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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.05.2024

starkes Buch!

Unsere kurze Ewigkeit
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Margarethe von Ende ist Gouvernante von Beruf und mit der Familie Krupp befreundet. Besonders mit Fritz verbindet sie eine Art Seelenverwandtschaft und trotz des Widerstands der Eltern heiraten die beiden. ...

Margarethe von Ende ist Gouvernante von Beruf und mit der Familie Krupp befreundet. Besonders mit Fritz verbindet sie eine Art Seelenverwandtschaft und trotz des Widerstands der Eltern heiraten die beiden. Sie bilden eine Gemeinschaft, in der sich Fritz um die Firma und das geschäftliche kümmert, während Margarethe mit ihren Gesellschaften für die nötige Kontaktpflege sorgt und ihm den Rücken freihält. Selbst der Kaiser und seine Familie stehen in regelmäßigen Kontakt mit den Krups. Doch Fritz hat seine Schwächen und Margarethe muss erkennen, dass sie ihren Mann immer mehr verliert.

Melanie Metzenthin erzählt uns hier vor allem die Lebensgeschichte Margarethe Krupps. Die junge Frau aus verarmten Adel ist sehr selbstständig, steht auf eigenen Beinen und wünscht sich dennoch eine Familie. Mit Fritz hat sie jemanden gefunden, der sie nimmt wie sie ist. Und ihr auch genügend Freiheiten lässt. Was in dieser Zeit ja nicht unbedingt normal ist. Die Autorin bringt uns diese ungewöhnliche Partnerschaft gekonnt nahe und zeigt uns die Menschen hinter dem Namen Krupp, der auch damals schon für Stahl und Waffen stand.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Mein Wissen über die Krupps war nur sehr rudimentär und bezog sich mehr auf die Nachfolgegeneration. Das wurde mit diesem Buch nun geändert. Die Autorin schafft es wie immer eine tolle Leseatmosphäre zu schaffen, bei der man das Buch nur ungern aus der Hand legt. Die Kombination aus fundierten geschichtlichen Wissen und guter Unterhaltung ist etwas, was mich immer wieder zu ihren Büchern greifen lässt.

Ich kann also auch dieses Buch aus der Feder von Melanie Metzenthin wieder nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 16.05.2024

auch zum Wohlfühlen

Tage im warmen Licht
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Maria hat ein Problem, Job weg, Wohnung gekündigt und ihre Tochter Linnea wird in der Schule gemobbt. Da liegt es nahe, alles hinter sich zu lassen und in das Haus, dass sie von Oma Hanne geerbt hat zu ...

Maria hat ein Problem, Job weg, Wohnung gekündigt und ihre Tochter Linnea wird in der Schule gemobbt. Da liegt es nahe, alles hinter sich zu lassen und in das Haus, dass sie von Oma Hanne geerbt hat zu ziehen, in die Kleinstadt, wo sie auch ihre Jugend verbracht hat.
Doch genau dort hin wollte Maria nie wieder. Einmal dort angekommen, nimmt die Nachbarin und beste Freundin von Oma Hanne Martha sie unter ihre Fittiche, sie trifft alte Freunde wieder, gewinnt neue und auch Linnea lebt sich ein. Doch die Vergangenheit holt Maria ein und lang verdrängtes kommt wieder ans Licht.

Mir hat dieses zweite Buch von Kristina Pfister wieder gut gefallen. Einerseits zeichnet sie eine Kleinstadtidylle, in der vieles anders läuft und es viel Unterstützung gibt. Aber auch hier gibt es Dinge, die unter den Teppich gekehrt werden, über die nicht gesprochen wird und Missverständnisse jahrelang nicht ausgeräumt werden. Maria hätte ich manchmal schütteln mögen, irgendwie war sie immer der Meinung, sie muss nichts erklären, die ehemaligen Freunde wüssten doch genau um was es geht. Dass diese in der Vergangenheit ganz andere Dinge wahrgenommen und ins Geschehen interpretiert haben könnten, auf diese Idee kommt sie gar nicht nicht. Das fand ich in der x-ten Wiederholung etwas anstrengend, das hätte man auch schneller lösen können.

Trotzdem habe ich mich total wohl gefühlt mit dem Buch. Ich konnte mir Marias Haus und auch das von Martha sehr gut vorstellen und habe die gekochten Genüsse fast riechen können. Die Freundschaften halten einiges aus und am Ende lösen sich die Missverständnisse auch auf. Das Thema, das zu diesen geführt hat, fand ich sehr wichtig.

Alles in allem ein schönes Buch, das ich gerne weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 07.05.2024

Die Anfänge des Fernsehens

Die Fernsehfrauen
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Ina, Barbara und Alexandra haben alle ein Ziel: Das Fernsehen. Während Ina gerne alles über den Ablauf im Hintergrund lernen möchte, hat Barbara ein Ziel: Berühmt werden. Und Alexandra möchte einfach nur ...

Ina, Barbara und Alexandra haben alle ein Ziel: Das Fernsehen. Während Ina gerne alles über den Ablauf im Hintergrund lernen möchte, hat Barbara ein Ziel: Berühmt werden. Und Alexandra möchte einfach nur tanzen.

