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Veröffentlicht am 06.07.2025

Krönender Abschluss der Trilogie

Der Weg der Frauen
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"Der Weg der Frauen" von Marie Pierre aka Maria W. Peter ist der dritte und letzte Band der Trilogie um das Pensionat an der Mosel. Auch dieser Abschlussband reiht sich mit weiteren 5 Sternen in die Riege ...

"Der Weg der Frauen" von Marie Pierre aka Maria W. Peter ist der dritte und letzte Band der Trilogie um das Pensionat an der Mosel. Auch dieser Abschlussband reiht sich mit weiteren 5 Sternen in die Riege der Vorgängerbände ein.
Mittlerweile sind wir im Jahr 1912 angekommen und Pauline hat mit einigen Problemen zu kämpfen. Ein Anruf der Polizeidienststelle in Metz lässt sie sofort in ihre alte Heimat aufbrechen. Ihre Schülerin Sophie wurde bei einer Frauenrechtskundgebung verhaftet. Obwohl Sophie nur über Nacht im Gefängnis saß, hat es folgenreiche Konsequenzen für beide Frauen. Sophie wird aus der Schule genommen und das Pensionat kommt erneut in Verruf. Obwohl Pauline Sophie wieder als Schülerin aufnehmen darf ist diese vollkommen verändert. Aus dem lebenslustigen Mädchen ist ein blasses und verhuschtes Geschöpf geworden. Manchmal wirkt sie sogar apathisch und Pauline macht sich große Sorgen um ihre Gesundheit.
Doch das sind nicht die einzigen Sorgen, die Pauline quälen. Ein neuer Lehrer, der statt der irischen Lehrerin Rhona O'Mealy unterrichten soll, kommt an die Schule. Der sehr verkopfte Mann kann nicht glauben, dass ein Pensionat von einer Frau geführt werden kann. Zusätzlich taucht Paulines ehemaliger Verlobter Roland in Diedenhofen auf und macht ihr den Hof, was Erich von Pliesnitz gar nicht schmeckt. Doch damit nicht genug: Nach dem Vorfall mit Sophie erscheinen nacheinander aufgebrachte Eltern und nehmen ihre Töchter aus der Schule.

Diesmal nimmt sich Marie Pierre in ihrem dritten Band den Frauenrechten an. Damals unterlagen sie noch sehr großen gesellschaftlichen Beschränkungen und vor allem Pauline durfte als Lehrerin nicht an öffentlichen Plätzen mit einem Mann gesehen werden, denn als Lehrerin dufte sie nicht heiraten oder musste den Beruf aufgeben. Ehefrauen hatten keinerlei eigene Rechte und kein Mitspracherecht. Auf ihre Meinung wurde einfach kein Wert gelegt. Töchter hatten sich den Wünschen des Vaters zu fügen und wurden gewinnbringend verheiratet.
Es ist aber auch die Zeit, als die Frauen in Großbritannien erstmals für mehr Frauenrechte kämpften und sich für das Wahlrecht einsetzen.

Der Schreibstil ist wieder mitreißend und lebendig, sowie der damaligen Zeit angepasst. Man verspürt das Lokalkolorit dieser Zeit und dieser Gegend, die zwischen den Franzosen und den Preußen zerrissen ist. Marie Pierre stellt diese politische schwierige Zeit perfekt dar.
Durch Gegenspieler und einigen Verwirrungen und Irrungen bleibt der Spannungsbogen immer hoch.
Die Nebenfiguren sind hervorragend gezeichnet und spielen teilweise eine größere Rolle. Sie wachsen dem Leser genauso ans Herz, wie Pauline. Ich kann gar nicht sagen, ob es Vincent, der Hausmeister und Gärtner; Lisbeth, die Köchin; Camille, das Stubenmädchen oder die Schülerinnen sind, die mir mehr ans Herz gewachsen sind. Und natürlich unsere preußischer Offizier Erich von Pliesnitz und sein Offiziersbursche Franzl, der das Herz am rechten Fleck hat und immer hungrig ist.

