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Veröffentlicht am 26.01.2026

Mit langsamen Tempo zu tiefen Emotionen

Wild Side
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Elsie Silver-Bücher sind ein Must-Read und trotzdem gab es bei der neuen Rose Hill-Reihe von ihr noch nicht DEN Band, der alles weghaut. Aber weil ich eben alles lese, war das nicht so entscheidend, dennoch ...

Elsie Silver-Bücher sind ein Must-Read und trotzdem gab es bei der neuen Rose Hill-Reihe von ihr noch nicht DEN Band, der alles weghaut. Aber weil ich eben alles lese, war das nicht so entscheidend, dennoch bin ich froh, dass „Wild Side“ das nun jetzt offiziell nachgeholt, die Reihe hat damit ihren Peak erreicht.

Wir haben im zweiten Band schon einiges zu der gemeinsamen Geschichte von Tabitha und Rhys angedeutet bekommen. Auf einmal war ihre Schwester tot und die beiden verliebt. Das waren natürlich Ausrufezeichen, die ich unbedingt näher ergründet sehen wollte. Wie bislang die ganze Reihe habe ich auch wieder das Hörbuch gehabt. Natalie Mukherjee und Alexander Kalff waren für mich beide neue Hörbuchstimmen. Ihre Stimmlage war jetzt nicht unbedingt etwas, was mir sofort geschmeidig ins Ohr ging, aber es war reine Gewöhnungssache. Kalff dagegen passte sofort auf den verschlossenen Rhys und am Ende waren eh beide ideal die beiden Charaktere, dafür hatte ich dann auch schon genug Stunden mit ihnen verbracht.

Das Buch ist für mich ideal losgegangen, denn schon der Prolog hat wunderbar zur späteren Geschichte gepasst. Es war eine Schicksalsbegegnung und auch wenn da noch keine offensichtlichen Funken gesprüht sind, aber es war sofort ein Interesse füreinander da. Nach dem Zeitsprung ist dann die Stimmung erstmal anders, denn das Schicksal hat zugeschlagen und Rhys und Tabitha könnten jeweils nicht schlechter übereinander denken. Ich war dennoch überrascht, dass wir nicht übertrieben schnell zu den Ereignissen aus dem zweiten Band aufgeschlossen haben. Aber das hat das Buch auch besser gemacht. Silver hat inzwischen einen Stil gefunden, bei dem sie sich Zeit nehmen kann, um in die Tiefe zu gehen. Hier hat sich das formidabel ausgespielt, denn nachdem sie beide erstmal schlecht übereinander denken, braucht es Zeit und viele Ereignisse, um Vertrauen zu schaffen. Da passt es dann auch toll, dass die Reihe weiter auf die Kinder sitzt, denn beide haben eins gemeinsam: die tiefe Liebe für Milo und über ihn sind sie sich immer nähergekommen.

Tabby ist im Grunde nicht der Sonnenschein der Reihe, später wird sie von der ikonischen Doris als ehemaliger Emo bezeichnet, und das merkt man schon. Sie hat eher eine pessimistische Sicht auf die Dinge, sie schottet vieles lieber ab und gleichzeitig ist sie aber ein Familienmensch durch und durch und tut alles für die, die sie liebt. Aufgrund ihrer Art war sie natürlich bestens dafür aufgelegt, Rhys zu ärgern und zu provozieren. Er wiederum hat aus nachvollziehbaren Gründen ein riesiges Mysterium um sich herum. Niemand weiß etwas über ihn. Er ist vielleicht nicht so pessimistisch, aber er hat auch wenig Vertrauen und das ist die Ausgangslage, sodass es zu einigen echt tollen Szenen kommt, weil aus den Schikanen irgendwann schnell etwas mehr spricht. Gleichzeitig hat man gut gemerkt, wie die beiden sich durcheinander aber auch verändern und dann wiederum anderen Anschluss in ihren jeweiligen Freundesgruppen finden.

