die uns der Autor Dr. phil. Christian Hardinghaus in seinem neuesten Werk präsentiert. Er schreibt von den vielen Frauen, die missbraucht wurden und von einem Tabu, welches ...

Es ist eine grausame Statistik, die uns der Autor Dr. phil. Christian Hardinghaus in seinem neuesten Werk präsentiert. Er schreibt von den vielen Frauen, die missbraucht wurden und von einem Tabu, welches jegliche Aufarbeitung des Schicksals der Vertriebenen thematisiert. Und nein, er scheute sich nicht zu fragen, ob die Flächenbombardements der Alliierten kein Kriegsverbrechen war. 600.000 Menschen wurden getötet und die meisten von ihnen waren Frauen und Kinder. Sollte auf diese Weise das faschistische Regime aufgehalten werden? Was hätten denn diese Menschen dagegen tun können?

Ich las und lese immer noch viele Bücher, die sich mit den Schreckenstaten während des Zweiten Weltkrieges auseinandersetzten. Aber kein Autor schreibt so sensibel über dieses Thema wie Herr Hardinghaus. Für sein neuestes Werk

DieverrateneGeneration interviewte er 13 Zeitzeuginnen, die ihm ihre Erlebnisse unter Tränen schilderten. Auch heute, das bedeutet, Jahrzehnte nach dem Ende des Krieges, leiden sie unter den Traumata, die ihnen widerfuhren. Sie wurden sowohl von Russen als auch von den „Alliierten“ vergewaltigt und wie Lustobjekte missbraucht.

Für mich gab es beim Lesen des Buches

DieverrateneGeneration etliche Absätze, die mich in meine Kindheit versetzten. Meine Eltern kannten die Bombardements von Osnabrück und erzählten hin und wieder davon. Auch Berichte über das Pflichtjahr der Tanten war wieder präsent. Nein, das war mit Sicherheit nicht als Hilfe oder Rettung zu verstehen, wie die Alliierten deutsche Städte zerstörten. Und auch das darf niemals vergessen werden. Dass auch in Deutschland Menschen getötet wurden, die niemals Anhänger der Faschisten waren und nur dadurch verurteilt wurden, dass sie Deutsche waren.

Ich las das Buch über den Todesmarsch von Brünn und auch einige Bücher über die Vertreibung der Deutschen aus Königsberg. Woher kam der Hass der Tschechen und was veranlasste sie, alle Deutschen als Mörder anzusehen? Warum wurden sogar alte Leute und Kinder gequält? Ich weiß es nicht und bin dankbar, dass ich zur damaligen Zeit noch nicht geboren war.

DieverrateneGeneration ist ein Muss für alle die meinen, dass nur wir Deutschen schwere Schuld auf uns luden.

NetGalleyDE

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