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Veröffentlicht am 05.10.2025

Leider eine Enttäuschung

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Was für ein toller Klappentext, ein ansprechendes Cover und eine kleine Anspielung an die Krimis von Agathe Christie, die sofort Lust auf diesen Krimi machen. Auch ich hatte sofort das Gefühl, dass ich ...

Was für ein toller Klappentext, ein ansprechendes Cover und eine kleine Anspielung an die Krimis von Agathe Christie, die sofort Lust auf diesen Krimi machen. Auch ich hatte sofort das Gefühl, dass ich diesen "whodunit" Krimi lesen möchte. Gratulation an den Verlag und das Marketing!
Leider blieb nach dem Zuschlagen der letzten Seite von den positiven Gefühlen nur wenige zurück.

Ich liebe ja Krimis und Thriller, die an einem begrenzten Schauplatz (Hotel, Insel, Haus...) mit einer überschaubaren Anzahl an Personen spielen. Auch "Die Einladung - Mord nur für geladene Gäste" folgt diesem Schema.
Die 76jährige alleinstehende Rosemary "Mimi" MacLaine lebt zurückgezogen auf Mackinac Island in Michigan. Schon des Öfteren hat sie ihre berühmte Nachbarin Jane Ireland zu ihren legendären Parties eingeladen, doch Mimi möchte einfach nur ihre Ruhe haben. Als eine weitere Einladung zu einer Party im Stil der 1920iger Jahre bei ihr eintrudelt, muss Mimi jedoch annehmen. Der Einladungskarte lag ein Schreiben bei, in dem Jane ankündigt ihr dunkles Geheimnis zu verraten, wenn sie nicht erscheint. Mimi hat keine Wahl und bittet ihre Enkelin Addie sie zu begleiten. Die Beziehung zwischen Großmutter und Enkelin ist nicht die beste, doch Addie hat gerade eine Trennung hinter sich. Außerdem kämpft die Spieleentwicklerin um die Rechte ihres Spieles "Murderscape", welches ihr Exfreund als sein eigenes ausgibt. Deshalb sagt Addie zu mit Mimi die Party zu besuchen. Gemeinsam betreten sie die Villa der schillernden Gastgeberin, die kurze Zeit später tot aufgefunden wird. Neben Mimi hat Jane noch weitere sechs Gäste eingeladen, die nichts gemeinsam zu haben scheinen. Während draußen ein Schneesturm tobt und die Insel von der Außenwelt abgeschnitten ist, wird Mimi klar, dass ein Mörder unter ihnen sein muss....



Der Krimi, der zum Kammerspiel mutiert, beginnt spannend. Man lernt die geladenen Gäste und das Personal kennen und beginnt bald zu rätseln, wer von den Gästen der Mörder sein könnte. Leider blieben die Charaktere aber sehr blass und ich hatte lange Schwierigkeiten diese zuzuordnen. Geholfen hat dabei die toll gestaltete Innenklappe vorne und hinten.

Trotz der im Buch bildlich dargestellten Charaktere konnte ich sie oftmals nur schwer auseinander halten und sie wirkten richtig blass. Selbst zu den beiden Hauptprotagonistinnen Addie und Mimi konnte ich keine richtige Beziehung aufbauen.

Die Chemie zwischen den beiden war nicht richtig greifbar bzw. nicht vorhanden. Manche der Gäste wurden kaum näher beschrieben oder vorgestellt, andere hatten hingegen etwas mehr Präsenz.

Nach und nach erfährt man, dass alle geladenen Gäste erpresst wurden und ihre Taten werden nach und nach aufgezeigt.

Das dunkle Geheimnis von Mimi, welches auch Addie nicht kannte, wurde etwas beiläufig erzählt. Als Addie davon erfuhr, reagierte sie auch kaum darauf, was etwas verwunderte.

Der Schreibstil war hingegen angenehm zu lesen und man flog durch die Geschichte. Leider gab es aber einige Logikfehler, Namensverwechslungen und auch Übersetzungsfehler. Wörter, wie "behumpsen" (?) oder eine jaulende Katze, haben mich jedoch bereits in den ersten Kapiteln die Stirn runzeln lassen. Das zieht sich leider durch die ganzen 400 Seiten und hat mich ziemlich gestört.