Die frühe Hochzeit ist ein Trope, den ich eigentlich immer gerne lese und das ist hier nicht anders. Es war schön, wie intensiv die Szenen wurden, denn durch den längeren Vorlauf wirkt es nicht überhastet, nein stattdessen sind die Gefühle schon an Bord und es war wie eine echte Hochzeit. Auch wenn noch viel Ballast dabei ist, aber der Moment vor dem Ja-Wort war unfassbar echt und berührend durch die Hörbuchstimmen rübergebracht. Danach geht es immer noch langsam voran und ich war so dankbar. Silvers intime Szenen sind nicht so unbedingt meins, das hat sich noch durch kein Buch geändert, aber hier steht es ebenfalls nicht im Vordergrund, denn es wird wirklich etwas aufgebaut, sodass es sich dann genau richtig entlädt. Ich fand auch Rhys‘ Geheimnis mit dem Wrestling ganz toll, weil es einen anderen Schwerpunkt für die Autorin liefert. Ich habe schon eine Serie dazu gesehen, Heels. Auch wenn es nicht meins ist und werden wird, aber die Leidenschaft, die man dafür haben kann, das kam rüber und ich war bei allen Nebengeschichten voll drin.

Fazit: „Wild Side“ ist für mich das bisherige Highlight der Rose Hill-Reihe. Tabitha und Rhys sind beide nicht auf Anhieb die klassischen Sympathisanten, aber genau das ist auch ideal, sie zu Überraschungsgewinnern zu machen. Das ist hier gelungen, denn die Geschichte hat ein tolles Tempo, sodass sich alles nachvollziehbar und zutiefst berührend aufbauen konnte.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Stimmt romantisch auf die Winterspiele ein

One Date to Gold
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Die Olympischen Winterspiele 2026 in Italien sind nur noch wenige Wochen entfernt und da kam mir „One Date to Gold“ gerade recht, denn ich schaue sowohl die Winter- als auch die Sommerspiele sehr gerne. ...

Die Olympischen Winterspiele 2026 in Italien sind nur noch wenige Wochen entfernt und da kam mir „One Date to Gold“ gerade recht, denn ich schaue sowohl die Winter- als auch die Sommerspiele sehr gerne. Von Ivy Leagh hatte ich als Autorin noch nichts gehört, habe mir aufgrund diverser deutschen Referenzen aber irgendwann gedacht, dass es ein Pseudonym sein wird. So ist es auch und eigentlich gefällt es mir sogar noch besser, einer deutschen Autorin eine Chance zu geben.

Zunächst muss ich sage, dass meine wichtigste Erwartungshaltung, dass ich auch wirklich Vibes von Olympischen Spielen bekomme, erfüllt wurde. Auch wenn mit Sponsorentreffen etc. noch viel drum herum gebaut wurde, aber das Olympische Dorf, die Pressekonferenzen, die Siegerzeremonien etc., das kam alles sehr gut rüber und hat mir auch den Eindruck vermittelt, dass die Autorin ein ebensolcher Fan wie ich selbst ist. Mit Eishockey und Snowboard sind auch coole Sportarten ausgewählt worden, gerade vor dem Hintergrund, dass wir durch eine Mannschaftssportart und einen Solowettbewerb Kontraste haben und dann mit Hunter und Amie klar ist, dass sie eigentlich genau umgekehrt nominiert sein müssen, weil Hunter mehr der Solist und Amie die Teamplayerin ist. Die Autorin hat also einige clevere Entscheidungen getroffen, die beiden dann Raum zum Wachsen gegeben hat.