Auf der Innenseite der Klappbroschur findet man eine Karte des Bezirkes Lothingen um 1912. Im ausführlichen Nachwort erfährt man weitere geschichtliche Informationen über die damalige politische Situation.
Ich kann die ganze Trilogie wärmstens weiterempfehlen!

Fazit:
Ein krönender Abschluss dieser wundervollen Trilogie, der selbst Geschichtsmuffel überzeugen kann und sie in diese spannende Zeit eintauchen lässt. Nie war die Vergangenheit so lebendig!

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Ein Neuanfang auf Mallorca?

Das Versprechen eines Sommertags
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Sommer, Sand und Meer...was passt besser zu diesem tropischen Juli als Romane, die in den beliebtesten Urlaubsländern der Österreicher, Schweizer und Deutschen spielen. Deshalb habe ich zum neuen Roman ...

Sommer, Sand und Meer...was passt besser zu diesem tropischen Juli als Romane, die in den beliebtesten Urlaubsländern der Österreicher, Schweizer und Deutschen spielen. Deshalb habe ich zum neuen Roman von Elena Sonnenberg aka Adriana Popescu gegriffen.

Die Eltern von Isabelle verbringen ihren Lebensabend in einer Finca auf Mallorca. Sie feiern in Kürze ihre Goldene Hochzeit und Isabelle, ihr Mann Stefan und die Kinder sind natürlich eingeladen. Allerdings steht die Ehe von Isabelle und Stefan nach 15 Jahren vor dem Aus. Aus Rücksicht auf die Eltern und ihre besonderen Feierlichkeiten wollen sie den Schein wahren, um das Fest nicht zu stören. Während Isabelle noch versucht heile Welt zu spielen, hat sich Stefan gefühlsmäßig bereits von seiner Frau entfernt. Das gemeinsame Immobilienbüro soll nach dem Sommer zwar weiter bestehen und beiden die Möglichkeit geben weiterzuarbeiten.
Isabelle war neben ihrem Beruf immer für die Familie da. Sie war Mutter, Partnerin und Tochter hat sich, wie so viele von uns, zu wenig um sich selbst gekümmert. Auf der Finca trifft sie auch auf Ben, den besten Freund ihres Bruders Daniel, der einen Sommer lang mehr für sie war. Bei einem gemeinsamen Roadtrip, bei dem Isabelle damals für ihren verletzten Bruder kurzfristig eingesprungen ist, sind sich Ben und sie näher gekommen. Doch nach dem Sommer ging er für ein Jahr nach Australien. Der Kontakt brach ab und dann lernte Isabelle Stefan kennen....

Hinter dem Namen Elena Sonnenberg steckt Adriana Popescu, von der ich bereits einige Bücher gelesen habe. Diesmal nimmt sie uns mit auf eine emotionale Reise voller Erinnerungen, zweiter Chancen und einem Abschied.
Die Charaktere sind authentisch und man erhält einen Einblick in die Gefühle und Gedanken der Figuren. Besonders mit Isabelle habe ich mitgelitten und ihre Zweifel gespürt. Alte Gefühle kommen hoch und bringen Isabelle in eine Zwickmühle.

Die Entwicklung der Charaktere ist gelungen und vor allem Isabelle bemerkt, wie viel sie bisher für andere zurücksteckt hat, während ihr kaum Anerkennung oder Respekt entgegen gebracht wurde.
Auch die anderen Charaktere und Nebenfiguren sind lebendig dargestellt, vielschichtig und haben schnell mein Herz berührt. Ihre Eltern sind mir besonders ans Herz gewachsen, die eine Liebe leben, die viele Jahre überdauert hat.
Das Setting auf Mallorca wird äußerst bildhaft und stimmungsvoll dargestellt. Da ich selbst bereits zwei Mal auf dieser schönen Insel war, habe ich doch einiges wiedererkannt.