Oftmals wurden auch Begriffe aus der Spielewelt verwendet, die mir nichts sagten. Darüber kann man zwar hinweglesen, haben aber trotzdem gestört. Besser erging es mir bei den erwähnten Schauspielern oder Filmen, die genannt wurden und ich wegen meines Alters teilweise kannte. Gestört hat mich auch die häufige Nennung von Marken und der starke Alkoholkonsum.

Die vielen Anspielungen auf Agathe Christie oder ihren ermittelnden Figuren, wie Hercule Poirot, sind zwar werbewirksam, aber konnten die Qualität des Krimis nicht verbessern.

Auch die Enthüllung am Ende war enttäuschend! Als Leser konnte man zwar mitraten, aber viele Informationen, die zum Schluss als Infodumping zur Überführung des Täters führten, blieben den Leser verborgen. Ich finde nicht, dass man beim Lesen des Buches wirklich die Chance hatte, selbst auf die Hintergründe zu kommen.....ein weiterer negativer Punkt.

Fazit:
Für mich war dieser Krimi, der an Anlehnung an Agathe Christie beworben wurde, ein Enttäuschung und tut mir für die unvergessene Krimiautorin leid.
Wer gerne Cosy Crime liest, sich nicht an den unlogischen Handlungen stört oder sich durch manche Übersetzung irritiert fühlt, kann nette Lesestunden mit diesem Krimi bekommen. Allen anderen würde ich "Die Einladung: Mord nur für geladene Gäste" nicht weiter empfehlen.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Das Leid der Verschickungskinder

Am Meer ist es schön
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"Am Meer ist es schön" zeigt ungeschönt die Geschichte vieler Verschickungskinder, die zwischen den 60iger bis hinein in die 80iger Jahre, auf Erholung geschickt wurden. Hört sich an, wie Urlaub und wurde ...

"Am Meer ist es schön" zeigt ungeschönt die Geschichte vieler Verschickungskinder, die zwischen den 60iger bis hinein in die 80iger Jahre, auf Erholung geschickt wurden. Hört sich an, wie Urlaub und wurde den Eltern und Kindern auch so vermittelt. Was jedoch viele in unterschiedlichen Heimen erlebt haben, ist einfach nur grausam.
Auch die achtjährige Susanne soll zur Erholung an die Nordsee fahren. Der Hausarzt findet sie zu dünn und zu klein, außerdem lispelt sie. Den Eltern wird der sechswöchige Aufenthalt schmackhaft gemacht und sie freuen sich für ihr jüngstes Kind. Im "Haus Morgentau" erwarten Susi jedoch harte Strafen, stundenlanges Stehen auf einen Sessel und Isolierung in einem dunklen Raum. Nachts darf nicht zur Toilette gegangen und der Teller muss immer leer gegessen werden. Die "Tanten" quälen die Kinder und setzen drakonische Strafen für die kleinsten Vergehen. Die Karten und Briefe, die die Kinder nach Hause schreiben dürfen, werden kontrolliert. Die Hoffnung, dass die Eltern Susi abholen kommen, wenn es ihr nicht gefällt, schwindet von Tag von Tag.
Als sie endlich nach Hause kommt, erzählt sie den Eltern von den schlimmsten Wochen ihres Lebens, doch ihr glaubt niemand. Die Folgen dieses Aufenthalts verfestigen sich in Alpträumen bis ins Erwachsenenalter.
Erzählt wird die Geschichte in Rückblenden am Sterbebett von Susannes dementer 87-jährigen Mutter. Diese lebt im Seniorenheim und hat hin und wieder lichte Phasen. Eines Tages bricht sie bei Susis Besuch in Tränen aus und entschuldigt sich bei ihr. Tochter Julie möchte wissen, was die Großmutter damit meint und so beginnt Susanne von damals zu erzählen.....