Ich habe „One Date to Gold” als Hörbuch gehabt und bin mit Hannah Schepmann und Louis Friedemann Thiele, die ich beide stimmlich schon kenne, sehr gut bedient worden. Da gab es ganz sicher nichts zu meckern. Das Buch selbst arbeitet mit einigen beliebten Tropes, die im Klappentext auch schon prominent beworben wurden. Aber ich fand es sehr angenehm, dass ich die Geschichte nicht als Abarbeiten von Klischees und Erwartungen empfunden habe. Fake Dating war hier der Deckmantel, aber man hat doch schnell gemerkt, dass eigentlich nur die beiden sich etwas vormachen. Gleichzeitig hatte die Handlung auch viel Tiefgang zu bieten. Bei Amie haben wir den Erwartungsdruck und den Missbrauch durch Trainer, was leider ein sehr aktuelles Thema ist. Bei Hunter haben wir den Druck der PR-Maschinerie, wir haben eine schwierige Familiensituation, weswegen er seine Schwester vor dem Druck schützen will. Da hat man doch auf beiden Seiten gesehen, dass ein Päckchen da war und beide eine Reise antreten mussten.

Ich fand die Chemie zwischen den beiden sehr gut, da konnte ich gut mitfühlen. Es gab aber so kleine Irritationen, die mich manchmal etwas raus gebracht haben. Zum einen wäre das, dass Amies Perspektive nicht immer kompatibel mit Hunters Beschreibungen war. Ich habe Amie durch ihren Kopf eher als bedacht und auch vorsichtig wahrgenommen. Wenn sie aber mit Hunter verbal gefochten hat oder seine Teamkameraden um den Finger gewickelt hat, da schien sie wie ausgetauscht zu sein. Amie wirkte da sehr frech, was keinesfalls ein falscher Charakterzug ist, aber ich weiß nicht, die Szenen passten für mich nicht immer. Dann muss ich auch gestehen, dass die intimen Szenen nicht unbedingt mein Fall waren. Das ist Geschmackssache. Ich kenne es auch von Elsie Silver, dass das bei ihr immer mein Manko ist und trotzdem lese ich jedes Buch, weil das Drumherum so gut ist. In eine ähnliche Richtung geht Leagh hier auch. Denn ich fand die Entwicklung des Paares schon sehr einnehmend. Ich mochte, wie durchgängig die Spiele eingebunden wurden. Ich mochte es, wie wir auch durch beide Wettbewerbe mitgerissen wurden. Auch wenn das letzte Fünftel nochmal etwas zäh war, aber insgesamt ließ es sich sehr flüssig und überzeugend lesen.

Fazit: „One Date to Gold” kam mir vor den Olympischen Spielen jetzt gerade recht. Ich fand das Setting sehr clever. Ich fand die Geschichte auch sehr tiefgehend, sodass neben beliebten Tropes auch eine schöne Achterbahn der Gefühle möglich war. Es gab zwar Mankos, aber unterm Strich waren das nur Schönheitsfehler.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Selbst Fallen gestellt - umkurvt?

Die Frau des Serienkillers
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Die Serienkiller-Trilogie von Alice Hunter habe ich erstmal gehortet und anderen zu lesen gegeben, ehe ich dann selbst doch nun endlich bei „Die Frau des Serienkillers“ zugegriffen habe. Es ist immer schwierig, ...

Die Serienkiller-Trilogie von Alice Hunter habe ich erstmal gehortet und anderen zu lesen gegeben, ehe ich dann selbst doch nun endlich bei „Die Frau des Serienkillers“ zugegriffen habe. Es ist immer schwierig, wenn man so spät auf einen Zug aufspringt und so viel über eine Reihe gehört hat und weiß hier eine Wendung, dort eine Wendung. Und dennoch wollte ich jetzt mal selbst schauen, was ich von dem Auftakt der Trilogie halte.

