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Veröffentlicht am 31.10.2025

Gelebte Inklusion

Maris Märchen
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Märchen sind in der Regel eher altbacken, meistens wird ein armes, wunderschönes Mädchen am Ende von einem Prinzen gerettet. Hier werden Märchen mal anders erzählt, denn die Protagonistinnen der Märchen ...

Märchen sind in der Regel eher altbacken, meistens wird ein armes, wunderschönes Mädchen am Ende von einem Prinzen gerettet. Hier werden Märchen mal anders erzählt, denn die Protagonistinnen der Märchen in diesem Buch haben alle eine Behinderung und stehen auch noch für sich selbst ein - wer will denn schon, dass ein Prinz einen abschlabbert nur weil man ein kleines Schläfchen hält? Von Downröschen bis Handykäppchen werden bekannte Märchen hier inklusiv neu interpretiert.

Wie im Einleitungstext des Buches beschrieben wird, hat Mari, die Tochter des Autor
innenpaars, das Angelman-Syndrom. Ihr zu Ehren haben Shari und André Dietz nun Märchen geschrieben in denen Menschen mit Behinderungen die Hauptrolle spielen. Auch Mari selbst taucht in zwei der Märchen auf.

Das Buch zeigt uns in den sechs Märchen, dass jeder Mensch besonders ist und einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft leistet. Es erinnert uns daran, dass Andersartigkeit etwas gutes ist und Menschen mit Behinderung nicht weniger wert sind als Menschen ohne Behinderung. In jedem Märchen werden die individuellen Stärken der Protagonistinnen betont und aufgezeigt, wie diese sie zu den Heldinnen ihrer eigenen Geschichte macht.

Durch die Geschichten können Kinder mit Behinderung Märchen erleben in denen die Protagonist*innen ihnen ähneln, während für Kinder ohne Behinderungen Barrieren abgebaut werden und gezeigt wird, wie einfach Inklusion sein kann, sodass im besten Fall überhaupt keine Barrieren entstehen und Inklusion von Anfang an gelebt wird.

Das Buch ist kindgerecht in einfachen, humorvollen Sätzen verfasst und wird durch passende bunte Illustrationen ergänzt.

Besonders schön finde ich, dass auch in Bezug auf die Märchentitel am Ende nochmal erklärt wird, dass viele Menschen mit Behinderungen Begriffe, wie Downie oder Handycap ablehnen, manche diese aber auch gut finden und man Menschen am besten immer Fragen sollte, wie man sie bezeichnen darf. Die für Kinder unbekannteren Begriffe werden zudem am Ende des Buches nochmal beleuchtet.

Mit Maris Märchen wurde ein zeitgenössisches Märchenbuch geschaffen, dass einen wichtigen Beitrag für eine inklusivere und offenere Gesellschaft leistet und gleichzeitig unheimlich Spaß beim (Vor)lesen bereitet. Große Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Ein unheimlich spaßiges Buch mit kleinen Schwächen!

Ete Petete & Tohu Wabohu - Gegensätze ziehen sich an
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Als die außerordentlich ordentliche Ete Petete einen neuen Nachbarn kriegt entsteht ein herrliches Durcheinander, denn Tohu Wabohu und seine Katze Ramba Zamba suchen in Etes Beeten nach Schätzen, spielen ...

Als die außerordentlich ordentliche Ete Petete einen neuen Nachbarn kriegt entsteht ein herrliches Durcheinander, denn Tohu Wabohu und seine Katze Ramba Zamba suchen in Etes Beeten nach Schätzen, spielen Piraten und sind einfach nur laut. Doch als Ete in Tohus Loch fällt, bietet dieser ihr ein Tänzchen an. Und wer kann dazu schon Nein sagen?

Das Buch ist wirklich traumhaft illustriert und es gibt viele Details zu entdecken, so zum Beispiel Etes Wanddekoration, die ihren Staubsauger und ihren Mopp zeigt, das Geodreieck, das sie bei der Gartenbepflanzung nutzt oder Tohu Wabohus Schatzkarte für Etes Beete. Farblich ist Etes heile, ordentliche Welt in pastelligen Farben gehalten, während Tohus „wildes“ Leben durch braun- und Grüntöne unterstrichen wird.

Die Benennung der Charaktere finde ich super gelungen und bringt den Kids nebenbei auch noch neue Wörter bei, denn Rambazamba, Picobello, Etepetete und Tohuwabohu sind schließlich nicht unbedingt schon im Wortschatz von Kindern im Kita-Alter verankert.

