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Veröffentlicht am 30.12.2017

Familiengeschichte zu Weihnachtszeit, die leider nicht das war, was ich mir erhofft hatte!

Hasen feiern kein Weihnachten
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Von diesem Buch hatte ich mir mehr Weihnachtliches erwartet. Das gab es zum Teil in der Familie Tessas; mit der Mutter, die gerne die Familie mit Gans und Bratäpfeln verwöhnt, einem Vater, der Gartenzwerge ...

Von diesem Buch hatte ich mir mehr Weihnachtliches erwartet. Das gab es zum Teil in der Familie Tessas; mit der Mutter, die gerne die Familie mit Gans und Bratäpfeln verwöhnt, einem Vater, der Gartenzwerge Weihnachtslieder singen lässt und in den geschilderten Streitereien der drei Schwestern rund um das Weihnachtsfest.
Allerdings, so richtig weihnachtlich fand ich dieses Buch nun nicht! Es ist ein Roman mit dem typischen Klischee: Frau wird verlassen und sucht neu.

Zu Beginn habe ich den Roman gern gelesen und mich auf die verschiedenen Charaktere eingelassen, doch dann werden viele Themen wie Flüchtlingshilfe, Unstimmigkeiten unter den Schwestern und Patientenverfügung zwar locker in die Handlung eingebaut, aber inhaltlich mehr oder weniger nur gestreift.
Hier hätte eine Themenverringerung zugunsten einer intensiven und glaubhaften Erzählung der Geschichte gut getan und das Ganze in ein besseres Licht gerückt.

Der flüssige Schreibstil der Autorin hat mir gefallen, gerade die unterschiedlichen Charaktere der Schwestern sind gut gelungen. Wie in allen Familien präsentiert sich in dieser Geschichte auch das übliche Lebensschema über Liebe und Enttäuschung, Familienstreitigkeiten und Lebensträume. Das passt natürlich besonders gut in die hoffnungsvolle Weihnachtszeit. Man erlebt hier mit, wie sich eine Familie gerade zu Weihnachten entzweit und dennoch wieder zusammenrückt und sich versöhnt. Diese Darstellung finde ich sehr authentisch, denn so geht es in vielen Familien zu.
Mir hat neben dem zwar witzig beschriebenen übertriebenen Dekowahns dennoch etwas lockere Weihnachtsstimmung gefehlt.
Damit meine ich aber nicht den gezeigten Disco-Ehemaligen-Ball am 2. Weihnachtstag oder die Predigt eines schwulen Pastors. Hier wurde einfach zu viel in das Buch hinein gequetscht, für besinnliche Atmosphäre blieb da wenig Platz. Mein Lieblingscharakter ist Stella, die Nichte der Protagonistin. Sie verbreitet mit ihrem Weihnachtsrap die größte Weihnachtsfreude.

Dieser Roman zeigt eine Trennungsgeschichte vor weihnachtlicher Kulisse, zeigt wie sich eine junge Frau nach der großen Enttäuschung berappelt und sich für einen Neuanfang entscheidet.

Veröffentlicht am 30.12.2017

Ein schönes Kinderhörbuch, bei dem die Figuren von der Sprecherin zum Leben erweckt werden.

Aklak, der kleine Eskimo - Spuren im Schnee
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Aklak ist ein kleiner Eskimojunge und weiß natürlich, dass man sich von
Eisbären fernhalten muss, denn sie sind gefährlich. Davor warnt ihn
seine Mutter täglich. Doch vor lauter Neugier folgt er mit seinem
Schlitten ...

Aklak ist ein kleiner Eskimojunge und weiß natürlich, dass man sich von
Eisbären fernhalten muss, denn sie sind gefährlich. Davor warnt ihn
seine Mutter täglich. Doch vor lauter Neugier folgt er mit seinem
Schlitten der Spur eines Eisbärjungen. So ein Winzling wird ihm schon
nicht gefährlich werden. Er wird dabei begleitet von Tuktuk, seinem
Husky. Was Aklak nicht weiß, die Eisbärmutter ist ihnen längst auf der
Spur. Aber seine Freunde, ein Schneehuhn, ein Schneehase und eine Robbe
haben den Ernst der Lage erkannt und wollen ihn warnen.

Dieses Hörbuch zeigt eine wunderbare Geschichte über die
Freundschaft. Die kleinen Zuhörer erwartet ein Abenteuer in Eis und
Schnee in der unendlichen Weite des Nordpols. Die Handlung ist leicht
verständlich, die Situation des kleinen Aklak auch für Kinder gut
nachvollziehbar und die Erkennungsmelodie für jedes Kapitel macht
richtig Spaß.

Dank der wunderbar eingesprochenen Figuren durch Sigrid Burkholder
hat man die Charaktere bildhaft vor Augen. Sie haucht ihnen durch
unterschiedliche Stimmfärbung und Sprache regelrecht Leben ein und
schafft so ein lebendiges Hörspiel, dessen man sich gespannt hingibt.

Man kann ihrer Stimme wunderbar folgen und taucht gespannt in die Handlung ein.

Für Kinder entsteht hier eine Geschichte von Mut und Freundschaft und
lässt ihrer Phantasie einen großen Raum. Das ist gerade bei Hörbüchern
so schön, schliesslich gilt es, vor dem inneren Auge Bilder und Gefühle
entstehen zu lassen.

Lediglich ein Logikfehler hat mich gestört, denn bei starkem
Schneefall sind auch Spuren von Schlitten und Eisbären wohl nicht zu
sehen. Hier hätte man mehr auf die Instinkte der Tiere eingehen können.

Ansonsten ist dieses Hörbuch eine willkommene Story rund um einen
abenteuerlustigen kleinen Eskimo, der mit seinen Freunden im Alleingang
unterwegs ist. Ein Spaß für die Kleinen, der mit lustiger Musik angenehm
untermalt wird.

Veröffentlicht am 30.12.2017

Kurzweiliger Förde-Krimi mit Einblicken ins Filmgeschäft

Der Bulle von der Schlei
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Gern habe ich bereits Krimis von Bengt Thomas Jörnsson gelesen und war deshalb sehr gespannt auf sein drittes Buch.
Zum einen interessiert mich die wunderschöne Gegend an der Schlei und zum anderen klingt ...

Gern habe ich bereits Krimis von Bengt Thomas Jörnsson gelesen und war deshalb sehr gespannt auf sein drittes Buch.
Zum einen interessiert mich die wunderschöne Gegend an der Schlei und zum anderen klingt die Handlung wirklich interessant. Denn ein Mord am Drehort eines Filmes macht aus der Rolle des Toten eine wahrhaft realistische Tragödie.

Der Leser findet einen Krimi vor, der unblutig, aber dafür mit vielen skurrilen Figuren daher kommt und eine Menge Humor und Wortwitz enthält. Ein Cosycrime sozusagen, bei dem man wunderbar die regionalen Beschreibungen geniessen und munter mitraten kann.


Den Dreh- und Angelpunkt bildet der Dreh eines Filmes. Was eigentlich als Filmhandlung geplant war, wird Wirklichkeit. Ein Schauspieler wird erhängt aufgefunden und der Täterkreis ist überschaubar. Doch wär hatte ein Motiv? Als sich außerdem eine Entführung dazugesellt, ist guter Rat teuer.

Bengt Jörnsson hat einen einnehmenden Schreibstil, er erklärt dem Leser nicht nur den Bau von Buddelschiffen, er gibt auch interessante Einblicke in den Aufbau von Segeln. Hier werden Segler genussvoll lesen, für alle Laien wäre eine kleine Skizze angebracht gewesen.

Sehr gut gefällt mir der realistisch wirkende Blick ins Filmgeschäft. "The Show must go on" heißt es trotz Totem. Auch die ausgefallenen Charaktere sorgen mit ihren Eigenheiten für gute Unterhaltung und die Ermittler bringen viel Humor ins Spiel. Die Paar-Konstellationen zwischen den deutschen Ermittlern und ihren dänischen Kolleginnen haben ebenfalls für lockere Stimmung gesorgt. Während Nick Harder eher der smarte Actionheld von Kommissar ist, spielt Paul Beck mit seinem schrägen Äußeren in Form von Bowler und Lodenmantel die Rolle des Hercule Poirot. Watson ist auch nicht weit, es ist Becks Kater, der ihm bei der Lösung des Falles schon mal als Orakel dient. Das erscheint mir zwar etwas albern, wird aber allen Katzenfreunden gut gefallen.

Das Ende hat mich auch überzeugt, der Täter hatte ein echtes Motiv und ich fühlte mich gut unterhalten und möchte gern mehr von den Ermittlern lesen.

Dieser Krimi überzeugt mit schönem Lokalkolorit, interessantem Filmhintergrund und einer kurzweiligen Ermittlung. Für mich volle 5 Sterne!

Veröffentlicht am 30.12.2017

Dieses Buch hat mich leider enttäuscht zurück gelassen! Die romantische Geschichte ging in der Spiritualität unter!

Ein Engel zum Verlieben
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Zu Beginn des Romans lernt man Ted und Angel kennen, erkennt wie unterschiedlich sie doch sind und freut sich auf ein sympathisches Paar. Dank etwas Humor und romantischer Annäherung war ich auch schnell ...

Zu Beginn des Romans lernt man Ted und Angel kennen, erkennt wie unterschiedlich sie doch sind und freut sich auf ein sympathisches Paar. Dank etwas Humor und romantischer Annäherung war ich auch schnell gefangen in der unterhaltsamen Geschichte der Beiden. Leider entwickelt sich der Roman dann jedoch in eine völlig andere Richtung. Es wird ein Lebensratgeber mit fraglichem Anspruch.

Der Autor baut einfach neben die Liebesromanze einen weiteren Handlungsstrang unter dem Überbegriff Lebensratgeber ein und plötzlich beschäftigt sich das Liebespaar mit Weisheiten des Lebens. Die frische Beziehung zwischen Ted und Angel plätschert weiter vor sich hin und Angel nimmt Ted als spirituellen Schüler auf. Damit verpufft der flotte Schwung der Romanze zu einer ziemlich esoterischen Geschichte, die von den Religionen der Welt, indianischer Traumdeutung und anderen Weisheiten vollgepackt wird. Diese Ansichten werden dann so ausführlich und buchfüllend weiter erzählt, dass es nur noch uninteressant und sehr ermüdend wirkt.

"Teds Lehrerin zu sein war eine gute Gelegenheit, um die buddhistische Tugend des Gleichmuts zu üben - dem Drang zu widerstehen, alle Erfahrungen als gut oder schlecht zu bewerten." Zitat Seite 114


Anfangs verfolgte ich noch die verschiedenen Religionsansätze und die gemeinsamen Spaziergänge des Paares in der wunderschönen Natur mit ihren Hunden, aber den Inhalten der Gespräche konnte ich nicht mehr viel abgewinnen. Es ist die Rede davon, wie man Schritt für Schritt seine Ziele verfolgt. Dem ist nichts entgegenzusetzten. Aber solche Halbweisheiten muss man nicht als Ratgeber ansehen.

Mich hätte aufgrund des schönen Erzählstils von Greg Kincaid die simple Liebesromanze mit der juristischen Aufklärung am Ende voll zufrieden gestellt. Leider machen die ganzen spirituellen Dinge und Ansichten über Gott und die Welt den Roman zu einer langweiligen Farce.

Hier wurde zu sehr versucht, der Liebesromanze einen esoterischen Stempel aufzudrücken. Es ist aber dadurch weder ein echter Lebensratgeber noch ein richtiger Liebesroman geworden. Wirklich schade!

Veröffentlicht am 30.12.2017

Tolle Atmosphäre, mysteriöse Aufklärungen und eine interessante Reisegruppe sorgen für gute Winterlektüre!

Geheimnis in Weiß
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Die Kulisse für dieses Buch ist ausgesprochen winterlich. Der Leser findet sich umgeben von Eis und Schnee, Wintersturm und wohliger Wärme vor dem Kamin. Die Geschichte hat mich zurückversetzt ins Jahr ...

Die Kulisse für dieses Buch ist ausgesprochen winterlich. Der Leser findet sich umgeben von Eis und Schnee, Wintersturm und wohliger Wärme vor dem Kamin. Die Geschichte hat mich zurückversetzt ins Jahr 1937. Nicht nur die etwas altmodische, gestelzt wirkende Sprache, auch die gesellschaftlichen Normen und die soziale Stellung der Reisenden sind Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit. Man fühlt sich erinnert an alte Schwarz-Weiß-Filme von Edgar Wallace oder Agatha Christie.

Da wäre zum Einen das eingeschneite Cottage, herrschaftlich und mit mehreren Zimmern, vorbereitet für ein Dinner im Salon. Die Kamine sorgen für behagliche Wärme, doch ein gefundenes Messer auf dem Boden sorgt für gruselige, ungewisse Ratlosigkeit unter den Reisenden. Ein weiterer, unsympathischer Besucher kommt hinzu und es wird unheimlich und die Anwesenden wollen dieses mysteriöse Rätsel lösen. So werden rund zwei Drittel des Romans Dialoge geführt und gerätselt. Mr. Maltby, ein älterer Herr von der königlichen parapsychologischen Gesellschaft, wirkt ein wenig wie der Sherlock Holmes in dieser Geschichte. Er macht sich so seine Gedanken und stellt verschiedene Theorien auf.

Besonders interessant ist die Zusammensetzung der Gruppe, die ohne diese Zwangslage wahrscheinlich nicht miteinander verkehren würden. Es ergeben sich viele Dialoge, die dem Buch sein ganz besonderes Flair geben. Es entstehen Konflikte, Gefühle und zwischendurch gibt es sogar so etwas wie weihnachtliche Stimmung. Dabei gibt es einen subtil eingesetzten Humor, der gut in die damalige Zeit passt.

Die Personen sind bunt gemischt, eine Revuetänzerin schreibt Tagebuch, ein Buchhalter zeigt seine fieberhaften Träume und ein junger Mann findet vielleicht seine große Liebe.
In letzten Drittel wird es dann spannend, man erhält Einblick in alte Familiengeschichten. Maltby erzählt seine Theorie von den Vorgängen. Ganz am Schluss kommen zwei Polizisten, die die Geschichte in ihrer Version erklären.

Dieses Buch verleiht ein ganz besonderes Flair, die Dialoge ziehen sich etwas und die Spannung geht etwas verloren.
Aber sprachlich gesehen, war dieser Roman etwas ganz Besonderes.
Man muss dazu wissen, dass J. Jefferson Farjeon seinerzeit sehr populär war. Wenn man bedenkt, dass es damals noch kein TV gab, war die Literatur die Plattform für Krimis.



Ein klassischer Krimi, der perfekt in die Winterzeit passt und sich prima als Geschenk zu Weihnachten macht.
Erinnert an alte Filme und unterhält hauptsächlich durch seine altmodische Sprache und die merkwürdigen Vorkommnisse.