Was mir gefehlt hat, war etwas mehr Tempo. Ich empfand es fast als zu ruhig und unspektakulär. Trotzdem mochte ich den Roman gerne, der nicht nur die Wohlfühlatmosphäre rüberbringt, sondern auch Tiefe hat und einige unbequeme Wahrheiten ans Tageslicht bringt. Die Geschichte lässt einem nachdenklich, aber auch hoffnungsvoll zurück.

Fazit:
Ein lebensnaher Roman, den es aber als Sommerlektüre etwas an Leichtigkeit fehlt. Das Setting versprüht hingegen das gewünschte Sommerfeeling und führt uns an die Nord-Ostküste von Mallorca. Es geht um alte Gefühle, eine Ehe, die vor dem Aus steht und einer Familie, die trotzdem nicht auseinander bricht.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Geheimnis im Cottage am Meer

Dieser Sommer gehört uns
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Sommer wie Winter steht bei mir ein neuer Sarah Morgan Roman auf dem Leseplan. Und diesmal haben wir schon wieder eine Änderung des Covers erfahren müssen!
Zuerst war es an den Sommerroman aus dem letzten ...

Sommer wie Winter steht bei mir ein neuer Sarah Morgan Roman auf dem Leseplan. Und diesmal haben wir schon wieder eine Änderung des Covers erfahren müssen!
Zuerst war es an den Sommerroman aus dem letzten Jahr angelehnt und wurde kurz vorher wieder getauscht in dieses eher nichtssagende Cover, welches ihr oben sehen könnt. Ich denke aber, dass letztes Jahr das komplett neu orientierte Cover von "Im Sommer treffen wir uns wieder" irgendwie unterging oder eben keinerlei Wiedererkennungseffekt für Sarah Morgan Fans hatte. Ich verstehe einfach nicht, warum die Cover immer wieder geändert werden und nicht an das englische oder amerikanische Cover angelehnt wird. Diese haben Wiedererkennungswert und passen einfach zur Geschichte. Doch eigentlich geht es ja um den Inhalt....

Diesmal lernen wir Cecilia Lepthorne kennen, die kurz vor ihrem 70. Geburtstag steht. Ihre Tochter Kristen hat bereits ein großes Fest zu ihrem runden Geburtstag organisiert, welches aber gleichzeitig auch als eine Hommage an Cecilias Ehemann Cameron gelten soll, der vor einem Jahr verstorben ist. Cameron war ein berühmter Künstler und Cecilia hat nicht vor, ihren eigenen Geburtstag als Gedenkfeier für ihren untreuen Ehemann zu begehen und flieht nach Cape Code. Ziel ist ein kleines Cottage am Meer, welches Cameron eigentlich verkaufen hätte sollen und welches seit Jahren leer steht. Früher war es ein geheimes Plätzchen für das Ehepaar, ein Zufluchtsort, wo sie sich künstlerisch austobten und sich vom Trubel und den Kindern zurückziehen konnten. Doch nachdem Cameron Cecilia mit einer jungen Frau in ihrem Cottage betrogen hat, war Cecilia nie mehr dort. Um die Instandhaltung kümmert sich seitdem eine Putzfirma.
Nun kommen die Erinnerungen wieder hoch und Cecilia würde am liebsten alles hinter sich lassen, denn sie hütet ein Geheimnis, welches das Leben ihrer Familie auf den Kopf stellen könnte...