Das Buch ist in Reimen geschrieben, die nicht immer ganz sauber sind, aber viel Potenzial bieten um Etes feine Art theatralisch nachzuahmen, sodass das Buch einen Riesenspaß beim Vorlesen bietet. Besonders der Satz „Diese Unordnung - Ich bekomm Allergie“ hat es uns angetan. Zudem beinhaltet das Buch zahlreiche Wortspiele, wie „außerordentlich ordentlich“ oder „harkt Ete Beete“, die den Kindern und mir Spaß machen!. 



Nach Etes Sturz in Tohus Loch nähern sich die beiden sehr schnell an und wir sehen, wie leicht sich Differenzen beheben lassen, wenn man aufeinander zugeht. 
Die Annäherung der beiden finde ich sehr schön, hier hätte es aus Erwachsenensicht aber noch eine weitere Szene benötigt, um klarer zu machen, warum die beiden sich plötzlich so gut verstehen, Kindern fällt das aber gar nicht auf.

Insgesamt hat uns die Geschichte von Ete und Tohu einen Riesenspaß beim Vorlesen bereitet und wird hier bestimmt noch oft gelesen werden!

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Ein stimmungsvolles und gemütliches Weihnachtsbuch!

Kater Klaus vermisst die Maus
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Die kleine Maus lebt gemeinsam mit ihrem Freund Kater Klaus und Großvater Vasilis in einem kleinen Haus an einem Pinienwald. Als Vasilis nicht genug Geld hat um ein Weihnachtspäckchen an seinen Enkel zu ...

Die kleine Maus lebt gemeinsam mit ihrem Freund Kater Klaus und Großvater Vasilis in einem kleinen Haus an einem Pinienwald. Als Vasilis nicht genug Geld hat um ein Weihnachtspäckchen an seinen Enkel zu schicken macht sich die Maus auf den weiten Weg. Doch wird sie es vor dem Weihnachtsfest wieder zurück nach Hause schaffen?

Das Buch ist in 24 Kapiteln verfasst und kann dadurch als Adventskalenderbuch gelesen werden. Es strahlt eine unheimlich gemütliche Wohlfühlatmosphäre aus, denn nicht nur Katz und Maus sind gute Freunde, in diesem Buch sind alle Tiere hilfsbereit und freundlich und unterstützen die Maus bei ihrem großen Vorhaben. Auch die Szenen, in denen die Sehnsucht des Katers nach der Maus beschrieben werden sind wirklich zuckersüß.

Diese ist allerdings selbst für jede Eventualität gewappnet und reist mit einem großen Rucksack voller Werkzeug, von dem sie auf ihren verschiedenen Reiseetappen immer mal wieder gebrauch machen muss. Die teils lustigen Szenen sind auch als Illustrationen abgebildet, sodass viele schöne Details, wie eine gehäkelte Hängematte im Fell eines Schafs, zu entdecken sind.

Da Vasilis Grieche ist spielen auch griechische Weihnachtstraditionen eine Rolle. Die verschiedenen Fremdwörter werden am Ende des Buches auch noch einmal ausführlich erläutert, sodass Groß und Klein noch etwas aus dem Buch mitnehmen können!

Mir hat das warmherzige und stimmungsvolle Buch rund um die mutige Maus unheimlich gut gefallen und ich denke, dass wir es von nun an viele Jahre in der Weihnachtszeit lesen werden. Ein rundum gelungenes Buch!

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Japan-Wissen für Erstleser*innen

Die Tokio-Detektive: Yoshi und Ben ermitteln
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Mit „Die Tokio-Detektive -Yoshi und Ben ermitteln“ hat Henrik Siebold nun einen Krimi für Erstleserinnen geschrieben. Während er die Zielgruppe wechselt hat auch das Erstlesebuch Japanbezug, denn Siebold ...

Mit „Die Tokio-Detektive -Yoshi und Ben ermitteln“ hat Henrik Siebold nun einen Krimi für Erstleserinnen geschrieben. Während er die Zielgruppe wechselt hat auch das Erstlesebuch Japanbezug, denn Siebold ist selbst in Japan aufgewachsen.