Barbara Leciejweski erzählt mit viel Empathie und zeigt auf, wie es vielen Kindern damals ergangen ist. Unfassbar, dass keinem der Kinder geglaubt wurde und erst Jahrzehnte später diese Misshandlungen aufgedeckt wurden.
Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Leciejewski versteht es wunderbar, die kindliche Naivität, gepaart mit der Angst nicht mehr nach Hause zu dürfen, darzustellen. Man leidet mit Susanne und ihren Freunden Matti, Moni, Rüdiger und dem kleinen Holger mit. Unvorstellbar, dass bereits fünfjährige diesen Quälereien ausgesetzt wurden.

Neben dem Thema rund um die Verschickungskinder hat die Autorin auch noch ein paar Familiengeheimnisse eingebaut. Generell ist das Thema Familie ein Großes. Durch die Erlebnisse von Susanne im "Haus Morgentau", die sie am Bett der Mutter erzählt, kommen sich nach Jahren der Entfremdung auch die Geschwister wieder etwas näher. Dadurch erhält auch der Gegenwartsstrang etwas mehr Tiefe.

Dem fiktiven Roman liegen hunderte von ähnlichen Schicksalen zugrunde. Barbara Leciejewski hat mit ihrem Buch all diesen Kindern ein Sprachrohr gegeben. Vielen Dank!

Fazit:
Ein aufwühlender und sehr lesenswerter Roman. Dem Thema rund um die Kinderverschickungen sollte viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Barbara Leciejewski hat schon mal mit "Am Meer ist es schön" einen großartigen Anfang gemacht. Sie erzählt einfühlsam und mit großer Empathie über Kinderschicksale.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Kaum Spannung - sehr schade!

Salzburgwut
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In seinem zwölften Fall hat Manfred Baumann wieder etwas mehr Politik einfließen lassen. Mich stört das eigentlich weniger, jedoch sollte bei einem Krimi auch die Spannung nicht zu kurz kommen und diese ...

In seinem zwölften Fall hat Manfred Baumann wieder etwas mehr Politik einfließen lassen. Mich stört das eigentlich weniger, jedoch sollte bei einem Krimi auch die Spannung nicht zu kurz kommen und diese habe ich diesmal stark vermisst!

Im Salzburger Sebstiansfriedhof wird frühmorgens ein junger Mann tot aufgefunden. Beim Opfer handelt es sich um Elisas, einen Novizen des Franziskanerordens, der sich wegen seiner Forschungsarbeit auch nachts dort aufhalten durfte. Der angehende Ordensbruder interessierte sich ganz besonders für Paracelsus und seine Lehren. Aus der naheliegenden Kirche sind außerdem Kerzen und ein sakrales Kunstwerk gestohlen worden. Ist Elias etwa den Kirchenräubern in die Quere gekommen und musste deswegen mit dem Tod bezahlen? Dagegen spricht aber die brutale Gewalt gegen den jungen Novizen, die angewendet wurde.

Martin Merana, der erst aus seinem wohlverdienten Italienurlaub zurückgekehrt ist, hat somit bei seiner Rückkehr gleich jede Menge zu tun.
Zum Ermordeten gibt es nur wenig Hintergrundinformationen. Seine Eltern und sein älterer Bruder sind bei einem Unfall ums Leben gekommen, die ältere Schwester war damals im Ausland. Daraufhin kam Elias in ein Waisenhaus und lebte dort einige Jahre, bis er im oberösterreichischen Enns als Postulant im Franziskanerkloster eintreten durfte. Doch eine Spur führt zu einer Politikerin der HPÖ, der Heimat Partei Österreichs, die Elias kurz vor seinem Tod aufgesucht hat. Was wollte Elias bei der rechtspopulistischen Parteigenossin?