Lily hat ihr Medizinstudium abgebrochen, welches sie nur wegen dem Druck ihrer Eltern begonnen hat. Sie träumt schon seit Jahren von einem Kunststudium, doch ihre Eltern waren dagegen und haben nun die finanzielle Unterstützung beendet. Seitdem putzt Lily Häuser in Cape Code und kann trotzdem ihre Miete nicht bezahlen. Sie weiß, dass das Cottage der Lapthornes immer leer steht und quartiert sich aus Mangel an Übernachtungsmöglichkeiten dort ein. Außerdem liebt sie das Licht im ehemaligen Atelier, wo sie die meiste Zeit verbringt um selbst zu malen. Sie findet endlich ihre innere Ruhe und Geborgenheit.
Doch eines Tages steht Cecilia im Wohnzimmer des Hauses und die beiden treffen aufeinander. Lily kennt Cecilia, denn deren Enkelin Hannah ist ihr beste Freundin. Seit einem großen Streit wegen Lilys Abbruch des Medizinstudiums haben sie sich aber nicht mehr gesehen. Cecilia lässt Lily weiter im Cottage wohnen und beide finden die eine oder andere Gemeinsamkeit. Cecilia unterstützt Lilys Malerei, denn sie erkennt in den Zeichnungen ihr Talent.
Doch die Ruhe wird bald gestört, denn Cecilias Enkel Todd hat herausgefunden, wo sich seine Großmutter versteckt...

Wie gewohnt erzählt Sarah Morgan wieder abwechselnd aus der Sicht von Cecilia und Lily, aber auch aus der Sicht von Kristen, die ein sehr bestimmender Charakter ist und ihren Vater vergöttert hat. Zu ihrer Mutter konnte sie keine richtige Nähe aufbauen. Sie versteht deren Flucht nicht und hat selbst Probleme in ihrer Ehe mit Theo. Der Unfallchirurg hatte nie Zeit für seine Familie und Kristen fühlt sich einsam und unverstanden. Durch den Tod des Vaters ist sie in ein tiefes Loch gefallen....
Alle drei Frauen kämpfen mit ihren eigenen Dämonen. Cecilia stand immer im Schatten ihres berühmten Ehemannes, dabei hat sie selbst ebenfalls Kunst studiert und hatte bereits einigen Erfolg. Lily wird immer wieder zu etwas gedrängt, was sie nicht will - fühlt sich aber ihren Eltern gegenüber schuldig, die ihr ihr Studium finanziert haben. Sie ist unsicher und hat wenig Selbstvertrauen.

Der Schreibstil ist wie immer locker und kurzweilig. Sarah Morgans Figuren sind sehr lebendig gezeichnet und man hat das Gefühl diese alle persönlich zu kennen. Die Charaktere sind vielschichtig und die Emotionen sind spürbar. Die bildhaften Beschreibungen der Landschaft rund um das Cottage am Meer passt hervorragend in die Sommerzeit. Aber auch die Malerei kommt nicht zu kurz.


Fazit:
Wieder ein berührender Roman der Autorin, der einige Themen anspricht und trotz Ernsthaftigkeit etwas Leichtigkeit versprüht. Mir hat "Dieser Sommer gehört uns" sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 28.06.2025

Eine besondere letzte Reise

Amore in italiano
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Lucia steckt in einer Lebenskrise. Ihr steht eine Scheidung ins Haus, ihre pubertierenden Töchter Vanessa und Sandra rauben ihr die letzten Nerven und seit dem Tod der Mutter muss sie sich noch neben ihrem ...

Lucia steckt in einer Lebenskrise. Ihr steht eine Scheidung ins Haus, ihre pubertierenden Töchter Vanessa und Sandra rauben ihr die letzten Nerven und seit dem Tod der Mutter muss sie sich noch neben ihrem Job um ihren Vater Alberto und den pflegebedürftigen Bruder Gianni kümmern. Ihr Nervenkostüm ist angespannt und ein Urlaub sollte endlich für etwas Entspannung sorgen. Doch die finanzielle Situation lässt dies nicht zu. Die Mädchen sind wütend, der Großvater, der die Asche seiner Frau in seine italienische Heimat bringen möchte, ist verletzt. Zusätzlich ist die Beziehung zwischen Vater und Tochter von jeher etwas angespannt.
In einer Nacht und Nebelaktion macht sich Alberto mit Gianni auf den Weg nach Italien. Er möchte die Reise, die er mit seiner Frau Cristina gemacht hat, bevor sie nach Deutschland auswanderten, noch einmal erleben. Er mietet sich eine Vespa und fährt mit Gianni all die Orte ab, die er mit seiner großen Liebe verbindet. Allerdings unterschätzt Alberto sein Alter und seinen geistig beeinträchtigten Sohn, was manchmal einige Probleme mit sich bringt....

Lucia bleibt nichts anderes übrig, als ihrem Vater und ihrem Bruder zu folgen. Anhand von alten Postkarten, die ihre Eltern damals an ihre Tante geschickt haben, versucht Lucia die Orte zu finden, die ihr Vater besuchen könnte. Mit zwei missmutigen Teenagern startet sie ihren Roadtrip von Norden nach Süden, während Alberto und Gianni von Neapel aus Richtung Norden fahren....

Wir folgen abwechselnd Lucia und ihren Töchtern, wie auch Alberto und Gianni. In Rückblenden erfahren wir von einer großen Liebe, die sich gegen alle Konventionen aufgelehnt hat und noch über den Tod hinaus spürbar ist. Alberto und Cristinas Liebe ist durch die Zeilen hindurch spürbar und die Erinnerungen schmerzhaft, aber auch unglaublich schön.

Durch die beiden unterschiedlichen Roadtrips ist man in ganz Italien unterwegs. Mit bildhaften Beschreibungen der Landschaft und speziellen Plätzen ist man als Leser direkt dabei und hat jede Menge Kopfkino. Man spürt "La dolce Vita" und genießt die wundervolle Atmosphäre, die Urlaubsfeeling versprüht - auch wenn die Themen hier tiefer gehen und man nicht immer nur ein Wohlfühlbuch in der Hand hat.
Die Figuren entwickeln sich weiter und vor allem das Zusammenwachsen der Familie habe ich genossen. Lucia konnte ich in vielen Belangen verstehen, auch wenn sie oftmals durch ihren Perfektionismus und ihrer ruppigen Art nicht ganz so sympathisch rüberkommt. Ich habe jedoch ihre immense Überforderung gespürt und habe mich gefreut, dass sie etwas zurück ins Leben findet. Die Vergangenheit ihres Vaters bringt die Beiden durch diesen Roadtrip endlich ein bisschen näher und Lucia beginnt ihn besser zu verstehen. Neben einigen berührenden Momenten kommt auch der Humor nicht zu kurz.
Nur zum Ende hin wurde es mir etwas zu kitschig und zu sehr auf Happy End getrimmt. Das hätte nicht unbedingt sein müssen.

Das nostalgische Cover, auf dem man Alberto und Cristina wähnen kann, ist sehr gelungen. Die Farbgebung und auch diese Art von Vintage-Zeichnungen mag ich sehr.

Fazit:
"Amore in Italiano" ist ein atmosphärischer Roadtrip auf zwei Zeitebenen um Familie, Verlust und einem Neuanfang. Besonders für Italienliebhaber eine Empfehlung!

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Wem kann man glauben?

Die Insel - einer kennt die ganze Wahrheit
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"Die Insel" ist mein zweiter Thriller von Ulf Kvensler. Sein Vorgänger "Der Ausflug" war spannend, aber das offene Ende hat mich ziemlich enttäuscht zurückgelassen. Doch dann gab es bei Lovelybooks eine ...

"Die Insel" ist mein zweiter Thriller von Ulf Kvensler. Sein Vorgänger "Der Ausflug" war spannend, aber das offene Ende hat mich ziemlich enttäuscht zurückgelassen. Doch dann gab es bei Lovelybooks eine Verlosung und ich hatte ausnahmsweise einmal bei einem Thriller Glück. "Die Insel" hat nun meine Erwartungen erfüllt. Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen ausgelesen!