Als Bens Eltern ihm eröffnen, das sie nach Tokio ziehen ist dieser gar nicht glücklich, schließlich kann er kein japanisch sprechen und wie soll man so Freunde finden. Doch dann taucht der Nachbarsjunge Yoshi vor seiner Tür auf und trotz sprachlicher und kultureller Barriere werden die beiden die besten Freunde. Die beiden probieren das Essen der jeweils anderen Familie, lernen die Unterschiede zwischen ihren Schriftsystemen kennen und erleben ein echtes Detektivabenteuer.

Daneben lernt Ben auch einiges über japanisches Brauchtum und die Obake (böse Geister), die im Buch eine größere Rolle spielen.

Das Buch ist in kurzen Sätzen gehalten und hat große Schrift, womit es der 2. Lesestufe entspricht und sich für geübtere Leser
innen (ca. 2. Klasse) eignet. Passend zum Japan-Bezug ist es im Manga-Stil illustriert und besitzt auch einige Passagen, in denen Konversationen mittels Sprechblasen dargestellt werden.

Richtig schön finde ich, dass zu Beginn und Ende des Buches einige japanische Wörter genannt werden, die sowohl in Lautsprache als auch in Form von Schriftzeichen gezeigt werden, sodass interessierte Kinder ersten Kontakt zu einem anderen Schriftsystem haben können.

Da die japanische Kultur und Sprache im Buch eine größere Rolle spielen würde ich das Buch insbesondere Kindern empfehlen, die sich sehr für andere Kulturen interessieren. Insgesamt macht es Spaß zu lesen, besitzt einige humorvolle Stellen und bietet die Möglichkeit ganz viel über Japan zu erfahren! Es zeigt zudem, dass Freundschaft keine Grenzen kennt und unabhängig von Sprache und Kultur möglich ist, was eine schöne Botschaft für Kinder ist!

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Ein wertvolles Buch zur Missbrauchsprävention

Stopp-Schutz-Schild
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Das „Stopp-Schutzschild“ ist Teil der Reihe um Familie Weißbescheid und widmet sich den Themen Körperbewusstsein und Selbstschutz. Wir haben bereits „Expedition nach Genitalien“ zuhause und sind nun auch ...

Das „Stopp-Schutzschild“ ist Teil der Reihe um Familie Weißbescheid und widmet sich den Themen Körperbewusstsein und Selbstschutz. Wir haben bereits „Expedition nach Genitalien“ zuhause und sind nun auch vom Stopp-Schutzschild ganz begeistert.

Für das Buch hat Dr. med. Konstantin Wagner mit dem MuT-Zentrum für Gewaltprävention zusammengearbeitet. Wie hinten auf dem Buch treffend beworben wird gibt es hier keine falsche Höflichkeit, sondern anschauliche Situationen und klare Ansagen. Das Buch erzählt erneut aus dem Leben der fünfjährigen Mathilda, dem zweijährigen Lasse und ihren Eltern.

Als ein fremdes Mädchen Lasse helfen möchte am Brunnen hochzuklettern und ungefragt seinen Po greift um ihn hochzuheben reagieren die beiden Kinder mit dem STOPP-Schutzschild, denn ungefragt möchte Lasse nicht von anderen Menschen angefasst werden, schließlich ist es sein Körper. Auch Tante Magdas feuchte Küsse sind zwar gut gemeint aber überschreiten die Grenzen der Kinder. Anhand von Praxissituationen werden Kindern so Selbstschutzstrategien vermittelt. Für Bezugspersonen gibt es QR-Codes mit deren Hilfe Videos abgerufen werden können, die weitere Hilfestellung bieten.

Besonders schön ist, dass die Eltern Lasse und Mathilda stets sehr einfühlsam begleiten und die Situationen mit den Kindern reflektieren. Und auch Tante Magda fühlt sich zunächst zwar durch das STOPP-Schutzschild vor den Kopf gestoßen, entschuldigt sich aber schließlich bei den Kindern für ihr Verhalten und verspricht in Zukunft zu fragen, wie die beiden begrüßt werden möchten.

Im Buch geht es zudem um den Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen und darum, dass auch schwierige Gefühle okay sind.

Das Buch wird ab zwei Jahren empfohlen, auf Grund der eher großen Menge an Text würde ich es eher ab drei empfehlen oder es in Abschnitten mit Kindern lesen.

Ich finde es unheimlich wichtig Kindern früh beizubringen für sich selbst und ihren Körper einzustehen und übergriffiges Verhalten zu stoppen, denn diese Fähigkeit ist essenziell für die Missbrauchsprävention. Ich kann das Buch daher allen Familien mit Kleinkindern sehr ans Herz legen.

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