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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2020

Spannend und clever durchdacht

Nebeljagd
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In Ochsenwang, ein Dorf auf der Schwäbischen Alb, wird die Leiche der ermordeten Ines Schneider aufgefunden. Sofort wird Jo Haug, ihr Pflegesohn, verdächtigt, zu dem die mittlerweile alte Frau kein sonderlich ...

In Ochsenwang, ein Dorf auf der Schwäbischen Alb, wird die Leiche der ermordeten Ines Schneider aufgefunden. Sofort wird Jo Haug, ihr Pflegesohn, verdächtigt, zu dem die mittlerweile alte Frau kein sonderlich gutes Verhältnis hatte. Schließlich ist er vorbestraft, im Dorf nicht beliebt und hat Gerüchten zufolge als Jugendlicher seine Freundin Vanessa Beckmann auf brutale Weise ermordet.

Rechtsanwältin Linn Geller nimmt den Fall an und zweifelt an Haugs Unschuld, weil alle Fakten gegen ihn sprechen. Dennoch hält sie an der Unschuldsvermutung fest, ermittelt auf eigene Faust, geht jedem Hinweis nach und entdeckt bald, dass der Fall Jo Haug viel komplexer ist, als sie zu Beginn dachte.

Julia Hofelich konnte mich bereits auf den ersten Seiten mit ihrem Schreibstil für sich gewinnen. Sie hat eine ruhige Art zu schreiben, die Verhältnisse und die Atmophäre in dem Ort werden anschaulich dargestellt und sowohl Linn Geller als auch Jo Haug, Götz und Faber sind gut ausgearbeitete Figuren.
Die Bezeichnung Kriminalroman ist hier sehr treffend: Durch die privaten Beziehungen, Probleme und Geschehnisse lassen sich einige Passagen wie in einem Roman lesen, andere wiederum sind spannend und lassen die Leser_innen mitfiebern.

Die einzelnen Erkenntnisse, Entwicklungen und vor allem die Wendungen sind sehr gut durchdacht. Die Personen handeln realistisch und nachvollziehbar, Linn Geller wirkt sehr professionell und kommt im richtigen Tempo der Auflösung des Falls auf die Spur.

Obwohl ich den ersten Band (noch) nicht gelesen habe, hatte ich keinerlei Verständnisschwierigkeiten.
"Nebeljagd" ist ein spannender Krimi, der durch einen angenehmen Schreibstil, intelligente Wendungen und Überraschungseffekte überzeugt.

  • Spannung
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.01.2020

Hält auf Trab

Knochengrab
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Maxwell Cho vom FBI ist an seinem freien Tag im Shenandoah Nationalpark wandern, als sein Leichenspürhund Kona plötzlich Alarm gibt. Er entdeckt eine Höhle voller menschlicher Knochen und als ...

Maxwell Cho vom FBI ist an seinem freien Tag im Shenandoah Nationalpark wandern, als sein Leichenspürhund Kona plötzlich Alarm gibt. Er entdeckt eine Höhle voller menschlicher Knochen und als FBI-Special-Agent Sayer Alair und die Spurensicherung vor Ort sind, werden zwei sehr frische Leichen geborgen.
Für Sayer Altair und Maxwell Cho, der in diesem Band als ihr Partner fungiert, beginnt die Ermittlung des Serienmörders, der für die Höhle voller Knochen verantwortlich ist, und es stellt sich die Frage, ob und inwiefern die erst vor Kurzem ermordeten Frauen damit zusammenhängen.

Von Ellison Coopers erstem Teil "Todeskäfig" war ich total begeistert und habe mich daher sehr auf den zweiten Teil der Reihe um Sayer Altair gefreut. Die Autorin hat einen sehr flüssigen und dynamischen Schreibstil, der mich nach wenigen Seiten komplett in den Fall eintauchen ließ. Auch wenn es ein wenig Vorlauf brauchte, bis tatsächliche Ermittlungsergebnisse vorlagen, war der Spannungsbogen von Beginn an vorhanden und hat sich konsequent bis zum Ende gehalten.
Sayer Altair ist eine intelligente Ermittlerin, sie und alle anderen Figuren sind so scharf und anschaulich gezeichnet, sodass sämtliche Reaktionen und Handlungen für die Leser_innen nachvollziehbar sind.

Der Fall ist grausig und brutal, die Ermittlung nicht nur für das Team, sondern auch die Leserschaft, nervenaufreibend, die Wendungen und wichtigen Erkenntnisse sind sehr gelungen gelegt und das Ende überrascht noch einmal.

Ein gelungener, spannender zweiter Band, der jeder Fan von Sayer Altair oder Ellison Cooper lesen sollte!

Veröffentlicht am 02.01.2020

Nette Weihnachtsgeschichte

Die Weihnachtsgeschwister
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Die drei Geschwister Tamara, Elisabeth und Ingmar trudeln samt Partnern und Kindern im Haus ihrer Eltern ein, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Für alle besteht kurz die Hoffnung, dass es dieses ...

Die drei Geschwister Tamara, Elisabeth und Ingmar trudeln samt Partnern und Kindern im Haus ihrer Eltern ein, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Für alle besteht kurz die Hoffnung, dass es dieses Jahr besinnlich wird, doch sobald alle am Tisch sitzen, fangen die Streitigkeiten und Zickereien an. Die Eltern beschließen daraufhin eine Erziehungsmaßnahme für Heiligabend.

