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Veröffentlicht am 24.02.2018

Papa Elvis ?

Das Glück kurz hinter Graceland
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Der Roman von Kim Wright hat mich überzeugt. Schon die Leseprobe hat mir sehr gut gefallen. Das Cover im Stile der Elvis-Hochblüte-Zeit passt sich an die Geschichte an.
Orte der Handlung existieren, ...

Der Roman von Kim Wright hat mich überzeugt. Schon die Leseprobe hat mir sehr gut gefallen. Das Cover im Stile der Elvis-Hochblüte-Zeit passt sich an die Geschichte an.
Orte der Handlung existieren, nicht aber die Personen ( außer Elvis himself )- und das ist auch gut so-wobei es ja hätte sein können.
Die Autorin läßt abwechselnd Mutter und Tochter erzählen, wie es denn war, bzw. hätte sein können.
Herausgekommen ist ein gut gezeichnetes Sittenbild aus zwei Epochen.
Viel Gefühl, Spannung und eine gute Portion Dramatik spielen wunderbar zusammen und lassen das Herz jedes Elvis-Fans um einige Takte schneller schlagen, obwohl es ein Roman und keine Dokumentation ist.
Ich weiß jetzt aber mehr über Elvis und seine Zeit, weiß mehr über die Gegend, in der er geboren wurde, weiß mehr über Graceland ( dank Google ) und habe den Roman sicher nicht das letzte Mal gelesen. ( Meine Freundinnen stehen bereits Schlange, die Taschentücher und Elvis-Musik sind bereits vorbereitet.)

Veröffentlicht am 11.02.2018

Mileva Einstein

Frau Einstein
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Im Zürich des Jahres 1896 beginnt eine Geschichte, die vieles verändert hat und Auswirkungen auf viele Bereiche des Lebens hat.
Mileva Maric', eine in Serbien geborene, durch ein angeborenes ...

Im Zürich des Jahres 1896 beginnt eine Geschichte, die vieles verändert hat und Auswirkungen auf viele Bereiche des Lebens hat.
Mileva Maric', eine in Serbien geborene, durch ein angeborenes Hüftleiden behinderte, dafür aber in Mathematik und Physik sehr begabte junge Frau, beginnt in Zürich als eine der ersten Frauen ein Studium am Eidgenössischen Polytechnikum.
Einer ihrer Mitstudenten ist Albert Einstein aus Berlin.
Die beiden jungen Leute aus so unterschiedlichen Elternhäusern freunden sich an und verlieben sich ineinander. Einstein kommt aus einer jüdischen Familie und gibt sich eher locker , er bezeichnet sich selbst als Bohemien. Mileva dagegen stammt aus einer streng auf Konventionen bedachten christlichen Familie.
Sie wehrt sich lange gegen ihre Gefühle und schwankt zwischen Liebe und der Freude am Studium.
Einstein bedrängt sie nicht, aber es gelingt ihm, sie zu einem Ausflug an den Comer See zu überreden und dort passiert, was eben passiert, und bald danach weiß Mileva, daß sie schwanger ist, mitten in den Vorbereitungen zu ihrer Abschlußprüfung.
Aber Albert vertröstet sie immer wieder und verschiebt die versprochene Hochzeit. Um ihren Ruf nicht zu ruinieren, entschließt sich Mileva, nach Hause zu fahren und dort bekommt sie ihr erstes Kind, ein Mädchen, ihre Lieserl.
Im Verlauf des Romans wurde mir Einstein immer unsympathischer, er mutierte zum eigensinnigen, selbstsüchtigen, hartherzigen Egoisten, der seine Mileva, er hat sie dann doch noch geheiratet, ausnützt und nur an seine eigene Karriere denkt.
Ganz langsam entwickelt sich Mileva doch noch zu einer Frau, die sich nicht einfach hintergehen und ausnützen läßt.
Ihr Traummann hat sich in einen Alptraummann verwandelt.
Der gesamte Roman führt den Leser in Ich-Form durch das zum Teil fiktive Leben Alberts und Milevas, aber es gibt viele Anzweiflungen, ob Einstein "seine" Relativitätstheorie wirklich ganz ohne Hilfe von Mileva erstellt hat und auch den Nobelpreis hätte Mileva bekommen können.
Der Roman wurde von der Autorin Marie Benedikt auf der Basis von Briefwechseln zwischen Einstein und Mileva, sowie der Vorlage mehrere Bücher über dieses Thema geschrieben und von Marieke Heimburger aus dem amerikanischen Englisch und die deutsche Sprache übersetzt.
Sehr gut passend und schön gestaltet finde ich das Cover des Buches aus dem Verlag Kiepenheuer & Witsch.

Veröffentlicht am 07.02.2018

Courage all the time

Die amerikanische Prinzessin
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Was für eine tolle Arbeit die Autorin Annejet van der Zijl da abgeliefert hat, wird einem schon nach kurzem Einlesen klar.
Ein Sachbuch, das jedem Krimi oder jedem Liebesroman Paroli bieten kann.
4 ...

