Band 1 der Reihe hat mich kürzlich positiv überrascht und mir besser gefallen als erwartet. Band 2 knüpft daran an und hat mich nicht enttäuscht. Das Buch ist erneut aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, ...
Band 1 der Reihe hat mich kürzlich positiv überrascht und mir besser gefallen als erwartet. Band 2 knüpft daran an und hat mich nicht enttäuscht. Das Buch ist erneut aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, dadurch, dass die Charaktere und ihre Vernetzungen nun bereits bekannt sind werden die Charaktere tiefgründiger und wir erfahren mehr über die Welt, was mir gut gefallen hat. Leider fehlte mir auch hier wieder eine Überraschung, die Handlung war recht Vorhersehbar, es gab keinen großen Knall, keinen schockierenden Cliffhanger, der einen sofort zum Folgeband greifen lässt oder ähnliches. Trotzdem eine gelungene Reihe, mit einem schönen Worldbuilding und einer spannenden Grundidee.
Die beiden ungleichen aber unzertrennlichen Freunde Hase und Igel sind ja bereits aus so manchem Buch bekannt, nun erhalten sie endlich ein Gutenachtgeschichten-Buch, in dem 10 Geschichten über die beiden ...
Die beiden ungleichen aber unzertrennlichen Freunde Hase und Igel sind ja bereits aus so manchem Buch bekannt, nun erhalten sie endlich ein Gutenachtgeschichten-Buch, in dem 10 Geschichten über die beiden Freunde und ihren Freundeskreis erzählt werden, die ganz unterschiedliche Botschaften vermitteln.
Die Zeichnungen von Joëlle Tourlonias und die Farbgebung des Buches sind wunderbar atmosphärisch und üben direkt eine beruhigende Wirkung aus, was perfekt für ein Gutenachtgeschichten-Buch ist. Sie zeigen in der Regel weniger die Szenen, sondern eher allgemein die beteiligten Tiere, sodass der Fokus auf dem gesprochenen Wort verbleibt und die Zuhörer*innen nicht durch zu viele Details abgelenkt werden.
Michael Engler bereichert das Buch mit seinen wunderschönen Umschreibungen und Wörtern (so bspw. Kleine Wolken waren wie lila Schäfchen an den Himmel getupft ) und die gelungene Themenwahl bei den Geschichten.
Es wurden typische Themen gewählt, die jüngere Kinder beschäftigen und sehr liebevoll und kindgerecht dargestellt, egal ob es nun das Vermissen einer Bezugsperson, das Eindringen einer neuen Person in den Freundeskreis oder ein Freund in Not ist. Hier finde ich es sehr schön, dass so stark auf die Gefühle eingegangen wird, die Hase und Igel in diesen Situationen haben und ohne belehrend zu sein aufgezeigt wird, wie man diese inneren Konflikte offen lösen könnte. Der größte Fokus im Buch liegt auf Freundschaft und Hilfsbereitschaft, zwei Werte, die hier ganz besonders gut vermittelt werden. Nebenbei erfahren wir auch einiges über die Lebensweise der Tiere und den Jahreszeitenwechsel, sodass Kinder unterbewusst auch noch etwas lernen können.
Auch die Kapitellänge ist super passend, sodass das Buch als kurze Gutgenachtgeschichten vorgelesen werden kann, oder sofern längeres Vorlesen gewünscht ist, einfach mehrere Geschichten nacheinander gelesen werden können.
Durch das Zusammenspiel vom Text mit den wunderschönen Illustrationen ist das Buch einfach total stimmungsvoll! Beim Lesen kommt eine echte Wohlfühlatmosphäre auf, die perfekt für eine eingekuschelte Vorlesezeit ist, gleichzeitig bietet das Buch aber auch Gesprächsanlässe und sogar zwei Anregungen für weiterführende Aktivitäten, was uns sehr gut gefallen hat.
Seit Monaten folgt ein mittelmäßiges Buch auf das nächste und ich habe immer mehr die Lust aufs Lesen verloren.
Ich brauchte daher dringend mal wieder ein Highlight und hier ist es!
Nach ihrer NA-Dilogie ...
Seit Monaten folgt ein mittelmäßiges Buch auf das nächste und ich habe immer mehr die Lust aufs Lesen verloren.