Die ersten zwei Drittel des Romans fand ich sehr gelungen. Die einzelnen Figuren werden durch wechselnde Erzählperspektiven deutlich gezeichnet, ihre Gedanken, Gefühle und Emotionen werden für die Lerser_innen nachvollziehbar dargestellt. So sind auf der einen Seite bissige Kommentare, Tränen und fiese Äußerungen und auf der anderen Seite die Erklärungen, woher der Neid und die Missgunst kommen.
Im letzten Drittel ließ meine Begeisterung nach, weil sich die bisher sehr originelle Erzählung, die nicht klassisch romantisierend-weihnachtlich ist, nach, weil Alexa Hennig von Lange genau in diesen Modus wechselt. Dennoch steht so dem schnellen und wohligen Happy End nichts im Wege.

Eine nette Weihnachtsgeschichte für zwischendurch, die auf jeden Fall im ersten Teil mit Humor auffährt!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.01.2020

Durchdacht und ruhig

Blutblume
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Nachdem ihr Vater auf tragische Weise gestorben ist und sie ihr Studium abgeschlossen hat, zieht Sara von der Kleinstadt Örebro nach Stockholm. Sie wohnt in einem schäbigen Zimmer, hat einen miesen Kellnerjob ...

Nachdem ihr Vater auf tragische Weise gestorben ist und sie ihr Studium abgeschlossen hat, zieht Sara von der Kleinstadt Örebro nach Stockholm. Sie wohnt in einem schäbigen Zimmer, hat einen miesen Kellnerjob und muss ihre Traumata der Vergangenheit bewältigen. Doch schnell ändert sich alles: sie bekommt einen angesehenen Job in einer PR-Agentur, findet in Chefin Bella eine tolle Freundin und zieht kurz darauf mit ihr in ein luxuriöses Appartement.

Doch schon bald geschehen Dinge, von denen sie nicht weiß, ob sie real sind oder ihrer Einbildung entspringen, bis sie an ihrem Verstand zweifelt.


Louise Boije af Gennäs hat einen ruhigen und stark erzählenden Schreibstil. Überwiegend liest sich "Blutblume" mehr wie ein Roman als wie ein Thriller, was überhaupt nicht schlecht ist. Dadurch entsteht eine ruhige Atmosphäre, die Figuren sind sehr eindrücklich gezeichnet und detailliert ausgearbeitet, einzelne Verbindungen und Beziehungen werden deutlich. Vor allem entsteht nicht die Erwartung des Thrills, es wird nicht erwartet, dass jederzeit etwas Spektakuläres passiert, sondern für die Leser_innen wird durch den Stil und die eher langsame Entwicklung der Handlung klar, dass auf die Auflösung am Ende hingearbeitet wird.

Während der Lektüre konnte ich mich gut in Sara hineinversetzen, habe immer wieder, wie sie, überlegt, was Fantasie und was Realität ist, welche Zusammenhänge bestehen, wem sie vertrauen kann und wem nicht.

Und obwohl sich nach den gut 500 Seiten einige Fragen klären, bleiben mindestens genauso viele offen, die den zweiten Teil unabdingbar machen.

Einziges Manko sind die eingefügten Ausschnitte aus den Heften von Saras Vater, die sehr lang, sehr komplex und sehr personenreich sind, und eher verwirren und überfordern als für den Lesefluss oder erhöhten Input sorgen.

Mit "Blutblume" hat Louise Boije af Gennäs einen clever durchdachten und ruhigen Auftakt für die sogenannte Widerstandstrilogie geschaffen, der seinen Höhepunkt an Spannung mit der letzten Seite hat.

Veröffentlicht am 26.12.2019

Durchgehend spannend

Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod
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Die 30-jährige Ally ist die einzig Überlebende eines Flugzeugabsturzes in den Rocky Mountains. Sie kämpft sich nicht nur durch die Wildnis, sondern auch um ihr Überleben, das irgendjemand um jeden Preis ...

Die 30-jährige Ally ist die einzig Überlebende eines Flugzeugabsturzes in den Rocky Mountains. Sie kämpft sich nicht nur durch die Wildnis, sondern auch um ihr Überleben, das irgendjemand um jeden Preis verhindern will.
Ihre Mutter Maggie, die seit geraumer Zeit keinen Kontakt mehr zu Ally hatte, kann die Nachricht deren Todes nicht glauben und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Jessica Barry schreibt sehr fesselnd und einnehmend. Erzählt wird abwechselnd aus Maggies und aus Allys Persepktive, wobei sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit erzählt wird. So erhält der Leser aus jeder zeitlichen Episode stückchenweise neue Informationen und Erkenntnisse, die als Puzzlestück für das große Ganze dienen.
Der Spannungsbogen bleibt durch den begrenzten Personenkreis, die geringen Dosen an Erkenntnis und Information und den packenden Schreibstil stets gespannt.
Das Ende und somit die Aufklärung ist ab einem gewissen Grad absehbar, dennoch bleibt der Weg dorthin, der genaue Verlauf und das Finale spannend.

Ein spannendes Debüt, das mich wie im Sog lesen ließ!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere