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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2026

Zwischen Sehnsucht und Überforderung

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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Kaum ein Thema wird so intensiv bewertet wie Mutterschaft. Egal ob man Kinder möchte, keine bekommen kann oder bereits Mutter ist – gesellschaftliche Erwartungen sind allgegenwärtig. Genau dieses Spannungsfeld ...

Kaum ein Thema wird so intensiv bewertet wie Mutterschaft. Egal ob man Kinder möchte, keine bekommen kann oder bereits Mutter ist – gesellschaftliche Erwartungen sind allgegenwärtig. Genau dieses Spannungsfeld greift der Roman auf.

Im Mittelpunkt stehen zwei Paare, die gemeinsam Urlaub in Frankreich machen. Für Linn und Matze ist die Reise ein emotionaler Zwischenraum, bevor eine Kinderwunschbehandlung weitergeht. Gastgeber sind Felix und Eva mit ihren zwei Kindern – scheinbar angekommen im Familienleben, das Linn sich so sehr wünscht. Zwischen Haben und Nicht-haben entsteht eine spürbare Spannung.

Während die Männer in vertrauten Mustern bleiben, entwickelt sich zwischen Linn und Eva eine ambivalente Dynamik aus Neid, Beobachtung und unerwarteter Nähe. Beide reagieren übernervös, besonders Linn mit impulsiven Ausbrüchen, die irritieren, aber auch nachvollziehbar sind. Körperlichkeit spielt eine große Rolle – vieles wird direkt, teils schmerzhaft offen geschildert.

Emotional konnte ich zu keiner Figur wirklich eine Bindung aufbauen, auch wenn die Themen – Kinderwunsch, weibliche Konkurrenz, gesellschaftlicher Druck – stark und relevant sind. Der Roman geht dahin, wo es wehtut, manchmal vielleicht zu sehr. Inhaltlich hat er mich erreicht, auf Figurenebene weniger.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Ein Buch, das Eltern stärkt

Wut, Trotz und Tränen
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Manchmal fühlt sich der Familienalltag an wie ein Drahtseilakt zwischen Mitgefühl und Überforderung. Genau hier setzt dieses Buch an: Es lädt dazu ein, kindliche Gefühlsausbrüche nicht als Provokation ...

Manchmal fühlt sich der Familienalltag an wie ein Drahtseilakt zwischen Mitgefühl und Überforderung. Genau hier setzt dieses Buch an: Es lädt dazu ein, kindliche Gefühlsausbrüche nicht als Provokation zu deuten, sondern als Entwicklungsschritt zu begreifen. Kleine Kinder stehen erst am Anfang ihrer emotionalen Reise – sie müssen erst entdecken, was in ihnen vorgeht und wie sie mit starken Impulsen umgehen können. Dabei geraten sie naturgemäß immer wieder an ihre Grenzen.

Was dieses Werk für mich besonders macht: Es wirkt fundiert, ohne mit Fachvokabular zu überfrachten. Statt komplizierter Theorien begegnen mir alltagsnahe Beispiele, die ich sofort mit unserem Familienleben verknüpfen konnte. Vieles davon praktiziere ich bereits aus dem Bauch heraus, doch die Lektüre hat mir gezeigt, warum diese Wege sinnvoll sind. Dieses Verständnis hat mir vor allem Sicherheit gegeben.

Sehr gelungen finde ich die Struktur. Zunächst werden grundlegende Zusammenhänge erklärt - etwa, weshalb vermeintlicher „Trotz“ häufig Ausdruck von Überforderung ist. Darauf aufbauend folgen typische Alltagsszenen, die wohl jede Familie kennt: das morgendliche Anziehen, Diskussionen beim Zubettgehen oder das leidige Zähneputzen. Die Kapitel sind klar aufgebaut: Situation, Hintergrund, konkrete Handlungsideen. Dadurch fühlt man sich weder belehrt noch allein gelassen, sondern begleitet.

Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl: Genau so sieht es bei uns auch aus. Und gleichzeitig entstand Zuversicht. Zusammenhänge werden verständlich erklärt. Wer begreift, was hinter einem Gefühlssturm steckt, kann gelassener reagieren und lernt dabei auch die eigenen Emotionen besser kennen.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Mut trifft Angst – Eine einfühlsame Geschichte über Balance

Fritzi Furchtlos
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Dieses Bilderbuch widmet sich sensibel dem Thema Angst. Im Mittelpunkt steht ein Ziegenmädchen, das furchtlos durchs Leben geht und damit innerhalb seiner Herde aneckt. Ihre Unbekümmertheit wirkt bewundernswert, ...