Ich brauchte daher dringend mal wieder ein Highlight und hier ist es!
Nach ihrer NA-Dilogie hat Basma nun ein Jugendbuch geschrieben, dass sich mit einem unheimlich emotionalen Thema befasst: dem Missbrauch von Kindern für die Influencer-Karrieren ihrer Eltern und den daraus resultierenden psychischen und sozialen Folgen sowie den Gefahren, die dies mit sich bringt.
10 Millionen Menschen verfolgen täglich das Leben der 17-jährigen Sherry, deren Eltern ihr Leben schon seit ihrer Geburt online teilen und ihren gesamten Alltag danach ausrichten. Als sie dagegen aufbegehrt kommt sie in ein Programm für straffällige Jugendliche, in dem sie erstmals lernt, wer sie ohne Kameras ist und echte Freunde findet.
Das Buch ist herzzerreißend zu lesen, denn wir lesen abwechselnd Rückblicke aus Sherrys Leben, inklusive der dazugehörigen grausamen Kommentare unter den Videos, und erfahren, wie es ihr im Camp ergeht und welche Spuren ihre Kindheit hinterlassen hat. Das Buch ist zwar fiktiv, orientiert sich aber an realen Familyinfluencern. Zu sehen, was diese Eltern ihren Kindern antun und welcher Gefahr sie diese aussetzen tut weh und zeigt, wie wichtig es ist, Kinder aus den sozialen Medien herauszuhalten.
Wer Basma auf Instagram folgt, kennt ihren Humor. Diesen schafft sie trotz des ernsten Themas in ihre Charaktere einfließen zu lassen und dadurch authentische Figuren zu schreiben, die einem echt ans Herz wachsen. Mir hat es zudem Gefallen, dass neben dem Hauptthema kein krasses weiteres unnötiges Drama erzeugt wurde, denn es ist eindeutig heftig genug.
Ich empfehle dieses Buch daher allen Eltern, die immer noch ihre Kinder auf Social Media zeigen, damit sie endlich verstehen wie gefährlich das sein kann, aber auch allen Anderen, die dies bereits verstanden haben und ein herzzerreißendes, wunderbares Buch suchen!
Der Club der kalten Hände ist ein ganz besonderes Kinderbuch, denn es widmet sich einem Thema, bei dem wir Erwachsenen oft große Barrieren haben, uns unsicher und hilflos fühlen und diese Hemmungen schnell ...
Der Club der kalten Hände ist ein ganz besonderes Kinderbuch, denn es widmet sich einem Thema, bei dem wir Erwachsenen oft große Barrieren haben, uns unsicher und hilflos fühlen und diese Hemmungen schnell an unsere Kinder weitergeben.
Hier werden kindgerecht Fragen zu den Themen Beerdigung, Tod, Abschied und Trauer beantwortet.
Die erste Hälfte des Buches ist in Form einer Geschichte geschrieben und erzählt von Lizzy, deren Eltern Bestatter sind. Als sie versteht, was sich in den Kisten befindet, die diese in ihrem mysteriösen Transportunternehmen herumfahren, macht sie sich gemeinsam mit ihrer Bande auf die Suche nach Antworten auf ihre Fragen. Dabei kennt sie keine Tabus, schleicht sich bei den verschiedensten Veranstaltungen hinein, begutachtet die Toten und stellt alle Fragen, die ihr in den Kopf kommen.
Im Laufe des Buches begleiten wir vier Trauerfälle, von einem kleinen Baby bis zu einer alten Dame. Wir lernen, dass es je nach Kultur und Wünschen verschiedene Rituale und Bestattungsarten gibt, sehen verschiedene Formen von Trauer und Abschied und erhalten Einblicke in die Arbeit eines Bestattungsunternehmens. Besonders schön finde ich, dass zwei trauernde Kinder im Laufe des Buches Teil der Bande werden. Oft ziehen sich Menschen aus Unsicherheit etwas Falsches zu sagen von trauernden Bekannten zurück, hier werden die Kinder sofort integriert und nicht mit Samthandschuhen angefasst. Zudem wird gezeigt, dass Beerdigungen nicht immer nur ernste, traurige Veranstaltungen sein müssen, sondern dies ganz individuell und abhängig von der Verstorbenen Person sein kann.
