Berührend
Counting Days„Counting Days“ hat mich von der ersten Seite an berührt. Steffi Kuhlmann gelingt es, eine Geschichte zu erzählen, in die ich mich direkt fallen lassen konnte. Dalia kehrt wegen eines familiären Ereignisses ...
„Counting Days“ hat mich von der ersten Seite an berührt. Steffi Kuhlmann gelingt es, eine Geschichte zu erzählen, in die ich mich direkt fallen lassen konnte. Dalia kehrt wegen eines familiären Ereignisses in ihre Heimat zurück und trifft dort auf Alexander, den Jungen, der einmal eine große Rolle in ihrem Leben spielte. Doch auch er trägt inzwischen seine eigenen Päckchen. Während die beiden erneut aufeinandertreffen, stellt sich die Frage, ob sie ihren Gefühlen der Vergangenheit gewachsen sind
Die Figuren wirken außergewöhnlich lebendig. Dalia und Xander sind keine glatten Charaktere, sondern Menschen mit Brüchen, Unsicherheiten und inneren Kämpfen. Ihre familiären Konflikte, ihre Ängste und ihr Ringen um Selbstfürsorge sind so feinfühlig beschrieben, dass man unweigerlich mit ihnen mitfühlt. Kuhlmann zeichnet Emotionen mit einer Ehrlichkeit, die unter die Haut geht. Dadurch wirken die Figuren so authentisch. Die Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, die eigenen Grenzen zu erkennen, für sich einzustehen und den Mut zu finden, auszusprechen, was lange geschwiegen wurde.
Für mich ist dieser Roman beeindruckend und er hat mich sowohl inhaltlich als auch sprachlich abgeholt. Steffi Kuhlmann beweist ein Gespür für Figuren, die lange im Gedächtnis bleiben.