Dieses Bilderbuch widmet sich sensibel dem Thema Angst. Im Mittelpunkt steht ein Ziegenmädchen, das furchtlos durchs Leben geht und damit innerhalb seiner Herde aneckt. Ihre Unbekümmertheit wirkt bewundernswert, führt jedoch zu Konflikten und wirft Fragen nach Zugehörigkeit und Akzeptanz auf.

Erst durch die Begegnung mit einem ängstlicheren Gefährten erkennt sie, dass Angst nicht nur Schwäche ist, sondern auch Fürsorge und Verantwortung bedeuten kann. Diese Entwicklung wird warmherzig und kindgerecht erzählt.

Besonders überzeugen die ausdrucksstarken Illustrationen, die Gefühle klar transportieren und viel Raum zum Entdecken lassen.

Insgesamt ist das Buch eine liebevolle Geschichte über Freundschaft, Anderssein und die wichtige Erkenntnis, dass Mut und Vorsicht gemeinsam am stärksten sind.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Eine Liebeserklärung an das Lesen

Ein kleines Wunder – wie DU
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„Ein kleines Wunder wie Du“ ist ein Bilderbuch, das schon mit seinem poetischen Cover – einer aus einem Buch wachsenden Löwenzahnpflanze – die Kraft von Geschichten und Fantasie spürbar macht. Erzählt ...

„Ein kleines Wunder wie Du“ ist ein Bilderbuch, das schon mit seinem poetischen Cover – einer aus einem Buch wachsenden Löwenzahnpflanze – die Kraft von Geschichten und Fantasie spürbar macht. Erzählt wird von zwei Figuren, die sich neugierig begegnen und in ihrer Vorstellung gemeinsam die Welt bereisen. Am Ende zeigt sich: Einer der Freunde ist das Buch selbst, das erst durch das Kind lebendig wird.

Der Text ist überwiegend gereimt und lässt sich rhythmisch gut vorlesen, auch wenn manche Formulierungen etwas anspruchsvoller sind und das wechselnde Reimschema kurze Eingewöhnung braucht. Inhaltlich eignet sich das Buch daher besonders für Kinder ab etwa vier Jahren.

Die farbenreichen, detailverliebten Illustrationen von Anna Silivonchik schaffen eine traumhafte Atmosphäre und laden zum wiederholten Entdecken ein. Insgesamt ist das Werk eine liebevolle Hommage a das Lesen – warmherzig und fantasievoll.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Spannende Fortsetzung mit viel Tempo

Irida 2. Irida und das Rätsel der Ruine
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Da ich bereits den ersten Band kannte, fiel mir der Einstieg in Irida und das Rätsel der Ruine besonders leicht. Die Handlung setzt unmittelbar nach den vorherigen Ereignissen ein, sodass ich sofort wieder ...

Da ich bereits den ersten Band kannte, fiel mir der Einstieg in Irida und das Rätsel der Ruine besonders leicht. Die Handlung setzt unmittelbar nach den vorherigen Ereignissen ein, sodass ich sofort wieder mitten im Geschehen war.

Von Beginn an spürt man die wachsende Bedrohung, die über Hohenburg und der Anderswelt liegt. Die Einsätze sind höher, die Gegner entschlossener und die moralischen Fragen deutlich komplexer. Besonders spannend fand ich, dass nicht nur ein Handlungsstrang verfolgt wird, sondern mehrere Perspektiven ineinandergreifen. Dadurch entsteht eine dichte Atmosphäre, die die Spannung kontinuierlich steigert.

Das Tempo bleibt über weite Strecken hoch, ohne überladen zu wirken. Die Szenen wechseln geschickt zwischen ruhigen Momenten und actionreichen Passagen. Dadurch kam für mich keine Langeweile auf. Gleichzeitig wird deutlich, wie sehr Irida und ihre Freunde an ihren Aufgaben wachsen. Der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe ist spürbar und bildet einen wichtigen emotionalen Kern der Geschichte. Themen wie Freundschaft, Verantwortung und Mut sind fest in die Handlung eingebunden und wirken authentisch.

Die magischen Elemente sind lebendig beschrieben und verleihen dem Setting eine geheimnisvolle Tiefe. Einige Entwicklungen konnte ich zwar erahnen, ganz große Überraschungen blieben für mich eher aus, dennoch blieb die Spannung durchgehend erhalten.

Für mich ist dieses Buch eine gelungene Fortsetzung, die Lust auf mehr macht und besonders jungen Fantasyfans ab etwa elf Jahren viel Spannung und Abenteuer bietet.

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