Der zweite Teil des Buches ist in Form des Bandenhandbuchs verfasst, in dem die wichtigsten Forschungsergebnisse der Kinder festgehalten werden. Hier wird beantwortet, wie Tote riechen, ob man sie Anfassen darf oder warum Cems Onkel Ali nur von Männern aus seiner Familie gewaschen werden durfte.
Insgesamt finde ich das Buch sehr gelungen, da es das Thema Tod mit Fokus auf ein Bestattungsunternehmen beleuchtet, auf unterschiedliche Kulturen eingeht und Tabus bricht Der Text ist zudem in sehr einfachen und kurzen Sätzen verfasst, sodass sich das Buch gut zum Selberlesen eignet.
Was mir ein wenig fehlte (aber eigentlich nicht schlimm ist) war eine grundsätzliche Erklärung dazu, was Sterben bedeutet bzw. was mit dem Körper passiert. Die Todesursache der Verstorbenen wird nicht oder nur sehr kurz erläutert und steht nicht im Vordergrund. Vor der Lektüre dieses Buches wäre es also sinnvoll, wenn grundsätzlich bekannt ist warum Menschen sterben, hierzu gibt es ja aber viele tolle Bücher, bei diesem hier handelt es sich für mich aber dadurch eher um ein weiterführendes Werk. Die Antworten auf die Kinderfragen im Buch waren dafür sehr informativ und kindgerecht, teils hätte ich mir aber noch tiefreichendere Informationen gewünscht, bspw. zu den verschiedenen Bestattungsarten oder religiösen und kulturellen Unterschieden. Diese Themen wurden zwar angeschnitten aber nicht tiefgehend erläutert.
Trotzdem finde ich es ein unheimlich wertvolles Buch für jedes Kinderbuchregal, das viele Kinderfragen beantwortet, Hemmungen abbaut und zeigt, wie wichtig Gemeinschaft auch im Trauerfall ist.
Da ich die vorherigen Werke der Autorin zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zähle, habe ich bereits seit der Ankündigung von Katabasis darauf hingefiedert das Buch zu lesen und war mir so sicher, dass ...
Da ich die vorherigen Werke der Autorin zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zähle, habe ich bereits seit der Ankündigung von Katabasis darauf hingefiedert das Buch zu lesen und war mir so sicher, dass es wieder ein Highlight werden würde, doch diesmal wurde ich enttäuscht.
Die Prämisse des Buches, einen Abstieg in die Hölle zu erleben klang so spannend und auch der Start des Buches war vielversprechend, doch irgendwie hat R.F. Kuang es geschafft, die Hölle langweilig erscheinen zu lassen. Die Beschreibungen der Umgebung sind sehr dürftig, statt Worldbuilding liegt der Fokus des Buches eindeutig auf den zahlreichen philosophischen Theorien zur Hölle. Rebecca Kuang ist unheimlich intelligent, kann Texte exzellent interpretieren und hat vermutlich so einiges an Lektüre zur Hölle gewälzt, bevor und während sie dieses Buch geschrieben hat. All dies ist in Katabasis eingeflossen, wodurch es aus akademischer Sicht grandios ist, wer aber Handlung und Spannung erwartet ist hier eher fehl am Platz.
Die Intelligenz, die in ihre Bücher fließt habe ich bei den anderen Werken geliebt, doch hier war es mir zu viel. Die Protagonisten waren beide recht unsympathisch, die Handlung wurde immer wieder durch ausschweifende Rückblicke und philosophische Abhandlungen unterbrochen und ich konnte partout nicht in den Lesefluss finden, obwohl ich mir so gewünscht habe das Buch zu lieben.
Ich konnte mich in keinen der beiden Charaktere hineinversetzen, wodurch durchgehend eine gewisse Distanz herrschte und empfinde Katabasis als zu überladen mit akademischen Theorien.
Trotzdem ist es ein spannendes Werk, das insbesondere bei Philosophiebegeisterten Leser*innen anklang finden wird. Es scheinen viele persönliche Erfahrungen aus ihrer akademischen Laufbahn eingeflossen zu sein, der Ansatz der Hölle als Campus ist spannend und einige der Grundideen des Buches haben mir gut gefallen, doch meins war es insgesamt eider nicht. Schade…