Was für eine tolle Arbeit die Autorin Annejet van der Zijl da abgeliefert hat, wird einem schon nach kurzem Einlesen klar.
Ein Sachbuch, das jedem Krimi oder jedem Liebesroman Paroli bieten kann.
4 Jahre Recherche, das Lesen unzähliger Zeitungen aus alten Archiven, Bücher, Reisen in andere Kontinente, Länder und Städte, Museen erkunden, und daraus entstand dieses wunderbare Buch über eine Frau, geboren in einfachen Verhältnissen am 7.Juli 1872 in Jamesville im Rock County, Wisconsin und gestorben am 1. Mai 1955 in Cap-d'Ail bei Monaco.
Der Name dieser Frau: Allene Tew.
Als sie ihre erste Liebe heiratete,war sie schwanger und ihr Mann sehr, sehr reich. Keiner wollte die schöne junge Frau in der Gesellschaft, in die sie nun gekommen war, anerkennen, aber sie schaffte es trotzdem, denn ihr Lebensmotto " Courage all the time" motivierte sie dazu.
Insgesamt war sie 5mal verheiratet, mit reichen Männern, mit einem , der sie, und den sie wirklich geliebt hat, und zweimal wohl auch wegen ihres Geldes, was ihr den Titel Prinzessin und danach den Titel einer Gräfin einbrachte.
Vom Glück verwöhnt, vom Leben gebeutelt, sie mußte ihre Kinder begraben und suchte sich danach immer wieder Ersatz. Einer davon sogar Prinz Bernhard der Niederlande, der damals noch einfach Bernilo war und der Sohn einer Freundin.
Sie lebte in New York, Paris, London, in Italien und in Deutschland und natürlich kam sie immer wieder nach Amerika zurück, besonders während der beiden Weltkriege.
Sehr gut fand ich die Auflistung aller Quellen, deren sich die Autorin bedient hat und auch die Auflistung aller Namen der berühmten Menschen, mit denen Allene Kontakt hatte.
Ein wirklich aufschlußreicher Bericht über das Leben einer sehr selbstbewußten und selbstbestimmten Frau, ein Buch, das man gelesen haben sollte.

Veröffentlicht am 05.02.2018

Hollywood, wie es begann

Der Mann, der nicht mitspielt
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Der eher erfolglose Schauspieler Hardy Engel, der aus Deutschland stammt und dort erst Polizist und dann im 1. Weltkrieg für Deutschland im Heer war, versucht sich nun als Privater Ermittler ...

Der eher erfolglose Schauspieler Hardy Engel, der aus Deutschland stammt und dort erst Polizist und dann im 1. Weltkrieg für Deutschland im Heer war, versucht sich nun als Privater Ermittler in Hollywood.
Er bekommt einen Auftrag. Dieser bringt ihm zwar eine große Liebe, entwickelt sich aber auch zum lebensbedrohenden Unternehmen für Hardy, denn er wird in hinterhältige Machenschaften hineingezogen und sein Leben ist in Folge mehr als einmal in Gefahr.
Im Epilog steht zwar, daß die Handlung fiktiv ist, aber man darf ruhig annehmen, daß es sich damals so oder ähnlich zugetragen hat.
Der Autor Christof Weigold schreibt seinen Roman so gut, daß das Lesen ein echtes Vergnügen wird. Mit viel Humor und Wortwitz beschreibt er seinen Privaten Ermittler und das Geschehen rund um die Hollywood-Bosse.
Da wird Kokain geschnupft, Heroin gespritzt, hemmungslos Alkohol trotz des Prohibitionsgesetzes konsumiert. Schöne junge Frauen fehlen natürlich ebenso wenig wie schwule Männer. Und Morde, mehr oder weniger arrangierte Unfälle und jede Menge Zufälle passieren und machen den Roman spannend.
Aber Hardy Engel hat auch Freunde und mit deren Hilfe kann er seinen Auftrag ausführen und vieles aufklären. Er bleibt dabei immer ein Mensch, der sich nicht bestechen oder unterkriegen läßt.
Auf weitere Folgen darf man freudig gespannt sein.

Veröffentlicht am 17.01.2018

Das älteste Thema der Welt

Sex Story
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Ein 5 Sterne Comic ist selten, aber hier habe ich eines bekommen.
Das Thema ist wohl eines der am meisten besprochenen Sparten im menschlichen und zwischenmenschlichen Bereich.
So lustig die Zeichnungen ...

Ein 5 Sterne Comic ist selten, aber hier habe ich eines bekommen.
Das Thema ist wohl eines der am meisten besprochenen Sparten im menschlichen und zwischenmenschlichen Bereich.
So lustig die Zeichnungen auch sein mögen, sie sind völlig ernst zu nehmen.
Von Adam und Eva bis in die Zukunft wird hier mit spitzer Feder ein Faden gesponnen, der manchmal so stark gespannt ist, daß die Welt genau dieses Thema immer wieder tabuisiert hat.
Die Zeichnungen sind so witzig und treffen genau den ( G )Punkt.
Ein Memo am Ende des Buches hilft auch noch, alle ungeklärten Fragen zu beantworten.
Das Cover des Buches ist passend und schön gestaltet.
Überrascht hat mich das große Format des Buches, das dadurch aber nur gewonnen hat.
Die Autoren haben sich da wirklich etwas Tolles einfallen lassen, das sie genau so toll umgesetzt haben.