Wir begleiten die drei Frauen über zwölf Jahre hinweg, wobei der Hauptaugenmerk auf Anfang bis Mitte der 60 Jahre liegt. Ina kann sich sehr über die Ungerechtigkeiten, unter denen Frauen damals zu leiden hatten aufregen, ich konnte das gut nachvollziehen, allerdings ging sie mir mit ihrer Kopf-durch-die-Wand-Mentalität manchmal ein wenig auf den Keks. Barbara dagegen verlässt sich voll und ganz auf ihr Äußeres und nutz Männer auch einfach gerne mal aus. Eine Mischung aus den beiden wäre manchmal perfekt gewesen. Alexandra dagegen war ganz ein Kind ihrer Zeit und hat mich charakterlich am meisten überzeugt.

Die Geschichte ist gut aufgesetzt, es werden allerlei typische Themen der Zeit mit eingebaut. Inas Vater ist vom Krieg traumatisiert, ihre Mutter duckt sich weg. Alexandras Eltern wollen eine gute Partie für sie und Barbara muss ein tragisches Geheimnis verbergen, weil sie sonst keinerlei Chance auf ein gute s Auskommen hätte.

Alles in allem war es ein schönes Buch, das ich gerne gelesen habe. An manchen Ecken war es mir ein wenig zu dick aufgetragen aber alles in allem ist es auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 01.05.2024

was ist passiert?

Der Tote auf der Treppe
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Anne Coke ist auf einer Vertriebsreise, als sie erfährt, dass ihr Großvater die Treppe hinuntergestürzt und gestorben ist. Sie kehrt nach Hause zurück und muss feststellen, dass wohl ein wertvolles Collier ...

Anne Coke ist auf einer Vertriebsreise, als sie erfährt, dass ihr Großvater die Treppe hinuntergestürzt und gestorben ist. Sie kehrt nach Hause zurück und muss feststellen, dass wohl ein wertvolles Collier ausgetauscht wurde und noch manch andere Dinge im Haus verschwunden sind. Zusammen mit Charles Elwood, einem Maler aus dem Ort, fängt sie an zu recherchieren, was passiert sein könnte und muss sich dabei ihren lang verdrängten Ängsten stellen.

Anne Glenconner bietet uns hier einen verzwickten Krimi und gleichzeitig eine Gesellschaftsstudie Englands kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Die Erfahrungen, die Anne in diesem Buch mit ihrem ehemaligen Kindermädchen gemacht hat, musste die Autorin wohl teilweise selbst erleben. Unglaublich, wie grausam da teilweise mit den Kindern umgegangen wurde.

Besonders gut gefallen haben mir die kleinen Scharmützel, die Anne mit Charles Elwood austrägt. Charles wird im Ort nur der Kommunist genannt, er selbst bezeichnet sich als demokratischer Sozialist. So hat er teilweise genaue Vorstellungen vom Leben auf einem herrschaftlichen Anwesen, wie Holkham es ist. Dass er da an manchen Ecken falsch liegt und so ein Anwesen die Inhaber teilweise in den Ruin treiben, wird ihm erst durch die Diskussionen mit Anne klar.

Der Krimi ist durchweg spannend und man erfährt in Rückblenden was im Jahr 1943 passiert ist. So lernt man Anne auch als Kind kennen und erlebt hautnah die Grausamkeiten des Kindermädchens. Nach und nach löst sich dann auch auf, was damals wirklich passiert ist.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist schön und man merkt, dass die Autorin weiß von was sie schreibt. Von mir daher eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.04.2024

Wohlfühlbuch

Das kleine Weingut in Frankreich
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Hattie kommt nach Frankreich um die Hochzeit ihrer Cousine Gabby zu organisieren. Das Chateau auf dem gefeiert werden soll ist wunderbar, aber Luc, das Besitzer des Schlosses ist nicht begeistert, will ...

Hattie kommt nach Frankreich um die Hochzeit ihrer Cousine Gabby zu organisieren. Das Chateau auf dem gefeiert werden soll ist wunderbar, aber Luc, das Besitzer des Schlosses ist nicht begeistert, will er doch einfach in Ruhe Champagner anbauen. Und Yvette, die Tochter der Haushälterin wollte eigentlich ihre Hochzeit dort feiern. So hat Hattie gegen viele Widerstände zu kämpfen um sich selbst als Hochzeitsplanerin zu beweisen.

Julie Caplin liefert hier wieder einen Wohlfühlroman, an dem es nichts zu bemängeln gibt. Er spielt in einer wunderschönen Landschaft, es geht immer wieder um leckeres Essen und ein Ausflug nach Paris ist auch dabei, bei dem ich die Schauplätze direkt vor Augen hatte. Auch wenn es am Anfang ziemliches Gezicke gab, harmonisiert sich am Ende das Setting dann doch deutlich und es ist schön, wie Hattie in die Gemeinschaft des Ortes aufgenommen wird.

Von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung für dieses wirkliche schöne Wohlfühlbuch!

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