„Die Frau des Serienkillers“ arbeitet mit einem eher selteneren Stil. Einen Teil haben wir als gegeben, dafür sind andere Aspekte noch völlig unklar. Hier wissen wir, dass Tom tatsächlich ein (Serien-)Killer ist. Offen ist aber, was Beth weiß, ob es noch weitere Mysterien gibt und ob Tom alles so gedreht bekommt, dass er als freier Mann rauskommt. Das ist schon eher ungewöhnlich, eröffnet aber natürlich auch andere Möglichkeiten. Die Kapitel aus Toms Sicht sind deutlich seltener, aber sie geben doch nach und nach mehr Einblicke in seine Psyche. Das funktioniert natürlich nur so gut, weil wir wissen, wer er ist. Besonders aussagekräftig waren aber auch die Rückblicke in die gemeinsame Geschichte von Katie (Freundin vor Beth) und Tom. Es war schon krass, die beiden Perspektiven direkt hintereinander zu haben, um die riesigen Unterschiede wahrzunehmen. Was mir in Bezug auf Tom gefehlt hat, das war ein wenig die Perspektive, was bei Beth anders war. Ich konnte natürlich Vermutungen anstellen, aber es wäre doch gut gewesen, es mal von Tom konkret kommentiert zu hören.

In der ganzen Stilistik des Buchs muss ich auch sagen, dass es mir sehr schwer fiel, Sympathien zu entwickeln, mit egal welchem Charakter. Tom ist eh klar, aber auch Beth als titelgebende Figur war niemand, mit der ich besonders mitfühlen konnte, obwohl sie natürlich in eine Ausnahmesituation geworfen wurde, die man niemandem wünscht. Aber man hat ihr immer eine gewisse kalkulierende Seite angemerkt. Ich kenne das von mir selbst, wenn der Verstand lauter als das Herz ist, dass im Moment fühlen schwieriger ist, aber es gab mehrere Situationen, in denen Beth bewusst ‚falsche‘ Emotionen eingesetzt hat, um für sich Mitgefühl zu erzeugen. Und es war schon verdammt schwierig, das einzuschätzen. Gleichzeitig habe ich auch gemerkt, dass Charaktere wie Julia und Adam von mir eine gehörige Portion Skepsis abbekommen haben. Das machen solche Bücher schnell schon mal mit einem, dass man niemandem mehr vertrauen kann, gerade wenn man weiß, dass es Wendungen geben wird und die könnte man jedem zutrauen.

Dementsprechend war die Mischung aus Spannung, Skepsis und wenig Identifikation ein durchgehendes Muster, was für mich das Buch nicht zu einer Spitzenlektüre werden lassen konnte, was mich aber trotzdem mit den Facetten an der Stange gehalten hat. Das Bedürfnis durchzulesen, wurde gefördert, das definitiv. Letztlich muss ich auch sagen, dass mich die Wendung am Ende doch überrascht hat. Hunter hat genug falsche Fährten erzeugt und Ablenkungen geschaffen. Vielleicht ist der Klappentext ein bisschen zu verratend geraten, wenn ich mir das im Rückblick durch den Kopf gehen lasse, aber ich habe mir dabei nicht zu viel gedacht und deswegen kam für mich alles überraschend. Damit wurde die Mission erfüllt. Aber einige Passagen zwischendurch waren zu langatmig, gerade wenn wir zu eng an Beth klebten.

Fazit: „Die Frau des Serienkillers“ hat schon im Genre einen ganz eigenen Stil entwickelt, was positiv ist. Die Kenntnis des Killers erlaub mehr Psychologisches, aber natürlich geht auch etwas an Spannung für manches weg. Andere Aspekte waren aber offen und ich wurde letztlich reingelegt. Insgesamt aber ein Stil, der sich selbst auch Fallen gestellt hat, die mal besser und mal schlechter umkurvt wurden. Ich bin jetzt aber gespannt, wie die anderen beiden Bände gestaltet sind.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Gute und weniger gute Eindrücke

Not Quite Dead Yet
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Ich habe noch kein einziges Buch von Holly Jackson gelesen, habe aber die Adaption ihrer Jugendbuchreihe rund um Pip gesehen. Da ich inzwischen gemerkt habe, dass ich für Jugendbücher manchmal etwas zu ...

Ich habe noch kein einziges Buch von Holly Jackson gelesen, habe aber die Adaption ihrer Jugendbuchreihe rund um Pip gesehen. Da ich inzwischen gemerkt habe, dass ich für Jugendbücher manchmal etwas zu ‚alt‘ bin, kann ich mir das szenisch umgesetzt deutlich besser geben. Woran das genau liegt, keine Ahnung. So war ich jetzt aber doch neugierig auf „Not Quite Dead Yet“, wo die Protagonistin Jet diesmal deutlich näher an meinem eigenen Alter ist, sodass sich der Thriller auch an ein älteres Zielpublikum richtet.

Ich habe das Hörbuch gehabt. Nicolás Artajo spricht nur wenige Passagen, ist daher als Wahl für mich auch eher uninteressant gewesen. Wobei er als Ausgangspunkt einer Kritik sich dann doch sehr gut eignet. Er ist zwar selbst nicht mehr so jung wie seine Figur, aber er hat eine sehr junge Stimme, weswegen er im NA-Genre doch echt häufig zu hören ist. Vera Teltz wiederum hat eine sehr reife Stimme, die gut zum Alter der Hörbuchsprecherin passt und wenn ich mir so angucke, was sie sonst spricht, dann sind das viele Thriller und Krimis, was ich auch gut nachvollziehen kann. Deswegen vermute ich auch, dass hier einfach nach Genre besetzt wurde, aber es ist für mich unglücklich. Es ist ein Thriller, ja, aber Jet ist keine 30 Jahre und die Stimme passte für mich überhaupt nicht, gerade dann auch im direkten Vergleich zu Artajo.

Weiterhin kommt für mich hinzu, dass ich bei Jet schnell den Eindruck hatte, dass sie eine Kopie von Pip ist. Die Jugendliche kenne ich wie gesagt nur durch die Serie, aber spätestens mit dem Buch hier weiß ich, dass ich eine authentische Adaption bekommen habe, denn die Art von Pip ist in Jet genau wiederzuerkennen. Sie ist zwar zehn Jahre älter, aber sie wirkt dennoch sehr jung geblieben, in vielen Sequenzen auch arg naiv. Da passt die Stimme dann noch weniger, weil Teltz den Eindruck einer reifen Frau ausstrahlt und Jet ist es aber charakterlich null. Das ist hier mein Kritikpunkt, weswegen ich vom Hörbuch wohl eher abraten würde.

Kommen wir jetzt zu dem, was Jackson alleine beeinflussen konnte. Ich fand es erst etwas schwierig reinzukommen, weil wir bei dem Dorffest viele Charaktere kennenlernen, man ahnt, dass alles an diesem Abend entscheidend sein könnte, um das Rätsel zu lösen und in dem Sinne war es dann viel für den Einstieg. Mit dem Angriff auf Jet kommt dann der erste Bruch, der das Tempo rausnimmt und ab da fiel es mir auch leichter, mich einzufinden. Ich habe die Familienmitglieder sortiert bekommen, wir lernen weitere Bezugspersonen kennen und man bekommt erste starke Eindrücke, mit wem man es zu tun bekommt. Bei meinem Vergleich von Jet und Pip ist schon angeklungen, dass beide sich sehr ähneln, dementsprechend fand ich auch nicht unbedingt, dass Jackson sich mit „Not Quite Dead Yet“ neu erfunden hat. Sicherlich hat sie bei mehr Aspekten einen raushauen können, mehr ihre Grenzen austesten können, aber von der Atmosphäre her wirkte es nicht so erwachsen, wie man das sonst aus dem Genre kennt. Aber ich finde es nur halbschlimm, weil die Idee des Thrillers spannend ist. Jet überlebt den Mordversuch auf sich, hat aber dennoch eine klar definiert runterlaufende Lebenszeit, sodass sie den Täter finden will.