Die Nachforschungen im Umfeld des Toten sind interessant, denn Manfred Baumann erzählt einiges über den Sebastiansfriedhof und dem Leben der Mönche im Franziskanerkloster. Natürlich wird auch die Stadt Salzburg mit ihren Attraktionen wieder sehr bildhaft dargestellt. Die "versteckten" Tipps für künftige Salzburgbesucher sind jedoch etwas weniger gestreut, als in den letzten Krimis. Dafür widmet sich der Autor diesmal sehr viel der Politik. Ich habe zwar sehr ähnliche Ansichten, aber irgendwann war es meiner Meinung einfach zu viel. Ich möchte in einem Krimi Spannung und keine offensichtliche Stellungnahme des Autors zu politischen Parteien oder Personen. Als Leser:in wünscht man sich weder einen erhobenen Zeigefinger, noch die Meinung des Autors pausenlos vorgekaut zu bekommen. Man sollte neutral erzählen und kann trotzdem auf die Gefahr der rechtspopulistischen Parteien hinweisen. Belehrungen sind nicht wirklich erwünscht. Das fand ich sehr schade, denn der Mordfall wäre an sich interessant gewesen, kam aber deshalb viel zu kurz. Zusätzlich war für mich der Täter sehr bald ersichtlich.
Da ich die Reihe von Manfred Baumann sehr mag, gebe ich hier noch gutgemeinte 3 Sterne. Wäre es mein erstes Buch der Martin Merana Serie gewesen, hätte es deutlich schlechter abgeschnitten.

Fazit:
Ein sehr ruhiger, leider auch teilweise langweiliger Krimi mit zu viel politischen Content. Der eigentliche Fall und die Ermittlungen treten deshalb zu sehr in den Hintergrund und werden zur Nebensache. Sehr schade!

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Auch Band 3 überzeugt

Erebos 3
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Ich muss zugeben, dass mir nicht alle Bücher von Ursula Poznanski zusagen, aber die drei EREBOS Romane habe ich alle verschlungen. Im wahren Leben spiele ich keine Computer-Rollenspiele (vor langer Zeit ...

Ich muss zugeben, dass mir nicht alle Bücher von Ursula Poznanski zusagen, aber die drei EREBOS Romane habe ich alle verschlungen. Im wahren Leben spiele ich keine Computer-Rollenspiele (vor langer Zeit habe ich mal SIMS gespielt), aber buchtechnisch liebe ich es in diese Welt einzutauchen. Und in diesem dritten Teil sind wir definitiv öfters in der Welt von Zwergen, Dunkelelfen, Vampiren, Werwölfen und den Boten mit den gelben Augen, als in der realen Welt. Nervenkitzel pur.

Es gibt keine ellenlange Einführung, sondern man wird direkt in die Handlung geworfen. Erebos ist zurück und zwingt Nick Dunmore erneut in seine Rolle als Dunkelelf Sarius. Wir sind abwechselnd in der virtuellen und der realen Welt. Wie aber bereits erwähnt, ist der Spieleanteil diesmal höher. Erebos ist intelligenter und größer geworden, vor allem aber auch gefährlicher.

Nick Dunmore wirkt reifer, als in seinen letzten Abenteuern. Er arbeitet noch immer als Fotograf und ist erwachsener geworden. Man merkt, dass ihm die Vergangenheit noch auf den Schultern liegt. Nick steht im Mittelpunkt und seine Entscheidungen tragen die Geschichte, während sich Emily diesmal im fernen Amerika aufhält und ihr kleiner Bruder Derek verschwunden ist. Nur sein Freund Victor ist im wahren, wie auch im virtuellen Leben, immer an seiner Seite.
Die Rätsel, die Nick diesmal von Erebos erhält, scheinen unlösbar. Erstmals muss er Mitspieler für sich gewinnen und diese sollen sich als Gemeinschaft zu einer Horde zusammen schließen. Dabei merkt er, dass nur wenige schon früher von Erebos rekrutiert wurden und den Ernst der Sache und die daraus folgenden Konsequenzen nicht erkennen. Nick nimmt das Spiel ernst und schafft sich damit Feinde - in der Spiele-, als auch in der realen Welt. Wie er das Rätsel lösen soll und was eigentlich das Ziel des Spieles ist, bleibt lange unklar.

Vom Prinzip her ist der Plot nicht viel verändert worden, was einige Leser:innen kritisierten. Warum auch, wenn man damit erfolgreich ist. Jedoch bleiben innovative neue Ideen eher aus. Trotzdem habe ich mit Nick und seinen Mitspielern mit gefiebert. Die Dynamik zwischen Spiel und Realität bleibt spannend, auch wenn manches vertraut wirkt.
Ursula Poznanski hat - wie üblich in ihren Büchern - aktuelle Themen, wie künstliche Intelligenz und digitale Abhängigkeit mit einbezogen. Der Schreibstil ist fesselnd und sehr atmosphärisch. Besonders im letzten Drittel nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf. Ich bin unheimlich gerne in die virtuelle Spielewelt eingetaucht.