Isak hat als Kleinkind seine Mutter und seine kleine Schwester bei einem Hausbrand verloren. Der Vater hat ihn daraufhin beim Großvater zurückgelassen, bei dem er aufgewachsen ist. Mittlerweile ist Isak Pfleger und lebt mit seiner Freundin Madde in einer kleinen Wohnung in der Stadt. Als sich plötzlich nach zwanzig Jahren Funkstille sein Vater Fredrik meldet und ihn zu sich nach Gotland einlädt, fällt Isak aus allen Wolken. In der Zwischenzeit ist Fredrik ein berühmter Künstler geworden, dessen Bilder hohe Summen erzielen. Nachdem sein Vater erfahren hat, dass er an einem Gehirntumor leidet und bald sterben wird, möchte er Isak und Madde in seinem Haus auf die Insel Fårö bei Gotland einladen. Die Zweifel nagen an Isak, aber schlussendlich machen sich beide gegen den Rat des Großvaters auf nach Gotland, um noch eine gewisse Zeit zusammen zu verbringen. Doch ist das der einzige Grund, warum Fredrik Isak und Madde zu sich holen will? Und warum hat er sich zwanzig Jahre nicht gemeldet?

Die ersten Tage ist Isak überwältigt von Reichtum und dem Umfeld seines Vaters. Doch immer mehr hat man beim Lesen das Gefühl, dass er sein Leben immer weniger im Griff hat. Der gutmütige junge Mann lässt sich zu untypischen und gefährlichen Handlungen hinreißen und vom Vater manipulieren. Immer wieder quälen ihm Alpträume, die schrecklich real wirken. Alkohol und andere Rauschmittel werden vielfach konsumiert und geben weitere Rätsel betreffend Wahrheiten oder Fiktion auf.
Einige Kapitel, die immer wieder eingeblendet werden, machen die Geschichte noch rätselhafter, denn Isak sitzt in einer Haftanstalt ein. Erst zum Ende wird klar, welches Verbrechen er begangen hat. In Rückblenden erfährt man zusätzlich noch mehr aus seiner der Kindheit. Dieser Perspektivwechsel bringt zusätzliche Spannung in den gut konstruierten und fesselnden Plot. Der Schreibstil ist sehr dialoglastig und äußerst atmosphärisch. Wie bereits in "Der Ausflug" gelingt es dem Autor die Natur sehr bildhaft einzufangen. Auch die elitäre Kunstszene, in der sich Fredrik bewegt, wird ungeschönt dargestellt.

Die Figuren sind sehr vielschichtig gezeichnet. Isak war mir zu Beginn sehr sympathisch. Im Laufe der Geschichte verändert er sich jedoch und zeigt Verhaltensweisen, die ihn mir immer unsympathischer werden ließen. Sein Vater war hingegen von Beginn an ein Kotzbrocken! Ein Manipulator seinesgleichen! Menschliche Abgründe tun sich immer mehr auf, umso länger man liest! Gruselig und etwas unklar ist die Rolle von Barbro, die in Fredriks Haus wohnt.
Trotzdem fragt man sich immer wieder, was hier eigentlich dahinterstecken mag. Die dichte psychologische Spannung hält sich bis zum Ende aufrecht.
Die teilweise düstere Stimmung und zahlreiche Wendungen lassen einem misstrauisch werden und man weiß bald nicht mehr, wem man trauen kann und wer die Wahrheit spricht. Szenarien wie diese, mag ich sehr.

Ab einem gewissen Zeitpunkt war ein Teil der Handlung vorhersehbar, was den Überraschungseffekt etwas gelindert hat. Der Spannungsbogen blieb aber trotzdem hoch und es gab noch einige Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte.


Fazit:
Ein psychologischer Thriller, der nicht nur die Figuren in der Geschichte, sondern auch die Leser manipuliert. Spannung vom Feinsten und vielschichtige Charaktere erzeugen einen fesselnden Thriller, den ich gerne weiter empfehle!

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