Wie realistisch das ist, das ist eine andere Frage, aber als Ausgangspunkt fand ich es sehr interessant, weil es der letzte finale Antrieb ist, während die Familie das alles noch gar nicht richtig zu packen bekommt und es natürlich gerne verhindern würde. Da kommt Billy als Kindheitsfreund ins Spiel und er war Jet ein wirklich toller Partner. Er hat sie machen lassen, aber er hat ihr durch seine Art auch etwas Lebensqualität noch mitgegeben. Sie haben noch wichtige Gespräche geführt, sie durfte sein Musiktalent entdecken, da war viel, was den Spannungselementen einen melancholischen Ausgleich verschafft hat. Es war letztlich auch für Jet eine Reise, die haltlos war und auch wenn sie keine zweite Chance mehr bekommen hat, so hat sie etwas über sich gelernt und konnte so eine Art Frieden finden. Jet und Billy zusammen waren damit echt mein Highlight des Buchs.

Die Thriller-Elemente würde ich wohl ambivalent betrachten. Die Familiendynamik der Masons war schon etwas seltsam. Die Sorge um Jet wirkte echt, aber drum herum waren alle etwas undurchsichtig, sodass sie aus dem Verdächtigenkreis auch nicht völlig auszuschließen waren. Und das wiederum fand ich dann fast etwas zu viel, dass Jet sterben wird und gleichzeitig alles möglich schien, was mir einfach unbehaglich war. Ich fand ansonsten aber die Spannung immer gut gesetzt. Wir sind immer etwas voran gekommen, wir hatten zwischendurch benötigte Pausen, wir hatten auch falsche Fährten, die aber dennoch etwas gebracht haben. Letztlich hat mir auch gut gefallen, dass es ein organisches Ende gab. Man hätte vermuten können, dass es wie in Fiktion schon mal üblich, eine Wunderheilung gibt oder Ähnliches. Aber nein, es wurde gemacht, was angedeutet wurde und ein kleiner Umstand hat mir da besonders gut gefallen, auf den ich hier aber nicht eingehe. Er hat die Geschichte aber extrem echt gemacht.

Fazit: Als Hörbuch würde ich „Not Quite Dead“ nicht unbedingt empfehlen, inhaltlich sehe ich Für und Wider. Der Thriller kommt jetzt nicht unbedingt viel reifer als die Jugendbuchreihe rüber, sie hat aber eine interessante Idee und viele Wendungen sowie ein unschlagbares Duo. Es war manchmal etwas viel, was alles zusammenkam, aber insgesamt doch zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Rezept-Ideen für Mitmach-Büffets

Bringst Du was Leckeres mit?
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„Bringst Du was Leckeres mit?“ hat mich schon vom Titel her gereizt, auch wenn ich tatsächlich doch eher selten in der Situation bin, bei fremden Gelegenheiten Essen mitzubringen, weil ich vor allem für ...

„Bringst Du was Leckeres mit?“ hat mich schon vom Titel her gereizt, auch wenn ich tatsächlich doch eher selten in der Situation bin, bei fremden Gelegenheiten Essen mitzubringen, weil ich vor allem für eigene Veranstaltungen zuhause backe und koche. Und trotzdem war ich auf die Bandbreite an Rezepten gespannt, auch weil man sie für sich selbst ausprobieren kann und weil man nie weiß, wann man doch nochmal gebeten wird, woanders etwas zu einem Büffet beizutragen.

Nach Hinweisen, auf welche verschiedenen Arten man Mitbringsel clever verpacken kann, gibt es dann bei den konkreten Rezepten fünf große Blöcke. Je nach Jahreszeit werden dort Ideen präsentiert. Zum Abschluss gibt es dann zeitlose Vorschläge. Nicht immer war ganz klar, warum welches Rezept wo gelandet ist. Ostern und Weihnachten waren natürlich selbstredend und auch Reifezeit von Gemüse/Obst spielt eine Rolle, aber es muss auch noch andere Faktoren gegeben haben. Aber letztlich heißt das ja auch nichts, weil man ja nachkochen oder -backen kann, wann man will. Grundsätzlich finde ich eine Liste nach Jahreszeiten sortiert auch nicht verkehrt, weil man dann nicht durch das ganze Buch blättern muss, wenn man spontan Inspiration sucht.