Für mich war auch der dritte Teil absolut lesenswert und voller Spannung. Trotzdem ziehe ich diesmal einen halben Punkt ab und vergebe nur auf Plattformen, wo ich keine halben Punkte vergeben kann, wieder 5 Sterne.

Fazit:
Eine gelungene Rückkehr in die Welt von Erebos, die auch nach so langer Zeit nicht langweilig wird. Wer die ersten beiden Bände genauso verschlungen hat wie ich, der kann getrost zu Erebos 3 greifen.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Würdiger Abschluss

Dämmersee
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Mit dem fünften und letzten Band der Reihe um Hanna Duncker stehen neue Zeiten für die Ermittlerin an. Die Handlung ist wieder geschickt mit den persönlichen Entwicklungen und den neuen Mordfall verbunden, ...

Mit dem fünften und letzten Band der Reihe um Hanna Duncker stehen neue Zeiten für die Ermittlerin an. Die Handlung ist wieder geschickt mit den persönlichen Entwicklungen und den neuen Mordfall verbunden, der diesmal Hanna und ihr Team ganz besonders trifft.

Nach der Geburt ihrer kleinen Tochter Hedvig plant Hanna ihre Hochzeit, als sie früher als erwartet aus dem Mutterschaftsurlaub ins Ermittlerteam zurückkehren muss. Ihr Chef Ove Hultmark, der sich früher als erwartet ins Rentenleben zurückgezogen hat, wurde ermordet. Hanna ist entsetzt und kann es nicht fassen, dass ihr Mentor tot sein soll. Natürlich ist es dem Ermittlerteam ganz besonders wichtig, den Mörder ihres Chefs zu finden. Zusätzlich ist Oves Nachfolgerin Hanna nicht wirklich zugetan und beißt sich an ihr fest. Gemeinsam mit Erik versucht sie die Hintergründe des Mordes zu erkunden und beginnt im Umkreis von Oves neuem Hobby, der Vogelkunde, zu ermitteln.

In einzelnen Kapiteln, die mit "Der letzte Tag" beschrieben sind, begleiten wir Ove auf einer bestimmten Recherche, die er trotz seiner Pensionierung weiter verfolgt. Nicht alles ist erfreulich, was dabei ans Licht kommt.
Das Ermittlerteam schwankt zwischen Entsetzen und Trauer und die neue Chefin bringt einige Reibereien ins Team. Es kommt zu einigen Längen und Wiederholungen: Die Spannung fehlt an vielen Stellen und doch will man wissen, welche Nachforschungen Ove das Leben gekostet hat. Die Charaktere sind lebendig gezeichnet. Die neue Chefin war mir jedoch nicht wirklich sympathisch und ist schwer einzuschätzen.

Hanna muss sich in diesem fünften Band dem Stress zwischen Mutterrolle und ihren Job auseinandersetzen, den wohl jede Frau mehr oder weniger kennt. Dazu kommt die Trauer um ihren Chef und der Stress der Hochzeitsvorbereitungen, die genau in diese Zeit fallen.
Hanna hat sich im Laufe der Zeit und über fünf Bände zu einer Frau entwickelt, die endlich ihre Vergangenheit hinter sich lassen kann. Erst im letzten band konnte ich sie viel besser verstehen und einige ihrer Handlungen gutheißen.

Die Inselatmosphäre beschreibt Johanna Mo wieder sehr anschaulich. Der Schreibstil ist ruhig und bildhaft. Insgesamt ist die Reihe teilweise etwas spannungsarm, weckte aber trotzdem immer wieder meine Neugier. Als großes Finale hätte ich mir jedoch etwas mehr erwartet.


Fazit:
Dämmersee ist ein würdiger Abschluss der Krimireihe. Insgesamt ist die Reihe eher ruhig und punktet eher mit Atmosphäre und Charaktertiefe.

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