Die Rezepte sind begleitet von einem Bild, anschließender Zutatenliste und dann einer Anleitung. Wahlweise gibt es auch Tipps. Für jede Jahreszeit gibt es auch nochmal knackige Tipps, wie im Frühling knappe Rezepte für verschiedene Salatdressings. Das sind auch jeweils Themenblöcke, die den Mitbringsel-Charakter unterstützen.

Ich selbst habe einige Rezepte ausprobiert, vor allem Rezepte aus dem Herbst/Winter, weil sich das jetzt für den Zeitraum der Rezension am besten angeboten hat. Erwähnen möchte ich da den Bratapfelaufstrich. Die Art dieser Rezepte hakt man eher deftig ab, aber auch wenn man es natürlich auch als ‚Marmelade‘ essen kann, so wurde auch ein kräftiges Roggenbrot als Untergrund empfohlen. Das hat mich neugierig gemacht. Auch wenn ich es schade finde, dass das Rezept mit Mascarpone eher fettig angelegt ist, so war es geschmacklich sehr interessant und hat mit einem dunkleren Brot sehr gut geschmeckt. Weiterhin habe ich die Yufkaröllchen nachgemacht. Es war zwar eine kleine Fummelarbeit und bei meinem Talent sah nicht jedes wie das andere aus, aber ich habe sie nur für mich gemacht und dementsprechend war die Optik nicht so wichtig. Geschmacklich war es einwandfrei.

Eine völlige neue Idee war für mich die Bratwurst-Kartoffel-Quiche. Ich hatte noch Bratwurst eingefroren und da war es doch die ideale Idee, sie aufzubrauchen. Ich habe jetzt die letzten 1,5 Jahre echt viel mit Blätterteig/Yufkateig gemacht, auch weil es immer so fix geht und das ist hier nicht anders. Blätterteig in die Springform. Kartoffeln drüber und dann noch die Bratwürste. So simpel, aber mit Ei-Milch-Mischung dann sofort aufgepeppt und sehr lecker. Manches sieht kompliziert ist, ist aber viel einfacher und es macht optisch eindeutig etwas her. Blätterteig ist auch bei zwei weiteren Rezepten nicht wegzudenken. Zu Weihnachten habe ich für die vegetarische Familie Tannenbäume gemacht und ansonsten gab es schon zu mehreren Gelegenheiten Pesto-Stangen. Beide funktionieren sehr ähnlich, an dieser Stelle ist das Buch nicht sonderlich abwechslungsreich, aber beides sind sehr weiterzuempfehlende Ideen, weil sie fix gehen und top ankommen. Das sind auch Rezepte, wo ich keine Zweifel habe, dass sie als Mitbringsel genial sind. Zum Abschluss will ich noch den Nacho-Salat erwähnen. Dazu habe ich schon einige Rezepte, aber es ist doch immer wieder toll zu entdecken, wenn es da Varianz gibt. Dieses Rezept arbeitet mit Avocado, was für die mexikanische Küche ideal ist. War eine clevere Ergänzung, sodass meine Nacho-Salat-Bandbreite weiter angewachsen ist.

Fazit: Ich habe noch ein paar Rezepte abgespeichert, um sie auch noch auszuprobieren, aber es ist eindeutig zu sagen, dass „Bringst Du was Leckeres mit?“ keinesfalls ein Fehlkauf ist. Dem Motto ist alles unterstellt. Auch wenn manches etwas willkürlich erscheint, aber bei den Rezepten finden sich neue Ideen oder frische Abwechslungen von Gerichten, die man sicherlich schon kennt. Eine clevere Idee, die sicherlich bei vielen gut ankommt.

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